Abarth 695 EsseEsse
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Abarth 695 EsseEsse – Goodbye, kleines Alphatier

Der Abarth 695 EsseEsse war das kompromissloseste Serienmodell der kleinen Skorpion-Baureihe und zugleich eines der radikalsten Konzepte im Segment der Mini-Hot-Hatches. Mit 180 PS aus einem 1,4-Liter-Turbobenziner, einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h und einem Leergewicht von knapp über 1.100 Kilogramm verkörperte er eine Philosophie, die heute fast schon aus der Zeit gefallen wirkt: wenig Komfort, viel Charakter und maximale akustische Präsenz. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in rund 6,7 Sekunden – Werte, die noch vor wenigen Jahren Sportwagen vorbehalten waren.

Sein Name knüpfte bewusst an die historischen EsseEsse-Modelle der sechziger Jahre an, die bereits damals für „Super Sport“ und besonders leistungsstarke Varianten standen. Dieses Erbe übersetzte der moderne 695 EsseEsse in ein Fahrzeug, das auf kleinstem Raum extreme Emotionen bündeln wollte. Mit einer Länge von rund 3,66 Metern, einem Radstand von 2.300 Millimetern und einem Kofferraumvolumen von etwa 185 Litern blieb er formal ein Stadtfahrzeug, inhaltlich jedoch ein kompromissloser Spaßmacher.

Schon beim ersten Kontakt wurde klar, dass der Abarth 695 EsseEsse nicht auf Zurückhaltung ausgelegt war. Seine Titan-Abgasanlage sorgte für eine Geräuschkulisse, die weit über die eigene Fahrzeuglänge hinausreichte, und machte ihn bereits akustisch zum Mittelpunkt jeder Straße. Dieses Auto wollte nicht unauffällig sein, sondern provozieren – optisch, klanglich und fahrdynamisch.

Heute ist der Abarth 695 EsseEsse nicht mehr erhältlich. Als limitierte Sonderedition wurde er eingestellt und verschwindet damit aus dem aktuellen Modellprogramm. Sein Abschied markiert zugleich das Ende einer Ära besonders kompromissloser Kleinwagen, in der Lautstärke, Leichtigkeit und mechanische Direktheit wichtiger waren als Effizienz und digitale Assistenzsysteme. Dieser Bericht ordnet den Abarth 695 EsseEsse als das ein, was er war: ein emotionales Ausnahmefahrzeug im Kleinwagenformat, das bewusst gegen den Trend gebaut wurde.


Der Look

Der Abarth 695 EsseEsse setzte optisch auf maximale Wiedererkennbarkeit und eine klare Abgrenzung zum zivilen Fiat 500. Trotz seiner kompakten Abmessungen von rund 3,66 Metern Länge und 1,63 Metern Breite wirkte er deutlich aggressiver als sein technischer Ursprung vermuten ließ. Die Frontpartie wurde durch markant gezeichnete Stoßfänger, ausgeprägte Lufteinlässe und Bi-Xenon-Scheinwerfer geprägt, die dem kleinen Sportler einen entschlossenen Blick verliehen. Schon im Stand vermittelte der EsseEsse den Eindruck eines gespannten Projektils, das jederzeit lossprinten wollte.

In der Seitenansicht dominierten starke Kontraste. Breite Streifen mit großem Abarth-Schriftzug zogen sich über die Flanken und machten die Markenidentität unmissverständlich sichtbar. Die 17-Zoll-Leichtmetallräder mit weißer Lackierung standen bewusst im Kontrast zur meist dunklen Karosseriefarbe und ließen die rot lackierten Brembo-Bremssättel besonders deutlich hervortreten. Dahinter arbeiteten groß dimensionierte, gelochte Bremsscheiben, die für ein Fahrzeug dieser Größe beinahe überdimensioniert wirkten und bereits optisch den sportlichen Anspruch unterstrichen.

Am Heck zeigte sich der Abarth 695 EsseEsse besonders konsequent. Die Titan-Abgasanlage mit ihren auffälligen Endrohren war nicht nur ein akustisches, sondern auch ein visuelles Statement. Ergänzt wurde sie durch den verstellbaren Dachspoiler, der in einem Winkelbereich von 0 bis 60 Grad justiert werden konnte. In maximaler Stellung erzeugte er bei Tempo 200 einen zusätzlichen Anpressdruck von 42 Kilogramm und verlieh dem Heck eine fast motorsportartige Anmutung. Gleichzeitig wurde auf der Unterseite des Spoilers der Abarth-Schriftzug sichtbar – ein Detail, das mehr an Showcar als an Kleinwagen erinnerte.

