Der Cupra Leon VZ ABT klingt nach dem klassischen Rezept. Ein heißer Kompakter, ein großer Konzernmotor, ein bekanntes DSG. Und doch steckt in diesem Auto eine kleine, aber entscheidende Verschiebung. Cupra hat mit dem Leon VZ längst bewiesen, dass 300 PS in der Kompaktklasse nicht mehr automatisch nach Fronttriebler-Drama schmecken müssen. ABT setzt genau dort an. Nicht mit Show, nicht mit einem Bodykit-Zirkus, sondern mit dem, was Enthusiasten wirklich spüren: mehr Leistung, mehr Drehmoment, mehr Druck im relevanten Bereich.
Der Kern ist schnell erklärt. Aus 300 PS werden 360 PS. Aus 400 Newtonmetern werden 450 Newtonmeter. Das Plus beträgt exakt jene 60 PS, die aus einem schnellen Kompakten einen ernsthaft bissigen machen können. Vor allem, wenn das Auto weiterhin Frontantrieb fährt. Genau da entscheidet sich, ob ABT nur Zahlen liefert oder echte Substanz.
Unser Testwagen trägt die Bezeichnung Leon VZ Extreme und kommt in Midnight Schwarz. Zusätzlich: eine blaue Folierung mit auffälligem Cupra-Schriftzug und Logo. Sie schreit nicht. Sie zeigt nur, dass der Fahrer nicht auf Understatement trainiert wurde. Die eigentliche Geschichte passiert trotzdem im Hintergrund. Im Antrieb, im Mapping, in der Art, wie der Leon auf Befehle reagiert. Das ist die Disziplin, in der ABT traditionell stark ist.
Der Cupra Leon VZ ABT will keine neue Fahrzeugidee sein. Er will das Beste aus einer vorhandenen Plattform herauspressen. Und zwar so, dass man es täglich nutzen kann. Genau das macht ihn interessant. Denn die Kompaktklasse ist heute schnell. Aber selten noch wirklich aufregend. Der Cupra Leon VZ ABT versucht, diese Lücke zu schließen. Und genau deshalb wurde es Zeit für einen Test. Fahrbericht.
Der Look
Der Cupra Leon VZ ABT nutzt eine gute Ausgangslage. Das Facelift wirkt kantiger und erwachsener. Es trägt mehr scharfe Linien. Es steht flacher auf der Straße. Die Front wirkt breiter, weil die Signatur strenger zeichnet. Dazu kommt das typische Cupra-Spiel mit Dreiecksformen. Es ist weniger Seat, mehr eigene Marke.
Unser Testwagen ist in Midnight Schwarz lackiert. Das sähe sicherlich auch gut aus. Aber genau hier setzt die Folierung an. Blau, mit großem Cupra-Schriftzug und Logo. Nicht so extrem wie bei manchem früheren ABT-Showcar. Aber auffällig genug, um im Rückspiegel hängen zu bleiben. Das kann man mögen oder nicht. Entscheidend ist: Die Basisform trägt es. Der Leon bleibt trotz Grafik nicht billig.
ABT-typisch sind die kleinen Signale wichtiger als ein großes Theater. Badges und Schriftzüge wirken wie das Siegel. Sie sagen: Das ist nicht nur ein Leon VZ mit Laune. Das ist ein Paket, das technisch gemeint ist. Genau diese Zurückhaltung passt. Denn der Leon ist kein Oldschool-Hot-Hatch. Er ist ein präzise gezeichneter Kompakter, der sportlich wirken will, ohne nach Tuning-Treff zu riechen.
Proportionen helfen. Mit 4.398 Millimetern Länge und 2.683 Millimetern Radstand wirkt der Leon kompakt, aber nicht kurz. Er steht stabil. In der Breite sind es 1.799 Millimeter. Die Höhe liegt bei 1.444 Millimetern. Das ist flach genug für Dynamik, ohne die Alltagstauglichkeit zu opfern.
Wichtig ist auch: Der Cupra Leon VZ ABT wirkt nicht wie ein Auto, das nur über Leistung definiert ist. Er wirkt wie ein Auto, das über Haltung kommt. Und genau diese Haltung macht das ABT-Upgrade glaubwürdig. Denn mehr Power ohne passende Optik wäre verschenkt. Zu viel Optik ohne passende Power wäre peinlich. Hier stimmt die Balance.
