Die VW Golf R Black Edition ist ein Auto, das schon im Stand ziemlich klarstellt, worum es hier geht. Nicht um Zurückhaltung. Nicht um Understatement. Sondern um einen Golf, der konsequent alles in Schwarz taucht und dabei so tut, als wäre das die selbstverständlichste Idee der Welt.
Volkswagen nennt das Ganze schlicht „Black Edition“. Und ja, der Name ist Programm. Während klassische R-Modelle normalerweise mit blauen Akzenten arbeiten – eine Art visuelle Signatur der Wolfsburger Performance-Abteilung – hat man hier kurzerhand beschlossen, diese Tradition über Bord zu werfen. Stattdessen gilt eine einfache Regel: Wenn etwas schwarz sein kann, dann ist es auch schwarz.
Das betrifft Logos, Felgen, Zierelemente und sogar Details an den Scheinwerfern. Selbst das R-Emblem wirkt hier eher wie ein stilles Versprechen als wie eine laute Ansage. Und genau das macht den Reiz dieses Sondermodells aus. Die Black Edition wirkt weniger wie ein extrovertierter Showcar-Golf, sondern eher wie ein bewusst düster inszenierter Performance-Hatchback.
Unter der dunklen Oberfläche steckt allerdings die gleiche Technik, die auch den überarbeiteten Golf R des Facelifts antreibt. Der bekannte EA888-Vierzylinder bringt es inzwischen auf 333 PS und liefert bis zu 420 Newtonmeter Drehmoment. Gekoppelt ist das Ganze an ein 7-Gang-DSG und den Allradantrieb 4Motion mit Torque Vectoring. Das Ergebnis: 0 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h.
Damit bewegt sich der Golf R weiterhin in einer Kategorie, die für Volkswagen fast schon traditionell schwierig zu erklären ist. Einerseits ist er ein ernsthafter Kompaktsportler. Andererseits bleibt er ein Golf – und damit ein Auto, das morgens pendelt, nachmittags einkauft und abends theoretisch auch auf eine schnelle Runde über die Landstraße geschickt werden kann.
Die Black Edition setzt auf genau dieses Konzept noch eine zusätzliche Ebene. Technisch bleibt alles beim Bewährten. Optisch hingegen wird aus dem ohnehin schon sehr schnellen Golf plötzlich ein „All-Black-Everything“-Statement.
Die spannende Frage lautet also: Ist der VW Golf R Black Edition nur ein besonders dunkler Golf R – oder vielleicht sogar der coolste? Fahrbericht.
Der Look
Der Volkswagen Golf R Black Edition verfolgt ein Designkonzept, das so simpel wie wirkungsvoll ist. Während viele Sondermodelle versuchen, mit zusätzlichen Farben, Streifen oder Kontrastdetails Aufmerksamkeit zu erzeugen, geht Volkswagen hier den genau entgegengesetzten Weg. Alles wird schwarz. Wirklich alles.
Schon die Front macht klar, dass diese Version mehr ist als nur ein regulärer Golf R mit dunklen Felgen. Die bekannten IQ.Light-Matrix-Scheinwerfer blicken aus abgedunkelten Gehäusen auf die Straße, flankiert von ebenfalls geschwärzten Logos und zahlreichen Hochglanz-Schwarz-Elementen in der Frontschürze. Selbst das beleuchtete VW-Logo fügt sich erstaunlich harmonisch in das düstere Gesamtbild ein.
Besonders auffällig sind die Details, die man beim zweiten Blick entdeckt. Wo beim normalen Golf R traditionell blaue Akzente auftauchen – etwa in Logos oder Zierelementen – herrscht hier konsequente Monochromie. Die Wolfsburger haben die typische R-Signatur schlicht gestrichen. Statt Blau gibt es Schwarz. Viel Schwarz.
