Mitsubishi Grandis Hybrid
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Mitsubishi Grandis Hybrid Test – SUV statt Van

Der Mitsubishi Grandis Hybrid trägt zweifellos Erinnerungen mit sich, beinahe wie ein gut gefüllter Reisekoffer. Anfang der 2000er-Jahre stand der Name für einen großzügigen Familienvan, dessen größte Stärke Raum, Variabilität und Alltagstauglichkeit waren. Damals galten Vans als das Maß aller Dinge für Familien. Heute sieht die automobile Welt allerdings etwas anders aus. Wer heutzutage mit einem Van vorfährt, muss sich fast schon erklären, warum er kein SUV gekauft hat. Zeiten ändern sich eben. Manchmal schneller als die Preise an der Zapfsäule.

Mit der Neuauflage schlägt Mitsubishi deshalb ein völlig neues Kapitel auf. Der Grandis kehrt nicht als Van zurück, sondern als modernes Kompakt-SUV. Aus Marktsicht ist dieser Schritt absolut nachvollziehbar. Schließlich haben SUVs den klassischen Großraumlimousinen längst den Rang abgelaufen und stehen heute bei vielen Käufern ganz oben auf der Wunschliste. Ob das nun jeder gut finden muss, sei einmal dahingestellt. Der Markt hat seine Entscheidung jedenfalls längst getroffen.

Gleichzeitig setzt Mitsubishi seine enge Zusammenarbeit innerhalb der Renault-Gruppe fort. Technisch basiert der Grandis auf dem Renault Symbioz, erhält jedoch eine eigenständige Markenidentität sowie eine auf Mitsubishi abgestimmte Ausstattungspolitik. Das Ergebnis ist weit mehr als ein schlichtes Schwestermodell mit anderem Emblem. Vielmehr entsteht ein Fahrzeug, das bekannte Tugenden der Marke mit moderner Hybridtechnik verbindet. Und seien wir ehrlich: Solange am Ende ein gutes Auto dabei herauskommt, dürfte es den meisten Käufern herzlich egal sein, wer sich welchen Schraubenschlüssel im Konzernregal ausgeliehen hat.

Für unseren ersten Fahreindruck stand uns der Mitsubishi Grandis Hybrid in der höchsten Ausstattungslinie Diamant Top zur Verfügung. Mit 158 PS Systemleistung verfolgt er dabei einen angenehm bodenständigen Ansatz. Statt sich mit möglichst spektakulären Beschleunigungswerten oder künstlich erzeugtem Motorsound in Szene zu setzen, konzentriert er sich auf das, was im Alltag tatsächlich zählt: Komfort, Effizienz und ein entspanntes Fahrerlebnis. Oder anders gesagt: Der Grandis möchte nicht der lauteste Gast auf der Party sein. Er möchte derjenige sein, der alle sicher wieder nach Hause bringt.

Ob dieses Konzept aufgeht oder ob der traditionsreiche Modellname am Ende lediglich nostalgische Gefühle weckt, klären wir in unserem ausführlichen Test. Fahrbericht.


Der Look

Wer den früheren Grandis noch vor Augen hat, dürfte beim ersten Blick kurz innehalten. Die Silhouette eines Vans ist Geschichte. Stattdessen präsentiert sich der Mitsubishi Grandis Hybrid als selbstbewusst gezeichnetes Kompakt-SUV mit ausgewogenen Proportionen und einer angenehm unaufgeregten Linienführung. Das mag eingefleischte Van-Fans zunächst enttäuschen. Andererseits würde heute vermutlich auch niemand mehr erwarten, dass Mitsubishi einen Pajero als Cabriolet zurückbringt.

Die Front trägt unverkennbar die aktuelle Designsprache der Japaner. Das markentypische Dynamic Shield wurde behutsam weiterentwickelt und verleiht dem Grandis ein eigenständiges Gesicht, obwohl seine technische Verwandtschaft zum Renault Symbioz nicht zu übersehen ist. Besonders die markanten, vertikal angeordneten Tagfahrleuchten verleihen der Front einen modernen und selbstbewussten Auftritt. Gemeinsam mit dem groß dimensionierten Kühlergrill entsteht eine Präsenz, die den Grandis auf der Straße durchaus größer wirken lässt, als es seine Abmessungen vermuten lassen.

