Volvo XC90 B5
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Volvo XC90 B5 Test – Facelift für das Schweden-SUV

Der Volvo XC90 B5 ist ein Sonderfall im Premium-SUV-Segment. Kaum ein anderes Modell steht derart konsequent für Kontinuität, Ruhe und eine fast stoische Form von Noblesse. Während Wettbewerber im Rhythmus weniger Jahre Designsprachen wechseln, Displays stapeln oder ihre Antriebsstrategien radikal umbauen, bleibt der XC90 seiner Linie treu. Genau das ist Teil seines Erfolgs – und zugleich der Maßstab, an dem sich jede Überarbeitung messen lassen muss.

Mit dem aktuellen Facelift geht Volvo diesen Weg bewusst weiter. Statt eines radikalen Neuanfangs gibt es gezielte Verfeinerungen, sichtbar vor allem an der geschärften Lichtsignatur der Matrix-LED-Scheinwerfer und einem moderneren Infotainmentsystem mit größerem Touchscreen. Der XC90 will nicht überraschen, sondern bestätigen. Er versteht sich weiterhin als großes, souveränes Reisefahrzeug für Familien und Vielfahrer, die Wert auf Komfort, Sicherheit und Understatement legen – nicht auf maximale Fahrdynamik oder emotionale Inszenierung.

Spannender ist der Blick unter das Blech. Der getestete Mildhybrid B5 ist der letzte verbliebene reine Verbrenner im XC90-Programm. Als 250 PS starker Vierzylinder-Benziner übernimmt er die Rolle des Einstiegsmotors und verzichtet vollständig auf externe Lademöglichkeiten. Das macht ihn technisch einfacher, aber auch zu einem Grenzgänger in einem Fahrzeug, das leer bereits über zwei Tonnen wiegt. Volvo positioniert ihn klar als rationale Alternative für Käufer, die keinen Plug-in-Hybrid wollen oder benötigen.

Genau hier setzt dieser Test an. Der Fokus liegt nicht auf nostalgischen Rückblicken oder Modellhistorie, sondern auf der Frage, wie zeitgemäß der XC90 B5 heute ist. Wie gut passt der Antrieb zum Anspruch des Fahrzeugs? Wo liegen seine Stärken im Alltag, wo zeigen sich klare Grenzen? Und wie schlüssig ist das Gesamtpaket angesichts von Preis, Ausstattung und Konkurrenz? Der XC90 tritt nicht an, um Trends zu setzen. Er will überzeugen – durch Gelassenheit, Reife und einen sehr eigenen Premium-Begriff. Fahrbericht.


Der Look des Volvo XC90 B5

Äußerlich bleibt der Volvo XC90 B5 auch nach dem Facelift ein Statement der leisen Art. Kein anderes großes Premium-SUV tritt derart zurückhaltend auf, ohne dabei beliebig zu wirken. Die Proportionen sind vertraut, fast konservativ, und genau darin liegt die Stärke. Der lange Radstand, die aufrechte Front und die klare Linienführung vermitteln Präsenz, ohne Dominanz einzufordern. Der XC90 drängt sich nicht auf, er steht einfach da – ruhig, selbstbewusst und unverkennbar skandinavisch.

Die Modellpflege beschränkt sich bewusst auf Details. Am auffälligsten sind die neu gezeichneten Matrix-LED-Scheinwerfer, deren Lichtsignatur nun noch markanter ausfällt. Das bekannte „Thors Hammer“-Motiv wirkt präziser, technischer und verleiht der Front mehr Tiefe. Zusammen mit dezent überarbeiteten Stoßfängern entsteht ein modernerer Eindruck, ohne die Identität des Fahrzeugs zu verändern. Wer einen radikalen Neustart erwartet, wird enttäuscht sein. Wer Kontinuität schätzt, fühlt sich sofort zu Hause.

In der Seitenansicht bleibt der XC90 angenehm frei von modischen Spielereien. Keine übertriebenen Sicken, keine verspielten Chromelemente, keine aufgesetzte Sportlichkeit. Selbst die optionalen 21-Zoll-Räder wirken eher souverän als aggressiv. Die hohe Fensterlinie und die klar gezeichnete D-Säule unterstreichen den funktionalen Anspruch, der hier stets über reiner Show steht.