Unser Testwagen trug die Lackierung Grenadillschwarz Metallic, die bei der Black Edition zwar hervorragend zum Konzept passt, allerdings trotzdem mit 810 Euro extra berechnet wird. Ein kleiner Seitenhieb sei erlaubt: Wenn man ein Auto schon Black Edition nennt, könnte man argumentieren, dass Schwarz vielleicht einfach dazugehören sollte.
Zur dunklen Inszenierung passen auch die 19-Zoll-Felgen des Typs Warmenau, die ebenfalls komplett in Schwarz gehalten sind und mit 235er-Sportreifen kombiniert werden. Hinter ihnen sitzen kräftige Bremsen, die deutlich machen, dass dieser Golf nicht nur optisch ernst genommen werden will.
Sogar die Scheinwerfer sind abgedunkelt
Ein Detail fanden wir besonders bemerkenswert: Selbst die Scheinwerfer- und Rückleuchtengehäuse wurden abgedunkelt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist es aber nicht. Solche Änderungen an Leuchten sind in Europa homologationsrechtlich alles andere als trivial. Es würde daher nicht überraschen, wenn für diese Modifikation tatsächlich eine separate Genehmigung notwendig war.
Genau solche Details zeigen, dass die Black Edition nicht einfach nur ein Ausstattungspaket ist, sondern ein bewusst inszeniertes Designstatement. Während viele Kompaktsportler versuchen, möglichst aggressiv aufzutreten, setzt dieser Golf auf eine andere Wirkung.
Er sieht aus wie ein Golf R, der beschlossen hat, nachts noch etwas dunkler zu werden.
Und innen?
Der Innenraum des Volkswagen Golf R Black Edition folgt im Grunde der gleichen Philosophie wie das Exterieur: sportlich, funktional und deutlich hochwertiger als im normalen Golf – allerdings ohne übertriebene Showeffekte. Wer ein Sondermodell mit spektakulären Designexperimenten erwartet, wird hier nicht fündig. Wer dagegen einen klar strukturierten Fahrerarbeitsplatz sucht, dürfte sich schnell zuhause fühlen.
Schon beim Einsteigen fallen die optionalen Nappa-Ledersitze auf, die in unserem Testwagen verbaut waren. Sie bieten eine angenehme Mischung aus straffer Seitenführung und Langstreckenkomfort. Gerade auf längeren Etappen merkt man, dass Volkswagen hier nicht nur an sportliche Kurvenhatz gedacht hat, sondern auch an den Alltag. Sitzheizung und Belüftung sorgen zudem dafür, dass der Golf R selbst bei hohen Temperaturen oder im Winter ein komfortabler Begleiter bleibt.
Ein echter Blickfang sind die Dekoreinlagen aus echtem Carbon, die sich über die Instrumententafel und die vorderen Türverkleidungen ziehen. In Kombination mit der ansonsten bewusst dunklen Gestaltung entsteht eine Atmosphäre, die sehr gut zum Konzept der Black Edition passt. Alles wirkt hochwertig, aufgeräumt und gleichzeitig angenehm zurückhaltend.
Das Cockpit selbst ist typisch Golf 8 Facelift. Vor dem Fahrer befindet sich das digitale Kombiinstrument, während der freistehende Zentralbildschirm auf der Instrumententafel thront. Die Darstellung ist übersichtlich und bietet zahlreiche Performance-Anzeigen, darunter auch spezielle R-Grafiken. Wer möchte, kann sich zusätzlich das Head-up-Display einblenden lassen, das wichtige Fahrinformationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert.
Das Lenkrad kommt leider immer noch mit Touch-Bedienung
Ganz ohne Kritik kommt der Innenraum allerdings nicht davon. Die Touch-Bedienung am Lenkrad und die Slider unter dem Infotainment bleiben Gewöhnungssache. Gerade bei dynamischer Fahrweise kann es passieren, dass man versehentlich Funktionen aktiviert. Hier hätten klassische Tasten aus unserer Sicht weiterhin ihre Berechtigung.
