Das Cupra Formentor Diesel Facelift zeigt eindrucksvoll, dass ein Selbstzünder im Jahr 2026 keineswegs zum alten Eisen gehört – im Gegenteil: In diesem Fall wirkt er wie die vielleicht vernünftigste, aber gleichzeitig unterschätzteste Variante des spanischen Bestsellers.
Denn während Plug-in-Hybride mit theoretischen Normverbräuchen glänzen und Performance-Modelle wie ein fahrender Espresso-Shot durch die Szene knallen, macht der Formentor 2.0 TDI genau das, was viele tatsächlich brauchen: Er fährt weit, er fährt effizient, und er fährt vor allem ohne Drama.
Dass Cupra seinem wichtigsten Modell nun ein Facelift spendiert hat, war dabei weniger kosmetische Pflichtübung als strategische Feinjustierung. Der Formentor bleibt das erste eigenständig entwickelte Modell der Marke und damit so etwas wie ihr rollendes Manifest – entsprechend sensibel musste man bei der Überarbeitung vorgehen.
Über 104.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2025 sprechen eine klare Sprache, ebenso wie mehr als 111.000 Zulassungen allein in Deutschland. Der Formentor ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern fester Bestandteil des Straßenbildes – und genau deshalb musste das Facelift sitzen.
Was sich konkret geändert hat und warum gerade der Diesel innerhalb des Portfolios eine überraschend starke Rolle spielt, klärt dieser Fahrbericht.
Der Look
Das Facelift des Cupra Formentor Diesel folgt grundsätzlich der gleichen Designlinie, die bereits beim Hybrid und den stärkeren VZ-Modellen eingeführt wurde – allerdings wirkt sie hier fast am stimmigsten. Nicht, weil sie spektakulärer wäre, sondern weil sie besser zum Charakter des Fahrzeugs passt.
Die neue Front mit der sogenannten „Sharknose“ steht dem Formentor ausgesprochen gut. Sie wirkt schärfer, präziser und gleichzeitig weniger verspielt als zuvor. Die dreieckige Lichtsignatur, die inzwischen so etwas wie die visuelle DNA von Cupra darstellt, ist natürlich auch hier präsent. Im Gegensatz zum Hybrid, der diese Elemente fast schon zelebriert, bleibt der Diesel dabei jedoch angenehm zurückhaltend. Er zeigt sie – aber er schreit sie nicht heraus.
Genau das macht den Unterschied. Während ein Formentor VZ oder gar die ABT-Variante (Test des Cupra Formentor VZ ABT) die gleiche Designsprache eher als Provokation versteht, nutzt der Diesel sie als selbstbewusste, aber kontrollierte Inszenierung. Die Proportionen bleiben unverändert stark: die lange Motorhaube, die coupéhafte Dachlinie und die breite Spur sorgen weiterhin für diesen typischen, fast geduckten Auftritt, der sich klar von klassischen Kompakt-SUVs abhebt.
Auch die Details sitzen. Die schwarzen Applikationen rund um Schweller und Radläufe wirken in Kombination mit den kupferfarbenen Elementen nach wie vor wie ein bewusst gesetzter Kontrast – nicht überladen, sondern gezielt eingesetzt. Gerade in helleren Lackierungen wie „Glacial Weiß Metallic“ treten diese Akzente besonders deutlich hervor und verleihen dem Fahrzeug eine gewisse technische Klarheit.
Am Heck zeigt sich das Facelift dann am deutlichsten. Das durchgehende Leuchtband mit integriertem, beleuchtetem Cupra-Logo sorgt für eine moderne Signatur, die bei Nacht sofort erkennbar ist. Es wirkt hochwertiger als zuvor und gleichzeitig weniger verspielt als bei manchen Wettbewerbern, die ähnliche Elemente inzwischen inflationär einsetzen.
Unterm Strich wirkt der Formentor nach der Überarbeitung nicht radikal anders, aber deutlich präziser. Und genau das passt zum Diesel: kein extrovertiertes Showcar, sondern ein Fahrzeug, das weiß, was es kann – und es nicht ständig beweisen muss.
Und innen?
