Fiat 500 Elektro
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Fiat 500 Elektro Test – Kleines Cabrio mit Stil

Der Fiat 500 Elektro hat eigentlich ein ziemlich einfaches Leben. Während sich andere Elektroautos gegenseitig mit Reichweiten, Ladeleistungen und immer größeren Touchscreens überbieten wollen, rollt der kleine Italiener mit einem Stoffdach vor und scheint zu sagen: „Entspannt euch. Die Sonne scheint.“ Rational betrachtet ergibt das natürlich überhaupt keinen Sinn. Emotional dagegen erstaunlich viel.

Denn genau das ist die Philosophie des elektrischen Cinquecento. Er möchte kein Familien-SUV ersetzen und auch keine Langstreckenrekorde aufstellen. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was er seit Jahrzehnten am besten kann: gut aussehen, sich spielerisch durch enge Innenstädte bewegen und seinem Fahrer selbst auf kurzen Strecken ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern. Als Cabrio kommt noch eine Portion Dolce Vita hinzu, die sich nur schwer in Kilowattstunden oder Newtonmetern messen lässt.

Für unseren Test verschlug es den Fiat 500 Elektro Cabrio La Prima in die Weinregion rund um Mainz. Zwischen kleinen Ortschaften, kurvigen Landstraßen und sommerlichen Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke durfte der offene Italiener genau dort zeigen, wo er sich am wohlsten fühlt. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis klar wurde: Dieses Auto ist weniger Fortbewegungsmittel als vielmehr eine Einstellung zum Autofahren.

Bleibt also die Frage: Reicht italienischer Charme im Zeitalter nüchterner Elektroautos noch aus, um Käufer zu überzeugen? Genau das klären wir in unserem Test. Fahrbericht.


Der Look

Manche Autos altern erstaunlich schnell. Kaum steht das Facelift vor der Tür, wirkt der Vorgänger plötzlich wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Der Fiat 500 gehört dagegen zu den wenigen Fahrzeugen, die sich diesem Gesetz seit Jahren erfolgreich widersetzen. Warum auch etwas grundlegend verändern, wenn das Design selbst nach zahlreichen Modelljahren noch immer funktioniert?

Das gilt auch für den Fiat 500 Elektro. Zwar orientiert er sich unverkennbar am klassischen Cinquecento, interpretiert dessen Formensprache aber deutlich moderner. Die runden LED-Scheinwerfer, die sanft geschwungenen Karosserielinien und die kurzen Überhänge verleihen ihm einen sympathischen Auftritt, ohne dabei verspielt oder gar kitschig zu wirken. Vielmehr wirkt der kleine Italiener erwachsen geworden, ohne seine Identität aufzugeben.

Unser Testwagen trat als Cabrio in der Ausstattung La Prima und der Metallic-Lackierung „Celestial Blau“ an. Der Name lässt zunächst ein kräftiges Blau vermuten, tatsächlich präsentiert sich die Farbe jedoch überraschend dezent. Je nach Lichteinfall erinnert sie eher an ein kühles Silber mit einem feinen Blauschimmer. Gerade in Kombination mit den satinierten Akzenten und den eleganten Leichtmetallrädern wirkt der Fiat dadurch deutlich hochwertiger, als man es von einem klassischen Kleinwagen erwarten würde.

Das eigentliche Highlight bleibt jedoch das elektrisch öffnende Stoffverdeck. Innerhalb weniger Sekunden verschwindet ein großer Teil des Dachs, während die seitlichen Dachholme erhalten bleiben. Dadurch entsteht ein angenehm geschütztes Fahrgefühl, das fast an einen kleinen Kokon erinnert. Anders als bei einem vollständig offenen Cabriolet sitzt man weiterhin gut abgeschirmt, genießt gleichzeitig aber Sonne, frische Luft und ein deutlich intensiveres Fahrerlebnis. Gerade an warmen Sommertagen dürfte das für viele Käufer eines der stärksten Argumente überhaupt sein.

Überhaupt steckt im Fiat 500 Elektro erstaunlich viel Liebe zum Detail. Versenkte Türgriffe, sauber integrierte Chromakzente sowie das hochwertige Stoffverdeck mit eingewebtem Fiat-Schriftzug zeigen, dass die Italiener dieses Auto nicht einfach elektrifiziert haben. Sie wollten ihm vielmehr einen eigenständigen Premium-Charakter verleihen. Und das gelingt erstaunlich gut.

