Der KGM Torres 4WD ist mehr als nur ein weiteres SUV im inzwischen überfüllten Mittelklasse-Segment. Für den Hersteller markiert dieses Modell einen sichtbaren Neuanfang. Hinter dem Kürzel KGM verbirgt sich nämlich kein völlig neuer Autobauer, sondern der traditionsreiche südkoreanische Produzent, der viele Jahre unter dem Namen SsangYong bekannt war. Mit der Umfirmierung zu KG Mobility will das Unternehmen seine Vergangenheit hinter sich lassen und sich moderner, internationaler und designorientierter positionieren.
Der Torres nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Er positioniert sich größenmäßig zwischen dem kompakten Korando und dem großen Geländewagen Rexton und richtet sich damit genau an jene Kundengruppe, die bislang häufig zu Tiguan, Tucson oder Sportage greift. Statt jedoch auf die mittlerweile typische, eher glatte SUV-Ästhetik zu setzen, verfolgt KGM einen anderen Ansatz. Der Torres soll bewusst anders wirken. Kantiger, robuster und optisch näher an klassischen Offroad-Fahrzeugen als an urbanen Lifestyle-Crossovern.
Diese Strategie ist kein Zufall. Viele moderne SUVs wirken heute aerodynamisch optimiert und gestalterisch sehr ähnlich. Der KGM Torres 4WD versucht genau diese Austauschbarkeit zu vermeiden. Seine Formensprache orientiert sich stärker an funktionalen Geländewagen und vermittelt bereits im Stand einen gewissen Abenteuercharakter.
Unser Testwagen trat als Allradversion mit dem bekannten 1,5-Liter-Turbobenziner an. Das Aggregat leistet 163 PS und arbeitet mit einer sechsstufigen Automatik zusammen. Der Allradantrieb ist bei diesem Modell kein permanentes System, sondern kann über eine Lock-Funktion eine feste Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse herstellen. Gerade auf rutschigem Untergrund oder auf unbefestigten Wegen kann das einen deutlichen Traktionsvorteil bringen.
Optisch zeigte sich das Fahrzeug in der Farbe Forest Green, einer optionalen Lackierung, die mit 700 Euro Aufpreis berechnet wird. Kombiniert war sie mit der Ausstattungslinie Apex, die zum Zeitpunkt des Tests zu den gehobenen Varianten gehörte. Inzwischen wurde das Ausstattungsprogramm überarbeitet, sodass diese Version im aktuellen deutschen Angebot nicht mehr auftaucht.
Der Torres verfolgt damit einen Ansatz, der sich klar von vielen Wettbewerbern unterscheidet. Er versucht nicht, das technisch ausgefeilteste Fahrzeug seiner Klasse zu sein. Stattdessen setzt er auf eine eigenständige Gestaltung, viel Raumangebot und eine umfangreiche Serienausstattung.
Im Alltag zeigt sich allerdings schnell, dass dieser Ansatz nicht nur Vorteile mit sich bringt. Einige Details im Bedienkonzept wirken unausgereift, die Assistenzsysteme greifen teilweise sehr aktiv ein und auch der Verbrauch liegt eher im oberen Bereich der Klasse. Gleichzeitig überzeugt der SUV mit viel Platz, solider Verarbeitung und einem Auftritt, der garantiert nicht in der Masse untergeht.
Der KGM Torres 4WD richtet sich damit vor allem an Käufer, die bewusst nach einer Alternative zu den bekannten Kompakt-SUV suchen. Wer Individualität und einen eigenständigen Charakter schätzt, könnte hier fündig werden. Das soll der Test klären. Fahrbericht.
Der Look
Der KGM Torres 4WD ist eines dieser Autos, bei denen man schon aus der Ferne erkennt, dass die Designer offenbar nicht den üblichen Weg gegangen sind. Während viele SUVs heute versuchen, möglichst elegant, urban oder dynamisch zu wirken, tritt der Torres auf wie jemand, der zum Wandern erscheint, obwohl alle anderen zum Geschäftsmeeting eingeladen waren.
