Volvo EX90 Twin Motor
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Volvo EX90 Twin Motor Test – Oberklasse auf leisen Sohlen

Der Volvo EX90 Twin Motor muss sich in unserem Test nirgendwo um Aufmerksamkeit bemühen, denn dafür ist seine Erscheinung bereits souverän genug. Mit 5,04 Metern Länge, sechs Sitzplätzen und einem Leergewicht von 2.725 Kilogramm gehört der Schwede zu jener automobilen Gattung, bei der selbst das Wort „groß“ ein wenig untertrieben wirkt.

Traditionell wurde die Rolle der Speerspitze bei Volvo vom XC90 übernommen. Seit seiner Einführung im Jahr 2002 steht das große SUV an der Spitze der Modellpalette und prägte wie kaum ein anderes Fahrzeug das moderne Erscheinungsbild der Marke. Daran ändert auch der EX90 zunächst nichts, denn der XC90 bleibt weiterhin im Programm.

Der EX90 ist somit kein klassischer Nachfolger, der den XC90 in den Ruhestand schickt, sondern dessen vollelektrisches Pendant. Beide Modelle werden parallel angeboten: Der XC90 hält mit Mildhybrid- (Test des Volvo XC90 B5) und Plug-in-Hybridantrieben (Test des Volvo XC90 T8) die Verbindung zur bisherigen Volvo-Welt, während der EX90 den elektrischen Gegenentwurf liefert. Göteborg leistet sich derzeit also zwei Flaggschiffe – gewissermaßen eines mit und eines ohne Tankdeckel.

Unser Testwagen trat als Volvo EX90 Twin Motor AWD Ultra mit 335 kW beziehungsweise 456 PS, sechs Einzelsitzen und der Lackierung Mulberry Red Metallic an. Adaptives Luftfahrwerk, 22-Zoll-Räder, elektrochromatisches Panoramadach und eine Bowers-&-Wilkins-Soundanlage treiben den Gesamtpreis auf 112.070 Euro. Der Begriff „voll ausgestattet“ lässt sich hier verwenden, ohne dass die Preisliste beleidigt reagiert.

Mehr als 2.000 Testkilometer mussten zeigen, ob das grundlegend überarbeitete Modelljahr 2026 mit seiner neuen 800-Volt-Architektur nicht nur auf dem Datenblatt überzeugt. Dabei interessierten uns neben Komfort, Platzangebot und Bedienung vor allem der tatsächliche Verbrauch, die Ladeleistung und die Frage, ob der normale Twin Motor bereits die vernünftigere Wahl gegenüber der noch stärkeren Performance-Version ist. Fahrbericht.


Der Look

Der Volvo EX90 Twin Motor ist bereits nach wenigen Augenblicken der Inaugenscheinnahme eine ausgesprochen mondäne Erscheinung. Interessanterweise wirkt er gerade von vorn gefälliger als einige der kleineren vollelektrischen Volvo-Modelle wie beispielsweise der EX30 (Test des Volvo EX30 2026) oder gar dessen Offroad-Bruder Cross Country (Test des Volvo EX30 Cross Country). Trotz seiner gewaltigen Abmessungen erscheint er nicht überzeichnet und verzichtet auf jene demonstrative Aggressivität, mit der manches Luxus-SUV seine Umwelt ungefragt über den wirtschaftlichen Erfolg seines Besitzers informiert.

Wesentlichen Anteil daran haben die High Definition Pixel-LED-Scheinwerfer. Das berühmte „Thors Hammer“-Motiv wird beim EX90 technisch aufwendig neu interpretiert. Kleine, quaderförmige Lichtmodule bilden zunächst die markante Tagfahrlichtsignatur. Wird das eigentliche Hauptlicht benötigt, fahren zwei waagerechte Elemente elektromechanisch auseinander und geben die dahinterliegenden Lichtquellen frei.

Das sieht ausgesprochen spektakulär aus und verleiht dem EX90 eine technische Eleganz, die hervorragend zu seinem Charakter passt. Gleichzeitig drängt sich unweigerlich jene Frage auf, die bei aufwendigen mechanischen Kunststücken irgendwann zum guten Ton gehört: Was kostet es, wenn es eines Tages nicht mehr kunststückt?

Auch die Frontschürze dient nicht ausschließlich der optischen Unterhaltung. Abhängig vom Kühlbedarf öffnet oder schließt der Volvo die integrierten Luftöffnungen automatisch. Bündig in den Türen liegende Griffe und weitgehend glatte Karosserieflächen unterstützen den aufgeräumten Eindruck.

Die optionalen 22-Zoll-Räder fügen sich erstaunlich harmonisch in die mächtige Seitenlinie ein. An der Vorderachse stehen 265 Millimeter breite Reifen auf der Straße, hinten sind es sogar 295 Millimeter. Was an einem gewöhnlichen SUV nach automobiler Selbstüberschätzung aussehen könnte, wirkt am über fünf Meter langen EX90 beinahe angemessen proportioniert.

Auch das Greenhouse bleibt trotz der stattlichen Dimensionen ausgewogen. Die Gürtellinie steigt sanft nach hinten an, während das Dach leicht abfällt. Rahmenlose Außenspiegel sitzen auf kleinen Podesten und verleihen der Seitenansicht einen weiteren technischen Akzent. Die Spiegelflächen selbst hätten angesichts der Fahrzeuggröße allerdings etwas großzügiger ausfallen dürfen.

Im Gegensatz zu frühen Exemplaren des EX90 besitzt unser überarbeitetes Modelljahr 2026 keinen auffälligen Lidar-Aufbau mehr auf dem Dach. Das lässt die ohnehin klare Silhouette noch ruhiger erscheinen. Welche technischen Folgen der Verzicht auf den ursprünglich prominent vermarkteten Sensor hat, betrachten wir an späterer Stelle genauer.

Am Heck gibt es keinen Zweifel an der Herkunft. Die Rückleuchten ziehen sich Volvo-typisch bis in die D-Säulen und greifen dort erneut das quaderförmige Gestaltungsmotiv auf. Gemeinsam mit den horizontalen Leuchten in der Heckklappe entsteht nachts eine unverwechselbare Signatur.

Die Lackierung Mulberry Red Metallic steht dem großen Schweden dabei ausgesprochen gut. Je nach Lichteinfall changiert sie zwischen dunklem Rot, Bordeaux und einem beinahe bräunlichen Ton. Das wirkt vornehm und eigenständig, ohne bemüht extravagant zu erscheinen. Volvo hat für den EX90 eine Formensprache gefunden, die seine Größe nicht versteckt, daraus aber auch keine abendfüllende Veranstaltung macht.


Und innen?

Der Innenraum des Volvo EX90 Twin Motor folgt konsequent der skandinavischen Schule: kühl, reduziert und ausgesprochen nobel. Das Grundambiente unseres Testwagens wird von Anthrazit und dunklen Flächen geprägt. Für einen angenehmen Kontrast sorgen die grauen Tailored-Wool-Blend-Sitzbezüge mit ihren hellen Akzenten.

Hinterleuchtete Echtholz-Applikationen aus Esche, Rahmen in Edelstahloptik und hellgraue Kontrastnähte verhindern erfolgreich, dass der Innenraum zur minimalistischen Einrichtung einer sehr teuren skandinavischen Lounge verkommt. Die Materialqualität überzeugt insgesamt, ebenso die Verarbeitung. Gerade die Kombination aus Textilien, Holz und Metall verleiht dem EX90 eine eigene Atmosphäre, die weder dem üblichen Lederüberfluss noch dem derzeit beliebten Hochglanz-Klavierlack verfällt.