Natürlich bleiben die kompakten Abmessungen Geschmackssache. Wer möglichst viel Auto fürs Geld sucht, wird anderswo schneller fündig. Wer dagegen ein Fahrzeug sucht, das bereits beim Aussteigen häufiger einen zweiten Blick der Passanten provoziert, dürfte am Fiat 500 Elektro kaum vorbeikommen. Denn manchmal ist gutes Design eben doch zeitlos. Oder anders formuliert: Manche Autos brauchen kein Facelift. Sie brauchen höchstens mal eine Politur.


Und innen?

Wer beim Fiat 500 Elektro einen nüchternen Kleinwagen-Innenraum erwartet, dürfte bereits nach dem Einsteigen überrascht werden. Natürlich bleibt das Platzangebot den kompakten Außenmaßen geschuldet überschaubar, doch die Italiener haben sich sichtbar Mühe gegeben, den Innenraum hochwertiger wirken zu lassen, als es die Fahrzeugklasse zunächst vermuten lässt.

Besonders die La-Prima-Ausstattung trägt ihren Teil dazu bei. Die hellen Sitze verleihen dem Innenraum eine freundliche und luftige Atmosphäre, die hervorragend zum offenen Charakter des Cabrios passt. Zusammen mit den liebevoll gestalteten Dekorelementen entsteht ein Ambiente, das deutlich mehr Lifestyle als Kleinwagen vermittelt. Gerade bei geöffnetem Dach wirkt der Innenraum erstaunlich großzügig und vermittelt fast schon mediterranes Flair. Spätestens dann versteht man, warum Fiat dieses Auto nicht über Liter, Kilowattstunden oder Kofferraumvolumen verkauft.

Auch ergonomisch hinterlässt der Fiat 500 Elektro einen guten Eindruck. Das kompakte Zweispeichen-Lenkrad liegt angenehm in der Hand und passt wunderbar zum eigenständigen Design des Fahrzeugs. Durch seine offene Gestaltung wirkt es fast schwebend und unterstreicht den luftigen Gesamteindruck des Cockpits. Lediglich die Naht im mittleren Bereich fiel während unserer Fahrt etwas negativ auf, da sie sich spürbar härter anfühlt als der übrige Lenkradkranz. Das ist kein gravierender Kritikpunkt, fällt im Alltag aber durchaus auf.

Positiv fiel dagegen das Infotainment auf. Apple CarPlay funktionierte während unserer Testfahrt problemlos und stellte die Verbindung ohne Aussetzer her. Gerade im Alltag ist das deutlich wichtiger als ein weiterer Menüpunkt im Fahrzeugsystem, den ohnehin kaum jemand nutzt.

Auch das Raumgefühl überrascht. Vorn sitzt es sich bequem, während die Rückbank, wie bei Fahrzeugen dieser Klasse üblich, eher als Notlösung oder zusätzlicher Stauraum dient. Für kurze Strecken reicht das Platzangebot zwar aus, Erwachsene werden dort jedoch nicht gerne Zeit verbringen wollen. Das dürfte allerdings kaum jemanden überraschen, der sich bewusst für einen Fiat 500 entscheidet.

Der Kofferraum fällt ebenfalls kompakt aus. Für den Single-Wochenendeinkauf oder das Minimum an Reisegepäck zweier Personen – ordentlich zusammengefaltet – genügt das Volumen, Wunder sollte man jedoch nicht erwarten. Aber seien wir ehrlich: Wer sich für ein elektrisches Cabrio im Kleinwagenformat entscheidet, dürfte seine Kaufentscheidung vermutlich nicht vom Transport eines Kleiderschranks abhängig gemacht haben. Genau darin bleibt sich der Fiat 500 Elektro angenehm treu.


Der Antrieb des Fiat 500 Elektro

Mit 87 kW (118 PS) und einem maximalen Drehmoment von 220 Newtonmetern gehört der Fiat 500 Elektro sicherlich nicht zu den Fahrzeugen, die an jeder Ampel Jagd auf Sportwagen machen wollen. Das muss er allerdings auch gar nicht. Seine Leistungsentfaltung passt bestens zu seinem Charakter und sorgt genau für das, was man im Alltag erwartet: ein angenehm souveränes und gleichzeitig entspanntes Fahrerlebnis.