Die Front wirkt entsprechend selbstbewusst. Schmale Leuchten sitzen hoch in der Karosserie, darunter spannt sich eine breite Grillstruktur über die gesamte Fahrzeugbreite. Das Ganze vermittelt weniger den Eindruck eines modischen Lifestyle-SUV und mehr den eines Fahrzeugs, das zumindest optisch gern nach Abenteuer aussehen möchte.
Besonders auffällig sind die kleinen Details, mit denen der Torres diesen Eindruck unterstreicht. Auf der Motorhaube sitzen angedeutete Haltegriffe, die aussehen, als könnten sie beim Durchqueren einer Expedition hilfreich sein. In der Praxis sollte man sie allerdings eher als dekoratives Element betrachten – ähnlich wie ein Bergsteiger-Seil, das ausschließlich für Instagram-Fotos mitgeführt wird.
Auch an der Front findet sich eine kleine rote Abdeckung, die optisch an eine Abschleppöse erinnert. Sie wirkt so, als könne man daran im Zweifel ein anderes Fahrzeug aus dem Schlamm ziehen. Tatsächlich handelt es sich allerdings eher um ein gestalterisches Accessoire als um ein Werkzeug für ernsthafte Offroad-Missionen.
Die 20-Zöller stehen dem Pseudo-Offroader echt gut
In der Seitenansicht zeigt sich, wie massiv der Torres tatsächlich wirkt. Die Karosserie baut hoch und breit, die Radhäuser sind stark ausgeprägt und die Kunststoffverkleidungen rund um die Radläufe sorgen für den typischen SUV-Look. Die 20-Zoll-Räder des Testwagens passen optisch sehr gut zu dieser Erscheinung. Kleinere Felgen würden hier vermutlich wirken, als hätte jemand bei der Bestellung den falschen Knopf gedrückt.
Am Heck greift KGM schließlich zu einem besonders auffälligen Trick. Die Heckklappe imitiert eine außen montierte Reserveradbox – ein klassisches Merkmal vieler Geländewagen. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter natürlich einfach der normale Kofferraum. Trotzdem verleiht dieses Detail dem Fahrzeug einen unverwechselbaren Auftritt.
Ganz ohne Kompromisse bleibt die Gestaltung allerdings nicht. Die sehr breiten hinteren Karosseriesäulen schränken die Sicht nach hinten spürbar ein. Beim Rangieren merkt man schnell, warum Kamera und Parksensoren hier keine Luxusoption sind, sondern eine ziemlich hilfreiche Unterstützung.
Der KGM Torres 4WD zeigt damit eine Designstrategie, die in dieser Fahrzeugklasse selten geworden ist. Er versucht nicht, möglichst unauffällig zu wirken, sondern bewusst aufzufallen. Und das gelingt ihm erstaunlich gut.
Und innen?
Der Innenraum des KGM Torres 4WD ist einer dieser Momente, in denen man kurz innehält. Nicht, weil plötzlich Oberklasse-Luxus aus allen Nähten quillt, sondern weil das Cockpit deutlich moderner wirkt, als viele beim Namen der Marke erwarten würden. Wer noch ältere Modelle im Kopf hat, dürfte hier kurz überlegen, ob der Hersteller heimlich einen Innenarchitekten aus einem anderen Konzern abgeworben hat.
Das Armaturenbrett wird von zwei großen Bildschirmen dominiert, die optisch zu einer Einheit verschmelzen. Einer übernimmt die Instrumente, der andere das Infotainment. Die Darstellung bleibt angenehm nüchtern. Keine überdrehten Animationen, keine hektischen Grafiken. Der Torres wirkt hier fast wohltuend sachlich – als hätte jemand beschlossen, dass Autofahrer eigentlich nur Informationen brauchen und keine Lichtshow.