Besonders positiv fällt auf, dass Volvo den Fahrer nicht vollständig dem großen Zentralbildschirm ausgeliefert hat. Direkt hinter dem Lenkrad sitzt ein neun Zoll großes, freistehendes Fahrerdisplay mit brillanter Darstellung. Ergänzt wird es von einem umfangreichen Head-up-Display, das die wichtigsten Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert.

Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Cockpitkonzepten, bei denen praktisch sämtliche Anzeigen über den zentralen Bildschirm laufen. Der EX90 verlangt deutlich seltener, dass der Fahrer während der Fahrt den Blick von der Straße nimmt – zumindest solange er keine Fahrzeugeinstellung verändern möchte.

Der hochkant ausgerichtete Zentralbildschirm misst 14,5 Zoll und arbeitet mit Android Automotive. Google Maps, Echtzeit-Verkehrsinformationen, Sprachbedienung und die Navigation funktionieren entsprechend überzeugend. Die Darstellung wirkt klar und modern, die Reaktionsgeschwindigkeit gibt keinen Anlass zur Kritik.

Die Bedienung ist insgesamt gelungen, aber nicht frei von Eigenheiten. Einige Funktionen benötigen zu viele Schritte. Zwar gibt es einen Bereich für Kurzbefehle, dessen Auswahl ist jedoch begrenzt und lässt sich nicht vollständig an die eigenen Vorlieben anpassen.

Dass sich beispielsweise die elektrochromatische Verdunkelung des großen Panoramadachs nur über diesen Bereich steuern lässt, wirkt unnötig umständlich. Eine zusätzliche Taste am Dachhimmel wäre logischer gewesen. Schließlich befindet sich das Dach, wie eine kurze Überprüfung ergab, weiterhin über den Insassen.

Erfreulich klassisch ist dagegen der große Drehregler in Kristallglasoptik auf der Mittelkonsole. Er dient unter anderem zur Steuerung der Lautstärke und bietet genau jene unmittelbare Bedienbarkeit, die an anderer Stelle fehlt.

Weniger gelungen sind die Fensterheber. Wie bei einigen Modellen aus dem Volkswagen-Konzern gibt es auf der Fahrerseite lediglich zwei Schalter für vier Seitenscheiben. Wer die hinteren Fenster bedienen möchte, muss zunächst auf die zweite Reihe umschalten. Das funktioniert technisch einwandfrei, löst aber erneut ein Problem, das vier gewöhnliche Fensterheberschalter gar nicht erst entstehen lassen würden.

Auch die Anordnung der Lenkstockhebel verlangt etwas Eingewöhnung. Da der Fahrstufenwähler rechts hinter dem Lenkrad sitzt, wurden mehrere Funktionen rund um Blinker und Scheibenwischer ungewohnt verteilt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase lässt sich das Konzept jedoch besser bedienen, als der erste Kontakt vermuten lässt.

Die elektrisch einstellbaren Vordersitze bieten sehr viel Raum, eine vierfach verstellbare Lendenwirbelstütze und eine Massagefunktion. Sitzposition und Langstreckenkomfort passen ausgezeichnet zum Charakter des EX90. Auch die Übersicht nach vorn und zu den Seiten fällt angesichts der Fahrzeuggröße gut aus. Lediglich die vergleichsweise kleinen Außenspiegel setzen dem räumlichen Großzügigkeitsprogramm ein unerwartet bescheidenes Ende.

Unser Testwagen war als Sechssitzer konfiguriert. Statt einer durchgehenden Rückbank besitzt der Volvo in allen drei Reihen jeweils zwei Einzelsitze. Vorne herrschen opulente Platzverhältnisse, während auch die zweite Reihe sehr viel Bewegungsfreiheit und einen bequemen Durchgang zwischen den Sitzen bietet.

Für eine ausgewogene Platzverteilung muss die zweite Sitzreihe etwas nach vorn geschoben werden, sobald alle sechs Plätze genutzt werden. Trotzdem wäre es falsch, die hintersten Sitze als bloße Notlösung abzutun. Die Kopffreiheit fällt erstaunlich großzügig aus. Bei sinnvoller Einstellung der mittleren Einzelsitze entspricht auch die Beinfreiheit ungefähr dem, was man aus dem Fond eines Kompaktwagens kennt.

Die dritte Reihe eignet sich damit nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene auf kürzeren und mittleren Strecken. Ihre beiden Sitze lassen sich elektrisch aufstellen und vollständig im Gepäckraumboden versenken. Wird der EX90 nur mit vier Personen genutzt, entsteht hinter den beiden Sitzreihen ein geradezu gewaltiger Stauraum.

Unter der großen Mittelarmlehne und der freischwebenden Mittelkonsole befinden sich zusätzliche Ablagen. Das Fach unter der Armlehne ist wirklich extrem tief. Einen halben Wochenendausflug könnte man dort vermutlich unterbringen; für die zweite Hälfte bleibt schließlich noch der Kofferraum.


Der Antrieb des Volvo EX90 Twin Motor

Der Volvo EX90 Twin Motor AWD wird von zwei Elektromotoren angetrieben, die gemeinsam 335 kW beziehungsweise 456 PS und 670 Newtonmeter bereitstellen. Damit handelt es sich nicht um den nochmals stärkeren Twin Motor Performance. Einen Anlass, unseren rund 2,7 Tonnen schweren Testwagen als untermotorisiert zu bezeichnen, liefert das Datenblatt dennoch eher nicht.

An der Vorderachse arbeitet ein Asynchronmotor mit 130 kW beziehungsweise 177 PS und 265 Newtonmetern. Die Hinterachse übernimmt ein Permanentmagnet-Synchronmotor, der 205 kW beziehungsweise 279 PS und 405 Newtonmeter beisteuert. Der größere Anteil der Leistung wird folglich über die Hinterräder bereitgestellt.

Aus dem Stand beschleunigt der Volvo EX90 Twin Motor in 5,5 Sekunden auf 100 km/h. Bei 180 km/h wird der Vortrieb markentypisch elektronisch beendet. Für deutsche Autobahnen mag das gelegentlich Anlass zu theoretischen Diskussionen liefern, im üblichen Einsatzbereich des EX90 dürfte die Begrenzung hingegen selten den Tagesablauf ruinieren.

Wichtiger als die nackten Zahlen ist die Art und Weise, mit der der Volvo seine Leistung abgibt. Das Fahrpedal besitzt eine ausgesprochen breite und fein abgestimmte Charakteristik. Im Alltag lässt sich der EX90 sanft und präzise bewegen. Erst bei einem entschlossenen Tritt werden die Leistungsreserven mit jener Nachdrücklichkeit freigesetzt, die 670 Newtonmeter und zwei Elektromotoren nun einmal mit sich bringen.

Vier Fahrprogramme stehen zur Verfügung: Range, Standard, Performance und Offroad. Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen Range und Performance aus. Im Range-Modus wird das Fahrpedal regelrecht auf Gelassenheit getrimmt. Der EX90 reagiert zurückhaltender auf Leistungsanforderungen und bemüht sich um einen möglichst effizienten Umgang mit seiner Energie. Theoretisch könnte man diesen Modus auch als „Chauffeur-Modus“ umbenennen.