Bereits beim Anfahren steht das volle Drehmoment unmittelbar zur Verfügung, wodurch der kleine Italiener zügig in Bewegung kommt. Die Beschleunigung erfolgt dabei jedoch bewusst harmonisch und nicht mit dem brachialen Punch vieler leistungsstärkerer Elektroautos. Statt die Insassen bei jedem Tritt aufs Fahrpedal in die Sitze zu drücken, baut der Fiat seine Geschwindigkeit gleichmäßig und gut dosierbar auf. Gerade im Stadtverkehr oder auf kurvigen Landstraßen fühlt sich diese Abstimmung ausgesprochen angenehm an.

Dazu passt auch das Fahrwerk. Fiat hat den 500 Elektro komfortabler abgestimmt, als man es von einem so kompakten Fahrzeug vielleicht erwarten würde. Unebenheiten werden ordentlich herausgefiltert, ohne dass der Wagen schwammig wirkt. Zusammen mit der direkten Lenkung ergibt sich ein Fahrgefühl, das leichtfüßig, aber dennoch angenehm erwachsen wirkt.

Positiv fiel während unserer Testfahrt außerdem die Geräuschkulisse auf. Bis etwa 130 km/h bleibt der Fiat 500 Elektro angenehm leise. Erst darüber machen sich die für ein kleines Cabrio typischen Windgeräusche deutlicher bemerkbar. Das ist angesichts der Fahrzeugklasse und der offenen Dachkonstruktion jedoch kaum überraschend und bewegt sich auf einem durchaus akzeptablen Niveau.

Je nach Anspruch stehen drei Fahrmodi zur Verfügung. Während der Modus „Normal“ den ausgewogensten Kompromiss für den Alltag bietet, rücken „Range“ und „Sherpa“ die Effizienz stärker in den Mittelpunkt. In beiden Modi steht zudem das One-Pedal-Driving zur Verfügung. Im Test funktionierte dieses zuverlässig und ließ sich schnell intuitiv dosieren. Nach kurzer Eingewöhnung reduziert sich der Einsatz des Bremspedals im Stadtverkehr spürbar, was den Fahrkomfort zusätzlich erhöht.

Apropos Bremsen: Auch hier leistet sich der Fiat keine Schwächen. Die Verzögerung erfolgt angenehm sanft, gleichzeitig aber ausreichend direkt. Überraschende Übergänge zwischen Rekuperation und mechanischer Bremsanlage blieben während unserer Fahrt aus. Genau so soll ein Elektroauto im Alltag funktionieren: unauffällig, berechenbar und entspannt.


Alltag & Verbrauch

Im Alltag spielt der Fiat 500 Elektro genau dort seine größten Stärken aus, wo viele größere Fahrzeuge an ihre Grenzen stoßen. Dank seiner kompakten Abmessungen, des kleinen Wendekreises und der guten Übersicht lässt sich der Italiener mühelos durch enge Innenstädte, schmale Gassen oder Parkhäuser bewegen. Wer regelmäßig im urbanen Umfeld unterwegs ist, wird diese Eigenschaften schnell zu schätzen wissen.

Unsere Testfahrt führte zu rund 70 Prozent über Landstraßen und zu etwa 30 Prozent durch den Stadtverkehr. Gerade auf den kurvigen Straßen rund um Mainz hinterließ der Fiat einen ausgesprochen entspannten Eindruck. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk, die harmonische Leistungsentfaltung und die angenehme Geräuschkulisse sorgen dafür, dass selbst längere Ausfahrten nicht anstrengend werden. Besonders als Cabrio gewinnt das Fahrerlebnis dabei noch einmal deutlich an Atmosphäre.

Auch beim Energieverbrauch zeigt sich der Fiat 500 Elektro erfreulich effizient. Im Alltag pendelt sich der Stromverbrauch nach unseren Erfahrungen zwischen 16 und 18 kWh pro 100 Kilometer ein. Wer besonders vorausschauend unterwegs ist und das Potenzial der Rekuperation konsequent nutzt, kann den Verbrauch sogar auf rund 12 kWh pro 100 Kilometer senken. Wir möchten an dieser Stelle anmerken, dass dieser Verbrauch nur im Rahmen eines Erstkontaktes ermittelt wurde und nicht im Rahmen eines ausführlichen Einzeltests.