Im Alltag zeigt sich der Golf jedoch von seiner gewohnt praktischen Seite. Vorne wie hinten gibt es ausreichend Platz für Erwachsene, und auch der Zustieg in den Fond gelingt problemlos. Der Kofferraum fasst 341 Liter und lässt sich durch umklappbare Rücksitze auf bis zu 1.197 Liter erweitern.
Genau diese Kombination aus sportlicher Inszenierung und praktischer Nutzbarkeit gehört seit Jahren zu den größten Stärken des Golf R. Die Black Edition bildet hier keine Ausnahme.
Der Antrieb der VW Golf R Black Edition
Im Zentrum des VW Golf R Black Edition arbeitet ein Motor, der in der Volkswagen-Welt längst eine Art Legende ist. Die Rede ist vom Zweiliter-Turbo aus der EA888-Baureihe. In der aktuellen Ausbaustufe leistet das Aggregat 333 PS und entwickelt maximal 420 Newtonmeter Drehmoment. Damit zählt der Golf R weiterhin zu den stärksten Serien-Golf aller Zeiten.
Die Kraft wird ausschließlich über ein 7-Gang-DSG an alle vier Räder übertragen. Ein manuelles Getriebe gibt es weder im Golf R noch im GTI – und das wird auch so bleiben. Puristen mögen darüber weiterhin die Stirn runzeln, doch technisch betrachtet passt das Doppelkupplungsgetriebe sehr gut zum Charakter des Fahrzeugs.
Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 4,6 Sekunden. Mit dem bei der Black Edition serienmäßigen Performance-Paket wird die Höchstgeschwindigkeit auf 270 km/h angehoben. Damit bewegt sich der Golf R in Leistungsregionen, die vor einigen Jahren noch klassischen Sportwagen vorbehalten waren.
Interessant ist dabei weniger die reine Beschleunigung, sondern das Ansprechverhalten des Motors. Der Turbolader hängt erstaunlich direkt am Gas, ein klassisches Turboloch ist praktisch nicht vorhanden. Das maximale Drehmoment liegt bereits ab rund 2.100 Touren an und bleibt bis etwa 5.500 Umdrehungen stabil verfügbar. In der Praxis bedeutet das: egal ob beim Überholen auf der Landstraße oder beim Herausbeschleunigen aus Kurven – der Golf R liefert jederzeit souveränen Vortrieb.
Die DSG-Gedenksekunde ist passé
Auch die Abstimmung des DSG wirkt heute deutlich ausgereifter als früher. Die oft kritisierte „Gedenksekunde“, die ältere Volkswagen-Getriebe gelegentlich zeigten, ist praktisch verschwunden. Schaltvorgänge erfolgen schnell und präzise, ohne dabei ruppig zu wirken.
Ein wesentlicher Bestandteil der Performance ist außerdem der Allradantrieb 4Motion mit Torque Vectoring. Dabei kann die Kraft aktiv zwischen den Hinterrädern verteilt werden. Das System ermöglicht nicht nur besonders hohe Traktion beim Herausbeschleunigen, sondern unterstützt auch die Agilität in schnellen Kurven.
Zusammen mit den verschiedenen Fahrmodi entsteht so ein Antriebskonzept, das erstaunlich viele Charaktere beherrscht. Vom entspannten Alltagsmodus bis zur maximal sportlichen Abstimmung reicht die Bandbreite – und genau diese Vielseitigkeit gehört seit Jahren zu den wichtigsten Stärken des Golf R. Das bleibt auch so.
Alltag & Verbrauch der VW Golf R Black Edition
Der Volkswagen Golf R Black Edition gehört zu jener seltenen Kategorie von Sportmodellen, die im Alltag erstaunlich wenig Kompromisse verlangen. Trotz 333 PS, Allradantrieb und einer Beschleunigung auf Sportwagenniveau bleibt dieser Golf letztlich genau das, was er immer war: ein erstaunlich vielseitiger Kompaktwagen.