Am Heck setzt Volvo ebenfalls auf Evolution statt Revolution. Die vertikal angeordneten Rückleuchten gehören weiterhin zu den markantesten Erkennungsmerkmalen des Modells. Sie strecken das Fahrzeug optisch und sorgen auch bei Dunkelheit für einen hohen Wiedererkennungswert. Insgesamt zeigt sich der XC90 als Design, das erstaunlich gut gealtert ist. Dass man ihm sein ursprüngliches Marktdebüt 2015 kaum ansieht, spricht weniger für kosmetische Tricks als für eine Gestaltung, die von Anfang an auf Zeitlosigkeit ausgelegt war.


Und innen?

Im Innenraum zeigt der Volvo XC90 B5 eindrucksvoll, warum das Konzept aus skandinavischer Klarheit, hochwertigen Materialien und funktionaler Zurückhaltung auch Jahre nach Markteinführung noch trägt. Statt optischer Reizüberflutung setzt Volvo weiterhin auf Ruhe, Übersicht und eine Gestaltung, die eher an modernes Möbeldesign als an klassische Automobil-Inszenierung erinnert. Das Facelift greift diesen Ansatz auf und modernisiert gezielt, ohne die Grundarchitektur infrage zu stellen.

Zentraler Eingriff ist das neue, freistehende Touchdisplay mit 11,2 Zoll Diagonale. Es wirkt größer, schärfer und zeitgemäßer als zuvor, bleibt aber bewusst dominant im Hochformat. Das Android-Automotive-System mit Google-Diensten ist tief integriert und punktet mit logischer Navigation, flüssiger Darstellung und einer Sprachsteuerung, die im Alltag tatsächlich funktioniert. Gleichzeitig verlangt die Bedienlogik nach Eingewöhnung, da viele Fahrzeugfunktionen konsequent über den Bildschirm gesteuert werden. Klassische Tasten sind rar, was dem aufgeräumten Look zugutekommt, aber nicht jedem Nutzer gefallen dürfte.

Die Materialanmutung bewegt sich auf hohem Niveau. Weiche Oberflächen, sauber verarbeitete Lederoptiken und fein abgestimmte Kontrastnähte erzeugen ein stimmiges Gesamtbild. Der Wählhebel aus Orrefors-Kristallglas ist mehr als ein Gimmick, er unterstreicht den Anspruch, hier bewusst auf Details zu achten. Weniger überzeugend sind die optionalen nachhaltigen Wollbezüge, die zwar dem Zeitgeist entsprechen, haptisch und olfaktorisch aber nicht jeden ansprechen. Alternativen wie Nappaleder passen besser zum luxuriösen Anspruch des Fahrzeugs.

Das Raumangebot ist erwartungsgemäß großzügig. In der getesteten Siebensitzer-Konfiguration bieten die ersten beiden Reihen viel Platz und angenehmen Sitzkomfort, auch auf langen Strecken. Die dritte Sitzreihe bleibt eher Kindern oder kleineren Erwachsenen vorbehalten, was in dieser Klasse allerdings keine Ausnahme darstellt. Sind sieben Personen an Bord, muss man mir rund 300 Litern Kofferraumvolumen auskommen. Bei fünfsitziger Bestuhlung, sind es dagegen schon 680 Liter. Und klappt man die Rückbank um, werden über 2.000 Liter an Laderaum frei.


Der Antrieb des Volvo XC90 B5 AWD

Der Mildhybrid im aktuellen Volvo XC90 B5 ist eine besondere Erscheinung. Er markiert den Einstieg in die Baureihe und ist zugleich der letzte verbliebene reine Verbrenner im Portfolio. Als 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 250 PS und 360 Newtonmetern Drehmoment übernimmt er eine Aufgabe, die nicht ganz frei von Zielkonflikten ist. Ein Fahrzeug dieser Größe und Masse verlangt nach Souveränität, der Antrieb nach Effizienz – beides gleichzeitig zu liefern, ist eine Herausforderung.

Im Alltag zeigt sich der B5 kultiviert und unauffällig. Der Motor läuft ruhig, das Achtgang-Automatikgetriebe schaltet weich und unaufgeregt, die Kraftentfaltung erfolgt linear. Unterstützt wird das Aggregat von einem integrierten Startergenerator, der Anfahrmomente glättet und Start-Stopp-Phasen nahezu unmerklich gestaltet. Wirkliche elektrische Entlastung bietet das System jedoch nicht, die zusätzlichen 14 PS bleiben im Fahrbetrieb eher theoretischer Natur.