Materialwahl und Gestaltung funktionieren ebenfalls überraschend gut. Dunkle Oberflächen treffen auf kupferfarbene Nähte und Dekorelemente. Das Ganze wirkt modern, ohne sich künstlich luxuriös aufzublasen. Besonders erfreulich: Klavierlackflächen werden hier sparsam eingesetzt. Wer schon einmal versucht hat, solche Hochglanzflächen im Alltag frei von Fingerabdrücken zu halten, weiß diese Zurückhaltung sehr zu schätzen.
Beim Platzangebot zeigt der Torres, dass er seine Außenmaße sinnvoll nutzt. Fahrer und Beifahrer haben viel Bewegungsfreiheit, auch im Fond bleibt das Raumgefühl angenehm großzügig. Selbst größere Mitfahrer müssen hier nicht darüber nachdenken, wie sie ihre Knie strategisch um die Sitzlehne herum positionieren.
Die Sitze bieten ordentlichen Seitenhalt und sind im Alltag bequem. Auf langen Strecken merkt man allerdings, dass die Polsterung etwas üppiger sein könnte. Man sitzt gut – nur eben eher funktional als luxuriös.
Der Kofferraum gehört schließlich zu den praktischen Seiten des Torres. Über 700 Liter Ladevolumen stehen bereit, maximal sind es mehr als 1.600 Liter. Damit lässt sich erstaunlich viel transportieren – von Urlaubsgepäck bis zu den spontanen „Das passt bestimmt noch ins Auto“-Einkäufen nach einem Besuch im Möbelhaus.
Der Antrieb des KGM Torres 4WD
Unter der Haube des KGM Torres 4WD arbeitet ein Motor, der eher auf solide Alltagstauglichkeit als auf sportliche Ambitionen ausgelegt ist. Der bekannte 1,5-Liter-Turbobenziner leistet 163 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmetern bereit. Dieses liegt bereits früh an und bleibt über einen relativ breiten Drehzahlbereich verfügbar, was dem SUV im normalen Fahrbetrieb eine angenehme Gelassenheit verleiht.
Im Stadtverkehr und auf Landstraßen wirkt der Antrieb ausreichend kräftig. Der Torres beschleunigt gleichmäßig und vermittelt dabei ein souveränes Fahrgefühl. Besonders beim Anfahren oder bei mittleren Geschwindigkeiten steht genügend Drehmoment zur Verfügung, sodass man im Alltag selten das Gefühl hat, dem Motor zu viel abzuverlangen.
Die Kraftübertragung übernimmt eine sechsstufige Automatik. Sie erledigt ihre Arbeit zuverlässig, legt jedoch keinen besonderen Wert auf Dynamik. Gangwechsel erfolgen spürbar und mit einer gewissen Ruhe. Selbst im Sportmodus verändert sich das Verhalten nur minimal. Wer sehr schnelle Schaltvorgänge erwartet, wird hier also nicht ganz glücklich werden. Der Charakter der Automatik passt allerdings zum grundsätzlichen Wesen des Fahrzeugs, das eher auf Komfort und Gelassenheit ausgelegt ist.
Die Besonderheit der getesteten Variante liegt im Allradantrieb. Der KGM Torres 4WD kann die Antriebskraft nicht nur automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen, sondern verfügt zusätzlich über eine Lock-Funktion. Aktiviert man diese, wird die Kraftverteilung fest gekoppelt. Auf rutschigen Straßen, Schnee oder losem Untergrund verbessert das die Traktion spürbar. Für echte Offroad-Abenteuer ist der Torres zwar nicht konzipiert, doch auf unbefestigten Wegen vermittelt er deutlich mehr Sicherheit als die Version mit reinem Frontantrieb.
Das Fahrwerk des KGM Torres 4WD ist ziemlich straff
Beim Thema Fahrmodi zeigt sich der Torres eher zurückhaltend. Neben einem normalen Programm stehen ein Sport- und ein Wintermodus zur Verfügung. Die Unterschiede zwischen den Einstellungen fallen allerdings relativ gering aus. Im Alltag bleibt man daher meist im Standardmodus, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.