Im Performance-Modus wirkt das große SUV beinahe wie ein anderes Auto. Die Reaktion auf das Fahrpedal wird deutlich direkter, die Leistungsabgabe spontaner und der gesamte Antrieb merklich wacher. Nicht verwechseln sollte man dieses Fahrprogramm mit dem eigenständigen Twin Motor Performance: Auch der normale Twin Motor besitzt einen Performance-Modus, ohne sich dadurch heimlich weitere 224 PS herunterzuladen.

Für komfortables Fahren im Stadtverkehr steht One Pedal Drive zur Verfügung. Der Volvo verzögert dann beim Lupfen des Fahrpedals über die Rekuperation und kann in vielen Situationen ohne Einsatz des Bremspedals bis zum Stillstand gebracht werden.

Unser Testwagen war mit dem optionalen adaptiven Luftfahrwerk samt Four-C-Technik ausgerüstet. Die Federung lässt sich in drei Stufen von weich über Standard bis hart einstellen. Die Unterschiede sind deutlich wahrnehmbar, ohne dass aus dem EX90 selbst in der straffsten Konfiguration ein wirklich hartes Auto würde.

Auf langen Wellen und schlechten Straßen kaschiert das Fahrwerk die enorme Masse erstaunlich wirkungsvoll. Der Aufbau bleibt ruhig, Unebenheiten werden sauber verarbeitet und selbst die großen 22-Zoll-Räder beeinträchtigen den Federungskomfort weniger stark, als ihre Dimensionen zunächst vermuten lassen.

In engeren Kurven kann der Volvo sein Gewicht naturgemäß nicht vollständig wegmoderieren. Er bleibt berechenbar und sicher, vermittelt aber nie den Eindruck, ein besonders sportliches SUV sein zu wollen. Der Performance-Modus macht ihn reaktionsfreudiger, nicht leichter.

Die Lenkung bleibt Volvo-typisch leichtgängig und präzise. Auch für sie stehen drei Einstellungen zur Verfügung. Die Unterschiede fallen allerdings deutlich kleiner aus als bei Fahrpedal und Federung. Selbst in der straffsten Stufe wird die Lenkung nicht künstlich schwer und passt damit gut zum entspannten Grundcharakter des EX90.

Besonders überzeugend arbeitet die Bremsanlage. Trotz des hohen Fahrzeuggewichts lässt sich der EX90 kraftvoll und sehr gut dosierbar verzögern. Der Pedalweg bleibt nachvollziehbar und der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse wirkt harmonisch. Damit vermittelt der Volvo jederzeit das beruhigende Gefühl, seine erhebliche Masse nicht nur beschleunigen, sondern ebenso zuverlässig wieder einfangen zu können.


Alltag & Verbrauch

Ein Auto dieser Größe, mit Allradantrieb, 22-Zoll-Rädern und der Stirnfläche eines kleineren Lieferwagens, kann physikalisch kaum ein Verbrauchswunder vollbringen – oder?

Nun ja, das Ergebnis fällt nach unserer mehr als 2.000 Kilometer langen Teststrecke durchaus überraschend aus. Der Volvo EX90 Twin Motor benötigte im Durchschnitt 20,6 kWh pro 100 Kilometer. Damit lag unser Praxiswert lediglich 0,8 kWh über der offiziellen WLTP-Angabe von 19,8 kWh pro 100 Kilometer.

Wer Autobahnetappen häufiger meidet und sich mit moderaten Geschwindigkeiten bewegt, kann den Verbrauch auf etwa 16 bis 18 kWh pro 100 Kilometer drücken. Auf einer 20 Kilometer langen und bewusst besonders sparsam gefahrenen Runde zeigte der Bordcomputer sogar lediglich 9,9 kWh pro 100 Kilometer an. Dieser Wert demonstriert eindrucksvoll, wie effizient sich der große Volvo unter günstigen Bedingungen bewegen lässt.

Auf der Autobahn steigt der Energiebedarf naturgemäß deutlicher an. Hier fordern die große Stirnfläche, die breiten Reifen und das hohe Gewicht ihren physikalischen Tribut. Trotzdem lässt sich der EX90 durch sein fein abgestimmtes Fahrpedal und den zurückhaltenden Range-Modus auch bei höherem Tempo gleichmäßig und kontrolliert bewegen.

Bei einem von uns genutzten Hypercharger-Tarif von 51 Cent pro Kilowattstunde verursachen die im Test ermittelten 20,6 kWh Stromkosten von rund 10,50 Euro je 100 Kilometer. Selbst bei diesem nicht allzu zurückhaltenden Ladetarif bleiben die reinen Energiekosten damit überschaubar.

Weniger zurückhaltend fallen die äußeren Abmessungen aus. Mit einer Breite von 2,11 Metern einschließlich der Außenspiegel verlangt der EX90 in engen Straßen, älteren Parkhäusern und klassischen Innenstadtparkplätzen erhöhte Aufmerksamkeit. Auch die Länge von gut fünf Metern verschwindet nicht einfach, nur weil im Innenraum sehr große Bildschirme darüber wachen.

Volvo begegnet diesem Umstand mit einem bemerkenswert guten Parkassistenten. Auf Befehl sucht das Fahrzeug selbstständig nach geeigneten Parklücken und übernimmt anschließend die erforderlichen Lenkbewegungen.

Im Test funktionierte das derart überzeugend, dass der EX90 selbst Parklücken akzeptierte, die wir persönlich eher als sportliche Interpretation des Begriffs „passend“ betrachtet hätten. Die Rückfahrkamera liefert dabei gestochen scharfe Bilder und kombiniert diese mit einer Entfernungsanzeige in Zentimetern. Gerade bei einem Fahrzeug dieser Größenordnung ist das mehr als ein dekoratives Extra.

Beim Gepäckraum hängt das verfügbare Volumen naturgemäß davon ab, wie viele der sechs Sitzplätze gerade benötigt werden. Hinter der aufgestellten dritten Sitzreihe verbleiben 324 Liter. Werden die beiden hintersten Sitze elektrisch im Boden versenkt, stehen hinter der zweiten Reihe 690 Liter zur Verfügung.

Mit zusätzlich umgelegter zweiter Sitzreihe wächst das maximale Ladevolumen auf 2.082 Liter. Durch die beiden Einzelsitze bleibt im Boden allerdings eine unschöne Lücke zurück. Eine vollständig geschlossene und ebene Ladefläche wäre hier die elegantere Lösung gewesen.

Unter der Fronthaube befindet sich zusätzlich ein 49 Liter großer Frunk. Ladekabel, Rettungswesten und anderer Kleinkram lassen sich dort sauber unterbringen, ohne im eigentlichen Gepäckraum zwischen Koffern und Einkaufstaschen auf Wanderschaft zu gehen.

Für den Anhängerbetrieb darf der Volvo EX90 Twin Motor bis zu 2.200 Kilogramm gebremste Last ziehen. Ungebremst sind 750 Kilogramm zulässig, die maximale Stützlast beträgt 100 Kilogramm. Damit kommen neben Pferdeanhängern auch ausgewachsene Wohnwagen infrage – oder jene kleinen Campingvillen auf Achsen, die auf Autobahnen traditionell für spontane Entschleunigung sorgen.


Laden & Reichweite

Der Volvo EX90 Twin Motor des Modelljahres 2026 besitzt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 106 kWh. Davon können laut Fahrzeug-Spezifikation 103 kWh genutzt werden. Der wesentliche technische Fortschritt gegenüber dem ersten EX90 liegt in der Umstellung von 400 auf 800 Volt.

