Range Rover Evoque P300e
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Range Rover Evoque P300e Test – Hybrid + Premium + Kompakt-SUV

Der Range Rover Evoque P300e wirkt auf den ersten Blick wie der gewohnt elegante Kompakt-SUV, der sich seit Jahren als Designstatement im Straßenbild hält. Doch hinter der vertrauten Formensprache verbirgt sich ein Antrieb, der die britische Interpretation urbaner Mobilität neu sortieren soll. Der Plug-in-Hybrid tritt mit der Attitüde eines Lifestyle-Modells an, aber mit der Erwartung, im Alltag mehr zu leisten als nur Eindruck zu machen. Genau darin liegt die Spannung dieses Fahrzeugs: Er will gleichzeitig Premiumobjekt, City-Gleiter, Pendlerlösung und elektrifizierte Gewissensberuhigung sein. Die Frage ist nur, ob der Evoque P300e all diese Rollen gleichzeitig überzeugend bedienen kann oder ob die Technik ausgerechnet dort Grenzen zeigt, wo der Anspruch am höchsten ist.

Ebenso interessant ist die Positionierung innerhalb des eigenen Hauses. Während die Mildhybride routiniert vor sich hin arbeiten und die Diesel ihre Effizienz ausspielen, stellt der P300e die Spitze der Motorenpalette dar, zumindest auf dem Papier. 309 PS Systemleistung in einem Evoque klingen nach großem Auftritt, doch sein Charakter definiert sich weniger über Zahlen als über das Zusammenspiel zweier Welten: der konventionellen Verbrennertechnik und einem E-Motor, der in der Stadt den leisen Gentleman gibt. Beide zusammen sollen ein Erlebnis schaffen, das moderne Range-Rover-Kunden überzeugt. Dass der Evoque dabei trotz seines Formats und seiner Lifestyle-Aura an entscheidenden Stellen bodenständig bleibt, gehört zu seinen Stärken wie auch zu seinen Überraschungen. Wer dieses Auto bewegen will, sollte verstehen, wo es glänzt und wo es Kompromisse fordert. Fahrbericht.


Der Look

Der Range Rover Evoque P300e bleibt ein Auto, das mehr mit Haltung als mit lautem Auftritt arbeitet. Sein Design wirkt eher kuratiert als gezeichnet, bewusst reduziert und frei von Momenten, in denen man ihm unterstellen könnte, um Aufmerksamkeit zu betteln. Gerade diese Zurückhaltung macht ihn zu einem der elegantesten Vertreter seiner Klasse. Die Silhouette ist kompakt, aber selbstbewusst, und das Wechselspiel aus klaren Flächen und schmalen Lichtkanten hat etwas betont Britisches, das sich keinem Trend anbiedert. Der P300e unterscheidet sich äußerlich nur in Details, und doch sind es genau diese feinen Unterschiede, die dem Kenner signalisieren, dass er es mit der elektrifizierten Speerspitze der Baureihe zu tun hat.

Die zusätzlichen Ladeklappen, die Applikationen in poliertem Kupfer und die minimalen Modifikationen an Front und hinteren Kotflügeln erzählen die Geschichte eines Plug-in-Hybriden, der sichtbar sein darf, ohne missionieren zu wollen. Wer das Black Pack wählt, entzieht dem Auto diesen Kupferakzent wieder und lässt die Linien noch nüchterner wirken. In beiden Fällen bleibt der Evoque eines dieser Fahrzeuge, die man eher fotografiert als beschreibt, weil sein Design konsequent auf Wirkung statt Reizüberflutung ausgelegt ist.

Viel entscheidender ist allerdings die Art, wie er sich in seiner Größe behauptet. Während viele Kompakt-SUV versuchen, physisch größer zu wirken, lässt der Evoque diese Geste einfach weg. Er vertraut darauf, dass seine Proportionen genügen, um Kompetenz auszustrahlen. Der P300e passt sich damit hervorragend in ein urbanes Umfeld ein, ohne auf Landstraßen oder Autobahnen verloren zu wirken. Ein Auto, das sich bewusst für stilistische Ruhe entschieden hat und deshalb mehr Eindruck macht, als es ein aggressiver Auftritt je könnte.


Und innen?

Im Innenraum des Range Rover Evoque P300e zeigt sich eine sehr britische Interpretation von Moderne: nicht technisch kühl, sondern materialbetont, sauber komponiert und mit einer Gelassenheit gestaltet, die dem hektischen Alltag widerspricht. Die Verarbeitung ist tadellos, die Materialauswahl wirkt hochwertig, ohne sich in Zurschaustellung zu verlieren. Auffällig ist der Verzicht auf komplexe Formen. Land Rover setzt im Evoque bewusst auf Flächenruhe, ein Designverständnis, das inzwischen fast exotisch wirkt in einer Branche, die gern alles gleichzeitig darstellen möchte.