Mit einer Höhe von etwa 1,49 Metern und einem Radstand von 2.300 Millimetern stand der EsseEsse kompakt, aber breitbeinig auf der Straße. Seine Proportionen wirkten gedrungen und kraftvoll, unterstützt durch kurze Überhänge und eine betont sportliche Haltung. Der Look des Abarth 695 EsseEsse war kein subtiler Entwurf, sondern ein bewusst überzeichneter Auftritt. Er wollte gesehen und gehört werden – und genau darin lag seine besondere Faszination.


Und innen?

Im Innenraum zeigte der Abarth 695 EsseEsse, dass sich Sportlichkeit auch auf kleinem Raum konsequent inszenieren lässt. Im Vergleich zu einfacheren Abarth-Versionen wirkte das Cockpit spürbar aufgewertet. Die Instrumententafel war mit Alcantara bezogen und trug einen geprägten EsseEsse-Schriftzug, der den Sonderstatus des Modells betonte. Dieses Material allein veränderte die Wahrnehmung des Innenraums deutlich und verlieh dem Kleinwagen eine fast schon manuelle Manufaktur-Note.

Das Lenkrad war groß dimensioniert, kombinierte jedoch Alcantara-Flächen mit Carbon-Applikationen und lag griffig in den Händen. Auch der Schalthebel samt Schaltknauf bestand aus Carbon und vermittelte ein mechanisch-direktes Gefühl beim Gangwechsel. Diese Elemente machten klar, dass hier nicht Komfort, sondern Fahrerbindung im Mittelpunkt stand.

Zentrales Element des Innenraums waren die Sabelt-Sportsitze. Sie boten außergewöhnlich hohen Seitenhalt und erinnerten in ihrer Form stärker an Rennschalen als an klassische Seriensitze. Gleichzeitig zeigten sie aber auch ihre Grenzen: Die Sitzhöhe war nicht verstellbar, und die Lehnenneigung ließ sich nur bei geöffneter Tür sinnvoll verändern. Für größere oder kräftigere Personen wurde es schnell eng. Ergonomie spielte hier eine untergeordnete Rolle gegenüber sportlicher Fixierung.

Im Fond blieb der Platz erwartungsgemäß knapp. Erwachsene konnten dort nur auf kurzen Strecken mitfahren. Der Kofferraum bot rund 185 Liter Volumen und genügte eher für kleine Taschen als für umfangreiches Gepäck. Durch Umklappen der Rücksitze ließ sich das Ladevolumen erweitern, doch der Fokus lag eindeutig nicht auf Transport, sondern auf Fahrspaß.

Das Cockpit setzte auf analoge Rundinstrumente und einen zentralen Bildschirm für Infotainment und Navigation. Trotz seiner überschaubaren Größe war die Bedienung logisch aufgebaut und ohne große Eingewöhnung möglich. Insgesamt vermittelte der Innenraum des Abarth 695 EsseEsse ein klares Gefühl: Hier ging es um Emotion, nicht um Bequemlichkeit. Er war eng, laut und kompromisslos – und genau das machte ihn für Enthusiasten so reizvoll.


Der Antrieb des Abarth 695 EsseEsse

Der Abarth 695 EsseEsse lebte von seinem Antriebskonzept, das in dieser Fahrzeugklasse heute nahezu einzigartig erscheint. Ein 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 180 PS und rund 250 Nm Drehmoment sorgte für Fahrleistungen, die in Relation zu Größe und Gewicht außergewöhnlich waren. Mit einem Leergewicht von etwas über 1.100 Kilogramm beschleunigte der EsseEsse in etwa 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Damit bewegte er sich leistungsmäßig auf Augenhöhe mit deutlich größeren Kompaktsportlern.