Im Innenraum zeigt der Cupra Formentor Diesel Facelift vielleicht sogar noch deutlicher als außen, worum es bei dieser Modellpflege eigentlich ging. Denn hier hat Cupra nicht alles neu erfunden, sondern vor allem dort nachgebessert, wo der Formentor bislang gelegentlich den Eindruck hinterließ, als sei die Hardware schon fertig gewesen, während die Software noch schnell auf dem Weg zur Präsentation abgefangen wurde.
Das Grundlayout bleibt bekannt und überzeugend. Man sitzt tief für ein SUV, angenehm integriert statt aufgesetzt, mit guter Übersicht nach vorn und einer Armaturentafel, die den Fahrer weiterhin klar in den Mittelpunkt rückt. Der neue 12,9-Zoll-Bildschirm wirkt nun sauberer eingebunden und vor allem alltagstauglicher als zuvor. Die Menüstruktur ist nachvollziehbarer, die Reaktionszeit besser, und die Bedienung fühlt sich insgesamt weniger nach digitalem Kompromiss an. Das klingt banal, ist im Alltag aber ein echter Fortschritt.
Auch das Ambiente passt. Die Sportsitze bieten ordentlichen Seitenhalt, ohne bei längeren Strecken auf die Nerven zu gehen, und die Materialauswahl vermittelt genau jene Mischung aus sportlichem Anspruch und solider Konzernlogik, die man in dieser Klasse erwartet. Der Formentor will innen nach wie vor kein Wohnzimmer auf Rädern sein, sondern eher ein modern eingerichteter Arbeitsplatz mit guter Haltung. Das gelingt ihm ziemlich überzeugend.
Im Vergleich zum Hybrid (Test des Cupra Formentor Hybrid) profitiert der Diesel zudem von einem ganz praktischen Vorteil: dem unveränderten Raumangebot im Gepäckabteil. Wo der Plug-in-Hybrid wegen seines Akkus beim Ladevolumen sichtbar zurückstecken muss, bleibt der Diesel der nüchternere und damit oft sinnvollere Begleiter für Alltag, Reise und Familie. 450 Liter Kofferraumvolumen sind in dieser Klasse absolut brauchbar, maximal sind es 1.505 Liter. Dazu kommen eine angenehm niedrige Ladekante und ein ebener Ladeboden.
Gerade deshalb wirkt der Formentor Diesel innen so stimmig. Er verzichtet auf den besonderen Technikbonus des Hybridmodells und auf die inszenierte Sportlichkeit eines ABT, bietet dafür aber das vielleicht rundeste Gesamtpaket. Nicht spektakulär im Sinne von Effekthascherei, sondern im besten Sinne fertig.
Der Antrieb des Cupra Formentor Diesel
Im Cupra Formentor Diesel Facelift steckt kein Motor, der beim Starten erstmal Eindruck schinden will. Der 2.0 TDI läuft an, klingt kurz nach „ja, ich bin ein Diesel“, und dann ist Ruhe. Kein Drama, kein Auftritt. Und genau das ist der Punkt.
150 PS klingen auf dem Papier nicht nach Aufregung, reichen im Alltag aber erstaunlich weit. Die 360 Newtonmeter liegen früh an, und das merkt man. Der Formentor bewegt sich ohne Diskussion vom Fleck, zieht sauber durch und fühlt sich dabei nie angestrengt an. Man muss ihn nicht treten, man muss ihn nicht überreden. Er macht einfach.
Das 7-Gang-DSG hat Cupra im Facelift spürbar besser in den Griff bekommen. Früher gab es gern diesen kurzen Moment, in dem das Getriebe wirkte, als würde es intern eine Teamsitzung abhalten. Heute entscheidet es schneller. Und vor allem nachvollziehbarer. Es schaltet dann, wenn es Sinn ergibt, nicht dann, wenn es gerade Lust hat.
Dass es den Diesel nur noch mit Frontantrieb gibt, wirkt in der Praxis weniger dramatisch, als es auf dem Datenblatt klingt. Im Gegenteil: Der Formentor fühlt sich dadurch angenehm leichtfüßig an. Kein unnötiges Gewicht, keine zusätzliche Komplexität. Wer regelmäßig im Gelände unterwegs ist, wird hier ohnehin nicht zugreifen. Alle anderen vermissen nichts.