Spürbar wird, dass der Vierzylinder mit dem Gewicht des XC90 arbeiten muss. Besonders bei zügiger Autobahnfahrt oder beim Beschleunigen aus höheren Geschwindigkeiten fehlt es an Reserven. Das maximale Drehmoment liegt zwar früh an, wirkt im Kontext von über zwei Tonnen Leergewicht jedoch schnell ausgereizt. Sportliche Ambitionen lassen sich aus diesem Antrieb nicht ableiten, was allerdings auch nicht seiner Aufgabe entspricht. Der XC90 versteht sich als entspannter Gleiter, nicht als dynamischer Herausforderer.

Allradantrieb gehört serienmäßig dazu und sorgt für souveräne Traktion, insbesondere bei Nässe oder winterlichen Bedingungen. Die Lenkung agiert präzise, aber bewusst leichtgängig, die Bremsanlage verzögert zuverlässig und gut dosierbar. In Summe liefert der B5-Antrieb ein stimmiges, aber nicht überragendes Gesamtbild. Er passt zum Charakter des XC90, fordert jedoch Akzeptanz bei Leistungshunger und Effizienzanspruch gleichermaßen.


Alltag & Verbrauch

Im Alltag offenbart der Volvo XC90 B5 sehr klar, wo die Grenzen des Mildhybrid-Konzepts in einem großen, schweren SUV liegen. Der offiziell angegebene WLTP-Verbrauch von 8,8 Litern auf 100 Kilometer ist erreichbar, setzt jedoch eine sehr zurückhaltende Fahrweise voraus. Wer Autobahnetappen meidet, gleichmäßig unterwegs ist und das Leistungspotenzial nur selten abruft, kann sich diesem Wert annähern. In der Praxis bleibt das jedoch eher die Ausnahme als die Regel.

Im realen Fahrbetrieb pendelte sich der Verbrauch bei rund 9,8 Litern ein und blieb damit knapp unter der Zehn-Liter-Marke. Bereits moderat zügige Autobahnfahrten oder häufige Beschleunigungsphasen lassen den Wert jedoch spürbar ansteigen. Wer den XC90 regelmäßig jenseits der Richtgeschwindigkeit bewegt oder die Leistungsreserven öfter nutzt, sollte mit rund zwölf Litern kalkulieren. Hier zeigt sich deutlich, dass der B5-Benziner kein Effizienzmeister ist, sondern eher ein Kompromiss für Käufer, die bewusst auf Ladeinfrastruktur verzichten wollen.

Abseits des Verbrauchs punktet der XC90 im Alltag mit hoher Souveränität. Lange Strecken meistert er mühelos, insbesondere mit dem optionalen adaptiven Luftfahrwerk. Fahrbahnunebenheiten werden wirkungsvoll gefiltert, Querfugen und schlechte Beläge verlieren ihren Schrecken. In Kombination mit der Akustikverglasung entsteht ein sehr leiser Innenraum, der selbst bei Autobahntempo kaum Wind- oder Abrollgeräusche zulässt. Der große Volvo lädt zum Gleiten ein, nicht zum Eilen.

Praktisch zeigt sich der XC90 ebenfalls. Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Überblick, Assistenzsysteme entlasten im dichten Verkehr und auf langen Etappen. Die Siebensitzer-Konfiguration bietet Flexibilität, verlangt aber Kompromisse beim Kofferraumvolumen. Mit voller Bestuhlung stehen 302 Liter zur Verfügung, mit fünf Personen wächst das Ladeabteil deutlich. Der XC90 bleibt damit ein komfortabler Alltagsbegleiter, dessen Stärken klar im entspannten Reisen liegen.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Der Volvo XC90 B5 bleibt seiner Rolle als sicherheitsorientierter Technologieträger treu. Kaum ein anderes Fahrzeug dieser Klasse bündelt Assistenzsysteme so konsequent serienmäßig und mit einer derart niedrigen Eingriffsschwelle. Schon in der Basislinie Core ist das Niveau hoch, was angesichts des Einstiegspreises zwar erwartet werden darf, im Wettbewerbsumfeld aber keineswegs selbstverständlich ist. Pilot Assist, umfangreiche Notbremsfunktionen, Spurhalte- und Spurwechselassistenten sowie eine Vielzahl präventiver Sicherheitsfeatures arbeiten im Hintergrund permanent mit.