Und innen?
Innen ist der Cupra Leon VZ ABT erst einmal Cupra Leon. Und das ist gut so. Cupra hat die letzten Jahre daran gearbeitet, eine eigene Atmosphäre zu schaffen. Das gelingt nicht über einen bunten Ambientelicht-Zirkus. Es gelingt über Form, Sitzposition und Bedienlogik. Der Fahrer sitzt tief genug. Das Lenkrad liegt satt in den Händen. Und die typischen Cupra-Tasten am Volant setzen den Ton. Startknopf. Fahrmodus. Zwei Handgriffe, und das Auto ist wach.
Der Testwagen kommt mit elektrischer Sitzeinstellung für beide Vordersitze inklusive Memory. Das ist ein Komfortpunkt, der im Alltag schnell wichtiger wird als man denkt. Wer sich einen Kompaktsportler als Daily kauft, will nicht jeden Morgen den Sitz suchen. Dazu passt auch die beheizbare Cupra-Supersport-Multifunktionslenkung. Gerade in dieser Klasse ist das ein Detail, das den Unterschied macht. Sportlich sein heißt nicht, im Winter zu frieren.
Materialseitig bleibt Cupra in der typischen Mischung. Viel solide, manches bewusst straff. Unser Datenblatt nennt Sitzbezüge in Stoff, dazu Tür- und Seitenverkleidungen in Teilleder. Das ist weniger Lounge als Fokus. Und das passt, wenn der Leon VZ ABT als Fahrerauto verstanden wird. Die Ergonomie ist dabei die eigentliche Stärke. Cupra setzt nicht auf übertriebene Minimalistik. Es gibt noch echte Tasten. Es gibt klare Zonen.
Das Infotainment ist beim Facelift spürbar erwachsener als früher. Das ist in der Nutzerrealität ein großes Thema. Viele Fahrer wollen Leistung. Sie wollen aber auch ein System, das nicht zickt. Das neue Setup wirkt schneller. Die Menüführung ist klarer. Dazu kommen moderne Assistenzfunktionen, die ihre Infos sauber ins Digitalcockpit bringen.
Platz bleibt ein Trumpf. Der Leon ist keine enge Kiste. Er ist Kompaktklasse mit alltagstauglicher Raumökonomie. Und der Kofferraum passt dazu. 380 Liter stehen bereit. Das ist kein Kombi. Aber es reicht für den Wocheneinkauf, Sporttaschen oder zwei kleine Reisekoffer.
Der Antrieb des Cupra Leon VZ ABT
Hier passiert das, wofür man ABT überhaupt bezahlt. Der Cupra Leon VZ ABT nimmt den bekannten 2.0 TSI und schärft ihn. Nicht über einen neuen Motor. Sondern über ein Paket, das den Charakter verschiebt. 265 kW stehen nun im Datenblatt. Das sind 360 PS. Dazu kommen 450 Newtonmeter. Der Serien-VZ liegt darunter. Genau dieses Mehr merkt man nicht erst bei Vollgas. Man merkt es im mittleren Bereich. Dort, wo man im Alltag überholt. Dort, wo man aus Kurven herauszieht. und eben dort, wo ein guter Kompaktsportler lebendig wirkt.
Das 7-Gang-DSG bleibt. Und das ist im besten Sinne die richtige Wahl. Ein modernes DSG kann brutal schnell schalten, ohne nervös zu werden. Genau diese Mischung braucht ein Auto, das Frontantrieb fährt. Denn wenn Leistung kommt, muss sie geordnet kommen. Der Eindruck aus ABT-Sicht ist meist derselbe: Gasannahme wirkt präsenter. Drehmoment liegt früher an. Der Leon hängt williger am Pedal. Das kann man über Kennfelder lösen. Und das ist auch der Punkt. ABT macht hier nicht Magie. ABT macht Feinschliff.
Die spannende Frage lautet: Kann der Leon das auf die Straße bringen. Die Antwort lautet: Er kann es oft. Aber nicht immer ohne Disziplin. 360 PS an der Vorderachse bleiben eine Ansage. Das Auto braucht gute Reifen. Es braucht Temperatur. Es braucht saubere Inputs. Dann funktioniert es. Dann wirkt der Leon VZ ABT nicht wie ein Fronttriebler, der kämpft. Er wirkt wie einer, der es kann.