Fahrdynamisch bleibt der Formentor seiner Linie treu. Die Lenkung ist präzise genug, um nicht zu nerven, aber auch nicht so künstlich direkt, dass sie ständig Aufmerksamkeit verlangt. Das Fahrwerk hält die Balance zwischen straff und langstreckentauglich, ohne sich dabei in irgendeine Richtung zu verrennen. Wer vom ABT kommt, wird hier weniger Spektakel finden. Wer vom Hybrid kommt, bekommt dafür ein direkteres, ehrlicheres Fahrgefühl.
Das Start-Stopp-System wirkt dagegen wie ein kleiner Zeitsprung zurück. Es startet den Motor nicht, es weckt ihn. Das funktioniert, passt aber nicht ganz zum ansonsten ziemlich aufgeräumten Eindruck des Antriebs.
Alltag & Verbrauch
Der Cupra Formentor Diesel spielt seine Stärken genau dort aus, wo viele moderne Antriebskonzepte anfangen zu diskutieren: im Alltag. Während Plug-in-Hybride erst dann glänzen, wenn sie regelmäßig geladen werden, und leistungsstarke Benziner ihren Durst selten verbergen, macht der 2.0 TDI einfach das, was man von ihm erwartet – und das ziemlich konstant.
Im Test lag der Durchschnittsverbrauch bei 5,6 Litern auf 100 Kilometer im Drittelmix. Damit bleibt der Formentor Diesel nah an der Werksangabe und vor allem berechenbar. Keine Überraschungen, keine Ausreißer nach oben, sobald man das Fahrzeug normal bewegt. Wer bewusst fährt, kommt noch deutlich darunter. Die Sparrunde mit 3,8 Litern zeigt, was möglich ist, wenn man es darauf anlegt – ohne dabei zum rollenden Verkehrshindernis zu werden.
Entscheidend ist aber weniger der einzelne Wert als das Gesamtbild. Mit einem Tankvolumen von 50 Litern ergibt sich eine Reichweite, die man heute fast schon als Luxus bezeichnen kann. Langstrecke verliert damit ihren Schrecken. Einmal volltanken und einfach fahren, statt alle paar hundert Kilometer nach der nächsten Ladesäule oder Tankstelle zu suchen – das hat im Jahr 2026 fast schon etwas Beruhigendes.
Gerade auf der Autobahn spielt der Diesel seine klassische Stärke aus. Konstant hohes Tempo, niedrige Drehzahlen, wenig Stress. Der Formentor wirkt hier wie gemacht für lange Etappen. Kein ständiges Nachregeln, kein nervöses Energiemanagement, sondern einfach Strecke machen. Wer regelmäßig größere Distanzen fährt, merkt sehr schnell, warum dieser Antrieb nach wie vor seine Berechtigung hat.
Im Stadtverkehr bleibt der Verbrauch ebenfalls im Rahmen, auch wenn das Start-Stopp-System nicht zu den feinfühligsten gehört. Es arbeitet solide, aber nicht unauffällig. Wer viel im Stop-and-Go unterwegs ist, wird das bemerken, ohne dass es wirklich stört.
Im direkten Vergleich zum Hybrid zeigt sich ein klarer Unterschied im Nutzungskonzept. Der Plug-in (Test des Cupra Formentor Hybrid) kann im Idealfall lokal emissionsfrei unterwegs sein, verlangt dafür aber Disziplin beim Laden. Der Diesel dagegen funktioniert immer gleich. Einsteigen, fahren, fertig. Klingt unspektakulär, ist im Alltag aber oft genau das, was man will.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Der Cupra Formentor Diesel Facelift macht beim Thema Ausstattung keine halben Sachen. Schon die Basis bringt mehr mit, als man in dieser Klasse früher erwarten durfte – und vor allem mehr, als manche Wettbewerber bis heute serienmäßig anbieten.
Drei-Zonen-Klimaautomatik, Voll-LED-Licht, ein digitales Cockpit und das große 12,9-Zoll-Infotainment sind immer an Bord. Dazu kommen Dinge wie Ambientebeleuchtung, ein beheizbares Sportlenkrad und ausreichend Ladeoptionen für alles, was heute zwingend mitgeführt werden muss. USB-C vorne und hinten, 12-Volt-Anschlüsse, dazu eine Konnektivität, die zuverlässig funktioniert. Kein Highlight, aber genau das ist hier die gute Nachricht.