Das Fahrwerk ist insgesamt eher straff abgestimmt. Auf gut ausgebauten Straßen wirkt der Torres stabil und vermittelt ein solides Fahrgefühl. Auf schlechten Fahrbahnen zeigt sich jedoch eine rustikalere Seite. Kurze Bodenwellen oder Schlaglöcher werden relativ deutlich an den Innenraum weitergegeben. Gerade auf schlechten Landstraßen erinnert das Fahrgefühl manchmal eher an ein robustes Nutzfahrzeug als an einen klassischen PKW.
Auch akustisch bleibt der Motor nicht immer im Hintergrund. Bei höheren Drehzahlen wird das Aggregat deutlich hörbar und entwickelt ein eher raues Klangbild. Besonders auf längeren Autobahnetappen fällt das stärker auf als bei einigen Wettbewerbern.
Alltag & Verbrauch
Im täglichen Einsatz zeigt der KGM Torres 4WD recht schnell, wie er verstanden werden möchte. Er ist kein besonders sportlicher SUV und auch kein ausgesprochener Effizienzmeister. Stattdessen präsentiert er sich als solides Alltagsfahrzeug mit viel Platz, guter Übersicht nach vorn und einer grundsätzlich unkomplizierten Bedienung – zumindest in den Bereichen, in denen man nicht durch Menüs navigieren muss.
Beginnen wir mit dem Verbrauch. Offiziell gibt KGM für den 1,5-Liter-Turbobenziner im Drittelmix rund neun Liter pro 100 Kilometer an. In der Praxis erwies sich dieser Wert als erstaunlich realistisch. Im Testbetrieb landeten wir bei durchschnittlich 9,2 Litern auf 100 Kilometer. Damit bewegt sich der KGM Torres 4WD ziemlich genau auf dem Niveau der Werksangabe. Sparwunder sieht allerdings anders aus. Gerade in einem Segment, in dem viele Wettbewerber inzwischen Hybridantriebe einsetzen, wirkt dieser Wert eher traditionell als modern.
Auf unserer Sparrunde ließ sich der Verbrauch immerhin deutlich senken. Hier kam der Torres auf glatte sechs Liter pro 100 Kilometer. Das zeigt, dass der Motor durchaus effizient arbeiten kann, wenn man es ruhig angehen lässt. Allerdings erfordert das eine sehr defensive Fahrweise. Im normalen Alltag pendelt sich der Verbrauch deutlich näher an der neun-Liter-Marke ein.
Der 50-Liter-Tank sorgt dabei für eine praxisgerechte Reichweite. Wer nicht permanent auf der Autobahn unterwegs ist, kann problemlos mehrere hundert Kilometer zurücklegen, bevor der nächste Tankstopp ansteht. Für ein SUV dieser Größe ist das vollkommen akzeptabel.
Eine kleine Eigenheit zeigte sich beim Zusammenspiel von Start-Stopp-System und elektrischer Feststellbremse. Selbst wenn die Auto-Hold-Funktion deaktiviert ist, aktiviert sich beim Abschalten des Motors automatisch die Parkbremse. Beim erneuten Anfahren fühlt sich das gelegentlich so an, als müsste sich der Wagen erst kurz von sich selbst lösen. Das ist kein ernsthaftes Problem, wirkt aber etwas ungewohnt.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Beim Thema Ausstattung zeigt der KGM Torres 4WD zunächst einmal, dass KGM verstanden hat, was Kunden in dieser Klasse erwarten. In den gehobenen Varianten ist das SUV üppig ausgestattet. Dinge, die bei einigen Wettbewerbern auf der Optionsliste stehen, gehören hier bereits zum Serienumfang.
Unser Testwagen trat in der Ausstattungslinie Apex an. Diese Variante ist inzwischen zwar aus dem deutschen Angebot verschwunden, zeigte aber sehr deutlich, wie umfangreich der Torres ausgerüstet sein kann. Voll-LED-Scheinwerfer, ein digitales Cockpit, ein großes Infotainmentsystem, Ledersitze mit Sitzheizung und Sitzbelüftung, Lenkradheizung, eine elektrische Heckklappe sowie eine 360-Grad-Kamera gehörten ebenso dazu wie ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelüberwachung und Verkehrszeichenerkennung. Kurz gesagt: Der KGM Torres 4WD bringt ziemlich viel Technik mit, bevor man überhaupt anfängt, in Preislisten nach Extras zu suchen.