Volvo gibt für unseren Testwagen eine maximale WLTP-Reichweite von 606 Kilometern an. Im innerstädtischen WLTP-Zyklus sollen sogar bis zu 766 Kilometer möglich sein.

Beide Werte erreichten wir im üblichen Drittelmix nicht. Rund 500 Kilometer lassen sich mit dem Volvo EX90 Twin Motor unter realistischen Bedingungen jedoch zuverlässig zurücklegen. Konkret konnten wir eine praktische Reichweite von 502 Kilometern bestätigen.

Damit bleibt der Volvo zwar unter seiner offiziellen Angabe, bewegt sich angesichts seiner Größe, der 22-Zoll-Bereifung, des Allradantriebs und seines Leergewichts von 2.725 Kilogramm aber in einem bemerkenswert ordentlichen Bereich.

Zieht man den auf unserer 20 Kilometer langen Sparrunde ermittelten Bordcomputerwert von 9,9 kWh pro 100 Kilometer heran, ließen sich rein rechnerisch sogar etwas mehr als 1.000 Kilometer aus einer Batterieladung ableiten. Eine realistische Alltagsprognose ist das selbstverständlich nicht. Als Grundlage für eine kontrollierte Effizienz-Challenge wäre der Wert allerdings interessant. Vielleicht fühlt sich Volvo an dieser Stelle angesprochen.

An einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladesäule soll der EX90 eine maximale Ladeleistung von 350 kW erreichen. Unter optimalen Bedingungen nennt Volvo für den Bereich von zehn auf 80 Prozent eine Ladezeit von 22 Minuten.

In unserem Test erreichte der EX90 an einem Hypercharger laut Bordrechner einen Spitzenwert von 297 kW. Die Ladesäule selbst zeigte maximal 295 kW an. Damit blieb der Volvo unter dem offiziellen Höchstwert, lieferte aber dennoch eine ausgesprochen hohe reale Ladeleistung.

Noch wichtiger als der kurze Spitzenwert ist die Ladekurve. Nach dem Maximum sank die Leistung zunächst relativ schnell ab, blieb anschließend jedoch über einen längeren Zeitraum oberhalb von 200 kW. Erst jenseits von etwa 50 Prozent Batteriestand ging es deutlicher bergab. Zwischen 80 und 90 Prozent wird noch mit rund 84 kW geladen.

Für den Ladevorgang von 15 auf 80 Prozent benötigte unser Testwagen 25 Minuten. Bis zur vollständigen Ladung verging etwas mehr als eine Stunde. Wer auf der Langstrecke nur bis 80 Prozent lädt, kann die Pausen entsprechend kurz halten und den leistungsstärksten Teil der Ladekurve nutzen.

Die Kombination aus großer Batterie, hoher Ladeleistung und einer über weite Bereiche stabilen Ladekurve beseitigt eine der wesentlichen Schwächen der früheren 400-Volt-Version. Gerade auf längeren Etappen ist der technische Unterschied zwischen beiden Modelljahren erheblich größer, als es die äußerlich nahezu unveränderte Karosserie vermuten lässt.

An Wechselstrom bleibt es bei maximal 11 kW. An einer entsprechend leistungsfähigen Wallbox dauert eine vollständige Ladung laut Volvo ungefähr zehn Stunden. Ein optionaler 22-kW-Onboard-Lader hätte einem Fahrzeug dieser Preisklasse gut zu Gesicht gestanden, ist aber auch beim überarbeiteten Modelljahr nicht erhältlich.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Beim Volvo EX90 Twin Motor sind Assistenz und Technik keine dekorativen Beigaben, sondern wesentliche Bestandteile des gesamten Fahrzeugkonzepts. Das zeigt bereits die Anzahl der verbauten Sensoren: Fünf Radarsensoren, zwölf Ultraschallsensoren und fünf Kameras beobachten fortlaufend das Fahrzeugumfeld. Ihre Daten werden in einem zentralen Nvidia Core Computer zusammengeführt und verarbeitet.

Zum serienmäßigen Sicherheitsarsenal gehören unter anderem der adaptive Geschwindigkeitsregler, Pilot Assist, der Spurhalteassistent Lane Keeping Aid, die Oncoming Lane Mitigation, ein Kreuzungsbremsassistent sowie die Run-off Road Mitigation. Hinzu kommen Totwinkelüberwachung, Querverkehrswarner, Door Opening Alert, Safe Exit Assist und eine Heckaufprallabschwächung.

Das Fahrer-Monitoring-System überwacht Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Erkennt der Volvo, dass der Fahrer nicht mehr reagiert, kann der Emergency Stop Assist das Fahrzeug kontrolliert bis zum Stillstand abbremsen. Ein Innenraumradar überwacht zudem, ob sich nach dem Verriegeln noch Personen oder Tiere im Fahrzeug befinden.

Der auffällige Lidar-Sensor, mit dem die ersten Exemplare des EX90 auf dem Dach ausgeliefert wurden, gehört bei unserem Modelljahr 2026 nicht mehr zum System. Damit fehlt eine Sensorebene, die ursprünglich auch als technische Grundlage für spätere, weiterreichende Automatisierungsfunktionen vorgesehen war.

Die gegenwärtig verfügbaren Assistenten arbeiten stattdessen mit Kameras, Radar und Ultraschall. In unserem Test funktionierten sie überwiegend zuverlässig und angenehm unaufgeregt. Gerade bei einem Fahrzeug dieser Größe ist erfreulich, dass die Technik unterstützt, ohne fortlaufend ihre eigene Existenz durch Warntöne beweisen zu wollen.

Besondere Erwähnung verdienen die High Definition Pixel-LED-Scheinwerfer. Ihre enorme Helligkeit und die ausgesprochen homogene Ausleuchtung überzeugen ebenso wie das zuverlässige Ausblenden anderer Verkehrsteilnehmer. Hinzu kommen digitales Kurvenlicht, eine adaptive Leuchtweitenregulierung und ein intelligenter Fernlichtassistent.

Das System ist vielleicht nicht mehr das unangefochtene Maß aller Dinge, gehört aber weiterhin zur Spitzengruppe aktueller Lichtsysteme. In unserer Bewertung verdient es eine glatte Eins. Die mechanisch auseinanderfahrenden Elemente der „Thors Hammer“-Signatur liefern beim Aktivieren des Hauptlichts zusätzlich ein kleines technisches Schauspiel.

Noch beeindruckender ist die optionale Bowers-&-Wilkins-Soundanlage. Mit den Klangmodi Studio, Bühne und Abbey Road lässt sich der Innenraum akustisch völlig unterschiedlich inszenieren. Je nach Musikrichtung reicht das Spektrum vom Konzertsaal bis zum Tonstudio.

Besonders interessant ist der Produzentenmodus der Abbey Road Studios. Hier lässt sich die akustische Darstellung detailliert verändern, wodurch der EX90 beinahe zum mobilen Abhörraum wird. Der Klang bleibt dabei außergewöhnlich präzise und räumlich, besitzt gleichzeitig aber mehr als ausreichende Kraftreserven.

Für uns gehört das Bowers-&-Wilkins-System ohne Frage zu den besten Audiosystemen, die derzeit in einem Serienfahrzeug erhältlich sind. Volvo verlangt dafür 3.460 Euro. Das ist beträchtlich, der akustische Gegenwert allerdings ebenfalls. Wer hochwertige Musikwiedergabe schätzt, dürfte dieses Kreuz in der Preisliste wohl kaum bereuen.