Untermalt wurde diese Performance von einer Titan-Abgasanlage, die dem Fahrzeug eine akustische Präsenz verlieh, wie man sie sonst nur aus deutlich höheren Leistungsklassen kennt. Schon beim Starten dominierte der Klang das Geschehen und machte unmissverständlich klar, dass dieser Abarth nicht auf Zurückhaltung ausgelegt war. Bei kräftigem Beschleunigen verwandelte sich der kleine Italiener akustisch in ein rollendes Statement, das Aufmerksamkeit suchte und auch bekam.

Die Kraftübertragung erfolgte über ein manuelles Getriebe mit kurzen Wegen und klar definierten Schaltgassen. Der Carbon-Schaltknauf unterstrich den sportlichen Anspruch nicht nur optisch, sondern vermittelte auch haptisch ein direktes, mechanisches Gefühl. Besonders wichtig für die Fahrbarkeit war die optionale mechanische Differenzialsperre. Sie sorgte dafür, dass die Leistung auch bei Kurvenfahrten sauber auf die Vorderachse gebracht werden konnte und reduzierte Traktionsverluste deutlich.

Die Lenkung war extrem direkt abgestimmt und machte jede Bewegung des Lenkrads unmittelbar spürbar. Das führte zu einem sehr lebendigen Fahrgefühl, brachte aber auch eine gewisse Nervosität mit sich, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Der Abarth verlangte Aufmerksamkeit und aktive Führung.

Für die Verzögerung sorgte eine leistungsstarke Brembo-Bremsanlage mit groß dimensionierten Scheiben. Sie bot eine standfeste und gut dosierbare Bremsleistung, die dem sportlichen Anspruch des Fahrzeugs gerecht wurde. Zusammen mit dem straff abgestimmten Fahrwerk entstand ein Gesamtbild, das den Abarth 695 EsseEsse weniger als Kleinwagen, sondern vielmehr als kompromisslosen Mini-Sportwagen erscheinen ließ.


Alltag & Verbrauch

Im Alltag zeigte der Abarth 695 EsseEsse zwei sehr unterschiedliche Gesichter. Einerseits konnte er erstaunlich genügsam bewegt werden, andererseits offenbarte er bei sportlicher Fahrweise einen Verbrauch, der eher an deutlich größere Fahrzeuge erinnerte. Im gemischten Betrieb lag der Durchschnitt bei rund 8,0 Litern Super auf 100 Kilometer. Bei dauerhaft hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn stieg dieser Wert jedoch deutlich an und konnte bis zu 21 Liter erreichen. Auf der Sparrunde wiederum überraschte der kleine Italiener mit einem Minimalwert von etwa 4,9 Litern. Diese enorme Spannweite machte deutlich, wie stark der Verbrauch vom Fahrstil abhängig war.

Im täglichen Einsatz profitierte der EsseEsse von seinen kompakten Abmessungen. Mit einer Länge von rund 3,66 Metern ließ er sich mühelos durch enge Innenstädte bewegen und fand auch in kleinen Parklücken Platz. Die Übersicht nach vorne war gut, nach hinten hingegen durch die steile Heckscheibe und den Spoiler eingeschränkt. Rangieren erforderte daher etwas Gewöhnung, zumal moderne Assistenzsysteme kaum vorhanden waren.

Der Federungskomfort blieb klar auf der sportlichen Seite. Unebenheiten wurden direkt an die Insassen weitergegeben, was auf schlechten Straßen anstrengend werden konnte. Hinzu kam die stets präsente Geräuschkulisse der Abgasanlage. Selbst bei moderater Fahrt war der Motor deutlich hörbar, bei höheren Drehzahlen dominierte der Klang den Innenraum. Für Enthusiasten war das Teil des Konzepts, im Alltagsverkehr jedoch nicht immer entspannend.

Auch beim Platzangebot setzte der Abarth klare Grenzen. Der Fond eignete sich nur eingeschränkt für Erwachsene, und der Kofferraum mit rund 185 Litern Volumen bot wenig Raum für größere Transporte. Einkäufe oder Wochenendgepäck waren möglich, größere Reisen hingegen nur mit Einschränkungen.