Besonders gelungen wirkt die Seitenansicht. Klare Linien, sauber ausgearbeitete Radhäuser und eine leicht ansteigende Fensterlinie vermitteln Dynamik, ohne künstlich sportlich wirken zu wollen. Genau das gefiel uns im Test ausgesprochen gut. Viele Hersteller möchten heute jede zweite Sicke und Kante als „Designstatement“ verkaufen. Der Grandis bleibt derweil angenehm sachlich. Das Auto muss seinen Charakter nicht mit übertrieben vielen Falzen oder angedeuteten Luftauslässen beweisen. Er wirkt erwachsen und erstaunlich zeitlos.

Auch das Heck fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein und verzichtet erfreulicherweise auf modische Übertreibungen. Die flach verlaufenden LED-Rückleuchten gehören zu den optischen Highlights des Fahrzeugs und sorgen insbesondere bei Dunkelheit für einen hochwertigen Eindruck. Zusammen mit dem dezent integrierten Dachspoiler und der breiten Heckpartie entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das weder verspielt noch übermäßig aggressiv auftritt. Anders formuliert: Der Grandis möchte offensichtlich nicht auf jedem Supermarktparkplatz den Dicken markieren. Und genau das macht ihn sympathisch.

Unser Testwagen in Aurora-Rot unterstrich diesen Eindruck zusätzlich. Der kräftige Rotton harmoniert hervorragend mit den schwarzen Außenspiegeln, den dunklen Kunststoffbeplankungen und den silberfarbenen Designelementen an Front und Heck. Dadurch wirkt der Grandis hochwertiger, als es seine Positionierung in der Kompaktklasse zunächst vermuten lässt. Insgesamt gelingt Mitsubishi damit ein Design, das moderne SUV-Elemente mit einer angenehm zurückhaltenden Eleganz verbindet. Statt kurzfristigen Trends hinterherzulaufen, setzt der Grandis auf ein Erscheinungsbild, das vermutlich auch in einigen Jahren noch stimmig wirken dürfte.


Und innen?

Bereits beim Öffnen der Fahrertür wird deutlich, dass Mitsubishi den Grandis Hybrid keineswegs als nüchternes Fortbewegungsmittel verstanden wissen möchte. Der Innenraum orientiert sich vielmehr an der gehobenen Kompaktklasse und hinterlässt vom ersten Moment an einen wertigen Eindruck. Weiche Oberflächen, sauber eingepasste Dekorelemente und eine insgesamt sorgfältige Verarbeitung sorgen dafür, dass man sich schnell wohlfühlt. Klappernde Kunststofflandschaften oder scharfe Kanten sucht man erfreulicherweise vergeblich.

Besonderes Augenmerk verdient das große Panorama-Glasdach. Statt eines klassischen Rollos genügt hier ein Tastendruck und die Glasfläche wechselt von transparent zu einer milchigen Oberfläche. Gerade an sonnigen Tagen entsteht dadurch ein spürbar angenehmeres Raumklima, ohne dass der luftige Charakter des Innenraums verloren geht. Natürlich ersetzt diese Lösung keinen vollständig geschlossenen Sonnenschutz. Im Alltag funktionierte das System während unseres Tests jedoch erstaunlich gut und gehörte schnell zu den Ausstattungsdetails, die man häufiger nutzt als zunächst gedacht. Zugegeben: Es hat auch einen gewissen Showeffekt. Spätestens beim ersten Mitfahrer dürfte die Frage kommen, wie das denn bitte funktioniert.