Den ABT versteht man, wenn es drauf ankommt
In Zahlen ist der Unterschied plausibel. Der Serien-VZ steht bei 5,7 Sekunden auf 100 km/h. Mit ABT sind Werte deutlich im Fünferbereich realistisch. Je nach Reifen und Bedingungen kann das Ergebnis näher an 5,3 oder 5,4 liegen. Auf Winterreifen wird es zäher. Im Alltag ist die Zahl aber weniger wichtig als das Gefühl.
Die Höchstgeschwindigkeit bleibt in dieser Klasse meist begrenzt. Der Nutzen liegt ohnehin in der Elastizität. Genau dort spielt das Upgrade. Der Cupra Leon VZ ABT ist kein Auto, das man nur bei 220 versteht. Man versteht ihn bei 80, wenn man zum Überholen ansetzt. Damit wird aus dem Leon VZ kein neues Konzept. Aber ein spürbar schärferes Werkzeug. Und genau das ist der Sinn.
Alltag & Verbrauch
Ein Kompaktsportler lebt nicht nur von Vollgas. Er lebt davon, wie er sich zwischen Terminen, Stadtverkehr und Autobahn einfügt. Der Cupra Leon VZ ABT ist genau in dieser Disziplin interessant. Denn 360 PS klingen nach Durst. In der Praxis hängt es wie immer am rechten Fuß. Und am Fahrprofil.
Aus dem Datenblatt kennen wir die WLTP-Spanne. Sie liegt bei 7,6 bis 7,7 Litern auf 100 Kilometer. Das ist für diese Leistungsklasse nicht absurd. Es ist eher ein Zeichen dafür, wie weit der Konzernantrieb inzwischen ist. Real wird es natürlich mehr. Wer zügig fährt, wird eher in Richtung acht bis neun Liter rutschen. Wer viel Kurzstrecke fährt, sieht zweistellige Werte. Gleiches gilt für zügige Fahrten auf der Autobahn. Das ist keine Schwäche. Das ist Physik. Auf der anderen Seite steht ein Spar-Verbrauch von gerade einmal 5,7 Litern. Das ist ziemlich genial für ein 360-PS-Spielzeug.
Alltagstauglich bleibt der Leon trotzdem. Das beginnt beim Format. 4,40 Meter Länge sind in der Stadt noch beherrschbar. Das Gewicht liegt bei 1.496 Kilogramm. Das ist nicht leicht, aber auch nicht überzogen. Es erklärt, warum der Leon im Alltag stabil wirkt. Dazu kommt die praktische Karosserieform. Fünf Türen. Ordentliche Türenöffnungen. Ein Kofferraum, der nicht nach Sportwagen riecht.
Wichtig ist die Geräuschkultur. Der 2.0 TSI kann im Teillastbereich erstaunlich zivil sein. Das hilft im Alltag. Gleichzeitig fehlt manchen Fahrern genau dort der Drama-Faktor. ABT macht das Auto schneller. Es macht es nicht automatisch lauter. Wer Emotion über Sound erwartet, muss wissen, worauf er sich einlässt. Der Leon VZ ABT liefert Punch. Aber er ist kein Krawallmacher.
Im Alltag zählen auch Assistenzsysteme und Licht. Der Leon VZ Extreme bringt Matrix-LED. Das ist ein Plus. Gerade auf Landstraßen bringt gutes Licht mehr Sicherheit als jedes Leistungsplus. Dazu kommen Travel Assist und Spurhalte-Features. Das macht lange Strecken entspannter.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Der Cupra Leon VZ ABT trägt seine Technik nicht wie Schmuck. Er nutzt sie als Werkzeug. Unser Testwagen heißt nicht ohne Grund VZ Extreme. In der Serienausstattung stecken viele Systeme, die den Alltag angenehmer machen und gleichzeitig den sportlichen Anspruch stützen.
Matrix-LED-Scheinwerfer sind an Bord. Dazu kommt die variable Lichtverteilung. Im praktischen Einsatz ist das mehr als ein Marketingbegriff. Es bedeutet: saubere Ausleuchtung, weniger Stress bei Nacht, weniger Blendung. Gerade ein schneller Kompakter wird oft abends gefahren. Da ist gutes Licht nicht optional.
