Der VW Touareg R Facelift ist kein gewöhnliches Modellupdate. Er ist der letzte Auftritt eines SUV-Flaggschiffs, das seit 2002 die technologische Speerspitze von Volkswagen markierte. Ende März 2026 wird die Baureihe eingestellt. Damit verschwindet nicht nur ein großes SUV aus dem Programm, sondern auch das leistungsstärkste R-Modell mit Verbrennungsmotor im Portfolio der Marke.
Mit 462 PS Systemleistung, Plug-in-Hybrid-Antrieb, 4MOTION-Allrad und serienmäßiger Luftfederung positioniert sich der VW Touareg R Facelift weiterhin im Premium-Fullsize-SUV-Segment – direkt zwischen BMW X5 xDrive50e, Porsche Cayenne E-Hybrid und Audi Q7 TFSI e. Preislich bewegt sich das Topmodell inzwischen klar oberhalb der 100.000-Euro-Marke.
Wichtig: Unser Testwagen ist noch kein FINAL EDITION-Modell, sondern ein klassischer Touareg R nach der Modellpflege. Die FINAL EDITION bildet inzwischen die einzige bestellbare Variante, unterscheidet sich jedoch primär durch Ausstattungsstruktur und Preisvorteile – nicht durch technische Änderungen.
Das Facelift selbst konzentriert sich auf Details: HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, neue Lichtsignaturen, überarbeitete Software, feinjustierte Assistenzsysteme. Der bekannte 3,0-Liter-V6-TSI in Kombination mit dem Elektromotor bleibt unverändert. Genau hier beginnt die zentrale Frage dieses Tests: Reicht ein technisches Feintuning, um im Jahr 2026 gegen Plug-in-Hybride mit über 100 Kilometern elektrischer Reichweite zu bestehen?
Der VW Touareg R Facelift tritt nicht als kompromissloser Sport-SUV auf. Er versteht sich vielmehr als Hochleistungs-Gran-Turismo im SUV-Format – souverän, langstreckentauglich, technologisch anspruchsvoll. Doch im Premiumsegment entscheidet nicht nur Technik, sondern auch Markenimage.
Kann der Touareg R als Volkswagen über sechsstellige Preise rechtfertigen? Wie alltagstauglich ist der Plug-in-Hybrid wirklich? Und lohnt sich der Kauf noch, bevor die Produktion endet?
Der ausführliche Fahrbericht liefert die Antworten.
Der Look
Beim VW Touareg R Facelift setzt Volkswagen nicht auf visuelle Revolution, sondern auf präzise Nachschärfung. Die Proportionen bleiben unangetastet: langer Radstand, breite Spur, hohe Schulterlinie. Genau diese klassische SUV-Architektur verleiht dem Touareg weiterhin jene Präsenz, die ihn seit jeher vom Tiguan oder T-Roc klar abgrenzt. Er wirkt nicht verspielt, nicht experimentell – sondern bewusst erwachsen.
Die sichtbarste Veränderung betrifft die Frontpartie. Mit den neuen HD-Matrix-LED-Scheinwerfern erhält der VW Touareg R Facelift nicht nur eine modifizierte Lichtgrafik, sondern auch eine technisch deutlich weiterentwickelte Lichtarchitektur. Mehr einzelne LED-Segmente ermöglichen eine präzisere Ausblendung anderer Verkehrsteilnehmer und eine feinere adaptive Steuerung. In der Praxis bedeutet das: maximale Ausleuchtung bei gleichzeitig minimaler Blendwirkung. Gerade im Premium-SUV-Segment ist das inzwischen ein zentrales Differenzierungsmerkmal.
Der Kühlergrill wurde breiter gezeichnet und stärker in die horizontale Linienführung eingebunden. Das lässt den Touareg optisch flacher wirken, obwohl sich an den Abmessungen nichts geändert hat. Die R-spezifischen Details bleiben dezent. Schwarze Applikationen, groß dimensionierte Leichtmetallräder und die typische R-Inszenierung setzen Akzente, ohne in demonstrative Aggressivität zu kippen. Der Touareg R will kein extrovertierter Sportler sein – er will Autorität ausstrahlen.