Die Sitze der Ausstattung Diamant Top präsentieren sich angenehm straff und überzeugen vor allem auf längeren Etappen. Selbst mehrere Stunden hinter dem Lenkrad führten während unseres Tests kaum zu Ermüdungserscheinungen. Mitsubishi setzt hier ganz bewusst auf Langstreckenkomfort statt auf übertrieben ausgeprägte Seitenwangen. Das passt hervorragend zum Charakter des Grandis. Wer regelmäßig Kurven räubern möchte, wird sich vermutlich ohnehin nach einem anderen Fahrzeug umsehen. Familien, Pendler und Vielfahrer dürften diese Abstimmung dagegen schnell zu schätzen wissen.

Einen positiven Eindruck hinterließ auch das Bedienkonzept. Das Infotainment reagiert schnell, die Digitalinstrumente sind gut ablesbar und die Menüführung erschließt sich erfreulich unkompliziert. Noch wichtiger: Mitsubishi hat nicht jede Funktion in Untermenüs versteckt. Viele häufig genutzte Einstellungen bleiben über klassische Tasten erreichbar. Das mag im Konfigurator weniger spektakulär aussehen als ein riesiger Bildschirm, im Alltag ist es jedoch schlicht die angenehmere Lösung. Manchmal darf Technik eben auch einfach praktisch sein.

Auch das Platzangebot überzeugt. Fahrer und Beifahrer genießen eine angenehm erhöhte Sitzposition mit guter Rundumsicht. Im Fond finden selbst Erwachsene ausreichend Bein- und Kopffreiheit vor, sodass auch längere Fahrten nicht zur Geduldsprobe werden. Die verschiebbare Rückbank erhöht zusätzlich die Variabilität und erlaubt es, den Innenraum flexibel an Passagiere oder Gepäck anzupassen. Der Kofferraum fasst knapp 500 Liter und lässt sich bei umgeklappter Rückbank auf über 1.500 Liter erweitern. Damit eignet sich der Grandis nicht nur für den Wochenendeinkauf, sondern ebenso für den Familienurlaub oder den spontanen Besuch im schwedischen Möbelhaus. Wobei Letzteres erfahrungsgemäß meist weniger spontan endet als geplant.


Der Antrieb des Mitsubishi Grandis Hybrid

Den Antrieb übernimmt ein 1,8-Liter-Vollhybrid, der den Reihenvierzylinder-Saugbenziner mit einem Elektromotor kombiniert. Im Alltag zeigt sich schnell, worauf dieses System ausgelegt wurde: maximale Gelassenheit statt spektakulärer Leistungsentfaltung. Wer beim Begriff Hybrid bereits an hektisch aufheulende Motoren und wenig harmonische Übergänge denkt, darf seine Vorurteile an dieser Stelle gerne noch einmal überdenken.

Gerade im Stadtverkehr beeindruckt der Grandis Hybrid mit einem ausgesprochen harmonischen Zusammenspiel beider Antriebsquellen. Immer wieder rollt das SUV nahezu lautlos rein elektrisch durch den Verkehr. Die Übergänge zwischen Elektro- und Benzinbetrieb erfolgen dabei so unauffällig, dass sie häufig lediglich über die Energieflussanzeige nachvollziehbar sind. Genau diese Souveränität macht den Antrieb im Alltag ausgesprochen angenehm. Er drängt sich nie in den Vordergrund, sondern verrichtet seine Arbeit einfach unaufgeregt und zuverlässig.

Ist die vergleichsweise kompakte 1,4-kWh-Batterie erschöpft, übernimmt der Verbrennungsmotor nicht nur den Vortrieb, sondern lädt den Energiespeicher gleichzeitig wieder auf. Dabei macht sich der Benziner akustisch etwas deutlicher bemerkbar und entwickelt ein kerniges Brummen. Wirklich störend empfanden wir das allerdings nicht. Der Ladevorgang erfolgt erfreulich zügig, sodass der Elektromotor schon nach kurzer Zeit wieder unterstützend eingreifen kann. Ergänzt wird dieses Konzept durch die Rekuperation beim Bremsen oder Ausrollen, wodurch im Alltag immer wieder elektrische Energie zurückgewonnen wird.