Sehr empfehlenswert ist außerdem der Digital Key Plus. Über die Volvo-App kann das Smartphone als Fahrzeugschlüssel verwendet werden. Darüber hinaus lassen sich der Fahrzeugstatus kontrollieren, Fahrten dokumentieren und verschiedene Komfortfunktionen bereits aus der Ferne vorbereiten.

So können unter anderem die Vier-Zonen-Klimaautomatik, die Sitzheizungen und die Lenkradheizung vor Fahrtbeginn aktiviert werden. Gerade im Winter oder Hochsommer ist das mehr als eine Spielerei und fügt sich sinnvoll in das elektrische Gesamtkonzept ein.

Die gekühlte induktive Ladeschale auf der Mittelkonsole konnte uns dagegen nicht überzeugen. Smartphones mit Schutzhülle wurden im Test nicht durchgehend zuverlässig geladen. Eine konsequent integrierte magnetische Lösung wäre hier die zeitgemäßere Antwort gewesen.

Zur umfangreichen Komfortausstattung gehören außerdem Akustikverglasung an den Seitenscheiben, eine Wärmepumpe und ein erweitertes Luftreinigungssystem. Letzteres kombiniert einen PM2,5-Feinstaubfilter mit Aktivkohle und trägt gemeinsam mit der sehr guten Geräuschdämmung zur abgeschirmten Atmosphäre des Innenraums bei. Draußen darf die Welt gern etwas hektischer sein – der EX90 nimmt davon nur das Nötigste mit hinein.


Varianten & Preise des Volvo EX90 Twin Motor

Der Volvo EX90 spielt preislich in einer Liga, in der das Wort „Premium“ allmählich etwas zu bescheiden wirkt. Zum Zeitpunkt unseres Tests beginnt die Baureihe in Deutschland bei 84.190 Euro.

Den Einstieg bildet der Single Motor mit Hinterradantrieb. Er leistet 245 kW beziehungsweise 333 PS und richtet sich an Käufer, die auf Allradantrieb verzichten können. Darüber rangiert der Volvo EX90 Twin Motor AWD mit den von uns getesteten 335 kW beziehungsweise 456 PS. Diese Variante startet bei 89.990 Euro.

An der Spitze steht der Twin Motor Performance AWD. Hier stellen die beiden Elektromotoren gemeinsam 500 kW beziehungsweise 680 PS bereit. Der Einstiegspreis beträgt 106.990 Euro. Ob ein mehr als 2,7 Tonnen schweres Familien-SUV zwingend 680 PS benötigt, darf jeder Käufer im vertraulichen Gespräch mit sich selbst klären.

Je nach Antrieb lässt sich der EX90 in unterschiedlichen Ausstattungslinien sowie mit sechs oder sieben Sitzplätzen konfigurieren. Unser Testwagen kombinierte den normalen Twin Motor AWD mit der höchsten Ausstattung Ultra und sechs Einzelsitzen. Bereits ohne weitere Optionen kostet diese Ausführung 101.790 Euro.

Die anschließende Reise durch die Aufpreisliste begann vergleichsweise zurückhaltend. Das lange Laderaumrollo hinter der zweiten Sitzreihe kostete 120 Euro, abgedunkelte Seiten- und Heckscheiben weitere 510 Euro. Für die vollelektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung wurden 1.280 Euro berechnet.

Die 22 Zoll großen Leichtmetallräder im Aero-Sport-Design erhöhten den Preis um 1.050 Euro. Die grauen Tailored-Wool-Blend-Sitze kosteten 550 Euro, während Volvo für die Lackierung Mulberry Red Metallic weitere 1.150 Euro verlangte.

Deutlich kostspieliger fielen die beiden wichtigsten Komfortoptionen aus. Das Bowers-&-Wilkins-High-Fidelity-Audiosystem stand mit 3.460 Euro in der Rechnung. Das adaptive Luftfahrwerk mit Four-C-Technik erhöhte den Preis um weitere 2.160 Euro.

Unter dem Strich summierte sich unser Volvo EX90 Twin Motor AWD Ultra damit auf exakt 112.070 Euro. Das ist eine Menge Holz, selbst wenn Volvo einige ausgesprochen hübsch hinterleuchtete Stücke davon im Innenraum verbaut. Ein kleine Anmerkung am Rande: Voll ausgestattet – das heißt auch mit Leder statt Wollsitzen – kostet der EX90 als Twin Motor 114.850 Euro.

Andererseits ist der EX90 technisch und ausstattungsseitig tatsächlich in jener Region angekommen, in der ihn sein Preis verortet. Zwei Elektromotoren, 800-Volt-Technik, eine große Batterie, sechs Einzelsitze, Pixel-LED-Scheinwerfer, ein hochwertiger Innenraum und umfangreiche Assistenztechnik sind kaum noch als gewöhnliche SUV-Ausstattung zu bezeichnen. Hier endet die Oberklasse beinahe übergangslos am Eingang zum Luxussegment – preislich ohnehin. Alle elektrischen Neuwagen der Schweden erhalten eine Volvo-Garantie von drei Jahren.


Kundenfeedback

Das Kundenfeedback zum aktuellen Volvo EX90 Twin Motor fällt bislang überwiegend positiv, aber keineswegs vollkommen störungsfrei aus. Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung: Wir betrachten hier ausschließlich das überarbeitete Modell mit 800-Volt-Technik und ohne den früheren LiDAR-Buckel auf dem Dach. Viele der im Internet kursierenden Problemberichte betreffen noch die erste EX90-Generation mit 400-Volt-System und gehören daher nicht in diese Bewertung.

Allerdings ist der aktuelle EX90 noch nicht lange genug auf dem Markt, um aus den bisherigen Rückmeldungen eine belastbare Pannenstatistik abzuleiten. Das Kundenfeedback ist momentan eher eine überschaubare Gesprächsrunde als eine repräsentative Hauptversammlung.

Besonders häufig loben Besitzer das ausgesprochen leise, ruhige und komfortable Fahrverhalten. Der Volvo EX90 Twin Motor wird als souverän, geschmeidig und trotz seiner Größe bemerkenswert leichtfüßig beschrieben. Auch die kräftige Leistungsentfaltung, das großzügige Raumangebot und die hochwertige Atmosphäre im Innenraum kommen gut an. Gerade Fahrer, die zuvor einen Volvo XC90 besessen haben, empfinden den EX90 als deutlichen Schritt nach vorn. Ein Besitzer des aktuellen Twin Motor Performance berichtete nach zwei Monaten von keinen größeren Problemen. Lediglich ein digitaler Schlüssel verlangte zwischenzeitlich nach einem Neustart.

Auch auf der Langstrecke hinterlässt das überarbeitete Modell einen guten Eindruck. Ein deutscher Besitzer legte innerhalb von sechs Wochen mehr als 4.200 Kilometer zurück und bestätigte dabei nicht nur die hohe Reisetauglichkeit, sondern auch die von Volvo versprochene kurze Schnellladezeit. Bis auf einen Ausfall der Ambientebeleuchtung blieb sein Fahrzeug störungsfrei. Er würde den EX90 nach eigener Aussage erneut bestellen – und das als ehemaliger überzeugter Dieselfahrer, was in Deutschland bekanntlich beinahe einem Systemwechsel gleichkommt.