Laden & Reichweite

Im Fiat 500 Elektro Cabrio La Prima arbeitet eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 42 kWh. Das reicht zwar nicht für die ganz große Urlaubsreise ohne Ladestopp, wohl aber für genau den Einsatzzweck, für den der kleine Italiener entwickelt wurde: den täglichen Weg zur Arbeit, den Stadtverkehr oder entspannte Ausflüge ins Umland.

Auch bei sommerlichen Temperaturen zeigt sich der Stromer alltagstauglich. Während unserer Ausfahrt lief die Klimaanlage aufgrund von rund 30 Grad Außentemperatur dauerhaft mit, ohne den positiven Gesamteindruck zu trüben. In der Praxis sind unter diesen Bedingungen rund 245 Kilometer Reichweite realistisch. Wer überwiegend innerorts oder besonders vorausschauend unterwegs ist, kann diesen Wert entsprechend steigern.

Geladen werden kann der Fiat sowohl mit Wechselstrom an der heimischen Wallbox oder öffentlichen AC-Ladesäulen mit maximal 11 kW als auch per Gleichstrom an Schnellladesäulen mit maximal 85 kW. Bis 80% Ladestand (SoC) vergehen dann circa 34 Minuten. Dadurch bleibt auch ein spontaner Zwischenstopp auf längeren Fahrten problemlos möglich und der Akku kann innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit wieder ausreichend Energie aufnehmen.

Natürlich gehört der Fiat 500 Elektro nicht zu den Reichweitenkönigen seiner Klasse. Das möchte er aber auch gar nicht sein. Sein Konzept richtet sich vielmehr an Fahrerinnen und Fahrer, die ihr Fahrzeug überwiegend im urbanen Umfeld oder auf kürzeren Strecken bewegen. Für genau dieses Einsatzprofil bietet der kleine Italiener eine stimmige Kombination aus Reichweite, Effizienz und Alltagstauglichkeit.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Trotz seiner kompakten Abmessungen verzichtet der Fiat 500 Elektro keineswegs auf moderne Assistenzsysteme. Vielmehr bringt der kleine Italiener zahlreiche Technologien mit, die den Alltag angenehmer und gleichzeitig sicherer machen sollen. Entscheidend ist dabei allerdings nicht die Anzahl der Systeme, sondern wie unauffällig sie ihren Dienst verrichten.

Während unserer Testfahrt arbeitete die Verkehrszeichenerkennung zuverlässig und erkannte Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie entsprechende Verkehrszeichen ohne Auffälligkeiten. Weniger zurückhaltend zeigte sich dagegen der serienmäßige Tempowarner. Wie inzwischen bei vielen Neufahrzeugen gehört auch der Fiat zu den Kandidaten, die den Fahrer recht nachdrücklich auf vermeintliche Geschwindigkeitsüberschreitungen hinweisen. Das kann im Alltag mitunter etwas aufdringlich wirken, lässt sich jedoch entsprechend anpassen.

Unauffällig im positiven Sinne präsentierte sich dagegen der Spurhalteassistent. Dieser griff nur dann ein, wenn es tatsächlich erforderlich war, und vermied übertriebene Lenkkorrekturen oder hektische Eingriffe. Genau so wünscht man sich moderne Assistenzsysteme: präsent, wenn sie gebraucht werden, und ansonsten möglichst unsichtbar.

Zur hochwertigen La-Prima-Ausstattung passen darüber hinaus zahlreiche Komfortmerkmale. Das Infotainmentsystem harmonierte während unserer Fahrt problemlos mit Apple CarPlay, sodass Navigation, Musik und Kommunikation ohne Verbindungsabbrüche genutzt werden konnten. Gerade im Alltag ist eine stabile Smartphone-Integration für viele Nutzer inzwischen wichtiger als eine möglichst lange Liste an Untermenüs oder Spielereien.

Ebenfalls „prima“ fanden wir die Voll-LED-Scheinwerfer im Fiat 500 Elektro Cabrio. Zwar konnten wir diese im Rahmen unseres ersten Testes nicht auf ihre Funktion überprüfen, das werden wir im Rahmen eines ausführlichen Einzeltests nachholen. Allerdings rollt der 500er serienmäßig noch mit nicht mehr zeitgemäßen Halogen-Scheinwerfern vom Band, weshalb wir die Upgrade-Möglichkeit auf die LED-Scheinwerfer begrüßen. Bereits im Vorgängermodell gab es die Möglichkeit, statt auf Halogen-Scheinwerfer ein Upgrade auf Bi-Xenon-Scheinwerfer hinzuzubuchen.


