Der Maxus T90 EV ist derzeit einer der wenigen vollelektrischen Pick-ups, die offiziell auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Entwickelt unter dem Dach des chinesischen SAIC-Konzerns, zu dem unter anderem auch MG gehört, richtet sich das Modell vor allem an gewerbliche Nutzer, Flottenbetreiber und kommunale Betriebe, die ihre Nutzfahrzeuge schrittweise elektrifizieren möchten.
Im Gegensatz zu klassischen Lifestyle-Pick-ups wie Ford Ranger, Toyota Hilux oder Isuzu D-Max verfolgt der Maxus T90 EV einen anderen Ansatz. Statt auf hohe Anhängelasten, Allradantrieb oder Offroad-Fähigkeiten setzt der elektrische Pick-up auf lokal emissionsfreien Betrieb im urbanen Einsatz. Hinterradantrieb, eine Batterie mit 89 kWh Kapazität und ein Elektromotor mit 177 PS sollen dabei vor allem im Stadtverkehr und auf kurzen Überlandstrecken Vorteile bieten.
Laut Hersteller liegt die kombinierte Reichweite des Maxus T90 EV bei bis zu 330 Kilometern nach WLTP. Im Stadtzyklus sollen sogar bis zu 471 Kilometer möglich sein. Gleichzeitig bietet der E-Pick-up eine maximale Nutzlast von 925 Kilogramm sowie eine Ladefläche mit den Abmessungen 1.485 x 1.510 x 530 Millimetern.
Geladen wird entweder über Wechselstrom mit bis zu 11 kW oder an einer DC-Schnellladesäule, an der sich der Akku laut Hersteller in rund 45 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lässt.
Mit einem Einstiegspreis von rund 65.000 Euro positioniert sich der Maxus T90 EV im Spannungsfeld zwischen elektrifiziertem Nutzfahrzeug und klassischem Pick-up-Ersatz. Doch kann ein Elektro-Pick-up ohne Allradantrieb und mit begrenzter Anhängelast im gewerblichen Alltag bestehen?
Der Fahrbericht klärt, für wen sich der Umstieg lohnt.
Der Look
Optisch verzichtet der Maxus T90 EV weitgehend darauf, seine elektrische Antriebstechnik nach außen zu tragen. Statt futuristischer Designelemente oder aerodynamischer Experimente präsentiert sich der Elektro-Pick-up bewusst konventionell. Lange Motorhaube, hohe Gürtellinie und klar abgegrenzte Ladefläche entsprechen dem, was man aus dem Segment klassischer Mittelklasse-Pick-ups kennt.
Mit einer Länge von rund 5,37 Metern, einer Breite von 1,90 Metern und einer Höhe von etwa 1,80 Metern bewegt sich der Maxus T90 EV im bekannten Format seiner dieselbetriebenen Wettbewerber. Die Doppelkabine ermöglicht dabei den Transport von bis zu fünf Personen, ohne die Ladefläche zu stark einzuschränken.
An der Front dominiert ein großflächiger Kühlergrill, der weniger funktionale als gestalterische Aufgaben übernimmt. Flankiert wird er von einer zweigeteilten Scheinwerfereinheit. Das obere Segment integriert Tagfahrlicht und Blinker in LED-Technik, während Abblend- und Fernlicht weiterhin auf Halogenbasis arbeiten. Gerade im Kontext eines vollelektrischen Nutzfahrzeugs wirkt diese Entscheidung ungewöhnlich.
Die Seitenlinie bleibt schnörkellos. Große Radhäuser, eine aufrechte Kabine und eine klar definierte Ladeflächenstruktur unterstreichen den Nutzfahrzeugcharakter. Auch am Heck setzt Maxus auf bekannte Pick-up-Proportionen. Ein durchgehendes Leuchtband wird lediglich angedeutet, während die Rückleuchten nur teilweise mit LED-Technik ausgestattet sind.
Die Ladefläche misst 1.485 Millimeter in der Länge, 1.510 Millimeter in der Breite und 530 Millimeter in der Höhe. Sie ist mit einer Schutzbeschichtung versehen und bietet mehrere Verzurrpunkte zur Sicherung des Transportguts.