Es gibt jedoch weiterhin kritische Stimmen. Einzelne Besitzer berichten von kleineren Softwarefehlern, Problemen mit digitalen Schlüsseln, ausgefallener Beleuchtung oder zeitweise nicht korrekt arbeitenden Displays. Vereinzelt finden sich außerdem Berichte über Ladefehler oder vollständige Systemausfälle. Wie häufig solche ernsteren Probleme tatsächlich auftreten, lässt sich anhand der bisher geringen Zahl aktueller Fahrzeuge nicht seriös beurteilen. Ignorieren sollte man sie bei einem SUV dieser Preisklasse allerdings ebenfalls nicht.

Ein weiterer Erfahrungsbericht nach rund 5.000 Kilometern zeigt, dass nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern auch die Qualität des betreuenden Volvo-Händlers entscheidend sein kann. Der Besitzer bezeichnet den EX90 grundsätzlich als eines der besten Autos, die er bislang gefahren sei. Gleichzeitig kritisiert er eine bereits vor der Auslieferung notwendige Reparatur des Onboard-Chargers, mehrere Verarbeitungsmängel, Geräusche aus dem Bereich des Fahrwerks und einen wenig professionell organisierten Werkstattaufenthalt. Bei einem Fahrzeug jenseits der 100.000-Euro-Marke sollte der Kunde bei der Übergabe schließlich nicht als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Qualitätskontrolle einspringen müssen.

Unser Volvo EX90 Twin Motor Test passt eher zu den positiven Rückmeldungen. Fahrkomfort, Geräuschniveau, Antrieb und Assistenzsysteme überzeugten auch über einen längeren Testzeitraum. Der Digital Key erwies sich als praktisch, während vor allem die unzuverlässige induktive Ladeschale negativ auffiel. Wer einen aktuellen EX90 übernimmt, sollte dennoch die AC-Ladefunktion, beide Displays, die digitalen Schlüssel sowie Beleuchtung und Verkleidungsteile sorgfältig kontrollieren. Das Grundprodukt besitzt großes Potenzial – bei Software, Endkontrolle und Service darf Volvo diesem Anspruch aber gerne noch etwas konsequenter folgen.


Für wen eignet sich der Volvo EX90 Twin Motor?

Der Volvo EX90 Twin Motor eignet sich vor allem für Familien, die einen geräumigen, komfortablen und vollständig elektrischen Oberklasse-SUV suchen. Die dritte Sitzreihe ist nicht bloß dekoratives Beiwerk für den Konfigurator, sondern tatsächlich nutzbar. Besonders interessant ist die von uns gefahrene Sechssitzer-Ausführung mit zwei Einzelsitzen in der zweiten Reihe. Sie erleichtert den Zugang nach hinten und schafft ein luftiges Raumgefühl, das beinahe an eine luxuriöse Lounge erinnert.

Zur Zielgruppe gehören außerdem bisherige Fahrer eines Volvo XC90, die künftig rein elektrisch unterwegs sein möchten, ohne auf dessen Platzangebot, Sicherheitsgefühl und skandinavische Zurückhaltung zu verzichten. Der EX90 übernimmt diese Rolle allerdings nicht als bloße elektrische Kopie. Er wirkt moderner, leiser und technisch deutlich stärker auf eine digitalisierte Fahrzeugwelt zugeschnitten.

Seine Stärken spielt der Volvo EX90 Twin Motor besonders auf längeren Strecken aus. Das niedrige Geräuschniveau, die komfortable Luftfederung, die bequemen Sitze und die souveräne Leistungsentfaltung machen ihn zu einem ausgezeichneten Reisewagen. Gleichzeitig eignen sich der große Kofferraum, der zusätzliche Frunk und die Anhängelast von bis zu 2.200 Kilogramm für Familienurlaube, Freizeitaktivitäten oder den regelmäßigen Einsatz mit einem größeren Anhänger.

Auch technikaffine Fahrer dürften sich im EX90 schnell zu Hause fühlen. Das Google-basierte Infotainment, der Digital Key, die umfangreichen Assistenzsysteme und die leistungsfähige 800-Volt-Technik gehören hier nicht zum schmückenden Beiwerk, sondern prägen den gesamten Alltag mit dem Fahrzeug. Eine eigene Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz macht das Gesamtpaket entsprechend komfortabler.

Damit richtet sich der EX90 an Käufer, die viel Platz, hohe Sicherheit, ausgeprägten Reisekomfort und moderne Elektrotechnik miteinander verbinden möchten. Seine enorme Leistung steht dabei nicht ständig mit erhobenem Zeigefinger im Raum, sondern arbeitet meist diskret im Hintergrund. Genau das dürfte Menschen gefallen, die sehr schnell fahren könnten, es aber nicht bei jeder Gelegenheit beweisen müssen.


Für wen eignet sich der Volvo EX90 Twin Motor nicht?

Der Volvo EX90 Twin Motor eignet sich nicht für Menschen, die ein kompaktes, leichtes oder besonders günstiges Elektroauto suchen. Mit mehr als fünf Metern Länge, rund 2,7 Tonnen Leergewicht und einem Testwagenpreis von 112.070 Euro beantwortet er entsprechende Wünsche bereits auf dem Datenblatt recht eindeutig.

Auch im dichten Stadtverkehr verlangt der große Schwede eine gewisse Kompromissbereitschaft. Die gute Rundumsicht und die zahlreichen Kameras erleichtern das Rangieren, können seine Abmessungen aber nicht vollständig wegdigitalisieren. In engen Altstadtgassen oder älteren Parkhäusern wird aus skandinavischer Gelassenheit daher gelegentlich eine sehr konzentrierte Verhandlung mit Betonpfeilern.

Wenig Freude dürften zudem Fahrer haben, die möglichst viele Fahrzeugfunktionen über klassische Schalter und Tasten bedienen möchten. Das zentrale Display übernimmt einen erheblichen Teil der Steuerung, einige Funktionen liegen tiefer in den Menüs und selbst die Fensterheber verlangen zunächst eine kurze geistige Annäherung. Wer beim Autofahren grundsätzlich weniger Bildschirm und mehr Knopf bevorzugt, wird sich mit dem Bedienkonzept vermutlich nicht vollständig anfreunden.

Trotz seiner beachtlichen Leistung ist der EX90 außerdem kein Sport-SUV im klassischen Sinne. Seine Abstimmung konzentriert sich auf Ruhe, Sicherheit und hohen Federungskomfort. Die Lenkung arbeitet präzise und leichtgängig, liefert aber nicht jene ausgeprägte Rückmeldung, nach der besonders ambitionierte Fahrer suchen. Der Volvo kann sehr schnell werden, möchte darüber jedoch keine längeren Gespräche führen.

Zurückhaltung ist ebenfalls angebracht, wenn absolute softwareseitige Fehlerfreiheit zu den wichtigsten Kaufkriterien gehört. Das aktuelle Modell mit 800-Volt-Technik wirkt deutlich ausgereifter als die frühe EX90-Ausführung, einzelne Kunden berichten jedoch weiterhin von kleineren digitalen Unregelmäßigkeiten und vereinzelt auch von ernsteren Ausfällen. Wer bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse keinerlei Geduld für Updates oder gelegentliche Werkstattbesuche aufbringen möchte, sollte die weitere Entwicklung noch beobachten.

