Der Dacia Spring Electric 100 ist ein Auto, das seit seiner Premiere polarisiert. Für die einen war er der längst überfällige Einstieg in die bezahlbare Elektromobilität. Für die anderen ein rollender Kompromiss, der zwar günstig war, dafür aber an vielen Stellen deutlich zeigte, warum er so günstig sein konnte. Die Wahrheit lag, wie so oft, irgendwo dazwischen.
Seit seinem Marktstart Ende 2021 hat Dacia den kleinsten Stromer im Modellprogramm jedoch kontinuierlich weiterentwickelt. Zwar blieb der ganz große Generationswechsel bislang aus, doch der Spring erhielt über die Jahre zahlreiche technische und optische Überarbeitungen. Das neue Markenlogo zog ein, Ausstattungslinien wurden angepasst und unter der Haube änderte sich ebenfalls einiges. Die bisherigen Varianten Electric 45 und Electric 65 sind Geschichte. Stattdessen übernimmt nun der Dacia Spring Electric 100 gemeinsam mit dem Electric 70 das Kommando.
Doch genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche Geschichte. Denn bessere technische Daten auf dem Papier bedeuten noch lange nicht, dass sich ein Auto im Alltag automatisch besser fährt. Kann der Spring seine Rolle als reines Stadtauto inzwischen etwas erweitern? Reicht die neue Motorisierung aus, um auch außerhalb enger Innenstädte entspannt unterwegs zu sein? Und vor allem: Ist aus dem einstigen Preisbrecher mittlerweile ein Elektroauto geworden, das man nicht nur wegen seines günstigen Preises kauft, sondern weil es tatsächlich überzeugt?
Genau diesen Fragen sind wir in unserem Dacia Spring Electric 100 Test nachgegangen. Fahrbericht.
Der Look
Beim Design hat Dacia erfreulicherweise nicht den Fehler gemacht, das Rad neu erfinden zu wollen. Warum auch? Der Spring war schon immer als sympathischer City-Flitzer erkennbar und genau das ist er bis heute geblieben. Mit seinen knapp 3,70 Metern Länge wirkt er fast schon knuffig, ohne dabei ins Verspielte abzudriften. Er sieht vielmehr aus wie jemand, der genau weiß, was er sein möchte. Kein Lifestyle-SUV im Schrumpfformat, kein Pseudo-Crossover mit Offroad-Attitüde, sondern ein ehrlicher Kleinstwagen für den urbanen Alltag.
Trotz der kompakten Abmessungen trägt der Spring inzwischen unverkennbar die aktuelle Dacia-DNA. Die markante Front, das neue Markenlogo und das serienmäßige LED-Tagfahrlicht verleihen ihm einen moderneren Auftritt als noch dem ursprünglichen Modell. Vor allem die Front wirkt inzwischen deutlich selbstbewusster und ordnet den Kleinsten der Modellfamilie optisch sauber zwischen Sandero, Duster und Bigster ein.
Unser Testwagen rollte in der Außenfarbe Seafoam vor. Eine Lackierung, die sich erstaunlich schwer beschreiben lässt. Irgendwo zwischen Hellgrau, Hellblau und einem Hauch Weiß. Je nach Lichteinfall wirkt sie mal kühl und technisch, wenig später fast schon freundlich und verspielt. Genau diese Wandelbarkeit macht den Farbton interessant und sorgt dafür, dass der Spring trotz seiner überschaubaren Abmessungen keineswegs langweilig aussieht. Zusammen mit den kupferfarbenen Außenspiegeln und den ebenfalls kupferfarbenen Dacia-Logos der Extreme-Ausstattung entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das dem kleinen Stromer durchaus einen gewissen Wiedererkennungswert verleiht.
Überhaupt ist der Spring kein Fahrzeug, das mit spektakulären Linien oder übertriebenen Designexperimenten Aufmerksamkeit sucht. Seine Form folgt konsequent seiner Aufgabe. Kurze Überhänge, eine hohe Karosserie und die aufrechte Sitzposition machen sofort deutlich, dass hier Funktion vor Inszenierung steht. Das wirkt angenehm ehrlich. Schließlich muss nicht jedes Auto aussehen, als wolle es am nächsten Wochenende die Nürburgring-Nordschleife erobern, obwohl sein natürliches Habitat eigentlich der Supermarktparkplatz ist.