Als Alltagsauto verlangte der Abarth 695 EsseEsse Kompromissbereitschaft. Als emotionales Spaßfahrzeug hingegen überzeugte er mit einer Direktheit und Intensität, die jede Fahrt zu einem Ereignis machte.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Die Ausstattung des Abarth 695 EsseEsse folgte einer klaren Linie: Sport vor Komfort. Während moderne Kleinwagen zunehmend mit digitalen Anzeigen und umfangreichen Assistenzsystemen ausgestattet werden, setzte der EsseEsse auf klassische Technik und gezielt ausgewählte sportliche Komponenten. Im Mittelpunkt standen dabei weniger elektronische Helfer als vielmehr Bauteile, die unmittelbar das Fahrerlebnis beeinflussten.

Zu den auffälligsten Elementen gehörten die Bi-Xenon-Scheinwerfer, die mit hoher Leuchtweite, gleichmäßiger Ausleuchtung und klarer Lichtfarbe überzeugten. In der Praxis boten sie ein Sicherheitsniveau, das auch heutigen LED-Systemen kaum nachstand. Ein kleines, aber feines Detail war die verchromte Scheinwerferreinigungsanlage, die dem Frontbereich zusätzlich einen hochwertigen Akzent verlieh.

Im Innenraum sorgten Aluminium-Pedale, Carbon-Applikationen und zahlreiche EsseEsse-Logos für eine eigenständige Atmosphäre. Das Beats-Soundsystem mit kraftvollem Klangbild stellte eine der wenigen Komfortoptionen dar und erwies sich als sinnvoller Begleiter, insbesondere bei längeren Fahrten. Das Infotainment-System war funktional aufgebaut und bot Navigation sowie Smartphone-Anbindung, wirkte jedoch im Vergleich zu aktuellen Systemen technisch überholt. Der Bildschirm fiel klein aus, passte aber zum reduzierten Cockpitkonzept.

Auf viele heute selbstverständliche Komfortfunktionen verzichtete der Abarth bewusst. Weder Sitz- noch Lenkradheizung waren verfügbar, ebenso wenig elektrisch anklappbare Außenspiegel. Auch Assistenzsysteme wie Spurhalte- oder Abstandsregler spielten im Konzept des EsseEsse keine Rolle. Stattdessen setzte man auf ein möglichst unverfälschtes Fahrerlebnis ohne elektronische Eingriffe.

Diese Reduktion war Teil der Identität des Fahrzeugs. Der Abarth 695 EsseEsse wollte kein technischer Alleskönner sein, sondern ein puristischer Sportkleinwagen mit Fokus auf Emotion und Mechanik. Seine Ausstattung wirkte dadurch nicht üppig, aber konsequent. Wer Komfort und Assistenz suchte, war hier falsch. Wer ein direktes, unverstelltes Fahrerlebnis wollte, fand genau das, was dieses Modell auszeichnen sollte.


Varianten & Preise des Abarth 695 EsseEsse

Der Abarth 695 EsseEsse nahm innerhalb der Modellpalette eine besondere Rolle ein, denn er war nicht als reguläre Serienversion gedacht, sondern als limitierte Sonderedition. Weltweit wurde das Modell auf 695 Exemplare begrenzt, was ihm von Beginn an einen exklusiven Charakter verlieh. Diese Limitierung war nicht nur ein Marketinginstrument, sondern unterstrich den Anspruch, ein besonders kompromissloses und sammelwürdiges Modell innerhalb der Abarth-Familie zu schaffen.

Zum Marktstart lag der Einstiegspreis bei 34.490 Euro und damit rund 5.000 Euro über dem regulären Abarth 695. Bereits dieser Grundpreis machte deutlich, dass sich der EsseEsse nicht an klassische Kleinwagenkäufer richtete, sondern an Enthusiasten, die bereit waren, für Design, Leistung und Sonderausstattung einen deutlichen Aufpreis zu zahlen. Mit zusätzlichen Optionen konnte der Preis schnell weiter steigen. Der von uns betrachtete Testwagen bewegte sich bei rund 38.500 Euro, während ein voll ausgestattetes Fahrzeug in Richtung 45.000 Euro klettern konnte.

Gemessen an Abmessungen von knapp 3,7 Metern Länge und einem Kofferraumvolumen von nur rund 185 Litern bewegte sich der Abarth damit preislich in Regionen, die sonst deutlich größeren Kompaktfahrzeugen vorbehalten sind. Rational ließ sich dieser Preis kaum rechtfertigen. Emotional hingegen schon: Der EsseEsse bot ein Gesamtpaket aus Limitierung, Motorsport-Anleihen, exklusiven Materialien und einer Leistung von 180 PS, die ihn in seinem Segment einzigartig machte.