Im direkten Vergleich zu Lifestyle-orientierten Pick-ups verzichtet der Maxus T90 EV auf visuelle Inszenierung. Stattdessen bleibt er funktional – auch im elektrischen Zeitalter.
Und innen?
Im Innenraum folgt der Maxus T90 EV einer klaren Nutzfahrzeuglogik. Hochwertige Materialinszenierungen oder aufwendig gestaltete Cockpitlandschaften stehen hier nicht im Vordergrund. Stattdessen geht es um Übersichtlichkeit, Robustheit und eine möglichst einfache Bedienstruktur im Arbeitsalltag.
Der Fahrer blickt auf eine analog ausgeführte Instrumenteneinheit, die durch ein zentrales Informationsdisplay ergänzt wird. Dieses liefert grundlegende Daten zu Verbrauch, Reichweite oder Ladezustand der Batterie. Im Gegensatz dazu erfolgt die Steuerung vieler Fahrzeugfunktionen über das zentrale Infotainment-System, das einen Großteil der physischen Bedienelemente ersetzt.
Gerade bei der Klimasteuerung zeigt sich dieser Ansatz. Die entsprechenden Funktionen wurden in eine separate Touch-Ebene ausgelagert, die unterhalb des Hauptbildschirms angesiedelt ist. Das erfordert zunächst Eingewöhnung, ermöglicht aber eine klar strukturierte Bedienung ohne zusätzliche Schalterlandschaft.
Die Sitzposition fällt pick-up-typisch erhöht aus und bietet eine gute Rundumsicht im Stadtverkehr. Seitenhalt ist hingegen – wie in dieser Fahrzeugklasse üblich – nur begrenzt vorhanden. Das Platzangebot auf den vorderen wie hinteren Sitzplätzen geht insgesamt in Ordnung und erlaubt auch längere Strecken mit mehreren Insassen.
Die Ladefläche bleibt der zentrale Nutzwertfaktor. Mit einer maximalen Zuladung von bis zu 925 Kilogramm eignet sich der Maxus T90 EV für den Transport schwerer Arbeitsmaterialien. Gleichzeitig darf ein gebremster Anhänger mit bis zu 1.000 Kilogramm angekoppelt werden. Im Vergleich zu konventionellen Pick-ups mit Verbrennungsmotor fällt dieser Wert jedoch deutlich geringer aus.
Die Bedienung der Fahrstufen erfolgt über einen Drehregler in der Mittelkonsole. Eine klassische Parkstellung ist dabei nicht vorhanden. Stattdessen muss das Fahrzeug in Neutralstellung abgestellt und zusätzlich über die Feststellbremse gesichert werden.
Der Antrieb des Maxus T90 EV
Der Maxus T90 EV wird von einem einzelnen Elektromotor angetrieben, der ausschließlich die Hinterachse mit Leistung versorgt. Die maximale Motorleistung beträgt 177 PS, das Drehmoment liegt bei 310 Newtonmetern. Damit bewegt sich der elektrische Pick-up leistungsmäßig auf dem Niveau klassischer Einstiegsdiesel im Segment.
Die Energieversorgung übernimmt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 89 kWh. Laut Hersteller ermöglicht sie eine kombinierte Reichweite von bis zu 330 Kilometern nach WLTP. Im Stadtverkehr sollen unter idealen Bedingungen sogar bis zu 471 Kilometer möglich sein.
Im Fahrbetrieb fällt zunächst die nahezu geräuschlose Fortbewegung auf. Gerade im innerstädtischen Verkehr spielt der elektrische Antrieb seine Stärken aus. Das Fahrzeug setzt sich gleichmäßig in Bewegung, ohne die für Nutzfahrzeuge typische Vibration eines Dieselmotors.
Wie bei vielen Pick-ups dieser Bauart kommt auch im Maxus T90 EV eine Blattfeder-Hinterachse zum Einsatz. Im unbeladenen Zustand kann dies auf kurzen Bodenwellen zu einem spürbaren Poltern führen. Mit zunehmender Beladung stabilisiert sich das Fahrverhalten.
Bei höheren Geschwindigkeiten zeigt sich jedoch, dass der elektrische Pick-up primär für moderate Reisegeschwindigkeiten ausgelegt ist. Oberhalb von etwa 90 km/h nehmen Nick- und Wankbewegungen in Kurven zu, während der Energieverbrauch deutlich ansteigt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 120 km/h begrenzt.
Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise für den Stadtverkehr. Der Übergang zwischen mechanischer Bremsleistung und Rekuperation erfolgt meist unauffällig.
Alltag & Verbrauch
Maxus gibt für den T90 EV einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 26,8 kWh pro 100 Kilometer an. Dieser Wert basiert auf dem kombinierten WLTP-Zyklus und berücksichtigt sowohl Stadtverkehr als auch Überlandfahrten.
Im praktischen Einsatz kann der tatsächliche Verbrauch jedoch variieren. Während unserer ersten Testfahrten zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittswert von 18,6 kWh pro 100 Kilometer an. Damit blieb der Maxus T90 EV deutlich unterhalb der offiziellen Herstellerangabe.
Gerade im urbanen Umfeld profitiert der elektrische Pick-up von seinem Antriebskonzept. Stop-and-Go-Verkehr, häufige Verzögerungsphasen und niedrige Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglichen eine effektive Nutzung der Rekuperation. In solchen Szenarien lässt sich die Reichweite stabilisieren.
Auf Autobahnetappen verschiebt sich das Bild hingegen. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Energiebedarf spürbar zu. Oberhalb von etwa 90 km/h steigt der Verbrauch deutlich an, während gleichzeitig aerodynamische Einflüsse stärker ins Gewicht fallen. Bei konstantem Tempo reduziert sich die mögliche Fahrstrecke entsprechend. Auf deutlich unter 200 Kilometer.
Für den gewerblichen Einsatz im Nahbereich, etwa im kommunalen Dienst oder bei regionalen Lieferketten, kann sich der Maxus T90 EV dennoch als ausreichend effizient erweisen.
Laden & Reichweite des Maxus T90 EV
Der Maxus T90 EV verfügt über einen kombinierten CCS-Ladeanschluss, der sowohl das Laden an AC- als auch an DC-Ladesäulen ermöglicht.
An einer DC-Schnellladesäule lässt sich die Batterie laut Hersteller in rund 45 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Diese Ladeleistung ermöglicht es, auch im gewerblichen Alltag kürzere Standzeiten effektiv zu nutzen. Maxus selbst gibt gerne die Ladezeit an, weniger die maximale Ladeleistung, die mit 88 kW doch eher mager ausfällt.
Alternativ kann das Fahrzeug über den serienmäßigen 11-kW-Onboard-Lader an einer Wechselstromquelle geladen werden. In diesem Fall dauert eine vollständige Ladung der Batterie etwa neun Stunden.
Der Ladeanschluss befindet sich linksseitig direkt hinter der Fahrerkabine. Damit bleibt der Zugang auch bei beladener Ladefläche möglich.
Die kombinierte WLTP-Reichweite beträgt bis zu 330 Kilometer. Im reinen Stadtbetrieb sollen unter idealen Bedingungen sogar bis zu 471 Kilometer erreichbar sein.
Im Vergleich zu elektrischen Pkw fällt dieser Wert moderat aus. Für den typischen Einsatzbereich eines Pick-ups im regionalen Umfeld kann er jedoch ausreichend sein.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Der Maxus T90 EV wird in Deutschland ausschließlich in einer Ausstattungslinie angeboten. Unterschiede bei Motorisierung oder Batteriegröße bestehen nicht, ebenso wenig wie eine Auswahl an Antriebsvarianten. Käufer haben lediglich die Wahl zwischen mehreren Außenfarben, darunter Weiß, Schwarz, Grau und Blau.
Serienmäßig verfügt der elektrische Pick-up über Kunstledersitze, eine manuelle Klimaanlage sowie ein Infotainment-System mit DAB+ und Smartphone-Integration über Apple CarPlay und QD-Link für Android-Geräte. Letzteres ermöglicht die Spiegelung kompatibler Smartphones auf dem zentralen Display.
Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme beschränkt sich der Maxus T90 EV auf grundlegende Funktionen. Ein Notbremsassistent gehört ebenso zur Serienausstattung wie eine Rückfahrkamera und Parksensoren im Heckbereich. Erweiterte Assistenzsysteme, wie sie in vielen aktuellen Pkw oder Premium-Nutzfahrzeugen üblich sind, sind nicht verfügbar.