Am Heck fällt insbesondere das beleuchtete Markenemblem auf. Dieses Detail ist weniger Showeffekt als Markensignal. In einer Zeit, in der immer mehr Hersteller auf durchgehende LED-Lichtleisten setzen, geht Volkswagen einen anderen Weg und betont bewusst das zentrale Logo.
Farbtöne wie Siliziumgrau Matt verstärken diesen Auftritt zusätzlich. Matte Lackierungen betonen Flächen stärker als Linien. Dadurch wirkt das SUV skulpturaler, fast architektonisch. Gleichzeitig steigt damit auch der Preis deutlich.
Im direkten Vergleich zu BMW X5 oder Porsche Cayenne bleibt der VW Touareg R Facelift optisch zurückhaltender. Er inszeniert Leistung nicht über Übertreibung, sondern über Präzision. Genau das macht ihn für viele Käufer attraktiv – für andere jedoch vielleicht zu leise.
Und innen?
Der Innenraum des VW Touareg R Facelift folgt einer klaren Priorität: Langstrecke, Ruhe, Übersicht. Während manche Premium-Fullsize-SUVs ihr Cockpit als sportliches Statement inszenieren, bleibt der Touareg bewusst sachlich und funktional – allerdings auf hohem Niveau. Das Innovision Cockpit mit dem großen Zentraldisplay wirkt auch 2026 nicht wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Gerade die Grundidee, zentrale Fahrfunktionen, Navigation und Assistenzdarstellungen großflächig zu bündeln, passt noch immer erstaunlich gut in diese Klasse.
Mit dem Facelift rückt die Bedienung näher an das heran, was Nutzer heute erwarten: schnellere Reaktionszeiten, logischere Menüs, weniger Reibung bei den alltäglichen Klickwegen. Wer viele Kilometer frisst, merkt so etwas sofort – weniger Ablenkung, weniger “Wo war das nochmal?”, mehr Routine. Die Assistenz-Visualisierung wirkt aufgeräumter, die Systemdarstellung moderner, und der Touareg bleibt dabei angenehm unaufgeregt.
Beim Materialeindruck spielt der VW Touareg R Facelift seine Reife aus. Die Oberflächen sind weich, die Verarbeitung präzise, die Haptik stimmig. R-spezifische Akzente setzen punktuell den sportlicheren Ton, ohne den Charakter eines Luxus-Reisers zu überzeichnen. Entscheidend ist: Der Touareg will nicht wie ein Sportler wirken – er will als großes, teures Auto selbstverständlich wirken.
Praktisch bleibt er es auch. Im Fond herrscht reichlich Raum, und das Ladeabteil bleibt üppig dimensioniert. Gleichzeitig zeigt sich hier die Plug-in-Hybrid-Realität: Unter dem Kofferraumboden fehlt Platz, weil die Hybridtechnik den Stauraum unter der Abdeckung beansprucht. 665 Liter stehen immer bereit. An der maximalen Variabilität ändert das jedoch nichts. Mit umgeklappter Rückbank stehen bis zu 1.675 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Wer also großes Reisegepäck oder sperrige Fracht plant, bleibt auch im Touareg R auf der sicheren Seite.
Der Antrieb des VW Touareg R Facelift
Im Zentrum des VW Touareg R Facelift arbeitet weiterhin das bekannte Plug-in-Hybrid-System aus einem aufgeladenen 3,0-Liter-V6-TSI-Benziner und einem integrierten Elektromotor. Der Verbrenner leistet für sich genommen 340 PS und stellt 450 Newtonmeter Drehmoment bereit. Ergänzt wird er durch eine elektrische Einheit mit 100 kW Leistung. In Summe ergibt sich daraus eine Systemleistung von 462 PS sowie ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern.