Auch die Verarbeitung der Karosserie hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Natürlich darf niemand Oberklasse-Spaltmaße oder lackierte Türfalze erwarten. Das wäre ungefähr so, als würde man sich beim Italienurlaub darüber beschweren, dass der Espresso nicht in einer Champagnerflöte serviert wird. Entscheidend ist vielmehr, dass alles sauber montiert wirkt. Nichts klappert, nichts wackelt und sämtliche Anbauteile vermitteln einen robusten Eindruck. Genau das erwartet man von einem Dacia und genau das liefert der Spring auch.
Und innen?
Wer nach dem Einsteigen handgenähte Lederlandschaften oder offenporiges Echtholz erwartet, hat vermutlich unterwegs das falsche Auto erwischt. Der Dacia Spring Electric 100 kostet selbst in der getesteten Extreme-Ausstattung keine 20.000 Euro und macht daraus auch keinen Hehl. Stattdessen dominiert Kunststoff das Bild. Viel Kunststoff. Wer mit den Fingerknöcheln gerne auf Armaturenbretter klopft, wird hier jedenfalls nicht mit überraschend weichen Materialien belohnt.
Das bedeutet allerdings keineswegs, dass der Innenraum billig wirkt. Dacia setzt gezielt farbliche Akzente an der Mittelkonsole und den Lüftungsdüsen, die den ansonsten funktionalen Arbeitsplatz angenehm auflockern. Zusammen mit dem gut in der Hand liegenden Lenkrad entsteht ein Cockpit, das zwar keine Designpreise gewinnen dürfte, seinen Fahrer aber auch nicht jeden Morgen mit der Ausstrahlung eines ungeöffneten Umzugskartons begrüßt.
Die Bedienung folgt dabei einem erfreulich einfachen Prinzip: Was da ist, findet man schnell. Was nicht da ist, kann einen auch nicht verwirren. Tatsächlich gehört der Spring zu den Fahrzeugen, bei denen man bereits nach wenigen Minuten praktisch alle Funktionen verinnerlicht hat. Das Infotainment präsentiert sich übersichtlich, reagiert ordentlich auf Eingaben und wirkt insgesamt angenehm intuitiv. Besonders positiv fällt die separate Klimabedienung auf. Während inzwischen selbst einfache Temperaturänderungen bei manchen Herstellern erst über verschachtelte Touch-Menüs, Untermenüs und vermutlich noch eine kleine Schnitzeljagd erreichbar sind, besitzt der Spring ganz klassische Bedienelemente. Ein Griff genügt und die Temperatur ist angepasst. Manchmal liegt Fortschritt eben darin, etwas nicht kaputtzuoptimieren.
Auch die Sitze erfüllen ihren Zweck ordentlich. Sie bieten ausreichend Komfort für den Stadtverkehr und kurze Überlandfahrten, ohne dabei den Anspruch zu erheben, mit den vielfach verstellbaren AGR-Sesseln deutlich teurerer Fahrzeuge konkurrieren zu wollen. Die Sitzposition geht ebenfalls in Ordnung und vermittelt durch die leicht erhöhte Bauweise eine gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen.
Das Platzangebot überrascht vorne durchaus positiv. Trotz der kompakten Außenmaße sitzt man keineswegs eingeengt und auch größere Fahrer finden eine vernünftige Position hinter dem Lenkrad. Hinten zeigt der Spring dagegen unmissverständlich seine Fahrzeugklasse. Für Kinder oder kurze Strecken mit Freunden reicht das vollkommen aus. Wer allerdings regelmäßig vier Erwachsene samt Wochenendgepäck transportieren möchte, sollte seine Freundschaften entweder sehr sorgfältig auswählen oder gleich nach einem größeren Fahrzeug Ausschau halten.
Der Kofferraum fasst ordentliche 308 Liter und bietet damit für einen Kleinstwagen mehr Stauraum, als man zunächst vermuten würde. Hinzu kommt ein kleines Fach unter dem Ladeboden, in dem Ladekabel und Erste-Hilfe-Set sauber verstaut werden können. Eine kleine Lösung, die im Alltag jedoch erstaunlich praktisch ist. Denn nichts ist lästiger, als wenn das Ladekabel bei jeder Kurve durchs Gepäckabteil wandert und dabei klingt, als wolle es dort eine Solokarriere als Schlagzeuger starten.