Die beiden zentralen Displays dominieren das Cockpit, wirken dabei aber nicht aufdringlich. Die Mischung aus analog wirkenden Instrumenten und digitaler Erweiterung verleiht dem Innenraum einen charmanten Old-School-Effekt, der überraschend gut funktioniert. Der P300e schafft es damit, seine technologische Aufrüstung nicht zur optischen Mission zu machen. Stattdessen bleibt die Kabine ein Ort, in dem man sich zurücklehnt, statt ständig an das Vorhandensein eines Hybridsystems erinnert zu werden.

Auch die Platzverhältnisse überraschen. Trotz seiner kompakten Außenabmessungen wirkt der Evoque luftiger, als man es erwartet. Für ein Lifestyle-Modell bietet er bemerkenswert viel Bein- und Kopffreiheit. Die Sitze sind weich, aber nicht nachgiebig, und ihr Komfortniveau überzeugt selbst auf längeren Strecken. Der P300e büßt durch die Batterieunterbringung keine spürbare Alltagstauglichkeit ein. Das Kofferraumvolumen bleibt auf gutem Niveau, und das Raumgefühl bleibt, typisch Evoque, intim, aber nicht beengt.

Ein obligatorischer Seitenhieb bleibt: Die induktive Ladestation unter der Mittelkonsole ist zwar praktisch gedacht, aber der GPS-Empfang leidet spürbar, wenn das Smartphone dort liegt. Ein Detail, das irritiert, weil der Rest des Innenraums so offensichtlich durchdacht erscheint. Doch es bleibt die Ausnahme in einem Interieur, das sich zwischen Understatement und Premiumanspruch elegant einrichtet.


Der Antrieb des Range Rover Evoque P300e

Der Range Rover Evoque P300e ist technisch gesehen das ambitionierteste Modell der Baureihe. Seine Kombination aus 1.5-Liter-Dreizylinder, 200 PS und einem 109-PS-E-Motor an der Hinterachse ergibt eine Systemleistung von 309 PS, die den PHEV zur nominellen Topmotorisierung macht. In der Praxis zeigt sich jedoch ein zweigeteiltes Naturell, das stark davon abhängt, ob der Akku geladen ist. Mit voller Batterie wirkt der Evoque P300e lebendig, spontan und erheblich souveräner, als es die Motorgröße vermuten ließe. Der kraftvolle Impuls des Elektromotors verleiht dem Fahrzeug ein angenehmes Anfahrmoment, und im Sportmodus gelingt der Sprint auf 100 km/h in 6,4 Sekunden. Die Leistungsentfaltung fühlt sich dann wesentlich erwachsener an als die Datenblätter vermuten lassen.

Sobald der Akku leer ist, zeigt sich jedoch die Achillesferse des Konzepts. Der Dreizylinder muss allein rund 2,2 Tonnen bewegen und macht daraus keinen Hehl. Akustisch wird er präsenter, beim Durchzug fehlen Reserven, und das zuvor mühelos wirkende Vorankommen verwandelt sich in ein entschleunigtes Szenario. Die Höchstgeschwindigkeit fällt spürbar, und der Charakter des Fahrzeugs wirkt plötzlich weniger Range Rover, als man erwarten würde.

Die 8-Gang-Automatik arbeitet harmonisch, auch wenn sie nicht ganz die Perfektion eines Lexus- oder Toyota-Hybridsystems erreicht. Dennoch bleibt das Zusammenspiel der Antriebe angenehm geschmeidig. Das Fahrwerk federt kontrolliert, zeigt aber bei schneller Kurvenfahrt das unvermeidliche Mehrgewicht. Die Lenkung ist leichtgängig und präzise, nur um die Mittellage könnte sie etwas klarer definiert wirken.

Der P300e verlangt eine klare Nutzungsidee. Wer den Akku regelmäßig lädt und das Auto primär im urbanen Umfeld bewegt, erlebt einen kultivierten, modernen Evoque. Wer ihn ständig mit leerem Akku fährt, bekommt dagegen einen Motor, der seinen Auftrag zwar erfüllt, aber nicht immer überzeugend wirkt.