Heute ist der Abarth 695 EsseEsse nicht mehr erhältlich. Die Produktion wurde eingestellt, und neue Fahrzeuge sind nur noch als Lager- oder Gebrauchtwagen zu finden. Damit endet ein Kapitel innerhalb der Abarth-Geschichte, das für kompromisslosen Kleinwagen-Sport stand. Gleichzeitig steigt mit dem Produktionsende auch der Sammlerwert, da der EsseEsse als eines der letzten besonders radikalen Derivate der Baureihe gilt.


Kundenfeedback

Das Meinungsbild unter den Fahrern des Abarth 695 EsseEsse ist stark von Emotionen geprägt. Viele Besitzer beschreiben das Fahrzeug weniger als Auto, sondern vielmehr als Erlebnis. Besonders häufig wird der Klang der Abgasanlage hervorgehoben, der für viele der Hauptgrund für den Kauf war. Der Sound wird als roh, laut und unverwechselbar charakterisiert und gilt als eines der prägendsten Merkmale des EsseEsse. Für Fans ist genau diese akustische Präsenz Ausdruck der Abarth-Philosophie, Kritiker empfinden sie hingegen im Alltag als anstrengend.

Ebenso positiv bewertet wird die Beschleunigung. Fahrer loben die Spontanität des Motors und das direkte Ansprechverhalten, das den kleinen Abarth sehr lebendig wirken lässt. Gerade auf kurvigen Landstraßen oder bei kurzen Zwischensprints vermittelt der EsseEsse ein Fahrgefühl, das viele größere Sportmodelle nicht erreichen. Auch die Bremsleistung der Brembo-Anlage findet in Rückmeldungen regelmäßig Anerkennung, da sie dem Leistungsniveau des Fahrzeugs gewachsen ist und ein hohes Sicherheitsgefühl vermittelt.

Kritische Stimmen beziehen sich vor allem auf die Ergonomie und den Komfort. Die Sportsitze werden für ihren Seitenhalt geschätzt, gleichzeitig aber als unbequem für längere Strecken beschrieben. Die eingeschränkten Verstellmöglichkeiten sorgen bei größeren Fahrern für Frust. Auch das Platzangebot im Fond und der kleine Kofferraum werden häufig als klare Schwächen genannt. Der EsseEsse wird deshalb eher als Zweitwagen oder Freizeitfahrzeug gesehen, nicht als universeller Alltagsbegleiter.

Beim Verbrauch zeigen sich viele Nutzer realistisch. Die Spannweite zwischen sparsamer Fahrweise und sportlicher Nutzung wird als extrem empfunden, jedoch als logische Konsequenz der Leistungsabstimmung akzeptiert. Insgesamt überwiegt in den Rückmeldungen die Begeisterung für den Charakter des Fahrzeugs. Der Abarth 695 EsseEsse wird als kompromisslos, eigenwillig und emotional beschrieben – genau so, wie es seine Käufer erwartet haben.


Fazit zum Abarth 695 EsseEsse

Der Abarth 695 EsseEsse war kein Auto für die Vernunft, sondern für das Herz. Er verkörperte eine Idee von Fahrspaß, die heute zunehmend selten wird: wenig Gewicht, viel Leistung und maximale Emotionalität. Mit seinen 180 PS, der Beschleunigung von rund 6,7 Sekunden auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h bewegte er sich in Leistungsregionen, die für einen Kleinwagen außergewöhnlich waren. Gleichzeitig blieb er mit knapp 3,66 Metern Länge ein kompaktes Fahrzeug, das sich wie ein Spielzeug mit Rennsportambitionen anfühlte.

Sein größtes Alleinstellungsmerkmal war ohne Zweifel der Klang. Die Titan-Abgasanlage machte den EsseEsse zu einem akustischen Ereignis, das man nicht ignorieren konnte. Jede Fahrt wurde zur Inszenierung, jeder Start zum Statement. Damit polarisierte der Abarth bewusst und trennte klar zwischen Fans und Kritikern. Wer Ruhe suchte, war hier falsch. Wer Emotionen suchte, fand sie in Reinform.