Die maximale Systemleistung beträgt 158 PS und steht bei ausreichend geladener Batterie über einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung. Dauerhaft sind es 115 PS. Hinzu kommen 265 Newtonmeter Gesamtdrehmoment, die den Grandis insbesondere beim Anfahren oder bei Überholmanövern angenehm souverän wirken lassen. Einen Sprintkönig sollte man dennoch nicht erwarten. Das möchte der Grandis aber auch gar nicht sein. Er beschleunigt gleichmäßig, berechenbar und jederzeit ausreichend kraftvoll für das, was im Alltag tatsächlich gefragt ist. Wer an jeder Ampel beweisen möchte, dass Physik nur eine Empfehlung ist, dürfte sich ohnehin in einer anderen Fahrzeugklasse umsehen.

Ebenso gelungen präsentiert sich das Lenkgefühl. Die Servounterstützung arbeitet angenehm leichtgängig, vermittelt aber jederzeit genügend Rückmeldung, sodass niemals der Eindruck künstlicher Entkopplung entsteht. Gerade im Stadtverkehr erleichtert dies Rangiermanöver und enge Parkhäuser, während auf der Landstraße stets ausreichend Präzision vorhanden ist, um den Grandis sauber durch Kurven zu dirigieren.

Auch das Fahrwerk hinterließ einen überzeugenden Eindruck. Schlaglöcher, Querfugen und schlecht asphaltierte Landstraßen verlieren einen guten Teil ihres Schreckens, weil die Federung Unebenheiten mit bemerkenswerter Souveränität absorbiert. Gleichzeitig gerät die Karosserie selbst in flotter gefahrenen Kurven nicht unangenehm ins Wanken. Sportlich möchte der Grandis zwar nicht auftreten, präzise und vertrauenerweckend fährt er sich dennoch. Genau diese ausgewogene Abstimmung passt hervorragend zum Gesamtkonzept des Fahrzeugs.

Auf der Autobahn entwickelt sich der Grandis schließlich zu einem ausgesprochen entspannten Reisewagen. Die bequemen Sitze, das ausgewogene Fahrwerk und die gelungene Geräuschdämmung machen auch längere Etappen angenehm unkompliziert. Die Wohlfühlgeschwindigkeit liegt dabei zwischen etwa 120 und 150 km/h. Darüber wird es hörbar lauter und der Benziner wirkt auf dem Weg zur Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h etwas angestrengter. Das ist allerdings keine wirkliche Überraschung. Der Grandis versteht sich schließlich als komfortabler Langstreckenbegleiter und nicht als linker-Spur-Dauergast mit Lichthupe als bevorzugtem Kommunikationsmittel.


Alltag & Verbrauch

Die eigentliche Paradedisziplin des Mitsubishi Grandis Hybrid beginnt dort, wo viele Familienfahrzeuge den Großteil ihres Lebens verbringen: im Stadtverkehr und auf den täglichen Pendelstrecken. Genau hier kann der Vollhybrid seine Stärken ausspielen. Dank des hohen Elektroanteils im urbanen und suburbanen Einsatzbereich erreichten wir auf unserer Sparrunde einen Minimalverbrauch von lediglich 3,6 Litern pro 100 Kilometer. Über den gesamten Test pendelte sich der Durchschnitt bei 5,0 Litern ein und lag damit sogar knapp unter der offiziellen WLTP-Angabe von 5,1 Litern. Für ein ausgewachsenes Kompakt-SUV ist das ein ausgesprochen überzeugendes Ergebnis.