Alltag, Laden & Verbrauch

Der Alltag mit dem Range Rover Evoque P300e ist geprägt von der Frage, wie konsequent man mit einem Plug-in-Hybrid umgeht. Der Testverbrauch mit leerem Akku lag bei 9,3 Litern und zeigt klar, dass der Dreizylinder ohne elektrische Unterstützung hart arbeiten muss. Auf der Autobahn klettert der Konsum bei Vollgas sogar in die Regionen eines großen Achtzylinders. Wer also erwartet, dass der P300e auch ohne Elektrounterstützung sparsam bleibt, wird eines Besseren belehrt. Seine Stärke liegt eindeutig im elektrifizierten Kurz- und Mittelstreckenbetrieb, nicht im Dauerlauf mit hohem Tempo.

Gerade deshalb ist die DC-Schnellladefähigkeit ein überraschendes Highlight. Mit bis zu 32 kW Ladeleistung erreicht der Evoque 80 Prozent Akkustand in rund 38 Minuten, was ihn von vielen anderen Plug-in-Hybriden abhebt. Während manche Konkurrenten mehrere Stunden an AC-Säulen benötigen, bietet der Brite ein realistisches Nachladen auch im Alltag. Das verkürzt Pendelwege und macht spontane Nutzung von E-Reichweite wesentlich praktikabler.

Die reale elektrische Reichweite lag im Test bei 44 Kilometern. Das reicht für viele tägliche Strecken, fällt aber geringer aus als die offizielle WLTP-Angabe. Und mittlerweile wird diese Reichweite auch von vielen Konkurrenten übertroffen. Bei kalten Temperaturen sinkt die Reichweite zusätzlich, was jedoch keine Besonderheit dieses Fahrzeugs ist. Ungewöhnlich ist hingegen, dass der Verbrenner beim Kaltstart trotz aktiviertem EV-Modus zunächst automatisch mitläuft. Wer früh morgens möglichst leise vom Hof rollen möchte, muss diesen Eigenwillen tolerieren.

Im Alltag präsentiert sich der Evoque P300e als kultivierter Begleiter, solange man sein Hybridkonzept ernst nimmt. Fährt man regelmäßig elektrisch, überzeugt er mit ruhiger Gangart und niedrigen Betriebskosten. Missachtet man die Nutzungsidee, wird er schnell zum durstigen Premium-SUV, der seinen besten Charakter nur halbherzig zeigt.


Assistenz, Technik & Ausstattung

In der Ausstattung R-Dynamic SE positioniert sich der Range Rover Evoque P300e als gut ausgestattetes Premiumfahrzeug, ohne gleich in die völlige Ausstattungsexplosion zu rutschen. Pivi Pro gehört zu den fortschrittlicheren Infotainmentsystemen seiner Klasse und punktet mit klarer Menüführung, schneller Reaktion und sinnvoll integrierter Navigationsdarstellung, die auf Wunsch sogar Satellitenbilder einbindet. Die kabellose Smartphone-Integration funktioniert störungsfrei, lediglich die induktive Ladestation unter der Mittelkonsole erweist sich als Schwachpunkt. Dort verliert das Telefon bei aktivem Android Auto gelegentlich den GPS-Empfang, was den Routenfluss beeinträchtigt.

Die Assistenzsysteme arbeiten weitgehend unauffällig, was man hier als Kompliment verstehen darf. Der adaptive Tempomat hält Abstände sauber, regelt geschmeidig und meistert Stop-and-Go zuverlässig. Die Verkehrszeichenerkennung ist nicht makellos, aber deutlich weniger fehleranfällig als bei manchem deutschen Premiumhersteller. Der Totwinkelassistent reagiert früh und verhindert im Alltag so manche Überraschung auf mehrspurigen Straßen.

Besonders für Range Rover typisch sind die Offroad-Funktionen, die auch im P300e nicht fehlen. All Terrain Progress Control, Bergabfahrhilfe, Wankneigungs- und Kurvenkontrolle zeigen, dass der Evoque trotz Lifestyle-Fokus ernsthafte Allradtechnik mitbringt. Man nutzt diese Features im urbanen Leben selten, aber sie prägen das Gefühl, ein Fahrzeug zu fahren, das mehr kann, als man ihm äußerlich zutraut.

Das optionale Premium Interieur Paket und das Meridian-Soundsystem runden den Komfort ab. Der Klang bleibt selbst bei hohen Pegeln sauber, und die Sitzgestaltung mit Alcantara-Leder-Mix wirkt angenehm wohnlich. Kleine Schwächen wie der GPS-Aussetzer bleiben Randnotizen. Insgesamt zeigt der Evoque P300e eine technische Reife, die seinem Preisbereich entspricht und ihn funktional auf ein Niveau hebt, das im Segment nicht selbstverständlich ist.