Auch die Verarbeitung gibt keinen Anlass zur Kritik. Natürlich entdeckt man überwiegend harte Kunststoffe, doch entscheidend ist etwas anderes: Nichts klappert, nichts knarzt und sämtliche Bedienelemente wirken sauber montiert. Der Spring versucht gar nicht erst, Premium zu spielen. Er konzentriert sich lieber darauf, solide zu sein. Wir finden das sympathisch.
Der Antrieb des Dacia Spring Electric 100
Mit dem Dacia Spring Electric 100 hat sich unter dem Blech deutlich mehr getan, als es die zurückhaltend überarbeitete Karosserie zunächst vermuten lässt. Denn die größte Evolution findet nicht außen, sondern dort statt, wo man sie spätestens beim ersten Tritt aufs Fahrpedal bemerkt.
Die bisherige Topmotorisierung Electric 65 gehört der Vergangenheit an. Stattdessen übernimmt nun der Electric 100 mit 102 PS die Spitzenposition im Modellprogramm. Das klingt zunächst nicht nach einer Revolution. Für ein Auto, das kaum mehr als eine Tonne auf die Waage bringt, sieht die Welt allerdings etwas anders aus. Hier muss der Elektromotor keine zwei Tonnen SUV-Masse in Bewegung setzen, sondern lediglich 1.070 Kilogramm. Das merkt man.
Gerade im Stadtverkehr fühlt sich der Spring ausgesprochen wohl. Ampelstarts gelingen flott, Lücken im Verkehr lassen sich entspannt nutzen und auch spontane Spurwechsel bringen den kleinen Stromer nicht aus der Ruhe. Der Elektromotor liefert sein Drehmoment unmittelbar, sodass der Spring deutlich lebendiger wirkt als das Vorfacelift.
Besonders groß fällt der Unterschied zum früheren Electric 45 aus. Damals musste man Überholmanöver auf der Landstraße ungefähr so sorgfältig planen wie eine Mondlandung. Heute genügt meist ein Blick in den Gegenverkehr und ein beherzter Druck aufs Fahrpedal. Die zusätzlichen Leistungsreserven sorgen dafür, dass man sich wesentlich entspannter bewegt und deutlich seltener darüber nachdenken muss, ob der Lkw vor einem vielleicht doch bis zum Ziel ein angenehmer Reisebegleiter bleibt.
Auch auf der Landstraße schlägt sich der Spring überraschend ordentlich. Natürlich wird aus ihm dadurch kein Kurvenräuber, doch der Antrieb besitzt inzwischen genügend Reserven, um zügig mitzuschwimmen. Genau dieses Mehr an Gelassenheit macht im Alltag einen deutlich größeren Unterschied als jede zusätzliche Zehntelsekunde beim Sprint auf 100 km/h.
Sein natürliches Revier bleibt dennoch die Stadt. Hier spielt der Spring seine kompakten Abmessungen voll aus. Der Wendekreis von gerade einmal 9,6 Metern macht Rangiermanöver erfreulich unkompliziert und sorgt dafür, dass selbst enge Parkhäuser oder schmale Seitenstraßen ihren Schrecken verlieren. Während manche modernen SUV beim Wenden gefühlt erst den Bebauungsplan der gesamten Kreuzung studieren müssen, dreht der Spring fast auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel.
Die Rekuperation arbeitet dabei angenehm harmonisch. Über den B-Modus lässt sich die Verzögerung erhöhen, was gerade im Stop-and-go-Verkehr häufiges Bremsen reduziert und gleichzeitig Energie zurück in die Batterie speist. An echtes One-Pedal-Driving reicht das zwar nicht ganz heran, der Alltag profitiert davon aber trotzdem.
Die Lenkung besitzt nach wie vor ein leicht ausgeprägtes Rückstellmoment, wirkt gegenüber den ersten Baujahren jedoch deutlich ausgereifter. Auch das Fahrwerk überrascht positiv. Trotz des kurzen Radstands federt der Spring Unebenheiten ordentlich weg und bleibt im Stadtverkehr angenehm komfortabel. Erst bei höheren Geschwindigkeiten machen sich die einfache Konstruktion, die überschaubare Geräuschdämmung und die dünnen Bleche bemerkbar. Das ist weder überraschend noch dramatisch, sondern schlicht Physik.
Auf der Autobahn kennt der Spring schließlich seine Grenzen. Mehr als 125 km/h sind ohnehin nicht möglich, und der kleine Akku leert sich bei dauerhaft hohem Tempo spürbar schneller. Für kurze Zubringer oder den Weg zur nächsten Ausfahrt reicht das völlig aus.