Auch beim Thema Assistenz ist der Leon weit. Travel Assist, Spurhalteassistent Plus, Stauassistent und Emergency Assist sind genannt. Dazu kommen Verkehrszeichenerkennung und ein erweitertes Sicherheitssystem mit PreCrash. Das klingt nach Prospekt. Im Alltag heißt es: Das Auto wirkt moderner. Und es nimmt bei langen Strecken Arbeit ab. Wichtig bleibt, dass die Systeme nicht nerven. Cupra ist hier meist auf einem guten Weg. Zu strenge Warnungen sind dennoch ein Thema, das Fahrer diskutieren. Gerade Müdigkeitserkennung kann je nach Fahrstil übermotiviert wirken.
Der Parklenkassistent ist ebenfalls im Paket. Dazu passt die Multifunktionskamera. Wer ein sportlich gezeichnetes Auto in der Stadt parkt, nimmt jede Hilfe gern mit. Auch, weil Felgen und Bordsteine selten Freunde werden.
Knapp 4.000 Euro kostet das ABT-Paket
Technikseitig ist Navigation serienmäßig. Dazu kommt ein digitales Soundpaket. Bei den Sitzen gibt es Memory. Das ist ein Komfortargument. Ebenso die Lenkradheizung. Solche Details wirken banal. Sie machen aber den Unterschied, ob man ein Auto liebt oder nur fährt.
Der ABT-Part ist hier die klare Zäsur. Das ABT Power Paket kostet in unserem Testwagen 3.948,41 Euro. Das ist nicht wenig. Dafür bekommt man die Leistungssteigerung und die neue Charakteristik. Wer nur Optik will, braucht ABT nicht. Wer spürbar mehr Punch will, versteht den Preis.
Kleine Ausstattungspunkte wie Metallic-Lack für 810 Euro und die Vorbereitung für die Anhängevorrichtung sind ebenfalls im Datenblatt. Letzteres zeigt, wie alltagstauglich dieses Auto gedacht ist. Ein Kompaktsportler, der Anhängeroptionen vorbereitet, ist ein Statement. Nicht jeder will nur Trackdays.
Der Cupra Leon VZ ABT ist damit technisch voll. Und genau das ist der Punkt. Er will keine kompromisslose Rennsemmel sein. Er will der schnelle Daily sein.
Varianten & Preise des Cupra Leon VZ ABT
Beim Cupra Leon VZ ABT muss man sauber trennen. Einmal: die Modellfamilie Leon. Dann: die VZ-Basis. Und darüber: das ABT-Upgrade. Denn der Preis entsteht nicht in einem Schritt. Er entsteht in Schichten.
Grundsätzlich startet der Cupra Leon in der Baureihe deutlich unterhalb eines VZ. Je nach Motorisierung ist der Einstieg wesentlich günstiger. Das ist für Käufer interessant, die Cupra-Design mögen, aber nicht die Top-Leistung wollen. Für das Thema dieses Tests ist das nur der Kontext. Der Cupra Leon VZ (Test des Cupra Leon VZ Facelift) ist die klare Performance-Variante mit 2.0 TSI und DSG. Sie liefert ab Werk bereits 300 PS und 400 Newtonmeter. Damit ist sie in der sportlichen Kompaktklasse mehr als ernst zu nehmen.
Das ABT-Thema setzt genau hier an. Der Cupra Leon VZ ABT basiert auf dem VZ und hebt ihn um 60 PS an. Das Paket kostet in unserem Testwagen 3.948,41 Euro. Wichtig ist: Das ist nicht nur eine Zahl auf einer Rechnung. Es ist die Eintrittskarte in eine andere Charakterstufe. Denn 360 PS sind in einem Fronttriebler keine Spielerei mehr. Sie ändern, wie man das Auto fährt. Und wie man es auswählt.
Unser Testwagen kommt als VZ Extreme und steht mit einem Basispreis von 56.155,00 Euro im Datenblatt. Dazu addieren sich Sonderausstattungen wie Metallic-Lack für 810 Euro und die Vorbereitung für eine Anhängevorrichtung für 265 Euro. Der Gesamtpreis liegt bei 61.178 Euro. Das ist eine klare Ansage. Denn damit rutscht der Leon in Preisregionen, in denen auch Allrad-Hot-Hatches und Premium-Kompakte wildern.