Die Kraftübertragung erfolgt über eine Achtgang-Automatik an alle vier Räder. Der serienmäßige 4MOTION-Allradantrieb verteilt die Leistung variabel zwischen Vorder- und Hinterachse. Trotz eines Leergewichts von deutlich über 2,5 Tonnen beschleunigt der VW Touareg R Facelift in 5,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt elektronisch begrenzt bei 250 km/h.
Diese Werte verorten den Touareg R klar im oberen Leistungsbereich des Premium-Fullsize-SUV-Segments. Gleichzeitig wird im Fahrbetrieb deutlich, dass Volkswagen den Fokus nicht auf maximale Agilität legt. Die Kombination aus Luftfederung, adaptiver Dämpferregelung und neu abgestimmter Fahrwerkslogik zielt in erster Linie auf Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.
Das Facelift bringt hier vor allem Detailarbeit. Neue Sensorik zur Dachlast-Erkennung sowie Anpassungen an der ESP-Charakteristik sollen das Fahrverhalten bei voller Beladung verbessern. Gerade auf langen Autobahnetappen vermittelt der Touareg R dadurch ein hohes Maß an Ruhe und Spurtreue.
Auffällig bleibt jedoch, dass der aktive elektromechanische Wankausgleich im R-Modell weiterhin nicht verfügbar ist. Aufgrund des Bauraumbedarfs der Hybridbatterie entfällt dieses System, das in anderen Touareg-Varianten für eine deutlich reduzierte Seitenneigung sorgt.
Im Ergebnis fährt sich der VW Touareg R Facelift weniger wie ein Performance-SUV, sondern eher wie ein leistungsstarker Gran Turismo im SUV-Format – mit klarer Ausrichtung auf souveräne Langstrecke statt maximaler Kurvendynamik.
Alltag & Verbrauch
Volkswagen gibt für den VW Touareg R Facelift einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 2,7 Litern pro 100 Kilometer sowie einen Stromverbrauch von 24,4 kWh/100 km an. Diese Werte entstehen jedoch unter idealisierten Laborbedingungen und setzen eine regelmäßig geladene Batterie voraus.
Im realen Fahrbetrieb verschiebt sich das Bild deutlich. Mit entladenem Akku nennt der Hersteller einen kombinierten Verbrauch von 9,4 Litern Super auf 100 Kilometer. In unserem Drittelmix aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn lag der durchschnittliche Verbrauch bei 8,5 Litern pro 100 Kilometer – und damit unterhalb der offiziellen Herstellerangabe.
Bei defensiver Fahrweise ließ sich dieser Wert weiter reduzieren. In einer gezielten Verbrauchsrunde pendelte sich der Touareg R Facelift bei 6,4 Litern pro 100 Kilometer ein. Für ein Plug-in-Hybrid-SUV dieser Leistungsklasse ist das ein respektabler Wert, insbesondere wenn die Systemleistung von 462 PS berücksichtigt wird.
Mit seinem 75-Liter-Tankvolumen bleibt der Touareg zudem ein klassisches Langstreckenfahrzeug. Je nach Fahrprofil sind Reichweiten jenseits der 800-Kilometer-Marke möglich, ohne eine Ladestation ansteuern zu müssen.
Gerade auf Autobahnetappen zeigt sich der Vorteil des Hybridkonzepts: Die elektrische Unterstützung entlastet den Verbrennungsmotor bei Teillast, während der V6 bei Bedarf jederzeit seine volle Leistung bereitstellt.
Laden & Reichweite des VW Touareg R Facelift
Die Plug-in-Hybrid-Architektur des VW Touareg R Facelift basiert weiterhin auf einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 14,3 kWh netto. Damit liegt das große SUV inzwischen unter dem Niveau vieler aktueller Wettbewerber, die im Premiumsegment zunehmend Batteriekapazitäten von über 20 kWh einsetzen.