Das zeigt sich schon beim Thema Verbrauch. Laut WLTP gibt Volkswagen 8,2 Liter auf 100 Kilometer an. Eine Zahl, die bei einem 333-PS-Allradler zunächst nach typischer Laborrealität klingt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich dieser Wert im Test tatsächlich reproduzieren ließ. Über eine gemischte Strecke aus Stadt, Landstraße und Autobahn pendelte sich unser Durchschnitt ebenfalls bei exakt 8,2 Litern ein.
Wer bewusst sparsam unterwegs ist, kann den Golf R sogar deutlich darunter bewegen. Auf einer ruhigen Eco-Runde standen am Ende 5,5 Liter im Bordcomputer – ein Wert, der zeigt, wie effizient moderne Turbobenziner inzwischen arbeiten können. Natürlich hat diese Medaille auch eine andere Seite. Wer den Wagen sportlich bewegt, landet schnell bei rund 10 Litern. Und bei längeren Vollgasetappen auf der Autobahn klettert der Verbrauch problemlos auf etwa 15 Liter.
Der Motor bevorzugt zwar Super Plus, kommt aber auch mit E10 zurecht. Das erweitert die Alltagstauglichkeit zusätzlich, gerade für Fahrer, die den Golf regelmäßig nutzen.
Überhaupt spielt der Golf R seine größten Stärken genau dort aus. Im täglichen Betrieb fährt er sich erstaunlich unkompliziert. Die Übersicht ist typisch Golf, die Abmessungen bleiben kompakt und auch das Rangieren gelingt problemlos. Gleichzeitig bietet der Innenraum genügend Platz für vier Erwachsene und Gepäck.
Das Fahrwerk bleibt dabei allerdings stets seinem sportlichen Charakter treu. Selbst im Comfort-Modus fährt sich der Golf R nie wirklich weich. Die Abstimmung bleibt straff – eher straff, hart und härter als komfortabel. Wer maximalen Langstreckenkomfort erwartet, ist hier also falsch.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Der VW Golf R Black Edition zeigt eindrucksvoll, wie weit sich der klassische Golf inzwischen von seinen ursprünglichen Wurzeln entfernt hat. Was früher ein vergleichsweise einfacher Kompaktwagen war, präsentiert sich heute als technisches Gesamtpaket, das in vielen Bereichen bereits an Fahrzeuge aus höheren Klassen erinnert.
Schon die Serienausstattung der Black Edition ist üppig. Dazu gehören unter anderem die Matrix-LED-Scheinwerfer IQ.Light, die nicht nur mit einer sehr präzisen Ausleuchtung überzeugen, sondern auch über eine Matrix-Funktion verfügen. Gerade auf dunklen Landstraßen sorgt das System für deutlich mehr Sichtweite, ohne entgegenkommende Fahrzeuge zu blenden. In Verbindung mit den geschwärzten Gehäusen passen die Leuchten außerdem perfekt zum düsteren Gesamtauftritt des Sondermodells.
Unser Testwagen war darüber hinaus mit einer Reihe zusätzlicher Optionen ausgestattet. Besonders hervorzuheben ist das Komfortpaket mit Park Assist Plus und Side Assist, das Einparken und Spurwechsel deutlich erleichtert. Ergänzt wird das Ganze durch die 360-Grad-Kamera „Area View“, die zusammen mit der Rückfahrkamera einen sehr guten Überblick beim Rangieren liefert. Gerade in engen Parkhäusern oder in der Stadt ist das ein echter Vorteil.
Im Infotainment-Bereich setzt Volkswagen auf das System „Discover“, das in unserem Testwagen Teil des Infotainment-Pakets war. Die Bedienung erfolgt über den zentralen Touchscreen, der zahlreiche Onlinefunktionen sowie Navigation und Smartphone-Integration bietet. Ergänzt wird das digitale Cockpit durch ein optionales Head-up-Display, das Geschwindigkeit, Navigationshinweise und Assistenzinformationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert.
Das Harman/Kardon Soundsystem ist eine Empfehlung
Ein kleines Highlight ist das optionale Soundsystem von Harman Kardon. Mit insgesamt neun Lautsprechern, einem Subwoofer und einer Gesamtleistung von rund 480 Watt sorgt es für einen überraschend kräftigen Klang. Gerade auf längeren Autobahnfahrten macht sich das bemerkbar.