Alltag & Verbrauch
Genau hier fühlt sich der Dacia Spring Electric 100 am wohlsten. Wer täglich zur Arbeit pendelt, Einkäufe erledigt oder sich durch den Großstadtdschungel bewegt, merkt schnell, dass dieses Auto genau für diesen Einsatz entwickelt wurde. Kurze Wege, viele Ampeln, enge Straßen und Parklücken, in denen größere Fahrzeuge bereits beim Vorbeifahren nervös werden, sind sein Zuhause.
Bemerkenswert ist dabei vor allem der Energieverbrauch. Während Dacia den Electric 100 nach WLTP mit lediglich 12,4 kWh pro 100 Kilometer angibt, zeigte unser Testcomputer am Ende sogar einen Durchschnitt von 11,2 kWh pro 100 Kilometer. Das ist ein hervorragender Wert und unterstreicht, wie effizient der kleine Stromer mittlerweile unterwegs ist.
Dass ausgerechnet die stärkste Version gleichzeitig die sparsamste ist, klingt zunächst paradox. Tatsächlich profitiert der Electric 100 jedoch von seiner überarbeiteten Antriebstechnik. Während der frühere Electric 45 offiziell noch 14,1 kWh benötigte und der Electric 65 auf 13,2 kWh kam, begnügen sich die aktuellen Modelle mit 12,7 (Electric 70) beziehungsweise 12,4 kWh (Electric 100). Mehr Leistung bedeutet hier also nicht automatisch mehr Verbrauch. Im Gegenteil.
Seine größte Stärke bleibt dabei die Stadt. Hier arbeitet die Rekuperation besonders effektiv, häufiges Beschleunigen kostet vergleichsweise wenig Energie und hohe Geschwindigkeiten spielen ohnehin keine Rolle. Auf der Autobahn verändert sich das Bild erwartungsgemäß. Der Luftwiderstand steigt, der Akku leert sich deutlich schneller und die Reichweite schrumpft entsprechend. Das ist allerdings kein Spring-spezifisches Problem, sondern betrifft nahezu jedes Elektroauto dieser Fahrzeugklasse.
Laden & Reichweite
Wer sich für einen Kleinstwagen wie den Dacia Spring Electric 100 interessiert, stellt sich zwangsläufig die Frage: Reicht das im Alltag überhaupt? Die kurze Antwort lautet: Ja. Die etwas längere lautet: Es kommt darauf an, was Alltag für einen selbst bedeutet.
Dacia gibt für den Electric 100 eine kombinierte WLTP-Reichweite von 225 Kilometern an. Im reinen Stadtverkehr sollen sogar bis zu 341 Kilometer möglich sein. Wie immer sind solche Werte unter Idealbedingungen entstanden, zeigen aber bereits, wohin die Reise geht.
Nach unseren Eindrücken erscheinen gut 200 Kilometer im Alltag absolut realistisch. Wer überwiegend innerorts unterwegs ist, wird die 250-Kilometer-Marke durchaus erreichen können. Erst auf der Autobahn schrumpft die Reichweite spürbar. Das überrascht allerdings kaum. Bei dauerhaft hohem Tempo steigt der Energiebedarf deutlich an, während der kleine 24,3-kWh-Akku naturgemäß keine riesigen Reserven bereithält. Genau deshalb versteht sich der Spring auch nicht als Langstreckenfahrzeug, sondern als Pendlerauto für den urbanen Raum.
Verbessert hat Dacia dagegen die Ladeleistung. Während frühere Modelle mit maximal 30 kW Gleichstrom auskommen mussten, sind inzwischen 40 kW DC möglich. Damit verkürzt sich der Ladestopp merklich. Von 0 auf 80 Prozent vergehen laut Hersteller lediglich 46 Minuten, sofern der optionale CCS-Ladeanschluss an Bord ist. Für ein Fahrzeug dieser Klasse geht das vollkommen in Ordnung.
Zu Hause oder an der Wallbox lädt der Spring serienmäßig einphasig mit bis zu 3,7 kW. Eine vollständige Ladung dauert damit etwas mehr als acht Stunden und passt somit problemlos über Nacht. Von 20 auf 100 Prozent vergehen rund sechseinhalb Stunden. Wer den Spring also abends an die heimische Wallbox anschließt, startet morgens wieder mit vollem Akku in den Tag.