Geladen wird der Touareg R ausschließlich über Wechselstrom. Die maximale Ladeleistung beträgt 7,2 kW an einer AC-Wallbox oder öffentlichen Typ-2-Ladesäule. Eine DC-Schnellladefunktion ist auch nach dem Facelift nicht verfügbar. Gerade im direkten Vergleich zu Plug-in-Hybriden wie dem BMW X5 xDrive50e oder Mercedes GLE 400e, die inzwischen deutlich höhere elektrische Reichweiten und teilweise schnellere Ladeoptionen bieten, fällt dieser Punkt ins Gewicht.
Volkswagen gibt für eine vollständige Ladung der Batterie eine Dauer von rund 150 Minuten an. Im praktischen Test zeigte sich jedoch eine Ladezeit von etwa 180 Minuten, bis der Akku wieder vollständig gefüllt war.
Die elektrische Reichweite wird vom Hersteller mit bis zu 48 Kilometern nach WLTP angegeben. Im Alltag pendelte sich der Wert im Bordcomputer bei rund 45 Kilometern ein. Unter günstigen Bedingungen ließ sich eine tatsächliche elektrische Fahrstrecke von 47 Kilometern realisieren.
Im urbanen Umfeld reicht das für viele Pendelstrecken aus. Im Premium-Fullsize-SUV-Segment verschiebt sich der Maßstab jedoch zunehmend. Wettbewerber erreichen mittlerweile elektrische Reichweiten von über 100 Kilometern pro Batterieladung.
Der VW Touareg R Facelift setzt damit weiterhin stärker auf die Kombination aus Verbrenner- und Elektroantrieb als auf eine möglichst lange rein elektrische Fahrphase.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Der VW Touareg R Facelift bringt bereits serienmäßig eine umfangreiche Technik- und Komfortausstattung mit. Dazu zählen unter anderem das digitale Innovision Cockpit, das großformatige Infotainment-System sowie die weiterentwickelten IQ.LIGHT HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, die im Premium-Fullsize-SUV-Segment weiterhin zu den leistungsfähigsten Lichtsystemen zählen.
Auch die adaptive Luftfederung gehört beim Touareg R zum Serienumfang. Sie ermöglicht eine variable Bodenfreiheit von 150 Millimetern im abgesenkten Belademodus bis hin zu 258 Millimetern im Offroad+-Programm. Diese Bandbreite unterstreicht den Spagat zwischen Langstreckenkomfort und gelegentlicher Geländetauglichkeit.
Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme lässt sich der Touareg R Facelift umfangreich konfigurieren. Systeme wie Travel Assist, Lane Assist oder Emergency Assist unterstützen den Fahrer im teilautomatisierten Fahrbetrieb auf Autobahnen und im Stadtverkehr. Ergänzt wird das Paket durch ein optionales Head-up-Display sowie eine 360-Grad-Kamera mit HD-Auflösung.
Ein zentrales Argument im Alltag bleibt die Anhängelast. Mit bis zu 3,5 Tonnen maximaler Zugkraft positioniert sich der VW Touareg R Facelift klar im oberen Bereich seiner Klasse. Die optional elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung lässt sich dabei bequem per Knopfdruck aus- und einfahren.
Darüber hinaus stehen Komfortfeatures wie klimatisierte Vordersitze mit Massagefunktion, eine Vier-Zonen-Klimaautomatik sowie eine elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung zur Verfügung. Mit der inzwischen erhältlichen FINAL EDITION bündelt Volkswagen ausgewählte Ausstattungselemente zu einem festen Paket, ohne jedoch technische Änderungen am Antrieb vorzunehmen.
Varianten & Preise des VW Touareg R Facelift
Mit dem Facelift hat sich auch die Angebotsstruktur des VW Touareg R verändert. Während das Vorfaceliftmodell noch in klassischer Konfiguration mit frei kombinierbaren Ausstattungspaketen erhältlich war, ist der Touareg inzwischen ausschließlich als FINAL EDITION bestellbar.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung: Unser Testwagen basiert noch auf einem regulären Touareg R Facelift ohne FINAL EDITION Paketstruktur. Technisch gibt es zwischen beiden Varianten keine Unterschiede beim Antrieb. Die FINAL EDITION bündelt primär ausgewählte Komfort- und Assistenzsysteme zu einem festen Ausstattungspaket und soll damit einen Preisvorteil gegenüber der früheren Einzelkonfiguration bieten.