Varianten & Preise des Range Rover Evoque P300e

Mit dem neuen Modelljahr sortiert Range Rover die Evoque-Palette klarer und zugleich breiter, denn der Einstieg beginnt nun bereits bei 50.500 Euro für den P160 MHEV. Diese Basisversion erfüllt vor allem die Erwartungen jener Käufer, die Wert auf den typischen Evoque-Auftritt legen, aber keinen elektrifizierten Schwerpunkt benötigen. Darüber rangieren die beiden Dieselmodelle, die im Alltag für viele weiterhin die pragmatischste Wahl bleiben. Der D165 startet bei 54.700 Euro, der stärkere D200 bei 57.800 Euro, und beide profitieren von ihrem souveränen Drehmoment sowie vergleichsweise berechenbaren Betriebskosten. Innerhalb der neuen Struktur stehen nun drei Ausstattungslinien zur Wahl: S, SE und Autobiography. Die Abstufung wirkt nachvollziehbar, weil der Evoque damit weniger verzweigt, aber präziser konfigurierbar ist. In der Praxis entscheidet vor allem der Anspruch an Komfort und Technik darüber, welche Linie passt.

Der Plug-in-Hybrid P300e markiert weiterhin das Spitzenmodell, allerdings mit einem bemerkenswerten technischen Update. Mindestens 61.500 Euro müssen investiert werden, um die neue Antriebskonfiguration zu erhalten, die nun 269 PS Systemleistung bereitstellt. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 7,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Zusätzlich wurde die Effizienz verbessert: 3,5 Liter kombinierter Verbrauch und eine elektrische Reichweite von 67 Kilometern positionieren den neuen P300e deutlich zeitgemäßer. In einem Markt, in dem viele PHEVs eher auf dem Papier glänzen, gewinnt der Evoque damit real ein Stück Alltagstauglichkeit zurück.

Preislich bleibt der Evoque ein Premiumprodukt, das sich bewusst vom breiten SUV-Mainstream absetzt. Wer sich für die Ausstattungsstufe Autobiography entscheidet, erhält ein Luxusniveau, das deutlich über dem Segmentdurchschnitt liegt und die Marke klar erkennbar macht. Zugleich bleibt der Evoque in SE-Konfiguration die interessante Mitte, weil er den Großteil der begehrten Features schon serienmäßig mitbringt, ohne den Preis in Sphären zu heben, die eher dem Velar vorbehalten wären.


Kundenfeedback

Ein Blick in aktuelle Nutzermeinungen zeigt ein sehr gemischtes Stimmungsbild zum Range Rover Evoque P300e, das typische PHEV-Vorlieben und -Frustrationen widerspiegelt. Viele Besitzer loben die elegante Optik, den hochwertigen Innenraum und die kultivierte Fortbewegung im rein elektrischen Betrieb. Häufig erwähnt wird auch die Schnellladefähigkeit, die als echter Vorteil wahrgenommen wird, weil sie den Alltag deutlich erleichtert. Nutzer, die viel im Stadtverkehr pendeln, berichten von realistischen elektrischen Reichweiten zwischen 35 und 50 Kilometern und zeigen sich mit dem Komfort im täglichen Betrieb zufrieden.

Gleichzeitig betreffen die kritischeren Aussagen zwei wiederkehrende Themen. Zum einen klagen einige Fahrer über die spürbar geringere Leistung, sobald der Akku leer ist. Der Dreizylinder wirkt dann unterdimensioniert, und die Antriebskombination verliert ihren souveränen Charakter. Besonders auf der Autobahn bemerken Nutzer die Mühe des Motors und sprechen von einem deutlichen Unterschied zwischen elektrifiziertem Betrieb und reinem Verbrennerbetrieb. Auch der reale Verbrauch wird von vielen als höher beschrieben als die Werksangaben vermuten lassen, sobald man nicht regelmäßig lädt.

Ein zweites Kritikfeld betrifft Software und Elektronik. Einige Besitzer berichten von gelegentlichen Aussetzern beim Infotainmentsystem oder kleineren Navigationsproblemen, was nicht dramatisch ist, aber in dieser Preisklasse auffällt. Auch die Lage der induktiven Ladestation wird mehrfach kritisiert, da sie zu GPS-Verlusten führt.

In Summe sehen die meisten den Evoque P300e als hervorragendes Auto für jene, die ihn richtig nutzen. Wer konsequent elektrisch unterwegs ist, zeigt sich überwiegend zufrieden. Wer hingegen selten lädt oder viele Autobahnkilometer sammelt, empfindet das Konzept als weniger schlüssig. Die Optik und der Luxus erhalten jedoch fast durchgängig positives Feedback.