Praktisch ist außerdem die optionale Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Die gibts zusammen mit dem CCS-Anschluss für 650 Euro. Über einen entsprechenden Adapter lassen sich externe Elektrogeräte direkt aus der Fahrzeugbatterie betreiben. Ob E-Bike-Ladegerät, Campingbeleuchtung oder der Kaffeevollautomat beim Angelausflug, theoretisch ist vieles möglich. Ob Letzterer bei Sonnenaufgang am See wirklich zur Grundausstattung gehören sollte, muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Wer einen Dacia kauft, erwartet in der Regel keine Ausstattungsliste, die länger ist als die Bedienungsanleitung. Umso erfreulicher ist es, dass der Spring Electric 100 inzwischen deutlich erwachsener geworden ist. Vor allem in der getesteten Extreme-Ausstattung bringt der kleine Stromer vieles mit, was man im Alltag tatsächlich nutzt, statt es später in einer Prospekt-Tabelle wiederzufinden.
Zu den serienmäßigen Assistenzsystemen gehören unter anderem ein aktiver Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrraderkennung, ein Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Fernlichtassistent sowie eine Lichtautomatik. Das ist für ein Fahrzeug dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich und deckt die wichtigsten Alltagshelfer sinnvoll ab.
Besonders gut gefallen haben uns allerdings die Extras des City-Pakets. Für 500 Euro erhält der Spring nicht nur das Media Nav Live inklusive Connected Navigation, sondern gleichzeitig auch Parksensoren an der Fahrzeugfront. Zusammen mit der serienmäßigen Rückfahrkamera wird das Einparken zum Kinderspiel. Gerade in engen Parklücken spielt der kleine Dacia seine kompakten Abmessungen ohnehin aus, die zusätzliche Unterstützung sorgt aber für noch etwas mehr Gelassenheit. Den Aufpreis halten wir deshalb für absolut fair.
Die Rückfahrkamera erfüllt ihren Zweck zuverlässig, dürfte mittlerweile allerdings ein etwas schärferes Bild liefern. Gerade bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter stößt die Auflösung sichtbar an ihre Grenzen. Das ist kein gravierender Kritikpunkt, fällt im direkten Vergleich mit neueren Systemen jedoch auf.
Auch das Navigationssystem hinterließ einen ordentlichen Eindruck. Die Routenführung gelingt zuverlässig und die Bedienung bleibt angenehm unkompliziert. Wer sein Smartphone lieber über Apple CarPlay oder Android Auto nutzt, kann dies dank der kabellosen Smartphone-Integration ebenfalls tun. So bleibt jedem selbst überlassen, welcher Weg zum Ziel der angenehmere ist.
Einen Punkt würden wir Dacia dennoch gerne mit auf den Weg geben. Dass der Spring im Jahr 2026 noch immer mit Halogenscheinwerfern ausgeliefert wird, wirkt nicht mehr zeitgemäß. LED-Scheinwerfer bieten mittlerweile nicht nur eine bessere Ausleuchtung, sondern arbeiten gleichzeitig effizienter. Gerade bei einem Elektroauto, bei dem jeder eingesparte Watt zählt, wäre dieser Schritt nachvollziehbar gewesen. Zumal das serienmäßige LED-Tagfahrlicht bereits zeigt, dass moderne Lichttechnik grundsätzlich Einzug gehalten hat. Irgendwie wirkt es, als hätte man den letzten Meter des Marathons kurz vor der Ziellinie doch lieber zu Fuß zurückgelegt.
Varianten & Preise des Dacia Spring Electric 100
Das Angebot des Dacia Spring ist inzwischen angenehm übersichtlich. Während andere Hersteller ihre Modellpaletten inzwischen mit Ausstattungslinien, Optionspaketen und Sondereditionen füllen, für die man beinahe ein Organigramm benötigt, lässt sich der Spring auch ohne mehrtägigen Vorbereitungskurs konfigurieren.
Den Einstieg bildet der Dacia Spring Electric 70, der ausschließlich in der Ausstattungslinie Expression erhältlich ist. Hier arbeitet der bekannte Elektromotor mit 70 PS, der vor allem auf den Stadtverkehr zugeschnitten ist. Der Einstiegspreis liegt bei 18.700 Euro.