Ebenfalls auffällig ist die Lichttechnik. Während Tagfahrlicht und Blinker auf LED-Basis arbeiten, kommen für Abblend- und Fernlicht weiterhin Halogenlampen mit 55 Watt Leistung zum Einsatz. Das ist aus unserer Sicht unverständlich und inakzeptabel. Nicht nur, dass Halogenlampen mehr Energie benötigen, als Xenon-Brenner oder LEDs, auch die Lichtausbeute ist deutlich geringer. Maxus zeigt am T60 (Test des Maxus T60 Max), dass auch LED-Lösungen möglichen sind. Dass sie ausgerechnet beim vollelektrischen T90 nicht zum Einsatz kommen, wird wohl für immer ein firmeninternes Geheimnis bleiben.
Auf Komfortmerkmale wie ein schlüsselloses Zugangssystem verzichtet der Maxus T90 EV. Der Fahrzeugschlüssel muss klassisch ins Zündschloss eingeführt werden.
Insgesamt orientiert sich die Ausstattung klar an funktionalen Anforderungen des Arbeitsalltags und weniger an Komfort- oder Lifestyle-Aspekten.
Varianten & Preise des Maxus T90 EV
Der Maxus T90 EV wurde bislang in Deutschland ausschließlich in einer Ausstattungslinie angeboten. Unterschiede bei Motorisierung oder Batteriegröße bestanden nicht, ebenso wenig wie alternative Antriebskonzepte wie Allradvarianten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Tests ist der T90 EV jedoch nicht mehr im offiziellen Online-Konfigurator von Maxus Deutschland gelistet. Stattdessen umfasst das aktuelle Pick-up-Portfolio weiterhin den dieselbetriebenen T60 Max sowie mit dem vollelektrischen eTerron 9 ein deutlich moderneres Nachfolgemodell im E-Pick-up-Segment.
Der T90 EV dürfte damit künftig vor allem über Lagerfahrzeuge oder bereits konfigurierte Bestandsmodelle verfügbar sein. Zum Marktstart lag der Einstiegspreis bei rund 65.500 Euro netto. Damit positionierte sich der elektrische Pick-up oberhalb vieler dieselbetriebener Wettbewerber im Segment.
Demgegenüber stehen reduzierte Betriebskosten durch den elektrischen Antrieb sowie mögliche steuerliche Vorteile für gewerbliche Nutzer. Hinzu kommt eine Herstellergarantie von fünf Jahren oder 100.000 Kilometern auf das Fahrzeug selbst.
Für die Hochvoltbatterie gewährt Maxus eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern – je nachdem, was zuerst eintritt.
Kundenfeedback
In den deutschsprachigen Diskussionen rund um den Maxus T90 EV fällt zuerst auf, wie selten echte Langzeitstimmen sind. Das Modell ist hierzulande ein Nischenfahrzeug geblieben, viele Interessenten kennen ihn eher aus Tests als aus dem Alltag auf dem Hof. Genau daraus ergibt sich aber auch ein relativ klares Stimmungsbild: Wer sich überhaupt mit dem T90 EV beschäftigt, tut das meist sehr zweckorientiert, und genau daran wird er gemessen.
Positiv bewertet wird häufig die Grundidee, überhaupt einen vollelektrischen Pick-up zu bekommen, der ohne große Optionslisten auskommt. Einige Nutzer loben den leisen Antrieb im Stadt- und Nahbereich, die entspannte Fahrbarkeit im Stop-and-go und das Gefühl, mit einem „echten“ Pick-up lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Auch die Ladefläche und die Nutzlast werden grundsätzlich als brauchbar eingeordnet, vor allem wenn der Pick-up eher als Arbeitsgerät im regionalen Radius dient.
Auf der Kritikseite dominieren drei Themen. Erstens die Nutzwert-Einschränkungen im klassischen Pick-up-Sinne: Hinterradantrieb ohne Allradoption und eine in Deutschland eher niedrige Anhängelast werden wiederholt als Dealbreaker genannt, weil viele Käufer in diesem Segment genau dafür einen Pick-up wählen. Zweitens das Thema Qualität und Detailanmutung: Mehrere Stimmen beschreiben Bedienlogik und Software als gewöhnungsbedürftig, teilweise auch als nicht ganz auf dem Niveau, das man bei dem aufgerufenen Preis erwartet. Drittens das Gesamtpaket aus Preis, Reichweite und Laden.