Schließlich passt der EX90 weniger zu Fahrern, die weder zu Hause noch am Arbeitsplatz zuverlässig laden können. Seine Schnellladetechnik erleichtert zwar längere Reisen erheblich, ersetzt im Alltag aber nicht den Komfort eines regelmäßig verfügbaren Ladepunkts. Ohne eine passende Ladeinfrastruktur würde man einen wesentlichen Vorteil dieses großen elektrischen Reisewagens verschenken.


Fazit zum Volvo EX90 Twin Motor

Der Volvo EX90 Twin Motor überzeugt im Test als leiser, komfortabler und erstaunlich effizienter Elektro-SUV der Oberklasse. Seine 456 PS und 670 Nm sorgen gemeinsam mit dem Allradantrieb für souveräne Fahrleistungen, während die Luftfederung selbst schlechten Straßen viel von ihrem Mitteilungsbedürfnis nimmt.

Hinzu kommen ein hochwertiger Innenraum, sehr großzügige Platzverhältnisse und eine tatsächlich nutzbare dritte Sitzreihe. Als Sechssitzer besitzt der EX90 eine besonders interessante Eigenständigkeit. Der Testverbrauch von 20,6 kWh pro 100 Kilometer und die leistungsfähige 800-Volt-Technik machen den großen Volvo zudem zu einem überzeugenden elektrischen Reisewagen. Das aktuelle Modell ohne LiDAR-Buckel wirkt dabei optisch harmonischer und technisch deutlich ausgereifter als die erste Ausführung.

Perfekt ist der Volvo EX90 Twin Motor dennoch nicht. Manche Funktionen liegen zu tief in den Menüs, die Fensterheber sind unnötig kompliziert und die induktive Ladeschale arbeitete in unserem Test nicht zuverlässig. Auch kleinere Softwareprobleme sind angesichts des Kundenfeedbacks noch nicht vollständig vom Tisch. Spätestens der Testwagenpreis von 112.070 Euro beendet außerdem jede Diskussion über ein mögliches Schnäppchen.

Dafür erhalten Käufer ein außergewöhnlich ruhiges, geräumiges und technisch modernes Elektro-SUV, das den weiterhin angebotenen XC90 nicht einfach ersetzt, sondern dessen vollelektrisches Pendant bildet. Der EX90 ist damit keine elektrische Übergangslösung, sondern die neue elektrische Speerspitze von Volvo – kostspielig, gewaltig und bemerkenswert souverän.


Konkurrenz & Vergleich

Die Konkurrenz des Volvo EX90 Twin Motor reicht inzwischen vom deutlich günstigeren Familien-SUV bis zum noch teureren elektrischen Luxusliner. Echte Alternativen sollten dabei nicht allein nach dem Markenimage ausgewählt werden: Entscheidend sind Größe, sechs oder sieben Sitzplätze, Alltagstauglichkeit, Ladeleistung und Preis. Unser Volvo EX90 Twin Motor startet bei 89.990 Euro, während der gefahrene Sechssitzer einschließlich seiner umfangreichen Ausstattung auf 112.070 Euro kommt. Damit eröffnet sich ein erstaunlich weites Konkurrenzfeld.

Der Hyundai Ioniq 9 gehört zu den unmittelbarsten Gegenspielern. Er misst 5,06 Meter, ist als Sechs- oder Siebensitzer erhältlich und startet bei 70.850 Euro. Seine 800-Volt-Technik ermöglicht bis zu 257 kW Ladeleistung, womit der Hyundai trotz der niedrigeren Spitze ähnlich reisetauglich ausfällt. Vor allem beim Platzangebot macht er dem Volvo das Leben schwer. Allerdings gilt der günstige Einstiegspreis nur für den Hecktriebler; ein kräftiger Allradler mit gehobener Ausstattung bewegt sich schnell zwischen 86.000 und 90.000 Euro. Der Abstand zum EX90 schrumpft dann deutlich, während der Volvo mit seiner gediegeneren Materialauswahl, dem ruhigeren Auftritt und dem ausgeprägteren Premiumcharakter antwortet.

Noch günstiger beginnt der Kia EV9 (Test des Kia EV9), dessen Preisliste bei 63.690 Euro startet. Auch er bietet je nach Konfiguration sechs (Test des Kia EV9 2026) oder sieben Sitze, eine 800-Volt-Architektur und viel nutzbaren Raum. Seine maximale Ladeleistung von rund 210 kW liegt unter der des Volvo EX90 Twin Motor, der Standardladehub gelingt unter idealen Bedingungen dennoch in rund 24 Minuten. Die Basisversion fährt lediglich mit Heckantrieb und ist deshalb kein direkter Ersatz für unseren allradgetriebenen Testwagen. Mit Allradantrieb, höherer Ausstattung oder als 508 PS starker EV9 GT klettert der Kia bis auf 90.490 Euro. Er bleibt kantiger, funktionaler und weniger fein eingerichtet als der Schwede, bietet großen Familien aber ausgesprochen viel Elektroauto für ihr Geld.

Eine weitere preislich interessante Alternative ist der BYD Tang (Test des BYD Tang). Der 4,97 Meter lange Siebensitzer kostet 75.000 Euro und bringt bereits serienmäßig einen 380 kW starken Allradantrieb sowie eine umfangreiche Ausstattung mit. Seine maximale DC-Ladeleistung von 170 kW fällt gegenüber dem aktuellen EX90 jedoch erheblich niedriger aus. Auch beim Bedienungsfeinschliff, der Abstimmung der Assistenzsysteme und dem noch jungen Händlernetz verlangt der BYD mehr Kompromissbereitschaft. Dafür unterbietet er den Volvo Twin Motor um knapp 15.000 Euro und unseren Testwagen sogar um mehr als 37.000 Euro. Über kleinere Unterschiede in der Haptik lässt sich bei dieser Differenz zumindest etwas entspannter hinwegstreichen.


Peaq, E-5008 und GLB sind günstiger, aber ebenfalls 7-Sitzer

Noch weiter nach unten verschiebt der neue Skoda Peaq die finanzielle Eintrittsschwelle. Das 4,87 Meter lange Elektro-SUV ist als Fünf- oder Siebensitzer erhältlich und startet bei 49.900 Euro. Die allradgetriebene Version Peaq 90x mit 220 kW kostet mindestens 60.400 Euro und lädt mit bis zu 199 kW. Der Skoda bietet weniger Leistung, weniger Luxus und eine knappere dritte Sitzreihe, kostet dafür aber kaum mehr als die Hälfte unseres Testwagens. Für Familien, die vor allem sieben Plätze, einen großen Kofferraum und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, dürfte der Peaq deshalb zu den gefährlichsten neuen Alternativen gehören.

Ähnlich argumentiert der Peugeot E-5008 (Test des Peugeot E-5008). Mit 4,79 Metern bleibt er deutlich kompakter als der Volvo, stellt trotzdem sieben Sitzplätze bereit und beginnt bei 51.150 Euro. Die elektrische Allradversion leistet 239 kW, während die Schnellladeleistung je nach Akku bei etwa 160 kW liegt. Bei Raumgefühl, Federungskomfort, Geräuschdämmung und Materialqualität spielt der E-5008 nicht in derselben Klasse wie der Volvo EX90 Twin Motor. Er beantwortet allerdings eine sehr konkrete Frage: Wie viel weniger muss eine Familie ausgeben, wenn sie sieben elektrische Sitzplätze benötigt, aber weder 456 PS noch ein rollendes skandinavisches Wohnzimmer verlangt?