Darüber rangiert der von uns getestete Dacia Spring Electric 100, der ausschließlich als Extreme angeboten wird. Für 19.700 Euro erhält der Käufer nicht nur die stärkere 100-PS-Motorisierung, sondern gleichzeitig auch die umfangreichere Ausstattung mit kupferfarbenen Designakzenten, dem 10,1-Zoll-Multimediasystem, Rückfahrkamera, Klimaautomatik… nein, Moment. Manueller Klimaanlage. Irgendwo muss der Preis schließlich herkommen. Dafür gehören unter anderem auch das LED-Tagfahrlicht, die kabellose Smartphone-Integration sowie zahlreiche Assistenzsysteme zur Serienausstattung.
Unser Testwagen brachte zusätzlich drei Extras mit. Die Sonderlackierung Seafoam schlägt mit 650 Euro zu Buche und verleiht dem Spring einen eigenständigen Auftritt. Das bereits erwähnte City-Paket kostet 500 Euro und ergänzt das Navigationssystem sowie Parksensoren an der Front. Ebenfalls empfehlenswert ist das Power-Paket für 650 Euro, das den CCS-Anschluss für die 40-kW-Gleichstromladung sowie die praktische V2L-Funktion umfasst. Damit steigt der Testwagenpreis auf 21.500 Euro.
Rabattaktionen oder Leasingangebote spielen aktuell kaum eine Rolle. Das hat allerdings einen einfachen Grund. Dacia hat bereits angekündigt, dass der nächste Spring in nicht allzu ferner Zukunft vorgestellt wird. Entsprechend dürfte sich die aktuelle Generation langsam dem Ende ihres Lebenszyklus nähern. Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, einen Spring zu kaufen, sollte die kommenden Monate daher im Blick behalten. Erfahrungsgemäß werden entweder die letzten Exemplare des aktuellen Modells besonders attraktiv eingepreist oder der Nachfolger bringt zusätzliche Technik zum ähnlichen Kurs mit. Beides kann sich lohnen.
Für alle Modelle des Herstellers gibt es die sogenannte Dacia Treuegarantie, die sich auf bis zu sieben Jahre erweitern lässt, solange man jeden Service bei einer autorisierten Vertragswerkstatt durchführen lässt.
Kundenfeedback
Wer sich durch Besitzerforen und Spring-Gruppen liest, stellt schnell fest: Die meisten Käufer haben den Dacia Spring ganz bewusst gewählt. Kaum jemand erwartet von ihm einen Langstrecken-Gleiter oder einen Premium-Kleinwagen. Stattdessen wird er genau für das eingesetzt, wofür er gebaut wurde: tägliches Pendeln, Einkaufen, Stadtverkehr und kurze Überlandfahrten. Genau in diesem Einsatzbereich fällt das Feedback überwiegend positiv aus.
Ein Thema taucht dabei besonders häufig auf: der Verbrauch. Viele Besitzer berichten von Werten zwischen zehn und zwölf Kilowattstunden pro 100 Kilometer und zeigen sich überrascht, wie effizient der kleine Stromer im Alltag unterwegs ist. Entsprechend positiv fällt auch das Urteil zur Reichweite aus. Wer überwiegend innerorts fährt, muss deutlich seltener laden, als ursprünglich erwartet. Gerade ehemalige Verbrenner-Fahrer beschreiben den Spring deshalb häufig als unkomplizierten Begleiter für den täglichen Arbeitsweg.
Ebenfalls regelmäßig gelobt werden die kompakten Abmessungen. Enge Innenstädte, Parkhäuser oder schmale Parklücken verlieren für viele Besitzer ihren Schrecken. Der kleine Wendekreis wird in zahlreichen Erfahrungsberichten ausdrücklich hervorgehoben. Hinzu kommen die gute Übersichtlichkeit und die erhöhte Sitzposition, die gerade im Stadtverkehr für ein angenehmes Sicherheitsgefühl sorgen.
Auch die neue Motorengeneration stößt auf Zuspruch. Besitzer des Electric 70 und insbesondere des Electric 100 berichten, dass sich der Spring deutlich souveräner bewegt als die früheren Varianten Electric 45 und Electric 65. Vor allem das zügigere Beschleunigen an Ampeln sowie die größeren Leistungsreserven auf Landstraßen werden immer wieder als spürbare Verbesserung genannt. Gleichzeitig wird die auf 40 kW erhöhte CCS-Ladeleistung vielfach als sinnvoller Schritt bewertet, weil sich längere Ladestopps dadurch etwas verkürzen.