Die Reichweite wird im Arbeitsalltag als stark vom Einsatzprofil abhängig beschrieben, und bei Autobahntempo wird häufig von deutlich steigendem Verbrauch berichtet. Unterm Strich bleibt bei vielen der Eindruck, dass der T90 EV eine spannende Pionierlösung war, inzwischen aber von moderneren E-Pick-ups aus dem eigenen Haus und von kommenden Wettbewerbern überholt wird.
Fazit zum Maxus T90 EV
Der Maxus T90 EV war einer der ersten vollelektrischen Pick-ups, die offiziell in Deutschland angeboten wurden. Allein dieser Umstand verleiht ihm eine gewisse Pionierrolle. Er zeigt, dass Elektrifizierung im Nutzfahrzeugsegment nicht nur bei Transportern, sondern auch bei klassischen Pick-ups möglich ist.
Im Alltag überzeugt der elektrische Antrieb vor allem im urbanen Umfeld. Leises Fahren, direkte Kraftentfaltung und eine im Stadtbetrieb realistische Reichweite machen den T90 EV für kommunale Betriebe, Bauhöfe oder innerstädtische Dienstleister grundsätzlich interessant. Auch die solide Serienausstattung und die lange Garantie auf Fahrzeug und Batterie sprechen für ein kalkulierbares Betriebsszenario.
Gleichzeitig offenbaren sich klare Grenzen. Mit 1.000 Kilogramm maximaler Anhängelast und ausschließlich Hinterradantrieb bleibt der Maxus T90 EV hinter klassischen Diesel-Pick-ups zurück, wenn es um schwere Gespanne oder anspruchsvolle Offroad-Einsätze geht. Auch die Fahrdynamik bei höheren Geschwindigkeiten und die insgesamt eher nüchterne Innenraumqualität relativieren den aufgerufenen Preis.
Hinzu kommt die Marktsituation: Mit dem moderneren eTerron 9 steht bereits ein Nachfolger im Raum, während der T90 EV aus dem Konfigurator verschwunden ist. Das unterstreicht seinen Charakter als Übergangsmodell.
Wer einen elektrischen Pick-up für klar definierte, regionale Einsätze sucht und auf Allrad sowie hohe Anhängelasten verzichten kann, findet im Maxus T90 EV eine funktionale Lösung. Als universeller Ersatz für klassische Diesel-Pick-ups eignet er sich hingegen nur eingeschränkt.
Konkurrenzmodelle
Im klassischen Pick-up-Segment dominieren weiterhin Modelle mit Dieselmotor. Fahrzeuge wie der Toyota Hilux, der Ford Ranger, der Isuzu D-Max oder der Nissan Navara setzen auf robuste Selbstzünder, hohe Anhängelasten von bis zu 3,5 Tonnen und häufig serienmäßigen oder optionalen Allradantrieb. Gerade im gewerblichen Einsatz bleiben diese Eigenschaften für viele Käufer entscheidend.
Reine Elektro-Pick-ups sind in Europa bislang rar. Während in den USA Modelle wie der Ford F-150 Lightning oder der Rivian R1T verfügbar sind, spielen sie auf dem deutschen Markt faktisch keine Rolle. Hier positionierte sich der Maxus T90 EV als früher Vertreter dieser neuen Antriebsgattung.
Mit dem eTerron 9 bringt Maxus nun jedoch ein moderneres, technisch weiterentwickeltes E-Pick-up-Konzept nach Europa, das Reichweite, Leistung und Ausstattungsniveau deutlich anheben soll. Damit wird der T90 EV rückblickend zu einem wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zur Elektrifizierung des Segments.
Im Ergebnis bleibt der Markt klar zweigeteilt: Diesel-Pick-ups dominieren weiterhin bei Nutzwert und Vielseitigkeit, während elektrische Modelle aktuell vor allem für spezifische, klar umrissene Einsatzprofile geeignet sind.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D
