Verantwortlich dafür ist vor allem die intelligente Hybridstrategie. Statt den Elektromotor möglichst lange um jeden Preis aktiv zu halten, setzt das System die vorhandene Energie genau dort ein, wo sie den größten Effizienzgewinn bringt. Das geschieht weitgehend unbemerkt. Der Fahrer muss weder zwischen verschiedenen Betriebsmodi jonglieren noch ständig überlegen, wie sich noch ein paar Tropfen Kraftstoff sparen lassen. Einfach einsteigen, losfahren und den Grandis machen lassen. Genau so dürfte sich ein moderner Vollhybrid für die meisten Käufer anfühlen.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Konstanz. Viele Hybridfahrzeuge erzielen ihren Bestverbrauch nur unter nahezu idealen Bedingungen. Der Grandis zeigte sich während unseres Tests deutlich unkomplizierter. Selbst ohne ausgeprägten „Eco-Fahrstil“ bewegte sich der Verbrauch auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Wer den rechten Fuß etwas diszipliniert einsetzt und überwiegend im Stadt- oder Mischverkehr unterwegs ist, dürfte die Werksangaben daher durchaus erreichen oder sogar leicht unterbieten können. Das erlebt man inzwischen zwar häufiger als noch vor einigen Jahren, selbstverständlich ist es deshalb aber noch lange nicht.

Gerade Familien und Pendler profitieren von diesem Konzept. Schließlich bedeutet ein niedriger Verbrauch nicht nur weniger Tankstopps, sondern auch geringere Betriebskosten über viele tausend Kilometer. Der Grandis versucht dabei gar nicht erst, seinen Fahrer permanent zu einem möglichst sparsamen Fahrstil zu erziehen. Er übernimmt einen Großteil dieser Arbeit einfach selbst.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Wir spoilern an dieser Stelle einfach einmal: Die Topausstattung „Diamant Top“ verdient ihren Namen durchaus. Mitsubishi liefert hier nahezu eine Vollausstattung ab, bei der man auf der Optionsliste nicht mehr lange nach Häkchen suchen muss. Das vereinfacht nicht nur die Konfiguration, sondern schont im Zweifel auch die Nerven. Wer schon einmal versucht hat, sich durch fünf Ausstattungslinien, elf Zusatz-Pakete und dutzende Einzeloptionen zu arbeiten, weiß vermutlich, wovon wir sprechen.

Besonders positiv fiel im Test die einfache Bedienbarkeit auf. Der häufig kritisierte Geschwindigkeitswarner lässt sich beispielsweise mit lediglich zwei Tastendrücken über die links neben dem Lenkrad angeordnete Taste deaktivieren. Eine angenehm unkomplizierte Lösung, die im Alltag deutlich komfortabler ist als verschachtelte Bildschirmmenüs. Es sind oft genau diese kleinen Details, die man erst nach einigen Tagen im Auto wirklich zu schätzen weiß.

Zu den Highlights gehören außerdem die LED-Scheinwerfer. Sie erzeugen einen gleichmäßigen Lichtkegel, leuchten die Fahrbahn weit aus und vermitteln auch auf unbeleuchteten Landstraßen ein hohes Sicherheitsgefühl. Der Fernlichtassistent arbeitete während unseres Tests schnell und zuverlässig, sodass wir eine Matrixfunktion zu keinem Zeitpunkt vermissten.

Zur Serienausstattung der Diamant-Top-Version gehören darüber hinaus zahlreiche Assistenzsysteme. Der adaptive Tempomat überzeugte mit einer angenehm sanften Arbeitsweise und regelte Geschwindigkeit sowie Abstand jederzeit nachvollziehbar. Die Verkehrszeichenerkennung funktionierte im Test zuverlässig. Etwas mehr Geltungsbedürfnis zeigte dagegen der Spurhalteassistent. Gelegentlich warnte er uns recht engagiert vor einem angeblich unbeabsichtigten Verlassen der Fahrbahn, obwohl dafür auf den ersten Blick kein ersichtlicher Grund vorlag. Wirklich dramatisch war das zwar nicht, etwas mehr Gelassenheit dürfte er sich dennoch gern von seinem Hybridantrieb abschauen.

Ebenfalls an Bord befinden sich eine 360-Grad-Kamera, ein Einparkassistent, ein hochauflösendes digitales Kombiinstrument sowie das große Infotainmentsystem inklusive reibungsloser Smartphone-Integration. Die Auflösung der Kamera könnte dabei zwar etwas höher ausfallen, ihren eigentlichen Zweck erfüllt sie jedoch zuverlässig und erleichtert das Rangieren im Alltag spürbar.