Auch fahrdynamisch zeigte sich der EsseEsse kompromisslos. Die direkte Lenkung, die mechanische Differenzialsperre und die standfeste Brembo-Anlage sorgten für ein intensives Fahrerlebnis. Komfort und Alltagstauglichkeit spielten eine untergeordnete Rolle. Der kleine Innenraum, der begrenzte Kofferraum von rund 185 Litern und die eingeschränkte Ergonomie machten deutlich, dass dieses Fahrzeug nicht als universeller Begleiter gedacht war, sondern als Spaßgerät für Enthusiasten.

Dass der Abarth 695 EsseEsse heute nicht mehr erhältlich ist, verstärkt seinen besonderen Status. Als limitierte Edition verschwindet er aus dem Neuwagenmarkt und bleibt nur noch auf dem Gebrauchtmarkt präsent. Damit endet ein Kapitel, das für kompromisslose Kleinwagen mit großer Persönlichkeit stand. In einer Zeit, in der Effizienz, Elektrifizierung und Assistenzsysteme dominieren, wirkt der EsseEsse rückblickend wie ein rebellischer Gegenentwurf. Vor allem, da mittlerweile auch bei Abarth Elektromobilität Einzug gehalten hat.

Unterm Strich bleibt der Abarth 695 EsseEsse ein emotionales Ausnahmefahrzeug. Er war laut, eng, teuer und unbequem – aber genau deshalb so begehrenswert. Für Liebhaber puristischer Hot Hatches bleibt er ein Symbol für eine Ära, in der Fahrspaß wichtiger war als Vernunft.


Konkurrenzmodelle

Das Umfeld sportlicher Kleinwagen hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Modelle wie der Opel Corsa GSi, der Suzuki Swift Sport oder auch der Hyundai i20 in seiner besonders sportlichen Ausprägung sind inzwischen aus dem Markt verschwunden oder wurden deutlich entschärft. Damit ist ein Segment nahezu ausgelöscht worden, das lange für bezahlbaren Fahrspaß und hohe Emotionalität stand. Der Abarth 695 EsseEsse gehörte zu den radikalsten Vertretern dieser Klasse – und verschwand letztlich im gleichen Zuge wie viele seiner Mitbewerber.

Aktuell bleiben nur noch wenige echte Alternativen übrig. Der VW Polo GTI (Test des VW Polo GTI) zählt zu den letzten klassischen Hot Hatches im Kleinwagenformat. Mit rund 207 PS, guter Alltagstauglichkeit und moderner Technik verfolgt er jedoch ein deutlich rationaleres Konzept. Er kombiniert Sportlichkeit mit Komfort und Assistenzsystemen, während der Abarth bewusst auf Purismus und Provokation setzte. Emotional und akustisch trennen beide Fahrzeuge Welten.

Der Toyota GR Yaris (Test des Toyota GR Yaris) nimmt eine Sonderrolle ein. Mit Allradantrieb, starkem Dreizylinder-Turbomotor und motorsportlicher Abstimmung ist er der kompromissloseste aktuelle Vertreter dieser Klasse. Er richtet sich an Enthusiasten und verkörpert ähnlich wie der Abarth eine klare Fahrspaß-Philosophie, allerdings technisch deutlich moderner und mit höherem Leistungsniveau. Während der GR Yaris als Homologationsfahrzeug wahrgenommen wird, blieb der EsseEsse ein emotionaler Straßenkämpfer ohne Rennsportanspruch.

Der Mini Cooper S ist ebenfalls noch erhältlich und steht für die Verbindung aus sportlicher Optik, Lifestyle und vergleichsweise hochwertigem Innenraum. Er bietet mehr Platz, mehr Komfort und ein breiteres Einsatzspektrum, wirkt im Vergleich zum Abarth jedoch weniger kompromisslos und deutlich zivilisierter.

Im heutigen Marktumfeld wird deutlich, wie besonders der Abarth 695 EsseEsse war. In einer Zeit, in der sportliche Kleinwagen fast vollständig verschwunden sind, erscheint sein Konzept rückblickend wie ein letztes Aufbäumen dieser Fahrzeuggattung. Laut, leicht, emotional und bewusst überzeichnet – genau diese Eigenschaften machen ihn heute einzigartig und erklären, warum er keine echte direkte Konkurrenz mehr hat.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D

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