Fazit zum Range Rover Evoque P300e

Der Range Rover Evoque P300e ist ein Fahrzeug, das seine Wirkung dort entfaltet, wo urbane Wege kurz sind und Ladeinfrastruktur verfügbar ist. Sein Plug-in-Hybridkonzept passt hervorragend zu einem Lebensstil, der aus wiederkehrenden Pendelstrecken, entspannten Stadtrouten und gelegentlichen Überlandfahrten besteht. Genau dort überzeugt er mit leiser Fortbewegung, souveräner E-Performance und dem typischen Range-Rover-Komfort, der selbst ein kompaktes SUV zu einer kleinen Wohlfühlzone macht. Der P300e bietet damit eine Form von Luxus, die nicht laut auftreten muss.

Doch sein Charakter zeigt zwei Gesichter. Sobald der Akku leer ist, verliert der Evoque einen Teil seiner Eleganz im Antrieb und wird zu einem schweren SUV, dessen Dreizylinder hörbar arbeitet und dessen Verbrauch in die Höhe steigt. Dieser Wandel ist nicht dramatisch, aber er verändert die Atmosphäre im Auto und erinnert daran, dass ein Plug-in-Hybrid keine Abkürzung zur Effizienz ist. Er ist eine Entscheidung. Wer das Konzept ernst nimmt, wird belohnt. Wer es ignoriert, bezahlt an der Zapfsäule und im Fahrgefühl.

Trotz dieser Dualität bleibt der Evoque eines der attraktivsten Fahrzeuge seiner Klasse. Seine Verarbeitung, sein Äußeres und sein Komfort lassen ihn deutlich über dem Durchschnitt schweben. Er ist ein Statement-SUV, aber eines, das Eleganz vor Aufdringlichkeit stellt. Für Pendler mit regelmäßigem Ladezugang ist der P300e eine hervorragende Wahl. Für Vielfahrer gibt es die dieselbetriebenen Alternativen im eigenen Haus, die pragmatischer und wirtschaftlich sinnvoller sind.

Am Ende ist der Range Rover Evoque P300e ein Premium-SUV, das dort glänzt, wo man seine Stärken mit Überzeugung nutzt. Ein Auto für Menschen, die Design, Stille und stilvolle Mobilität über reine Zahlen stellen.


Konkurrenzmodelle

Im Segment der kompakten Premium-SUVs trifft der Range Rover Evoque P300e auf eine Reihe starker Wettbewerber, die jeweils eigene Schwerpunkte setzen. Der BMW X1 xDrive25e ist technisch ausgereift, liefert eine höhere elektrische Reichweite und ein effizienteres Zusammenspiel der Antriebe. Seine Stärke liegt in der Ingenieurspräzision, während sein Design weniger emotional wirkt.

Der Audi Q3 45 TFSI e spielt mit klarer Bedienlogik und hoher Verarbeitungsqualität, bleibt jedoch beim Antrieb konservativ und verzichtet auf Besonderheiten wie einen Schnellladeanschluss. Der Cupra Formentor VZ e-Hybrid (Test des Cupra Formentor Hybrid) setzt auf Sportlichkeit und Designschärfe, erreicht jedoch nicht das Komfortniveau des Evoque. Zudem bleibt seine elektrische Reichweite ebenfalls im Mittelfeld. Der Lexus UX 300h (Test des Lexus UX 300h) arbeitet ohne Plug-in-Technik und folgt einer gänzlich anderen Philosophie, bietet aber im realen Verbrauch enorme Effizienz und die bekannt hohe Zuverlässigkeit. Als Konkurrenz im engeren Sinne zählt er dennoch, weil er Kunden anspricht, die ein ruhiges, zuverlässiges Premium-SUV suchen.

Der VW Tiguan (Test des VW Tiguan 2025) zeigt in seiner neuesten Generation viel Raumangebot, wirkt jedoch im direkten Vergleich weniger exklusiv. Der Plug-in-Hybrid präsentiert ordentliche elektrische Reichweiten, bleibt aber designtechnisch deutlich nüchterner. Der Skoda Karoq wiederum punktet mit Preis-Leistungs-Verhältnis und Alltagsnutzen, tritt aber im Premiumanspruch klar hinter dem Evoque zurück.

Insgesamt positioniert sich der Range Rover Evoque P300e als stilvollste Alternative im Segment. Er liegt preislich am oberen Rand, bietet jedoch eine Design- und Materialqualität, die viele Wettbewerber nicht erreichen. Seine Schnellladefähigkeit bleibt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das im Alltag einen spürbaren Unterschied macht.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


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