Das Infotainmentsystem präsentiert seine Inhalte auf einem großen zentralen Bildschirm und wirkt optisch angenehm aufgeräumt. Die Darstellung ist klar, die Grafiken sind modern und das integrierte Navigationssystem bindet Live-Verkehrsdaten ein. Im Alltag funktioniert das zuverlässig. Die Sprachführung besitzt allerdings eine ganz eigene Interpretation von Gelassenheit. Navigationsansagen werden so langsam ausgesprochen, dass man zwischendurch fast glaubt, die Stimme würde eine kleine Pause einlegen, um sich einen Tee zu kochen.
Android Auto arbeitet stabil, verlangt aber weiterhin eine Kabelverbindung. Das gilt leider auch für Apple CarPlay. Kabellose Integration wäre heute eigentlich selbstverständlich. Der Torres hält hier also noch an einer Tradition fest, die man eher aus der Zeit kennt, als Smartphones noch Kopfhörerbuchsen hatten.
Beim kabellosen Laden von Smartphones zeigte sich ebenfalls eine gewisse Eigenwilligkeit. Das System funktionierte grundsätzlich, verlor aber gelegentlich die Verbindung. Man könnte sagen: Der Torres lädt – aber nicht immer mit derselben Begeisterung.
Der Torres ist ein sehr kommunikatives SUV
Ein besonderes Kapitel sind die Assistenzsysteme. Der KGM Torres 4WD verfügt über eine sehr engagierte Form der Fahrerüberwachung. Das Auto kommentiert das Fahrgeschehen akustisch erstaunlich häufig. Man bekommt fast den Eindruck, der Wagen wolle seinem Fahrer permanent mitteilen, dass er noch da ist. Besonders der Aufmerksamkeitsassistent meldet sich gerne zu Wort – manchmal auch dann, wenn der Fahrer gerade völlig unauffällig geradeaus blickt und nichts anderes tut, als… nun ja… Auto zu fahren.
Auch beim Schließen der elektrischen Heckklappe zeigt der Torres ein bemerkenswertes Kommunikationsbedürfnis. Während andere Fahrzeuge sich still und diskret verriegeln, begleitet hier ein durchgehender Warnton den gesamten Schließvorgang. Wer spät abends nach Hause kommt, sorgt damit zuverlässig dafür, dass zumindest ein Teil der Nachbarschaft über die erfolgreiche Rückkehr informiert wird.
Beim Soundsystem bleibt der Torres hingegen bodenständig. Eine bekannte Premium-Marke sucht man hier vergeblich. Der Klang ist ordentlich und für alltägliches Musikhören völlig ausreichend. Wer jedoch bereits Erfahrungen mit hochwertigen Anlagen von Bose, Harman Kardon oder gar Bowers & Wilkins gesammelt hat, wird feststellen, dass der Torres eher zur Kategorie „solide Hausmannskost“ gehört.
Ähnlich verhält es sich mit den Voll-LED-Scheinwerfern. Sie leisten gute Arbeit, ohne besondere technische Highlights zu bieten. Das Lichtbild ist gleichmäßig und ausreichend hell, doch auf adaptive Funktionen oder Kurvenlicht muss man verzichten. Gerade auf dunklen Landstraßen merkt man, dass andere Hersteller hier inzwischen ein Stück weiter sind.
Unterm Strich zeigt der KGM Torres 4WD bei Technik und Assistenz eine interessante Mischung. Der Umfang ist beeindruckend, einige Details wirken jedoch noch nicht ganz bis ins letzte Detail ausgefeilt. Gleichzeitig sorgt genau diese Mischung aus moderner Ausstattung und gelegentlicher Eigenwilligkeit dafür, dass der Torres seinen ganz eigenen Charakter behält.