Preislich hat sich der VW Touareg R Facelift deutlich von seinem ursprünglichen Einstieg entfernt. Während das R-Modell zum Marktstart noch für rund 87.000 Euro angeboten wurde, liegt der Basispreis der FINAL EDITION inzwischen bei 103.005 Euro. Damit überschreitet der Touareg R erstmals klar die sechsstellige Grenze.
Unser Testfahrzeug kam auf einen Gesamtpreis von 115.130 Euro. Bei umfangreicher Sonderausstattung sind Endpreise von bis zu 124.000 Euro möglich, ohne Garantieverlängerungen oder Zubehör einzubeziehen.
Hinzu kommt ein zeitlicher Faktor: Der VW Touareg inklusive R-Version wird nur noch bis Ende März 2026 bestellbar sein. Danach stellt Volkswagen die Produktion der Baureihe vollständig ein.
Kundenfeedback
In den aktuellen Stimmen von Besitzern und Interessenten zum Touareg Facelift und speziell zum Touareg R eHybrid zieht sich ein klarer roter Faden durch: Wer das Auto als großen Reise Wagen versteht, ist meist sehr zufrieden. Besonders häufig gelobt werden die souveräne Geräuschdämmung, der entspannte Geradeauslauf und das insgesamt „große“ Fahrgefühl, das eher an Oberklasse erinnert als an klassischen Volkswagen. Auch die Sitzqualität und die Langstreckentauglichkeit werden regelmäßig positiv erwähnt, ebenso die sehr starke Systemleistung, die im Alltag als mühelos und jederzeit abrufbar beschrieben wird.
Ebenfalls auffällig: Das neue HD Matrix Licht sorgt bei vielen für echte Begeisterung, weil die Ausleuchtung als extrem präzise und komfortsteigernd wahrgenommen wird. Gleichzeitig tauchen in Diskussionen auch wiederholt Hinweise auf, dass die korrekte Einstellung und Justage des Lichtsystems sensibel ist und nicht jede Werkstatt das auf Anhieb perfekt hinbekommt. Beim Infotainment ist das Bild ähnlich zweigeteilt. Viele finden das große Display und die Aktualisierungen im Facelift gelungen, einige berichten aber weiterhin von Software Macken oder von kleinen Alltagsnervigkeiten, die man in dieser Preisklasse weniger erwartet.
Der größte Kritikpunkt bleibt jedoch der Plug in Hybrid Alltag. Ein Teil der Nutzer sagt offen: Ohne konsequentes Laden ist der Touareg R kein Effizienz Wunder, dann rutscht der Verbrauch schnell in Regionen, die eher zu einem starken V6 passen als zu einem elektrifizierten Konzept. Dazu kommt: Die elektrische Reichweite wird im Vergleich zu neueren PHEV Konzepten als nicht mehr konkurrenzfähig empfunden. In diesem Zusammenhang fällt auch die fehlende DC Schnellladung immer wieder negativ auf. Und natürlich ist der Preis ein Dauer Thema: Viele bewerten den Touareg als technisch stark, stellen aber die sechsstellige Positionierung unter Volkswagen Logo kritisch in Frage.
Fazit zum VW Touareg R Facelift
Der VW Touareg R Facelift ist kein emotionales Feuerwerk zum Abschied. Er ist eher ein kontrollierter, souveräner Abgang. Und genau das passt zu diesem Modell.