Das Infotainment selbst wurde im Facelift spürbar verbessert. Es reagiert schneller, wirkt aufgeräumter und kommt ohne die ganz großen Aussetzer aus, die man früher durchaus erleben konnte. Die Menüführung ist immer noch kein Lehrbuchbeispiel für Intuition, aber zumindest muss man sich nicht mehr durch jede Funktion kämpfen. Apple CarPlay und Android Auto laufen kabellos und stabil, was am Ende ohnehin wichtiger ist als jede native Navigation.
Bei den Assistenzsystemen zeigt sich der Formentor angenehm vollständig. Adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und die üblichen Sensorhelfer sind mit an Bord und arbeiten weitgehend unauffällig. Genau so soll es sein. Sie greifen ein, wenn es nötig ist, und halten sich ansonsten zurück. Niemand will ein Auto, das sich ständig selbst kommentiert.
Ein echtes Highlight sind die optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer. Die Ausleuchtung ist breit, homogen und vor allem intelligent gesteuert. Der Gegenverkehr wird präzise ausgeblendet, ohne dass man selbst auf Reichweite verzichten muss. Wer regelmäßig nachts unterwegs ist, sollte hier nicht lange überlegen. Es gehört zu den wenigen Extras, die man nicht nur sieht, sondern jeden Tag beziehungsweise Nacht spürt.
Auch beim Thema Komfort zeigt sich der Formentor ausgewogen. Die Sitze bieten ausreichend Seitenhalt, ohne zu streng zu wirken, und bleiben auch auf längeren Strecken angenehm. Die Geräuschdämmung ist ordentlich, selbst wenn der Diesel unter Last nicht ganz verborgen bleibt.
Optional lässt sich das Ganze schnell Richtung Oberklasse treiben. Panorama-Glasdach, Sennheiser-Soundsystem oder das „Pure Performance Paket“ mit adaptivem Fahrwerk sorgen dafür, dass aus einem gut ausgestatteten SUV sehr schnell ein ziemlich luxuriöses Gesamtpaket wird. Und genau hier liegt der kleine Haken: Wer einmal anfängt, durch die Optionsliste zu klicken, merkt schnell, wie aus einem fair eingepreisten Diesel ein deutlich teurerer Formentor wird. Womit wir beim nächsten Kapitel wären.
Varianten & Preise des Cupra Formentor Diesel
Der Cupra Formentor Facelift ist kein Auto, das sich auf eine Zielgruppe festlegt. Er deckt vom soliden Einstieg bis zur kompletten Eskalation alles ab, was der Markt aktuell hergibt. Und genau das macht ihn strategisch so interessant.
Los geht es mit dem 1.5 TSI mit 150 PS ab 41.710 Euro. Klassischer Einstieg, Handschalter, ausreichend Leistung – aber eher etwas für diejenigen, die den Formentor wegen der Optik wollen und nicht wegen seiner Dynamik. Der 1.5 eTSI bringt als Mildhybrid etwas mehr Effizienz ins Spiel und startet bei 44.435 Euro.
Der hier getestete Cupra Formentor Diesel positioniert sich genau dazwischen, wo es für viele Käufer sinnvoll wird. Der 2.0 TDI mit 150 PS beginnt bei 46.333 Euro und richtet sich klar an Vielfahrer. Keine elektrische Spielerei, kein Leistungsüberschuss, sondern ein Antrieb, der auf Strecke gedacht ist. Wer regelmäßig unterwegs ist, landet früher oder später genau hier.
Darüber beginnt die breite Spielwiese. Der 2.0 TSI mit 204 PS und Allrad startet bei 47.630 Euro und bringt deutlich mehr Leistung, ohne gleich in extreme Regionen abzudriften. Die Plug-in-Hybride mit 204 und 272 PS (ab 49.885 bzw. 54.445 Euro) setzen dagegen auf Effizienz im Idealfall – funktionieren aber nur dann wirklich überzeugend, wenn man sie auch lädt. Wer das nicht tut, fährt letztlich einen schweren Benziner mit Zusatzgewicht spazieren.