Auch bei der Materialwahl hat Volkswagen nicht gespart. Nappa-Leder, Carbon-Dekore und hochwertige Oberflächen verleihen dem Innenraum eine spürbar edlere Atmosphäre als im normalen Golf.
Am Ende zeigt sich hier ein typisches Golf-R-Phänomen: Man bekommt nicht nur ein sehr schnelles Auto, sondern gleichzeitig einen erstaunlich umfangreich ausgestatteten Alltagsbegleiter. Doch dafür zahlt man auch. Womit wir beim nächsten Kapitel wären.
Der Preis der VW Golf R Black Edition
Der VW Golf R Black Edition markiert innerhalb der Golf-Familie die absolute Leistungsspitze – und das spiegelt sich mittlerweile auch im Preis wider. Während ein normaler Golf früher als vergleichsweise erschwinglicher Kompaktwagen galt, bewegt sich der stärkste Vertreter der Baureihe inzwischen in einer ganz anderen Liga.
Der reguläre Golf R startet derzeit bei rund 55.540 Euro. Bereits in dieser Basisversion erhält man den 333 PS starken Zweiliter-TSI, das serienmäßige 7-Gang-DSG sowie den Allradantrieb 4Motion mit Torque Vectoring. Leistungstechnisch bleibt damit kaum ein Wunsch offen.
Die Black Edition positioniert sich darüber und beginnt bei 59.590 Euro. Technisch bleibt alles beim bekannten Golf R, doch optisch geht diese Version einen deutlich eigenständigeren Weg. Die Idee dahinter ist simpel: ein konsequent schwarz inszenierter Performance-Golf ohne die sonst typischen blauen R-Akzente. Schwarze Logos, schwarze Felgen, abgedunkelte Leuchten und zahlreiche dunkle Designelemente prägen den Auftritt.
In der Praxis landet man allerdings schnell deutlich über dem Grundpreis. Unser Testwagen brachte es auf insgesamt 70.085 Euro. Verantwortlich dafür war eine ganze Reihe an Sonderausstattungen. Dazu gehörten unter anderem die schwarzen 19-Zoll-Felgen des Typs Warmenau, das Komfortpaket mit Park Assist Plus und Side Assist, das Infotainment-Paket „Discover“, Nappa-Ledersitze sowie Dekoreinlagen aus echtem Carbon. Ergänzt wurde das Ganze durch ein Head-up-Display, die 360-Grad-Kamera „Area View“, ein Harman-Kardon-Soundsystem und spezielle Sportreifen.
Voll ausgestattet kostet die VW Golf R Black Edition fast 74.000 Euro
Ganz nebenbei verlangt Volkswagen selbst für die Lackierung Grenadillschwarz Metallic noch einmal einen Aufpreis. Bei einem Sondermodell, dessen gesamtes Konzept auf maximaler Dunkelheit basiert, wirkt das zumindest ein wenig kurios.
So oder so: Ein Golf für rund 70.000 Euro ist mittlerweile Realität. Oder 74.000 Euro mit Vollausstattung. Dafür bekommt man allerdings auch einen der vielseitigsten Kompaktsportler auf dem Markt – inklusive Allradantrieb, hoher Performance und einer Ausstattung, die im Alltag kaum Wünsche offenlässt.
Kundenfeedback
Da der VW Golf R Black Edition noch nicht allzu lange erhältlich ist, existieren bislang nur wenige spezifische Erfahrungsberichte ausschließlich zu dieser Sonderedition. Deutlich mehr Stimmen finden sich zum technisch identischen Golf R Facelift. Da Motor, Fahrwerk, Allradantrieb und Innenraumarchitektur unverändert übernommen wurden, lassen sich diese Eindrücke jedoch recht zuverlässig übertragen.