Mit 462 PS Systemleistung, 700 Newtonmetern Drehmoment und 5,1 Sekunden auf 100 km/h liefert der Touareg R Leistungswerte, die im Premium-Fullsize-SUV-Segment absolut konkurrenzfähig sind. Gleichzeitig bleibt er seiner Linie treu: kein kompromissloser Sportler, sondern ein extrem kraftvoller Langstrecken-Gleiter. Wer hier ein überzeichnetes R-Drama erwartet, wird enttäuscht. Wer ein technisch ausgereiftes, ruhiges, sehr schnelles Reise-SUV sucht, findet genau das.
Das Facelift selbst bringt sinnvolle Detailverbesserungen. Vor allem das HD-Matrix-Licht und die überarbeitete Assistenz-Logik zeigen, dass Volkswagen an den richtigen Stellen nachgeschärft hat. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wo nicht mehr investiert wurde. Die Batteriegröße bleibt unverändert, die Ladeleistung stagniert bei 7,2 kW AC, eine DC-Option fehlt vollständig. In einem Umfeld, in dem Plug-in-Hybride inzwischen über 100 Kilometer elektrisch fahren können, wirkt das Konzept des Touareg R nicht mehr ganz zeitgemäß.
Hinzu kommt die Preispositionierung. Jenseits der 100.000-Euro-Marke tritt der Touareg R gegen Marken an, deren Image im Luxussegment stärker verankert ist. Technisch kann er mithalten. Emotional ist die Entscheidung komplexer.
Mit der Einstellung der Baureihe endet eine 23-jährige SUV-Ära bei Volkswagen. Der Touareg war stets Technologie-Träger und interner Benchmark. Der VW Touareg R Facelift verabschiedet sich würdevoll – aber ohne den letzten großen Paukenschlag.
Konkurrenzmodelle
Im direkten Wettbewerbsumfeld des VW Touareg R Facelift zeigt sich eine Besonderheit, die selbst innerhalb der eigenen Baureihe auffällt. Während der Touareg weiterhin als klassischer 3,0-Liter-V6-TSI-Benziner sowie als V6-TDI-Diesel mit 231 oder 286 PS angeboten wird, bleibt das Topmodell Touareg R ausschließlich dem Plug-in-Hybrid-Antrieb vorbehalten.
Das bedeutet: Innerhalb derselben Modellfamilie existieren weiterhin konventionelle Sechszylinder-Antriebe – im leistungsstärksten Modell jedoch nicht. Der Touareg R verfolgt damit eine andere Strategie als viele direkte Wettbewerber im Premium-Fullsize-SUV-Segment.
So ist der BMW X5 auch 2026 neben dem Plug-in-Hybrid xDrive50e weiterhin als xDrive30d (Test des BMW X5 xDrive30d) und xDrive40d mit Reihensechszylinder-Diesel erhältlich. Der Audi Q7 bleibt als 50 TDI mit 3,0-Liter-V6-Diesel im Programm (Test des Audi Q7 2025), während der Mercedes GLE sowohl als GLE 300d als auch als GLE 450d (Test des Mercedes-Benz GLE 450d) verfügbar ist. Selbst im Plug-in-Hybrid-Bereich existieren mit dem GLE 350de Diesel-basierte Elektrifizierungsvarianten.
Gerade für Vielfahrer mit hoher Jahreslaufleistung gelten diese Sechszylinder-Diesel weiterhin als besonders effizient bei konstant hohem Autobahntempo. Im Premiumsegment bleiben sie daher eine feste Größe.
Der Porsche Cayenne positioniert sich stärker über leistungsorientierte Benzin- und Hybridantriebe, während der Range Rover Sport ebenfalls mehrere elektrifizierte Reihensechszylinder-Optionen anbietet.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Der VW Touareg R Facelift ist weniger als universelle Antriebsalternative gedacht, sondern als spezifisches Topmodell für Käufer, die bewusst ein leistungsstarkes Plug-in-Hybrid-Konzept suchen. Klassische V6-Diesel bleiben im Segment weiterhin relevant – im Touareg selbst ebenso, im Touareg R jedoch nicht.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D






