Natürlich gibt es auch Kritik. Am häufigsten werden die einfachen Kunststoffe im Innenraum, die überschaubare Geräuschdämmung und der knappe Platz auf den hinteren Sitzen genannt. Ebenfalls wiederkehrend ist der Wunsch nach LED-Hauptscheinwerfern. Viele Besitzer empfinden Halogenlicht inzwischen als nicht mehr zeitgemäß, insbesondere weil moderne LED-Technik heute selbst in deutlich günstigeren Fahrzeugklassen Einzug gehalten hat.
Interessant ist außerdem, dass viele Besitzer den Spring nicht mit deutlich teureren Elektroautos vergleichen, sondern mit ihrem bisherigen Klein- oder Zweitwagen. Genau deshalb fällt das Gesamturteil häufig überraschend positiv aus. Wer weiß, worauf er sich einlässt, scheint mit dem kleinen Dacia in den allermeisten Fällen genau das zu bekommen, was er gesucht hat.
Fazit zum Dacia Spring Electric 100
Der Dacia Spring Electric 100 zeigt eindrucksvoll, wie sinnvoll Modellpflege sein kann. Äußerlich hat sich zwar weniger verändert, als es das Facelift zunächst vermuten lässt, technisch hat Dacia jedoch genau an den richtigen Stellen nachgeschärft. Mehr Leistung, eine höhere DC-Ladeleistung und ein nochmals geringerer Energieverbrauch machen aus dem einstigen Exoten ein deutlich alltagstauglicheres Elektroauto.
Besonders beeindruckt hat uns der niedrige Stromverbrauch. Mit 11,2 kWh pro 100 Kilometer im Test unterbietet der Spring sogar den offiziellen WLTP-Wert und gehört damit zu den effizientesten Elektroautos, die derzeit erhältlich sind. Gleichzeitig sorgt der 100-PS-Antrieb dafür, dass sich der kleine Stromer wesentlich souveräner bewegt als seine Vorgänger. Überholmanöver auf der Landstraße verlieren ihren Schrecken und selbst kurze Autobahnabschnitte lassen sich heute deutlich entspannter absolvieren als noch mit dem damaligen Electric 45.
Natürlich bleibt der Spring ein Kleinstwagen. Der Fond ist eng, im Innenraum dominieren harte Kunststoffe und die Geräuschdämmung stößt bei höheren Geschwindigkeiten an ihre Grenzen. Dass Dacia zudem weiterhin auf Halogenscheinwerfer setzt, wirkt 2026 schlicht nicht mehr zeitgemäß und gehört für uns zu den größten Schwächen des Fahrzeugs.
Dennoch wäre es unfair, den Spring an Maßstäben zu messen, die nie zu seinem Konzept gehört haben. Er möchte weder Familien-SUV noch Langstreckenfahrzeug sein. Sein Revier sind Innenstädte, Pendelstrecken und der tägliche Weg zur Arbeit. Genau dort spielt er seine Stärken aus: kompakte Abmessungen, ein hervorragender Wendekreis, einfache Bedienung und äußerst niedrige Betriebskosten.
Unterm Strich ist der Dacia Spring Electric 100 heute das Auto, das viele sich bereits 2021 gewünscht hätten. Er ist erwachsener geworden, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Wer ein bezahlbares Elektroauto sucht und überwiegend im urbanen Umfeld unterwegs ist, findet hier einen ehrlichen, sparsamen und inzwischen erstaunlich ausgereiften Begleiter. Genau deshalb gehört der Spring Electric 100 für uns zu den interessantesten Elektro-Kleinstwagen seiner Klasse.
Konkurrenz & Vergleich
Der Markt für elektrische Kleinstwagen wächst stetig und genau das spielt Käufern in die Karten. Wer heute rund 20.000 Euro für ein Elektroauto ausgeben möchte, hat deutlich mehr Auswahl als noch vor wenigen Jahren. Trotzdem nimmt der Dacia Spring Electric 100 nach wie vor eine besondere Rolle ein. Er setzt konsequent auf Effizienz, niedrige Betriebskosten und maximale Alltagstauglichkeit, während viele Konkurrenten versuchen, eine Klasse höher mitzuspielen.