Für musikalische Unterhaltung sorgt schließlich das Harman/Kardon-Premium-Soundsystem. Der Klang ist bewusst kraftvoll abgestimmt und bietet einen satten Bass, ohne Stimmen oder Instrumente zu überdecken. Zusammen mit dem bereits erwähnten elektrisch dimmbaren Panorama-Glasdach unterstreicht es den hochwertigen Anspruch der Topausstattung und rundet das Gesamtpaket sinnvoll ab.


Varianten & Preise des Mitsubishi Grandis Hybrid

Der Mitsubishi Grandis Hybrid wird in drei Ausstattungslinien angeboten. Bereits das Einstiegsmodell bringt eine umfangreiche Serienausstattung mit, während sich die beiden höheren Varianten vor allem durch zusätzlichen Komfort und weitere Assistenzsysteme differenzieren. Gleichzeitig bleibt Mitsubishi seiner erfreulich übersichtlichen Ausstattungsstrategie treu. Statt unzähliger Einzeloptionen gibt es klar definierte Linien, die sich sinnvoll voneinander abgrenzen.

Los geht es mit der Ausstattung Diamant Plus ab 31.290 Euro. Bereits hier gehören unter anderem eine Klimaautomatik, Sitzheizungen vorne, eine Rückfahrkamera sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Serienumfang. Für viele Käufer dürfte diese Variante bereits den besten Kompromiss aus Preis und Ausstattung darstellen.

Darüber rangiert die Intro Edition ab 34.790 Euro. Hier spendiert Mitsubishi dem Grandis unter anderem 19-Zoll-Leichtmetallräder, eine Fahrprofilauswahl inklusive Ambientebeleuchtung (warum auch immer man diese beiden Dinge gemeinsam in ein Paket gesteckt hat, wird vermutlich nur der Produktplaner beantworten können), Privacy-Verglasung, eine elektrische Heckklappe, Frontscheiben- und Lenkradheizung sowie eine LED-Innenraumbeleuchtung. Hinzu kommen Google built-in, ein auf 10,25 Zoll vergrößertes digitales Kombiinstrument, USB-Anschlüsse im Fond sowie zahlreiche zusätzliche Assistenzsysteme. Dazu zählen unter anderem Totwinkelassistent, Ausparkassistent, Ausstiegsassistent, Einparkhilfen rund ums Fahrzeug, eine 360-Grad-Kamera, ein automatisch abblendender rahmenloser Innenspiegel sowie eine Rückwärts-Notbremsfunktion. Zusätzlich lässt sich in dieser Ausstattung auch der Beifahrersitz in der Höhe verstellen.

Die Spitze der Modellreihe markiert schließlich unser Testwagen als Diamant Top ab 38.190 Euro. Serienmäßig an Bord sind hier unter anderem das elektrochrome Panorama-Glasdach, das sich zwar abdunkeln, aber nicht öffnen lässt, Schaltwippen am Lenkrad, das Harman/Kardon-Premium-Soundsystem, eine schwarze Lederausstattung sowie ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz. Ergänzt wird das Paket durch weitere Assistenzsysteme wie die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, den aktiven Spurfolgeassistenten, den MI-Pilot sowie einen Parkassistenten. Viel mehr Ausstattung lässt sich in dieser Fahrzeugklasse derzeit kaum unterbringen, ohne dass der Konfigurator einen zweiten Bildschirm benötigt.

Wer hingegen lieber zum 140 PS starken Mildhybrid greift, erhält diesen bereits ab 26.390 Euro in der ausschließlich für diesen Antrieb erhältlichen Basisausstattung Diamant. Schon hier gehören LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten, ein 10,4-Zoll-Infotainmentsystem inklusive kabelloser Smartphone-Integration, eine verschiebbare Rücksitzbank, eine Klimaanlage sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder zur Serienausstattung. Wer auf das manuelle Sechsganggetriebe verzichten möchte, erhält den Mildhybrid ab der Ausstattung Diamant Plus für 30.390 Euro mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Unser Testwagen trägt die Sonderlackierung Aurora-Rot, die mit 900 Euro zu Buche schlägt. Alternativ stehen Himalaya-Weiß (900 Euro), Anthrazit-Grau (800 Euro), Onyx-Schwarz (800 Euro) sowie das aufpreisfreie Royal-Blau zur Wahl. Ebenfalls ab Werk erhältlich ist eine Anhängerkupplung. Die starre Variante kostet 725 Euro, die abnehmbare Ausführung 895 Euro. Ohne Anhängerkupplung summiert sich der Preis unseres Testwagens auf 39.090 Euro. Zudem wird vom Hersteller auf alle Neuwagen eine Mitsubishi-Garantie von bis zu 8 Jahren gewährt.