Im Fahralltag agieren die Systeme überwiegend unaufgeregt. Der Pilot Assist hält sauber die Spur, regelt den Abstand vorausschauend und greift sanft ein, ohne hektisch zu wirken. Gerade auf langen Autobahnetappen oder im Stop-and-go-Verkehr entsteht ein hohes Maß an Entlastung. Typisch Volvo bleibt die eher konservative Auslegung: Die Systeme sind nicht darauf ausgelegt, sportliches Fahren zu unterstützen, sondern Sicherheit und Gelassenheit zu fördern. Wer sich darauf einlässt, profitiert von einem sehr stressarmen Gesamtpaket.

Technisch zeigt sich der XC90 modernisiert, ohne in Aktionismus zu verfallen. Das neue Android-Automotive-System mit Google Maps, Assistant und Play Store ist eines der überzeugendsten Infotainment-Konzepte am Markt. Navigation, Medien und Sprachsteuerung funktionieren zuverlässig, Updates erfolgen over the air. Apple CarPlay ist integriert, wenngleich nicht drahtlos. Die digitale Instrumentierung bietet klare Grafiken, verzichtet aber bewusst auf Spielereien.


Das Bowers & Wilkins Soundsystem ist genial

Ein echtes Highlight sind die serienmäßigen Matrix-LED-Scheinwerfer. Sie überzeugen mit hoher Leuchtkraft, sauberer Ausblendtechnik und einer sehr homogenen Lichtverteilung. Die Fahrbahn wird breit und gleichmäßig ausgeleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Optional lässt sich eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage ergänzen, die insbesondere bei winterlichen Bedingungen oder auf langen Autobahnfahrten einen spürbaren Mehrwert bietet. Einen Mehrwert bietet auch das optionale Head-up-Display. Es ergänzt die digitale Instrumentierung sinnvoll, indem es relevante Fahrinformationen direkt ins Sichtfeld projiziert, ohne abzulenken.

Akustisch setzt das optionale Bowers-&-Wilkins-Soundsystem Maßstäbe. Die Anlage liefert eine außergewöhnliche Klarheit, fein aufgelöste Höhen und präzise Mitten, während der Bass nicht dröhnt, sondern körperlich präsent bleibt. Das war schon 2015 bei der Markteinführung der Modellgeneration so und es hat sich über die letzten Jahre nicht geändert. Das Klangbild wirkt ausgewogen und raumfüllend, unabhängig von Lautstärke oder Musikgenre. In Verbindung mit der sehr guten Geräuschdämmung verwandelt sich der XC90 auf langen Strecken in einen rollenden Konzertsaal. Ebenfalls praxisnah ist die Rückfahrkamera, die optional mit einer Waschdüse ausgestattet werden kann. Ein kleines Detail, das im Alltag einen erstaunlich großen Unterschied macht. Allerdings wirft es auch die Frage auf, warum hierfür – ungeachtet der Ausstattungslinie – 149 Euro extra berappt werden müssen.


Varianten & Preise des Volvo XC90 B5

Der Volvo XC90 positioniert sich preislich klar im oberen Premium-Segment, bleibt dabei aber nachvollziehbar strukturiert. Der Einstieg in die Baureihe erfolgt über den Mildhybrid B5 ab 81.390 Euro. Bereits dieser Grundpreis markiert deutlich, dass Volvo den XC90 nicht als Lockangebot versteht, sondern als vollwertiges Oberklasse-SUV mit klar definiertem Anspruch. Der Plug-in-Hybrid startet erst bei 88.990 Euro und richtet sich an Käufer mit klarer Lade- und Nutzungsstrategie, während der B5 bewusst die einfache, alltagstaugliche Alternative darstellt.

Die Ausstattungslinie Core bildet die Basis und fällt ungewöhnlich umfangreich aus. Matrix-LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn, 20-Zoll-Räder und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sind bereits Serie. Das wirkt angesichts des Preises angemessen, ist im Wettbewerbsumfeld jedoch keineswegs selbstverständlich. Core richtet sich an Käufer, die auf Vollständigkeit Wert legen, ohne sich in Aufpreisspiralen zu verlieren.

Plus erweitert das Paket sinnvoll und kostet ab 84.390 Euro. Hier kommen unter anderem ein Harman/Kardon Soundsystem, Sitzheizung auch im Fond, Lenkradheizung, Memory-Funktion für die Vordersitze, 21-Zoll-Räder sowie der charakteristische Orrefors-Wählhebel hinzu. Diese Linie trifft den besten Mittelweg aus Komfort, Wertigkeit und Preis und dürfte für viele Interessenten die attraktivste Wahl sein.