Varianten & Preise des KGM Torres 4WD
Beim Blick in die Preisliste zeigt sich schnell, dass der KGM Torres ein Fahrzeug ist, das bewusst über das Preis-Leistungs-Verhältnis argumentiert. Während viele etablierte Hersteller in dieser Klasse inzwischen sehr selbstbewusst vierstellige Beträge für einzelne Ausstattungspakete verlangen, versucht der Torres eher mit einem umfangreichen Gesamtpaket zu punkten.
Der Einstieg beginnt beim 1.5 T-GDi mit Handschaltung in der Ausstattung Nomad. Diese Version startet bei 28.990 Euro. Schon hier gehören unter anderem ein Start-Stopp-System sowie 18-Zoll-Räder zum Serienumfang. Für ein mittelgroßes SUV ist das ein durchaus konkurrenzfähiger Einstiegspreis – insbesondere wenn man bedenkt, dass manche Wettbewerber in dieser Klasse schon für eine Metalliclackierung so viel verlangen wie andere Hersteller für einen Kleinwagen.
Eine Stufe darüber folgt die Ausstattung Core, die ebenfalls ausschließlich mit dem Turbobenziner und Handschaltung kombiniert wird. Sie beginnt bei 33.900 Euro. Interessanterweise rollt diese Version mit 17-Zoll-Rädern vom Hof, was in einer höheren Ausstattung zunächst etwas ungewöhnlich wirkt. Man könnte sagen: Der Torres beweist hier, dass Ausstattungspolitik manchmal ihre ganz eigene Logik verfolgt.
Die Variante Bliss markiert den Übergang in den gehobenen Bereich. Der 1.5-Liter-Benziner startet hier bei 35.390 Euro. Parallel dazu wird der Torres auch als Hybrid angeboten, dessen Einstiegspreis bei 39.390 Euro liegt. Damit reagiert KGM auf einen Markt, in dem elektrifizierte Antriebe zunehmend gefragt sind – nicht zuletzt, weil viele Käufer beim Thema Verbrauch inzwischen etwas sensibler reagieren als noch vor einigen Jahren.
Noch umfangreicher ausgestattet zeigt sich der Torres in der Version Forest. Hier beginnt der Preis beim Benziner bei 40.090 Euro. In dieser Ausstattung gehören unter anderem die 6-Gang-Automatik sowie der adaptive Tempomat bereits zur Serie. Der Hybrid startet in dieser Linie bei 41.890 Euro.
Der Aufpreis für den Allradantrieb beträgt immer 2.000 Euro
An der Spitze der Modellpalette steht die Ausstattung Lux. Sie beginnt bei 44.090 Euro beziehungsweise 45.890 Euro für den Hybrid. Hier gehören unter anderem 20-Zoll-Räder zur Serienausstattung. Das optionale Panoramaglasdach bleibt allerdings auch hier aufpreispflichtig und schlägt mit 2.100 Euro zu Buche.
Der Allradantrieb – also der KGM Torres 4WD – ist grundsätzlich für alle Ausstattungsvarianten erhältlich. Der Aufpreis beträgt stets 2.000 Euro. Verglichen mit vielen Wettbewerbern fällt dieser Zuschlag erstaunlich moderat aus. Bei manchen Herstellern hat man inzwischen den Eindruck, dass Allradantrieb nicht nur zusätzliche Traktion bringt, sondern gleichzeitig auch eine kleine Preisexplosion im Konfigurator auslöst.
Zusätzlich zur klassischen Verbrenner- und Hybridpalette bietet KGM den Torres auch als vollelektrische Variante EVX an. Diese Version leistet 207 PS und startet bei 41.990 Euro. Damit deckt die Baureihe mittlerweile ein erstaunlich breites Spektrum ab – vom konventionellen Turbobenziner über Hybridtechnik bis hin zum rein elektrischen SUV.
Kundenfeedback
Wer sich durch Foren, Facebook-Gruppen und Kommentarspalten zum KGM Torres 4WD liest, merkt schnell: Die meisten Diskussionen drehen sich nicht um extreme Schwächen oder spektakuläre Stärken, sondern um den ungewöhnlichen Charakter des Fahrzeugs.