Varianten & Preise des Fiat 500 Elektro

Den Fiat 500 bietet der Hersteller inzwischen sowohl mit Elektro- als auch mit Hybridantrieb an. Wer sich für den vollelektrischen Antrieb entscheidet, hat die Wahl zwischen drei Karosserievarianten. Die klassische Limousine bildet mit einem Einstiegspreis ab 25.990 Euro den günstigsten Zugang zur elektrischen 500-Familie. Darüber rangiert der 500 3+1 mit seiner zusätzlichen, gegenläufig öffnenden Fondtür ab 26.990 Euro, während das 500 Cabrio ab 28.990 Euro erhältlich ist.

Bei den Ausstattungslinien orientiert sich Fiat mittlerweile am größeren Grande Panda (Test des Fiat Grande Panda). Zur Wahl stehen die Varianten Pop, Icon und La Prima. Während bereits die Basisversion die wichtigsten Ausstattungsmerkmale mitbringt, richtet sich die La-Prima-Linie klar an Käufer, die besonderen Wert auf Komfort und Design legen. Unser Testwagen gehörte genau zu dieser hochwertigsten Ausstattungsvariante.

Etwas überraschend fällt dagegen die Lichttechnik aus. Denn selbst im Modelljahr 2026 rollt der Fiat 500 Elektro in der Basisausstattung noch immer mit Halogenscheinwerfern vom Band. Das wirkt angesichts des Preisniveaus und der mittlerweile weit verbreiteten LED-Technik nicht mehr ganz zeitgemäß. Wer moderne LED-Scheinwerfer möchte, muss entweder direkt zur Ausstattungslinie La Prima greifen oder beim Icon das Style-Paket für 1.500 Euro Aufpreis bestellen.

Alternativ bietet Fiat den 500 – wie auch den Grande Panda (Test des Fiat Grande Panda Hybrid) – weiterhin auch als Hybrid an. Dieser startet bei 19.990 Euro und kombiniert einen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 65 PS und einem manuellen Sechsganggetriebe. Damit richtet sich die Hybridversion vor allem an Käufer, die den ikonischen Kleinwagen bevorzugen, auf einen Elektroantrieb jedoch verzichten möchten.

Darüber hinaus befindet sich mit dem Fiat 500 Torino noch ein Sondermodell im Programm. Dieses ist mittlerweile allerdings nicht mehr frei konfigurierbar und nur noch in begrenzter Stückzahl verfügbar.

Interessant fällt derzeit zudem die Preisgestaltung aus. Fiat gewährt aktuell einen Fiat-Bonus in Höhe von 3.500 Euro. Wer beim Kauf zusätzlich ein anderes Fahrzeug in Zahlung gibt, erhält eine Eintauschprämie von weiteren 1.500 Euro. Damit reduziert sich der Kaufpreis des Fiat 500 Elektro je nach Modell um insgesamt 5.000 Euro und macht den italienischen Stromer deutlich attraktiver.


Kundenfeedback

Ein Blick in die Erfahrungen von Besitzern zeigt ein insgesamt positives Bild. Besonders häufig gelobt werden das eigenständige Design, die angenehmen Fahreigenschaften sowie der geringe Stromverbrauch im Alltag. Viele Fahrer beschreiben den Fiat 500 Elektro als ideales Stadt- und Zweitfahrzeug, das trotz seiner kompakten Abmessungen überraschend erwachsen fährt. Auch die hochwertige La-Prima-Ausstattung sowie die zuverlässige Einbindung von Apple CarPlay werden regelmäßig positiv hervorgehoben.

Ebenfalls viel Zuspruch erhält das Fahrverhalten. Besitzer loben die komfortable Abstimmung, die gute Geräuschdämmung bei moderaten Geschwindigkeiten sowie die angenehm arbeitenden Assistenzsysteme. Gerade im Stadtverkehr und auf kürzeren Landstraßenetappen scheint der kleine Italiener genau das zu liefern, was viele Käufer von ihm erwarten: unkomplizierten Fahrspaß ohne unnötige Hektik.