Ultra markiert die Spitze der regulären Ausstattungslinien und startet bei 89.990 Euro. Panorama-Glasschiebedach, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Head-up-Display und 360-Grad-Kamera heben den Volvo XC90 B5 hier auf ein klar luxuriöses Niveau. Alternativ positioniert sich die Black Edition ab 86.690 Euro als optisch geschärfte Variante mit eigenständigem Auftritt.

Bei den Optionen empfiehlt sich gezielte Zurückhaltung. Akustikverglasung (1.080 Euro) und adaptives Luftfahrwerk (2.490 Euro) steigern Komfort und Langstreckentauglichkeit deutlich. Das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem (3.060 Euro) ist teuer, gehört klanglich aber weiterhin zur absoluten Spitzenklasse. Auf Wunsch gibt es noch eine Massagefunktion für Fahrer und Beifahrer (780 Euro) sowie eine Anhängerkupplung (1.110 Euro). In sinnvoll konfigurierter Form nähert sich der XC90 der 100.000-Euro-Marke, rechtfertigt diese jedoch mit Substanz statt Show.


Kundenfeedback

Das aktuelle Stimmungsbild zum Volvo XC90 B5 ist von bemerkenswerter Konstanz geprägt. Viele Besitzer beschreiben den großen Schweden als bewusst ruhiges Premium-SUV, das seinen Reiz nicht aus Dynamik oder technischer Effekthascherei zieht, sondern aus Gelassenheit und Komfort. Besonders häufig wird das entspannte, „abgekoppelte“ Fahrgefühl hervorgehoben, vor allem auf langen Strecken. Der XC90 wird von vielen als Fahrzeug wahrgenommen, das Stress reduziert und selbst bei hohem Autobahntempo eine angenehme Ruhe bewahrt.

Sehr positiv fällt in den Rückmeldungen die Geräuschdämmung aus, insbesondere in Verbindung mit dem optionalen Luftfahrwerk und der Akustikverglasung. Viele Nutzer berichten, dass der XC90 auch nach mehreren Stunden Fahrt wenig ermüdend wirkt. Der Innenraum wird überwiegend als hochwertig, aufgeräumt und langlebig beschrieben, weniger als modernistisch inszeniert, sondern als bewusst zeitlos. Die Sitze und die Sitzposition werden häufig gelobt, gerade von Fahrern, die regelmäßig lange Distanzen zurücklegen.

Kritischer äußern sich viele Stimmen zum Mildhybrid B5. Der reale Kraftstoffverbrauch wird von zahlreichen Nutzern als deutlich höher eingeschätzt als die offiziellen Angaben. Vor allem bei Autobahnfahrten, voller Beladung oder höherem Tempo empfinden viele den Benziner als durstig. Auch die Leistungsentfaltung wird teilweise als ausreichend, aber nicht souverän beschrieben. Der Antrieb gilt als kultiviert, jedoch nicht als idealer Partner für das hohe Fahrzeuggewicht.

Gemischte Rückmeldungen gibt es zum Infotainment. Während Navigation, Sprachsteuerung und Google-Integration grundsätzlich überzeugen, berichten einige Nutzer von gelegentlichen Software-Unstimmigkeiten oder Update-bedingten Eigenheiten. Auch das gesamte Infotainment fällt gelegentlich mal komplett aus. Sehr eindeutig fällt hingegen das Urteil zum optionalen Bowers-&-Wilkins-Soundsystem aus. Es wird von vielen als eines der besten Audiosysteme im Fahrzeugsegment bezeichnet und gilt als klare Empfehlung für musikaffine Käufer.


Fazit zum Volvo XC90 B5

Der Volvo XC90 B5 ist kein Fahrzeug, das sich über Zahlen, Beschleunigungswerte oder technische Effekthascherei definiert. Er bleibt auch in seiner aktuellen Form ein bewusst ruhiger Vertreter des Premium-SUV-Segments, der seine Stärken in Komfort, Sicherheit und Gelassenheit ausspielt. Das Facelift verfeinert diesen Charakter, ohne ihn neu zu erfinden, und genau darin liegt seine Konsequenz. Wer einen radikalen Neuanfang erwartet, wird hier nicht fündig. Wer Reife und Kontinuität sucht, dagegen schon.