Auch der neue elektrische Mercedes GLB passt in diese Gruppe. Er ist lediglich 4,73 Meter lang, kann optional aber mit einer dritten Sitzreihe bestellt werden, was irgendwie ein wenig skurril ist. Der Grundpreis liegt bei rund 59.000 Euro, während die 800-Volt-Technik Ladeleistungen von bis zu 320 kW ermöglicht. Der GLB ist moderner und beim Laden schneller als viele ähnlich günstige Siebensitzer, besitzt im Fond aber nicht annähernd die Großzügigkeit des EX90. Seine Plätze sechs und sieben eignen sich eher für Kinder oder kürzere Strecken. Wer regelmäßig mit sechs Erwachsenen reist, wird den Unterschied zwischen einem kompakten Siebensitzer und einem echten Drei-Reihen-SUV ziemlich schnell ohne Maßband bemerken.

Besonders spannend wird die Konkurrenz durch den kommenden XPeng G9 mit sechs oder sieben Sitzen. Wie XPeng bei unserem Roundtable in Berlin bestätigte, soll die zusätzliche Sitzvariante noch im vierten Quartal 2026 erscheinen. Der bisherige Fünfsitzer startet bei 59.600 Euro und lädt dank seiner 800-Volt-Architektur mit bis zu 525 kW von zehn auf 80 Prozent in rund zwölf Minuten. Die Preise und endgültigen technischen Daten der neuen Sechs- und Siebensitzer stehen noch aus. Bleiben Ladeleistung, Ausstattung und Preisniveau jedoch in der Nähe des bekannten G9, könnte der XPeng zu einem der härtesten Herausforderer des EX90 werden. Beim Händlernetz, beim langfristigen Markenvertrauen und bei der charakteristischen Volvo-Sicherheitsidentität muss XPeng allerdings erst noch aufholen.


EQS und Gravity könnten den Volvo EX90 Twin Motor necken

Auf der luxuriöseren Seite wartet der Cadillac Vistiq. Er ist rund 5,20 Meter lang, bietet serienmäßig sieben und optional sechs Sitze und kostet mindestens 99.640 Euro. Mit 452 kW Leistung, Luftfederung und üppiger Ausstattung tritt er selbstbewusst auf, fällt mit rund 2,9 Tonnen allerdings ausgesprochen schwer aus. Seine DC-Ladeleistung von etwa 190 kW wirkt neben dem 800-Volt-Volvo wenig zukunftsweisend. Der Cadillac bietet mehr amerikanische Opulenz, der EX90 wirkt effizienter, technisch moderner und im europäischen Alltag handlicher.

Der Mercedes-Benz EQS SUV bleibt der klassische deutsche Luxusgegner. Er misst 5,13 Meter, ist optional als Siebensitzer erhältlich und startet bei rund 111.000 Euro. Damit liegt bereits das Basismodell ungefähr auf dem Niveau unseres beinahe voll ausgestatteten Volvo. Der Mercedes bietet einen noch weicheren Abrollkomfort und eine traditionellere Interpretation von Luxus, lädt mit maximal 200 kW aber deutlich langsamer. Beim EQS SUV bezahlt man stärker für Komfort, Marke und Repräsentation, während der EX90 das modernere elektrische Gesamtpaket liefert.

Technisch am oberen Ende positioniert sich der Lucid Gravity. Das knapp über fünf Meter lange Luxus-SUV kostet mittlerweile ab 94.900 Euro und kann optional mit sieben Sitzen bestellt werden. In der stärksten Ausführung stehen bis zu 617 kW zur Verfügung, während die Hochvoltarchitektur Ladeleistungen um 400 kW erlaubt. Der Gravity verbindet enorme Leistung mit viel Platz und wirkt auch gestalterisch wie einer der wenigen echten neuen Luxuskonkurrenten. Die dritte Sitzreihe kostet allerdings zusätzlich, und das deutsche Vertriebs- und Servicenetz bleibt deutlich kleiner als bei Volvo. Technische Brillanz ersetzt schließlich nicht automatisch eine Werkstatt in erreichbarer Entfernung.

BMW iX und Audi Q6 e-tron kommen nur eingeschränkt als Alternativen infrage. Der 4,97 Meter lange BMW iX startet bei 83.500 Euro und erreicht maximal 195 kW Ladeleistung. Er bietet viel Komfort, eine hochwertige Verarbeitung und überzeugende Fahreigenschaften, bleibt jedoch grundsätzlich ein Fünfsitzer. Das gilt ebenfalls für den Audi Q6 e-tron, der ab 63.500 Euro erhältlich ist und dank 800-Volt-Technik mit bis zu 270 kW lädt. Mit 4,77 Metern ist der Audi zudem erheblich kompakter. Einen vollelektrischen Audi mit sieben Sitzen gibt es derzeit nicht mehr; der größere Q8 e-tron wurde eingestellt und besaß ebenfalls nur fünf Plätze.

Damit besitzt der Volvo EX90 Twin Motor kein einzelnes Konkurrenzmodell, das sämtliche Eigenschaften zum niedrigeren Preis kopiert. Ioniq 9 und EV9 bieten mehr Raum fürs Geld, Peaq, E-5008 und GLB senken den Einstiegspreis erheblich, während der kommende siebensitzige G9 beim Laden neue Maßstäbe setzen könnte. Cadillac Vistiq, Mercedes EQS SUV und Lucid Gravity begegnen dem Volvo dagegen auf oder oberhalb seines Preisniveaus. Der EX90 behauptet seine Position vor allem durch die Verbindung aus echtem Drei-Reihen-Platzangebot, hohem Komfort, starker Sicherheitsausrichtung, zurückhaltendem Luxus und moderner 800-Volt-Technik.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Sehr hoher Fahr- und Federungskomfort mit ausgezeichneter Geräuschdämmung
  • Hochwertiger, großzügiger Innenraum mit sechs oder sieben nutzbaren Sitzplätzen
  • Souveräner Allradantrieb mit 335 kW, 456 PS und 670 Nm Drehmoment
  • Moderne 800-Volt-Technik mit bis zu 350 kW DC-Ladeleistung
  • Umfangreiche Sicherheitsausstattung, gute Assistenzsysteme und 2,2 Tonnen Anhängelast

Nachteile ❌

  • Hoher Grundpreis von 89.990 Euro und stolze 112.070 Euro für den Testwagen
  • Viele Funktionen liegen im zentralen Touchscreen statt auf direkten Bedienelementen
  • Die versprochenen 350 kW Ladeleistung wurden im Test mit maximal rund 297 kW nicht erreicht
  • Günstigere Siebensitzer wie IONIQ 9, EV9, Peaq und E-5008 erhöhen den Preisdruck erheblich



Technische Daten des Volvo EX90 Twin Motor

ModellVolvo EX90 Twin Motor AWD Ultra 6-Sitzer
Länge x Breite x Höhe (m)5,04 x 1,96 (2,11 mit Außenspiegeln) x 1,74
Radstand (mm)2.985
MotorElektromotor (2x)
Batteriekapazität (kWh)102
Leistung (kW / PS)335 / 456
Drehmoment (Nm)670
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebAllrad
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)19,8
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)20,6
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)350
0 auf 100 km/h (in Sekunden)5,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Leergewicht (kg)2.725
Kofferraumvolumen (l)324 – 2.082 (+ 49 Liter Frunk)
FarbeMulberry Red Metallic
Grundpreis (Euro)84.190
Testwagenpreis (Euro)112.070
Technische Daten: Volvo EX90 Twin Motor


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