Am nächsten kommt ihm dabei der Leapmotor T03 (Test des Leapmotor T03), der bereits ab 18.900 Euro erhältlich ist. Preislich liegt er damit nahezu auf Augenhöhe und bietet sogar etwas mehr Komfort sowie eine umfangreichere Serienausstattung. Gleichzeitig wirkt der Dacia in einigen Bereichen ausgereifter und punktet vor allem mit seiner sehr hohen Effizienz. Zwischen beiden Fahrzeugen entscheidet am Ende weniger der Preis als vielmehr der persönliche Geschmack. Wer möglichst viel Ausstattung sucht, dürfte eher zum T03 tendieren. Wer ein bewährtes Gesamtpaket mit einem etablierten Servicenetz bevorzugt, findet im Spring weiterhin einen starken Begleiter.
Eine Klasse höher positioniert sich der Hyundai Inster, der ab 24.650 Euro startet. Er bietet spürbar mehr Platz, modernere Technik und eine größere Reichweite, verlangt dafür aber auch fast 5.000 Euro Aufpreis. Ähnlich verhält es sich mit dem Citroën ë-C3 (Test des Citroën e-C3), der ab 20.140 Euro erhältlich ist. Er bietet mehr Raum, einen höheren Fahrkomfort und eignet sich deutlich besser für längere Strecken, während der Spring vor allem im dichten Stadtverkehr seine Trümpfe ausspielt.
Mit dem BYD Dolphin Surf (ab 22.990 Euro) betritt zudem ein weiterer ernstzunehmender Konkurrent die Bühne. Auch hier erhalten Käufer mehr Fahrzeug, mehr Leistung und eine umfangreichere Ausstattung, müssen dafür aber ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Wer dagegen bewusst ein möglichst kompaktes Elektroauto sucht, sollte auch einen Blick auf den Fiat Grande Panda Elektro werfen, der ab 21.990 Euro angeboten wird. Er kombiniert das kultige Panda-Design mit moderner Elektrotechnik und mehr Platz im Innenraum. Soll es dagegen noch kompakter und zugleich emotionaler werden, bleibt der Fiat 500 Elektro ab 20.990 Euro eine interessante Alternative. Er überzeugt vor allem mit seinem charmanten Design und einer deutlich hochwertigeren Anmutung, bietet im Gegenzug allerdings weniger Platz und fällt im Alltag weniger praktisch aus.
Am Ende entscheidet deshalb weniger die Preisliste als das Einsatzprofil. Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder häufig vier Erwachsene transportiert, wird bei den meisten Wettbewerbern besser aufgehoben sein. Wer dagegen ein unkompliziertes, sparsames und erstaunlich effizientes Elektroauto für den urbanen Alltag sucht, gehört auch 2026 weiterhin zur Zielgruppe des Dacia Spring Electric 100. Und genau dort fühlt er sich noch immer am wohlsten.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D
Vorteile ✅
- Extrem niedriger Stromverbrauch und dadurch sehr geringe Betriebskosten.
- Perfektes Stadtauto dank kompakter Abmessungen, kleinem Wendekreis und hoher Alltagstauglichkeit.
- Deutlich erwachsenerer Antrieb mit spürbar mehr Leistung sowie verbesserter CCS-Ladeleistung.
Nachteile ❌
- Halogenscheinwerfer sind im Jahr 2026 nicht mehr zeitgemäß.
- Beengtes Platzangebot im Fond, insbesondere für Erwachsene.
- Einfache Materialauswahl und überschaubare Geräuschdämmung erinnern jederzeit an die Fahrzeugklasse.
Technische Daten des Dacia Spring Electric 100
| Modell | Dacia Spring Electric 100 Extreme |
| Länge x Breite x Höhe (m) | 3,70 x 1,58 (1,77 mit Außenspiegeln) x 1,49 |
| Radstand (mm) | 2.423 |
| Motor | Elektromotor |
| Batteriekapazität (kWh) | 24,3 |
| Leistung (kW / PS) | 75 / 102 |
| Drehmoment (Nm) | 137 |
| Getriebe | 1-Gang-Reduktionsgetriebe |
| Antrieb | Front |
| Kraftstoffart | Strom |
| Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh) | 12,4 |
| Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh) | 11,2 |
| CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km) | 0 |
| Ladeleistung (kW) | DC: 40 / AC: 3,7 |
| 0 auf 100 km/h (in Sekunden) | 9,6 |
| Höchstgeschwindigkeit (km/h) | 125 |
| Leergewicht (kg) | 1.070 |
| Kofferraumvolumen (l) | 308 – 1.004 |
| Farbe | Seafoam |
| Grundpreis (Euro) | 19.700 |
| Testwagenpreis (Euro) | 21.500 |