Wer AWD nicht braucht, ist mit dem Cupra Leon VZ ABT bestens bedient
Genau hier wird der Vergleich spannend. Ein VW Golf R kostet in ähnlichen Regionen oft mehr, bietet aber Allrad. Ein Audi S3 spielt über das Premium-Image. Ein Honda Civic Type R punktet über Radikalität. Der Cupra Leon VZ ABT setzt dagegen auf das Mischkonzept. Viel Leistung, viel Ausstattung, viel Alltag.
Der Preis wirkt nur dann stimmig, wenn man das Auto als Gesamtpaket betrachtet. Wer nur Leistung will, findet günstigere Tuninglösungen. Wer aber ein Paket mit ABT-Label, Händlerintegration und sauberer Einbindung möchte, versteht den Weg. Und genau das ist der Käufer, den der Cupra Leon VZ ABT anspricht. Ach ja – komplett verzichten müssen Interessenten auf den Allradantrieb nicht. Als Kombiversion Sportstourer ist dieser nämlich zu haben. Auch mit ABT-Label.
Kundenfeedback
Die Stimmen aus der Community und von Besitzern zeichnen ein recht klares Bild. Der Cupra Leon VZ wird häufig dafür gelobt, dass er im Alltag überraschend gut funktioniert. Viele Fahrer nennen die Mischung aus Leistung, praktischer Karosserie und moderner Ausstattung als Hauptargument. Der Leon wird nicht als roher Hot-Hatch beschrieben, sondern als schneller Kompakter, der auch im Berufsleben nicht nervt. Genau diese “Daily-Performance” ist für viele der Reiz.
Beim Facelift wird die verbesserte Bedienbarkeit des Infotainments positiv erwähnt. Gleichzeitig tauchen in Diskussionen immer wieder Softwarethemen auf. Mal geht es um Abstürze. Mal um schwarze Screens. Und mal um Eigenheiten nach dem Entriegeln. Das wirkt weniger wie ein systematischer Totalausfall. Eher wie moderne Autoelektronik, die in Einzelfällen zickt. Wer empfindlich ist, liest das kritisch. Wer entspannt ist, sieht es als Garantiethema.
Zum ABT-Upgrade selbst fallen die Urteile differenziert aus. Viele bestätigen, dass das Mehr an Leistung spürbar ist. Vor allem der Durchzug wird als kräftiger beschrieben. Auch die Art, wie das Auto ans Gas geht, wird oft als direkter wahrgenommen. Einige Fahrer loben, dass ABT in der Regel sauber arbeitet und die versprochenen Werte erreicht werden. Genau dieses Vertrauen in die Marke ABT Sportsline ist für viele ein Kaufgrund. Das Upgrade soll nicht nur schnell sein. Es soll legal und unproblematisch sein.
Kritik gibt es bei zwei Punkten. Erstens beim Preis-Leistungs-Gefühl. Einige empfinden das Paket als teuer, wenn man es rein auf PS pro Euro herunterbricht. Zweitens beim Thema Traktion. Mehr Leistung auf der Vorderachse bleibt eine Herausforderung. Viele betonen daher, wie stark Reifenwahl und Bedingungen das Ergebnis prägen. Der Leon VZ ABT wird als sehr schnell beschrieben, aber nicht als Auto, das immer ohne Schlupf liefert.
Fazit zum Cupra Leon VZ ABT
Der Cupra Leon VZ ABT ist ein Beispiel dafür, wie man ein ohnehin starkes Auto gezielt schärft, ohne es kaputt zu machen. Cupra liefert mit dem Leon VZ eine solide Performance-Basis. 300 PS, DSG, ein Setup, das Frontantrieb erstaunlich gut kaschiert. ABT setzt darauf nicht einfach 60 PS als Sticker. Es setzt 60 PS als Charakteränderung.
Das Leistungsplus auf 360 PS und 450 Newtonmeter ist in dieser Klasse nicht banal. Es verändert den Eindruck. Der Leon wirkt gieriger. Er wirkt entschlossener. Und er wirkt bei Zwischensprints so, wie man es von einem Auto mit Cupra-Logo erwartet. Gerade im mittleren Drehzahlband kommt mehr Druck. Genau dort, wo Alltag und Spaß sich treffen. Das Auto wird nicht nur schneller. Es wird präsenter.