Kritik gibt es dagegen vor allem an der Software. Mehrere Nutzer bemängeln eine teilweise träge oder eingeschränkte Smartphone-App sowie Funktionen, die nach Ablauf des kostenlosen Zeitraums kostenpflichtig werden. Auch das Infotainmentsystem selbst wird insbesondere in niedrigeren Ausstattungslinien gelegentlich als verbesserungswürdig beschrieben. Kaum Kritik gibt es derweil bei den Scheinwerfern. Selbst Besitzer von Modellen mit Halogenlicht klagen nicht. Dafür bewerten Besitzer von Modellen mit LED-Scheinwerfern das Licht als „genial“.

Darüber hinaus berichten einzelne Besitzer von kleineren Qualitätsmängeln oder Problemen mit elektrischen Komponenten. In Foren finden sich beispielsweise Hinweise auf sporadische Fehlermeldungen, einzelne Defekte an Bauteilen oder Schwierigkeiten mit der 12-Volt-Batterie. Solche Berichte betreffen allerdings nicht alle Fahrzeuge und stehen einer insgesamt guten Zuverlässigkeit gegenüber. So schnitt der Fiat 500 Elektro im TÜV-Report 2026 sogar als bestes Modell seines Segments bei der ersten Hauptuntersuchung ab.

Unterm Strich zeigt das Kundenfeedback ein recht klares Bild: Wer den Fiat 500 Elektro als kompaktes Elektroauto für Stadt, Umland und gelegentliche Ausflüge kauft, scheint überwiegend zufrieden zu sein. Wer hingegen regelmäßig lange Autobahnetappen fährt oder maximale Praktikabilität erwartet, findet am Markt passendere Alternativen.


Fazit zum Fiat 500 Elektro

Der Fiat 500 Elektro gehört zu den Fahrzeugen, die man mit einem Blick auf das Datenblatt nur schwer verstehen kann. Wer ausschließlich Reichweite, Kofferraumvolumen oder den günstigsten Preis sucht, wird bei anderen Herstellern schnell fündig. Genau darauf zielt der kleine Italiener aber auch gar nicht ab.

Vielmehr versteht er sich als stilvoller Begleiter für den urbanen Alltag. Seine kompakten Abmessungen, das komfortable Fahrwerk, der angenehm abgestimmte Elektroantrieb und die hohe Effizienz machen ihn zu einem ausgesprochen entspannten Auto für Stadt und Umland. Als Cabrio kommt zudem ein Fahrerlebnis hinzu, das in dieser Fahrzeugklasse nach wie vor eine Seltenheit darstellt.

Positiv überrascht haben uns vor allem die hochwertige Anmutung des La-Prima-Modells, die gute Geräuschdämmung bis etwa 130 km/h sowie die harmonische Abstimmung des gesamten Antriebs. Auch das One-Pedal-Driving funktioniert überzeugend und trägt ebenso wie die zuverlässige Smartphone-Integration zu einem angenehmen Alltag bei.

Kritik gibt es dennoch. Dass ein Elektroauto dieser Preisklasse selbst im Jahr 2026 in den unteren Ausstattungslinien noch mit Halogenscheinwerfern ausgeliefert wird, ist nur schwer nachzuvollziehen. Auch der mitunter recht aufdringliche Tempowarner dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen.

Am Ende bleibt der Fiat 500 Elektro vor allem eines: ein Charakterauto. Er möchte nicht jedem gefallen und muss das auch nicht. Wer einen charmanten, effizienten und außergewöhnlichen Elektro-Kleinwagen sucht, der jeden sonnigen Tag ein kleines Stück besonderer macht, findet hier einen Begleiter mit viel Persönlichkeit. Wer dagegen in erster Linie möglichst viel Auto für möglichst wenig Geld erwartet, dürfte sich vermutlich in einer anderen Fahrzeugklasse wohler fühlen.


Konkurrenz & Vergleich

Wer sich für den Fiat 500 Elektro interessiert, hat heute die Wahl zwischen zahlreichen elektrischen Kleinwagen. Allerdings verfolgen längst nicht alle Wettbewerber dieselbe Philosophie. Während einige Modelle vor allem mit einem attraktiven Einstiegspreis oder möglichst viel Platz überzeugen möchten, setzt der kleine Italiener konsequent auf Design, Lifestyle und ein Fahrerlebnis mit Charakter.