Viele Besitzer loben zunächst die enorme Bandbreite des Fahrzeugs. Immer wieder wird betont, wie unkompliziert sich der Golf R im Alltag fährt. Übersicht, Sitzposition und Bedienlogik entsprechen weitgehend dem normalen Golf, was ihn für zahlreiche Fahrer zu einem idealen Daily Driver macht. Gerade im Pendelverkehr oder auf längeren Autobahnetappen schätzen viele die Kombination aus hoher Leistung und erstaunlich entspannter Fahrbarkeit.
Besonders häufig erwähnt wird außerdem der Allradantrieb 4Motion mit Torque Vectoring. Fahrer berichten, dass der Wagen beim Herausbeschleunigen aus Kurven außergewöhnlich viel Traktion bietet und auch bei Nässe oder schnellen Richtungswechseln sehr stabil bleibt. In dieser Disziplin gilt der Golf R für viele Besitzer als einer der souveränsten Kompaktsportler auf dem Markt.
Auch der Motor erhält viel Zuspruch. Der Zweiliter-TSI wird häufig als sehr elastisch beschrieben, mit einem breiten nutzbaren Drehzahlband und einem direkten Ansprechverhalten. Zusammen mit dem DSG entsteht ein Antrieb, der die Leistung effizient und sehr kontrolliert auf die Straße bringt. Mehrere Fahrer erwähnen zudem, dass das Getriebe gegenüber früheren Generationen deutlich verbessert wurde. Die früher kritisierte Verzögerung beim Rangieren oder beim Anfahren scheint beim aktuellen Modell kaum noch ein Thema zu sein.
Kritik gibts bei Bedienung und Sound
Kritik gibt es dennoch. Am häufigsten wird das Touch-Bedienkonzept genannt. Einige Fahrer empfinden die Slider unter dem Infotainment sowie die Touchflächen am Lenkrad als weniger intuitiv als klassische Tasten. Gelegentlich wird auch berichtet, dass das Infotainment-System nicht immer sofort reagiert.
Beim optionalen Harman-Kardon-Soundsystem gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Viele Besitzer beschreiben den Klang als ordentlich, allerdings nicht unbedingt als herausragend. Gerade im Vergleich zu High-End-Systemen anderer Hersteller fehlt einigen Fahrern etwas Tiefe im Bass sowie die letzte Klarheit bei höheren Lautstärken. Das können wir so allerdings nicht nachvollziehen.
Ein weiterer Punkt taucht in Diskussionen ebenfalls immer wieder auf: der Charakter des Fahrzeugs. Einige Besitzer beschreiben den Golf R als technisch nahezu perfekt, gleichzeitig aber emotional etwas zurückhaltender als manche Rivalen. Er macht vieles extrem gut, wirkt dabei jedoch manchmal fast zu effizient und kontrolliert.
Unterm Strich fällt das Stimmungsbild dennoch klar positiv aus. Die meisten Besitzer schätzen den Golf R vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit – ein Kompaktsportler, der Alltag und Performance ungewöhnlich souverän miteinander verbindet.
Fazit zur VW Golf R Black Edition
Der VW Golf R Black Edition ist letztlich genau das, was sein Name vermuten lässt: ein besonders konsequent inszenierter Golf R. Technisch bleibt alles beim bekannten Rezept aus 333 PS starkem Turbomotor, Allradantrieb und DSG. Doch die Black Edition verpasst dem ohnehin schon sehr schnellen Kompaktsportler einen Auftritt, der deutlich eigenständiger wirkt als beim normalen Modell.
Vor allem optisch funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut. Der komplett schwarze Look wirkt aggressiv, ohne dabei übertrieben zu erscheinen. Der Verzicht auf die sonst typischen blauen R-Akzente verleiht dem Wagen einen deutlich düstereren Charakter. Zusammen mit den geschwärzten Leuchten, schwarzen Felgen und dunklen Logos entsteht ein Auftritt, der dem Namen tatsächlich gerecht wird.