Kundenfeedback

Da der Mitsubishi Grandis Hybrid erst seit vergleichsweise kurzer Zeit auf dem Markt ist, fällt die Zahl echter Besitzerberichte derzeit noch überschaubar aus. Trotzdem zeichnen sich bereits einige klare Tendenzen ab. Auffällig ist dabei vor allem, dass viele Käufer den Grandis ganz bewusst wegen seiner Kombination aus Hybridantrieb, umfangreicher Serienausstattung und der langen Mitsubishi-Garantie gewählt haben. Insbesondere in deutschsprachigen Foren wird das Preis-Leistungs-Verhältnis häufig als Argument gegenüber dem technisch eng verwandten Renault Symbioz genannt.

Positiv äußern sich Besitzer vor allem über den Hybridantrieb. Viele beschreiben ihn als angenehm harmonisch und loben den niedrigen Kraftstoffverbrauch im Alltag. Je nach Fahrprofil bewegen sich die Verbräuche häufig zwischen fünf und sechs Litern pro 100 Kilometer. Gerade im Stadtverkehr berichten zahlreiche Fahrer von sehr guten Effizienzwerten, während bei kalten Temperaturen oder überwiegendem Autobahnbetrieb naturgemäß etwas höhere Werte auftreten. Diese Erfahrungen decken sich weitgehend mit unseren eigenen Eindrücken aus dem Test.

Ebenfalls häufig genannt werden die umfangreiche Serienausstattung sowie der insgesamt hochwertige Eindruck des Fahrzeugs. Gerade Käufer, die sich bewusst zwischen Grandis und Symbioz entscheiden mussten, verweisen immer wieder auf die Ausstattungspolitik und die Garantiebedingungen von Mitsubishi. Das scheint für viele ein durchaus gewichtiges Kaufargument zu sein.

Kritik richtet sich dagegen weniger gegen das Fahrzeug selbst als gegen seine Herkunft. Einige Mitsubishi-Fans hätten sich ein eigenständiger entwickeltes Modell gewünscht und sehen den Grandis aufgrund seiner technischen Nähe zum Renault Symbioz eher kritisch. Diese Diskussion begleitet allerdings inzwischen nahezu jedes aktuelle Mitsubishi-Modell aus der Renault-Allianz und betrifft somit eher die Markenstrategie als die Qualitäten des Fahrzeugs.

Ein echtes Langzeitfazit lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt naturgemäß noch nicht ziehen. Dafür ist der Grandis Hybrid schlicht noch nicht lange genug im Kundenalltag unterwegs. Die bisherigen Rückmeldungen fallen jedoch überwiegend positiv aus und bestätigen in vielen Punkten den Eindruck unseres Tests. Besonders der sparsame Hybridantrieb, die umfangreiche Ausstattung und die Alltagstauglichkeit werden von Besitzern regelmäßig hervorgehoben.


Fazit zum Mitsubishi Grandis Hybrid

Mit dem Mitsubishi Grandis Hybrid feiert ein traditionsreicher Modellname sein Comeback. Statt nostalgisch in die Vergangenheit zu blicken, richtet Mitsubishi den Fokus jedoch konsequent auf die Gegenwart. Das Ergebnis ist kein Van mit modernen Zutaten, sondern ein zeitgemäßes Kompakt-SUV, das vor allem Familien und Pendler ansprechen soll. Und genau in dieser Rolle fühlt sich der Grandis ausgesprochen wohl.