Gleichzeitig bleibt der Leon ein Kompakter mit Vernunftanteil. 380 Liter Kofferraum, fünf Türen, sinnvolle Assistenzsysteme, Matrix-LED. Dazu Komfortdetails wie Memorysitze und Lenkradheizung. Das ist keine Rennsemmel, die im Alltag bestraft. Das ist ein schneller Daily, der im richtigen Moment zubeißen kann.
Natürlich hat das Konzept Grenzen. 360 PS an der Vorderachse verlangen gute Reifen und saubere Inputs. Traktion ist kein Geschenk. Und wer akustisches Drama erwartet, wird je nach Anspruch nicht voll bedient. Der ABT-Leon ist schneller. Er ist nicht automatisch lauter. Das kann man als Kritik sehen oder als Reife.
Preislich bewegt sich unser Testwagen mit 61.178 Euro in einem Bereich, in dem Alternativen hart argumentieren. Golf R mit Allrad, S3 mit Premium-Glanz, Civic Type R mit Radikalität. Der Cupra Leon VZ ABT kontert mit dem Gesamtpaket. Viel Leistung, viel Ausstattung, viel Nutzwert. Und dem ABT-Siegel, das für viele Käufer Vertrauen schafft.
Konkurrenzmodelle
Das direkte Wettbewerbsumfeld des Cupra Leon VZ ABT ist kleiner geworden. Viele klassische Kompaktsportler wurden in den vergangenen Jahren eingestellt oder stark verändert. Übrig geblieben ist eine überschaubare Gruppe leistungsstarker Modelle, die unterschiedliche Konzepte verfolgen.
Eine feste Größe bleibt der VW Golf R. Mit Allradantrieb und rund 333 PS bietet er vor allem bei Nässe und beim Sprint aus dem Stand Vorteile. Der Golf wirkt kontrollierter und neutraler, während der Cupra Leon VZ ABT emotionaler auftritt und sein Leistungsplus stärker über den Frontantrieb ausspielt. Preislich liegt der Golf R in vergleichbarer Ausstattung meist oberhalb des Cupra, rechtfertigt dies aber mit Traktion und hohem Wiederverkaufswert.
Der Audi S3 richtet sich an Käufer, die sportliche Fahrleistungen mit einem klaren Premium-Anspruch verbinden wollen. Innenraumqualität, Markenimage und Allradtechnik stehen hier stärker im Vordergrund als maximale Emotionalität. Gegenüber dem Audi wirkt der Cupra extrovertierter und fahraktiver, während der S3 als eleganter Allrounder auftritt.
Ebenfalls relevant ist der BMW M135 xDrive (mittlerweile ohne „i“ in der neuen Nomenklatur). Mit Allradantrieb und kraftvollem Vierzylinder präsentiert er sich als sehr souveräner Kompaktsportler mit hohem Autobahnkomfort. Der BMW wirkt erwachsener und schwerer, während der Cupra Leon VZ ABT das leichtere und direktere Fahrerlebnis sucht.
Type R und 128ti sind Geschichte
Der zuvor oft genannte Honda Civic Type R (Test des Honda Civic Type R) ist mittlerweile nicht mehr erhältlich, ebenso wie der BMW 128ti. Damit verschiebt sich das Feld klar in Richtung allradgetriebener Performance-Kompakter mit Premium-Anspruch. Der Cupra Leon VZ ABT nimmt hier eine Sonderrolle ein: Er bleibt bewusst beim Frontantrieb, setzt stattdessen auf Leistungssteigerung, sportliche Abstimmung und ein eigenständiges Designkonzept.
In dieser aktuellen Konkurrenzlandschaft positioniert sich der Cupra Leon VZ ABT als emotionalste Alternative unter den verbliebenen Sportkompakten. Er verzichtet auf Allradtechnik, kontert jedoch mit mehr Leistung als viele direkte Rivalen und einem klaren Fokus auf Fahrerlebnis statt auf reine Markenprestige-Werte. Damit spricht er Käufer an, die keinen Premium-Status suchen, sondern ein stark motorisiertes, charaktervolles Gesamtpaket in der Kompaktklasse.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D