Auf der Straße bleibt der Golf R das, was er seit Jahren ist: einer der vielseitigsten Kompaktsportler überhaupt. Die Performance ist jederzeit abrufbar, der Allradantrieb sorgt für enorme Traktion und das Fahrverhalten bleibt stets berechenbar. Gleichzeitig lässt sich der Wagen im Alltag erstaunlich unkompliziert bewegen. Platzangebot, Übersicht und Nutzwert entsprechen weiterhin dem normalen Golf.
Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Das Fahrwerk bleibt selbst im Comfort-Modus straff, das Infotainment arbeitet nicht immer perfekt und das Harman-Kardon-Soundsystem wirkt angesichts des Fahrzeugpreises eher solide als spektakulär. Am deutlichsten fällt jedoch der Preis ins Auge. Ein Golf, der mit einigen Extras schnell in Richtung 70.000 Euro marschiert, ist durchaus eine Ansage.
Trotzdem bleibt der Eindruck klar positiv: ein außergewöhnlich kompetenter Allrounder mit beeindruckender Bandbreite.
Oder anders gesagt: ein sehr schneller Golf. Nur eben komplett in Schwarz.
Konkurrenzmodelle
Der VW Golf R Black Edition tritt heute in einem Segment an, das deutlich kleiner geworden ist. Noch vor wenigen Jahren war die Klasse der Kompaktsportler dicht besetzt. Modelle wie Renault Mégane RS, Ford Focus ST oder Hyundai i30 N sorgten für eine lebendige Konkurrenzsituation. Inzwischen hat sich das Bild jedoch stark verändert. Viele Hersteller haben ihre klassischen Hot Hatches eingestellt oder konzentrieren sich stärker auf Elektromodelle und SUVs.
Damit schrumpft die direkte Konkurrenz für den Golf R zunehmend auf einige wenige Modelle zusammen.
Der naheliegendste Rivale bleibt der Audi S3 Sportback. Technisch sind sich beide Fahrzeuge eng verwandt. Auch hier arbeitet ein Zweiliter-Turbomotor mit rund 333 PS, kombiniert mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe. Entsprechend ähnlich fallen Fahrleistungen und Traktion aus. Der Unterschied liegt eher im Charakter: Während der Audi stärker auf Premium-Anmutung und Komfort setzt, wirkt der Golf R meist etwas direkter und fahraktiver abgestimmt.
Ein weiterer Gegner ist der BMW M135 xDrive. Auch der Münchner setzt auf einen Zweiliter-Turbo und Allradantrieb. Leistung und Fahrleistungen liegen leicht unter dem Golf R, dafür positioniert sich BMW stärker über Design und Innenraumqualität. Im direkten Vergleich gilt der Golf allerdings häufig als der fahrdynamisch präzisere Allrounder.
Die ABT-Version vom Leon ist ein spannender Gegner
Aus Spanien kommt mit dem frisch überarbeiteten Cupra Leon VZ (Test des Cupra Leon VZ Facelift) ein besonders preislich attraktiver Herausforderer. Der sportliche Leon nutzt ebenfalls einen Zweiliter-Turbo und bietet je nach Version rund 300 PS. Seine Stärke liegt im Verhältnis aus Leistung und Preis. Allerdings bleibt der Hatchback beim Frontantrieb.
Noch extremer tritt der Cupra Leon VZ ABT (Test des Cupra Leon VZ ABT) auf. Mit rund 360 PS und etwa 450 Newtonmetern Drehmoment übertrifft er den Golf R sogar bei der reinen Leistung. Allerdings wird diese Kraft im Hatchback ausschließlich an die Vorderachse geschickt, was bei starker Beschleunigung klare Traktionsnachteile gegenüber dem allradgetriebenen Golf mit sich bringt.
Genau hier liegt letztlich die besondere Stellung des Golf R: Kaum ein anderer Kompaktsportler kombiniert derzeit so überzeugend Allradantrieb, hohe Leistung und echte Alltagstauglichkeit.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D




