Der Mildhybrid B5 passt grundsätzlich zum Wesen des XC90, auch wenn er sichtbar an Grenzen stößt. Der Vierzylinder arbeitet kultiviert und unauffällig, muss jedoch das hohe Fahrzeuggewicht schultern und verlangt beim Verbrauch Kompromissbereitschaft. Im Alltag überzeugt der Antrieb eher durch Sanftheit als durch Souveränität, was die Positionierung des XC90 als komfortbetonten Langstreckenwagen unterstreicht. Wer regelmäßig dynamisch unterwegs ist oder hohe Effizienz erwartet, wird sich mit dieser Auslegung schwertun.

Seine eigentliche Stärke spielt der XC90 im Zusammenspiel aus Fahrkomfort, Geräuschdämmung und hochwertigem Innenraum aus. Das optionale Luftfahrwerk, die sehr gute Akustikverglasung und das exzellente Soundsystem heben das Reiseerlebnis auf ein Niveau, das nur wenige Wettbewerber erreichen. Auch die Sicherheits- und Assistenzsysteme gehören weiterhin zu den überzeugendsten am Markt.

Preislich bewegt sich der XC90 klar im oberen Bereich, rechtfertigt dies jedoch mit Substanz und einer sehr vollständigen Grundausstattung. In sinnvoller Konfiguration ist er kein Schnäppchen, aber ein stimmiges Gesamtpaket für Käufer, die Wert auf Ruhe, Qualität und Understatement legen. Der XC90 bleibt damit genau das, was er immer war: ein souveräner, nobler Begleiter für Menschen, die Gelassenheit höher schätzen als Show.


Konkurrenzmodelle

Im Wettbewerbsumfeld bewegt sich der Volvo XC90 B5 in einem klar umrissenen Segment großer Premium-SUVs, das traditionell stark von Sechszylinder-Antrieben geprägt ist. Modelle wie der BMW X5 (Test des BMW X5 xDrive30d), der Audi Q7 (Test des Audi Q7 2025) oder der Mercedes GLE (Test des Mercedes-Benz GLE 450d) sind nach wie vor mit leistungsstarken Sechszylinder-Dieseln erhältlich und setzen damit den Maßstab in puncto Souveränität, Durchzug und Effizienz. Gerade auf der Langstrecke gelten diese Motorisierungen in dieser Fahrzeugklasse weiterhin als Referenz.

Eine Sonderrolle nimmt der VW Touareg (Test des VW Touareg Facelift) ein, der nur noch in diesem Jahr angeboten wird. Obwohl er formal unter dem Premium-Label agiert, positioniert er sich technisch und qualitativ auf Augenhöhe mit den genannten Wettbewerbern. Mit seinem Sechszylinder-Diesel bleibt er eine der letzten Alternativen für Käufer, die bewusst auf klassische Antriebskonzepte setzen und dabei Wert auf hohe Anhängelasten, Langstreckenkomfort und Effizienz legen.

Der Lexus RX (Test des Lexus RX 450h+) stellt die einzige echte Ausnahme im Segment dar. Er verzichtet vollständig auf Dieselmotoren und setzt konsequent auf Hybridantriebe. Damit spricht er eine andere Zielgruppe an und konkurriert weniger über Leistungsdaten als über Zuverlässigkeit, Laufruhe und niedrige lokale Emissionen. Eine Siebensitzer-Option fehlt jedoch, was seine Alltagstauglichkeit im direkten Vergleich einschränkt.


Vierzylinder sind bei Fullsize-SUVs eher Nischenlösungen

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass der Volvo XC90 B5 mit seinem Vierzylinder-Benziner eine Sonderstellung einnimmt. Vierzylinder gelten in dieser Fahrzeugklasse weiterhin als Nischenlösung, da sie dem Anspruch an souveräne Leistungsentfaltung und Effizienz nur bedingt gerecht werden. Eine der wenigen Ausnahmen bildet der Mercedes GLE 300 de, der als Plug-in-Hybrid mit Vierzylinder-Dieselantrieb einen technisch eigenständigen Weg geht und damit eine spezielle Klientel anspricht.

Der XC90 positioniert sich bewusst anders. Er verzichtet auf Sechszylinder, Diesel und Extreme und setzt stattdessen auf Komfort, Sicherheitsfokus und Understatement. Im direkten Vergleich verliert er an Antriebssouveränität, gewinnt jedoch an Klarheit im Konzept. Für Käufer, die ein ruhiges, nobles Fullsize-SUV ohne technische Überfrachtung suchen und bereit sind, beim Antrieb Kompromisse einzugehen, bleibt der XC90 eine eigenständige und weiterhin relevante Alternative im Premium-Segment.


Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


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