Richtig ernst wird es bei den VZ-Modellen. Der 265-PS-Benziner ab 51.485 Euro bringt bereits serienmäßig mehr Ausstattung und spürbar mehr Dynamik. Darüber folgen der 333-PS-Allradler und schließlich das VZ5-Topmodell mit Fünfzylinder und 390 PS ab 72.950 Euro. Spätestens hier ist der Punkt erreicht, an dem Vernunft keine Rolle mehr spielt. Wer es besonders mag, erhält für fast alle Motoren übrigens die neue Tribe Edition.
Der Diesel wirkt in diesem Umfeld fast wie die rationale Mitte. Kein Verzicht, aber auch kein Übertreiben. Wobei „vernünftig“ relativ ist. Der getestete Wagen lag bei 57.887 Euro. Und das zeigt ziemlich gut, wie schnell sich der Preis entwickelt, wenn man Optionen wie Matrix-LED, Soundsystem oder Fahrwerkspakete mitnimmt.
Kundenfeedback
Ein Blick in Foren, Bewertungsportale und Nutzerberichte zeigt ein recht klares Bild vom Cupra Formentor – und das gilt auch für den Diesel im Facelift. Die meisten Rückmeldungen beginnen nicht mit Zahlen oder Fakten, sondern mit einem einfachen Punkt: dem Design. Viele Besitzer beschreiben den Formentor als eines der wenigen Fahrzeuge in dieser Klasse, das im Alltag wirklich auffällt. Gerade die neue Lichtsignatur und die Frontgestaltung werden häufig als eigenständig und modern wahrgenommen.
Im Alltag bekommt der Diesel vor allem für seine Langstreckentauglichkeit positives Feedback. Nutzer berichten regelmäßig, dass sich der Formentor entspannt über längere Distanzen bewegen lässt, ohne dass man sich ständig mit Verbrauch oder Reichweite beschäftigen muss. Genau dieser „einsteigen und fahren“-Charakter wird häufig als Vorteil gegenüber Plug-in-Hybriden genannt, bei denen das Thema Laden im Alltag eine größere Rolle spielt, als es viele vor dem Kauf erwarten.
Auch das Fahrverhalten wird überwiegend positiv beschrieben. Die Kombination aus ausreichend Leistung, gut abgestimmtem Fahrwerk und dem inzwischen verbesserten DSG sorgt laut vielen Stimmen für ein angenehmes, unaufgeregtes Fahrerlebnis. Der Formentor wird dabei oft als „komfortabler als erwartet“ beschrieben, ohne dabei seine sportliche Grundnote komplett zu verlieren.
Kritik gibt es vor allem bei der Technik – allerdings mit einer interessanten Entwicklung. Während frühe Modelle häufiger wegen Infotainment-Problemen oder Software-Aussetzern kritisiert wurden, berichten viele Besitzer des Facelifts von deutlichen Verbesserungen. Ganz verschwunden ist das Thema aber nicht. Vereinzelt wird weiterhin von verzögerten Reaktionen im System oder kleineren Bugs gesprochen, wenn auch deutlich seltener als zuvor.
Ein weiterer Punkt betrifft die Geräuschkulisse. Der Diesel wird im Alltag zwar als effizient und durchzugsstark wahrgenommen, akustisch bleibt er aber ein Diesel. Gerade unter Last ist das im Innenraum hörbar, was nicht jeden stört, aber regelmäßig erwähnt wird.
In Summe zeigt sich ein recht stimmiges Bild: Der Formentor überzeugt viele Besitzer durch Design, Alltagstauglichkeit und Fahrkomfort, während die Kritikpunkte vor allem im Detail liegen – und sich mit dem Facelift zumindest teilweise entschärft haben.
Fazit zum Cupra Formentor Diesel 2026
Der Cupra Formentor Diesel Facelift ist die Variante, über die am wenigsten gesprochen wird – und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Während sich beim Hybrid vieles um Ladezyklen, Reichweiten und den richtigen Umgang mit Technik dreht und die stärkeren Benziner eher nach Feierabend und leerer Landstraße verlangen, macht der Diesel einfach seinen Job. Und das erstaunlich gut. Er passt zum Auto, weil er dessen Stärken nicht überdeckt, sondern unterstützt.