Am häufigsten loben Besitzer das Design. Viele Käufer berichten, dass sie gerade wegen der kantigen Optik zum Torres gegriffen haben. In Diskussionen fällt immer wieder der Hinweis, dass der Wagen im Straßenbild auffällt und nicht wie ein weiterer austauschbarer Kompakt-SUV wirkt. Mehrere Fahrer schreiben sogar, dass sie regelmäßig auf das Auto angesprochen werden.
Ebenfalls sehr häufig positiv erwähnt wird das Platzangebot. Besonders Familien und Fahrer mit Kindern heben den großen Innenraum hervor. In mehreren Erfahrungsberichten wird betont, dass der Fond überraschend viel Raum bietet und auch der Kofferraum im Alltag als sehr praktisch empfunden wird.
Beim Antrieb fällt das Feedback gemischter aus. Viele Besitzer beschreiben den 1,5-Liter-Motor als ausreichend für den Alltag, aber nicht besonders kräftig. Gerade auf Autobahnen wünschen sich einige Fahrer mehr Leistungsreserven. Noch häufiger wird allerdings der Verbrauch diskutiert. Mehrere Nutzer berichten von realen Werten um zehn Liter pro 100 Kilometer und bezeichnen das als „okay, aber nicht gerade sparsam“.
Ein weiteres wiederkehrendes Thema sind die Assistenzsysteme. In vielen Kommentaren schreiben Besitzer, dass der Wagen sehr häufig akustische Hinweise gibt. Manche empfinden das als hilfreiche Sicherheitsfunktion, andere beschreiben es eher als etwas übermotiviert.
Ein Teil der Erfahrungsberichte stammt noch aus der Zeit, als das Modell unter dem Namen SsangYong Torres verkauft wurde. Da Technik und Aufbau praktisch identisch sind, lassen sich diese Stimmen gut auf den heutigen KGM Torres übertragen.
Insgesamt ergibt sich aus den vielen Besitzermeinungen ein relativ einheitliches Bild: Der Torres wird von vielen Fahrern als ungewöhnlicher SUV mit viel Platz und auffälligem Design wahrgenommen, dessen Motor und Verbrauch jedoch häufiger kritisch diskutiert werden.
Fazit zum KGM Torres 4WD
Der KGM Torres 4WD ist kein SUV, das versucht, in jedem Kapitel des Lastenhefts Klassenprimus zu sein. Er wirkt eher wie ein Fahrzeug, das beschlossen hat, seinen eigenen Weg zu gehen – selbst wenn dieser gelegentlich über ein paar kleine Umwege führt.
Sein größter Trumpf ist eindeutig der Auftritt. Während viele SUV heute aussehen, als hätten Designer versucht, möglichst viele Rundungen in ein einziges Blechkleid zu pressen, stellt sich der Torres demonstrativ quer. Kanten statt Kurven, robuste Details statt aerodynamischer Gefälligkeit. Das Ergebnis: ein Auto, das im Straßenbild auffällt. Nicht unbedingt, weil es schreit, sondern weil es einfach anders aussieht als die üblichen Verdächtigen auf dem Supermarktparkplatz.
Auch beim Platzangebot zeigt sich der Torres von seiner praktischen Seite. Der Innenraum ist großzügig geschnitten, vorne wie hinten. Der Kofferraum ist groß genug für Familienurlaub, Baumarktbesuch oder beides gleichzeitig – sofern man beim Möbelkauf nicht gerade eine komplette Küchenzeile plant.
Der Antrieb erledigt seine Aufgabe solide, ohne große Showeinlagen. Der 1,5-Liter-Turbobenziner bringt den Wagen zuverlässig in Bewegung, wirkt aber eher pragmatisch als temperamentvoll. Auch die Automatik gehört zur Kategorie „gelassen statt hektisch“. Wer beim Beschleunigen dramatische Inszenierungen erwartet, wird hier eher eine sachliche Dienstleistung erleben.