Den günstigsten Einstieg bieten aktuell der Dacia Spring ab 18.700 Euro (Test des Dacia Spring Electric 100) sowie der Leapmotor T03 ab 18.900 Euro (Test des Leapmotor T03). Beide richten sich in erster Linie an preisbewusste Käufer und bilden den finanziellen Einstieg in die Welt der Elektromobilität.

Ebenfalls interessante Alternativen sind der Renault Twingo ab 19.990 Euro, der Citroën ë-C3 ab 20.140 Euro (Test des Citroen e-C3), der BYD Dolphin Surf ab 22.990 Euro sowie der Hyundai Inster ab 24.650 Euro. Sie bewegen sich preislich ebenfalls unterhalb oder auf einem ähnlichen Niveau wie der Fiat 500 Elektro und sprechen Käufer an, die ein kompaktes Elektroauto für den Alltag suchen.

Mit dem Mini Cooper E ab 27.500 Euro sowie dem Mini Cooper Cabrio ab 31.500 Euro trifft der Fiat auf seinen vermutlich ähnlichsten Wettbewerber. Beide Modelle setzen weniger auf maximale Praktikabilität als vielmehr auf Emotionen, eigenständiges Design und einen hohen Wiedererkennungswert. Wer besonderen Wert auf Lifestyle legt, dürfte sich diese beiden Modelle daher besonders genau ansehen.

Mehr Platz und ein klassischeres Kleinwagenkonzept bietet der Opel Corsa Electric, der ab 30.440 Euro erhältlich ist. Er richtet sich an Käufer, die ihr Elektroauto möglichst vielseitig einsetzen möchten und dabei etwas mehr Raumangebot benötigen.

Eine Sonderrolle nimmt schließlich der Renault 4 Plein Sud ein. Mit einem Einstiegspreis ab 36.300 Euro bewegt er sich bereits in einer anderen Preisklasse und verfolgt aufgrund seines größeren Karosseriekonzepts einen anderen Ansatz als der kompakte Fiat 500 Elektro.

Letztlich hängt die Wahl des passenden Fahrzeugs stark von den persönlichen Prioritäten ab. Wer in erster Linie ein möglichst günstiges Elektroauto sucht, findet ebenso passende Alternativen wie Käufer mit dem Wunsch nach mehr Platz. Der Fiat 500 Elektro richtet sich dagegen an Menschen, die bewusst ein Fahrzeug mit Charakter suchen und dabei bereit sind, Design, Cabrio-Feeling und italienischen Charme höher zu gewichten als ein paar zusätzliche Liter Kofferraumvolumen oder einige Kilometer mehr Reichweite.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Charmantes und zeitloses Design mit hohem Wiedererkennungswert.
  • Komfortabel abgestimmtes Fahrwerk und harmonischer Elektroantrieb.
  • Effizienter Verbrauch bei gleichzeitig alltagstauglicher Reichweite.
  • Elektrisches Cabrio mit einzigartigem Open-Air-Erlebnis in dieser Fahrzeugklasse.

Nachteile ❌

  • Halogenscheinwerfer (Serie) wirken 2026 nicht mehr zeitgemäß.
  • Überschaubares Platzangebot im Fond und Kofferraum.
  • Tempowarner arbeitet teilweise etwas aufdringlich.
  • Im Vergleich zur Konkurrenz selbst mit Bonusprogramm kein günstiges Elektroauto.


Technische Daten des Fiat 500 Elektro Cabrio

ModellFiat 500 Elektro Cabrio La Prima
Länge x Breite x Höhe (m)3,63 x 1,68 (1,90 mit Außenspiegeln) x 1,53
Radstand (mm)2.322
MotorElektromotor
Batteriekapazität (kWh)42,0
Leistung (kW / PS)87 / 118
Drehmoment (Nm)220
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebFront
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)14,4
Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh)16,9
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)DC: 85 / AC: 11
0 auf 100 km/h (in Sekunden)9,0
Höchstgeschwindigkeit (km/h)150
Leergewicht (kg)1.480
Kofferraumvolumen (l)185 – 550
FarbeCelestrial Blau
Grundpreis (Euro)28.990
Testwagenpreis (Euro)35.190
Technische Daten: Fiat 500 Elektro Cabrio


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