Das Facelift hat dem Formentor genau die Dinge mitgegeben, die ihm gefehlt haben. Das Design wirkt klarer, das Infotainment endlich nutzbar, das Gesamtpaket runder. Nichts davon revolutionär, aber alles spürbar. Man merkt, dass hier nicht neu erfunden, sondern gezielt nachgebessert wurde.
Im Alltag spielt der Formentor Diesel seine Karten dann sehr unaufgeregt aus. Er fährt weit, er fährt effizient und er fährt vor allem ohne dass man sich groß Gedanken machen muss. Genau das unterscheidet ihn von vielen Alternativen, die entweder mehr Aufmerksamkeit verlangen oder mehr versprechen, als sie im Alltag einlösen.
Natürlich ist das nicht die Version für große Emotionen. Wer Sound, maximale Leistung oder elektrische Spielerei sucht, wird woanders glücklicher. Und ja, die Optionsliste kennt nur eine Richtung. Nach oben.
Interessant ist aber, wie stimmig dieses Gesamtpaket wirkt, wenn man es einfach nutzt, statt es zu analysieren. Der Cupra Formentor Diesel fühlt sich nicht wie die abgespeckte Variante an, sondern wie die logischste.
Und genau das macht ihn am Ende so gut.
Konkurrenzmodelle
Der Cupra Formentor Diesel bewegt sich in einem Segment, das voller Alternativen wirkt, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich wenige echte Gegenstücke bietet. Denn die klassische Crossover-Idee – flach, sportlich, aber alltagstauglich – ist im Kompaktbereich mit Verbrenner inzwischen eher die Ausnahme als die Regel.
Modelle wie der Volkswagen T-Roc (Test des VW T-Roc 2025) stehen für die klassische SUV-Interpretation. Praktisch, übersichtlich, funktional. Alles richtig gemacht, aber eben auch alles sehr erwartbar. Der Formentor wirkt daneben wie derjenige, der beim Design nicht nach Kompromiss gesucht hat.
Ähnlich sachlich gehen Hyundai Kona (Test des Hyundai Kona Hybrid) und Kia Sportage (Test des Kia Sportage Diesel) an die Sache heran. Viel Technik, viel Ausstattung, oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber der Fokus liegt klar auf Komfort und Effizienz. Charakter ist hier eher optional.
Der Mazda CX-30 (Test des Mazda CX-30 2025) setzt einen anderen Akzent. Hochwertig verarbeitet, optisch eigenständig, fahrdynamisch angenehm klassisch. Im direkten Vergleich wirkt er jedoch zurückhaltender, fast schon vorsichtig. Der Formentor geht hier bewusst einen Schritt weiter.
Im Premium-Lager wird es erwartungsgemäß teurer. Ein BMW X2 tritt größer und innen variabler auf, verliert dabei aber ein Stück dieser flachen Crossover-Ästhetik. Der Audi Q3 Sportback bleibt seinem bekannten Rezept treu: hochwertig, sauber verarbeitet, aber auch ziemlich berechenbar.
Der Mercedes-Benz GLA legt den Fokus stark auf Komfort, Assistenzsysteme und Markenwirkung. Technisch überzeugend, emotional eher zurückhaltend. Genau das Gegenteil versucht der Formentor zu sein.
Mit dem Mini Countryman kommt noch eine Lifestyle-Alternative ins Spiel. Individuell, auffällig, aber weniger konsequent als klassischer Allrounder gedacht. Wer hier einsteigt, sucht bewusst etwas anderes.
Und dann ist da noch der Lexus UX (Test des Lexus UX 300h). Hybrid-only, leise, extrem zuverlässig. Ein Fahrzeug für Menschen, die sich möglichst wenig mit ihrem Auto beschäftigen wollen. Emotionalität steht hier nicht im Lastenheft.
Genau in dieser Lücke positioniert sich der Formentor. Er verbindet die flachere, sportlichere Crossover-Form mit einem klassischen Antriebskonzept – etwas, das im Kompaktsegment zunehmend verschwindet. Viele Hersteller gehen entweder Richtung höheres SUV oder direkt Richtung Elektrifizierung. Der Formentor bleibt dazwischen stehen. Und genau das macht ihn so interessant.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D
