Bei Technik und Assistenzsystemen zeigt der Torres ebenfalls Charakter. Der Funktionsumfang ist groß, doch einige Systeme wirken ein wenig zu engagiert. Besonders akustische Hinweise werden mit einer Begeisterung verteilt, die man sonst eher von Rauchmeldern kennt.
Trotz dieser Eigenheiten hat der KGM Torres 4WD eine Stärke, die vielen modernen SUV ein wenig fehlt: Persönlichkeit. Er ist nicht perfekt, aber gerade das macht ihn interessant. Wer ein möglichst unauffälliges Auto sucht, wird hier nicht glücklich. Wer jedoch einen SUV mit eigenständigem Stil, viel Platz und einem fairen Preis sucht, sollte den Torres unbedingt einmal ausprobieren.
Konkurrenzmodelle
Der KGM Torres 4WD tritt in einem der am stärksten umkämpften Segmente überhaupt an. Mittelgroße SUV sind das Brot-und-Butter-Geschäft vieler Hersteller, entsprechend lang ist die Liste der Alternativen. Für Käufer bedeutet das: Auswahl gibt es reichlich.
Ganz vorne in der Wahrnehmung vieler Kunden steht nach wie vor der VW Tiguan (Test des VW Tiguan 2025). Der Wolfsburger Bestseller gilt seit Jahren als Maßstab der Klasse. Er bietet solide Verarbeitung, viel Technik und eine breite Motorenpalette – wirkt dabei allerdings manchmal so aufregend wie ein sehr gut organisierter Werkzeugkoffer.
Ebenfalls stark vertreten sind Hyundai Tucson (Test des Hyundai Tucson Hybrid) und Kia Sportage (Test des Kia Sportage Diesel). Beide überzeugen mit modernem Design, umfangreicher Technik und einem breiten Angebot an Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antrieben. Beim Thema Effizienz haben sie dem klassischen Turbobenziner vieler Konkurrenten inzwischen einiges voraus.
Der Toyota RAV4 gehört ebenfalls zu den Schwergewichten dieser Klasse. Sein Hybridantrieb gilt als besonders effizient und hat dem Modell weltweit enorme Verkaufszahlen beschert. Technisch eng verwandt ist der Suzuki Across (Test des Suzuki Across Facelift), der im Grunde eine RAV4-Variante mit anderem Markenlogo darstellt.
Preisbewusste Käufer schauen häufig Richtung Dacia Bigster. Dacia verfolgt bekanntermaßen eine sehr pragmatische Strategie: viel Platz, robuste Technik und ein Preisniveau, bei dem andere Hersteller gerade erst anfangen, ihre Optionslisten aufzuschlagen.
Auch Karoq, 3008 und Grandland machen dem KGM Torres 4WD Konkurrenz
Aus dem Volkswagen-Umfeld kommen außerdem Skoda Karoq (Test des Skoda Karoq Sportline) und Seat Ateca (Test des Seat Ateca TDI), zwei eher sachliche Vertreter der Klasse. Der Nissan Qashqai gehört zu den Pionieren des Kompakt-SUV-Booms, während der Mazda CX-5 vor allem für sein ausgewogenes Fahrverhalten und eine hochwertige Innenraumgestaltung bekannt ist.
Französische Alternativen wie der Peugeot 3008 (Test des Peugeot 3008 Hybrid), der Citroën C5 Aircross oder der Opel Grandland (Test des Opel Grandland Hybrid) setzen stärker auf Komfort, Design und teilweise elektrifizierte Antriebe.
Der KGM Torres 4WD verfolgt innerhalb dieses Feldes eine etwas andere Strategie. Während viele Konkurrenten möglichst universell auftreten, setzt er stärker auf einen eigenständigen Auftritt und ein auffälliges Design. Genau das macht ihn nicht unbedingt zum klassischsten Vertreter dieser Klasse – aber definitiv zu einem der interessantesten Außenseiter.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D



