Besonders überzeugt hat uns der harmonisch abgestimmte Vollhybrid. Das Zusammenspiel aus Verbrennungs- und Elektromotor gelingt erfreulich unauffällig, der reale Verbrauch fällt niedrig aus und das gesamte Antriebskonzept wirkt angenehm ausgereift. Hinzu kommen ein komfortables Fahrwerk, eine intuitive Bedienung sowie eine umfangreiche Ausstattung, die insbesondere in der Topversion kaum Wünsche offenlässt.

Natürlich ist auch der Grandis kein perfektes Auto. Wer maximale Sportlichkeit sucht, wird hier ebenso wenig glücklich wie Käufer, die sich ein vollständig eigenständiges Mitsubishi-Modell ohne technische Renault-Verwandtschaft wünschen. Auch das elektrochrome Panorama-Glasdach wirkt auf den ersten Blick spektakulärer, als es im Alltag tatsächlich ist, zumal es sich nicht öffnen lässt.

Davon abgesehen liefert Mitsubishi jedoch ein bemerkenswert stimmiges Gesamtpaket ab. Der Grandis Hybrid fährt komfortabel, arbeitet effizient und bietet genau jene Alltagstauglichkeit, die viele Käufer in diesem Segment erwarten. Manchmal muss ein Auto eben gar nicht mit möglichst vielen technischen Spielereien oder spektakulären Leistungsdaten beeindrucken. Manchmal reicht es völlig aus, seine Aufgabe einfach richtig gut zu erledigen.


Konkurrenz & Vergleich

Im Segment der kompakten Familien-SUV herrscht inzwischen reger Wettbewerb. Entsprechend groß fällt die Auswahl für Käufer aus. Der Mitsubishi Grandis Hybrid positioniert sich dabei zwischen klassischen Benzinern, Vollhybriden und Plug-in-Hybriden. Seine größten Stärken liegen in der umfangreichen Serienausstattung, dem harmonischen Hybridantrieb sowie der unkomplizierten Alltagstauglichkeit. Je nach persönlichem Anforderungsprofil lohnt sich jedoch auch ein Blick auf die Konkurrenz.

Der technisch engste Verwandte ist naturgemäß der Renault Symbioz. Los geht es hier ab 28.800 Euro, die Hybridversion startet bei 33.400 Euro. Beide Modelle teilen sich die technische Basis, setzen bei Design und Ausstattung jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Während Renault etwas günstiger einsteigt, punktet Mitsubishi unter anderem mit seiner Ausstattungsstrategie sowie der langen Herstellergarantie.

Wer lieber auf einen klassischen Verbrenner setzt, findet im Skoda Karoq (Test des Skoda Karoq Sportline) eine interessante Alternative. Er startet bei 33.930 Euro und ist ausschließlich mit Benzin- oder Dieselmotoren erhältlich. Der Karoq überzeugt seit Jahren mit einem großzügigen Platzangebot und hoher Variabilität, verzichtet jedoch vollständig auf elektrifizierte Antriebe.

Deutlich sportlicher tritt der Cupra Formentor (Test des Cupra Formentor Diesel) auf. Die Preise beginnen bei 41.970 Euro, der Plug-in-Hybrid (Test des Cupra Formentor Hybrid) startet sogar erst bei 50.145 Euro. Dafür spricht der Spanier eine andere Zielgruppe an und legt den Schwerpunkt stärker auf Dynamik als auf maximalen Komfort.

Ebenfalls ein Dauerbrenner ist der VW T-Roc (Test des VW T-Roc eTSI). Die Einstiegsversion kostet 30.995 Euro, während der brandneue Vollhybrid ab 44.470 Euro erhältlich ist. Der Wolfsburger überzeugt mit einer breiten Modellpalette und hoher Bekanntheit, bewegt sich als elektrifizierte Variante preislich jedoch deutlich oberhalb des Grandis Hybrid.

Mit dem Hyundai Kona steht ein weiterer ernstzunehmender Wettbewerber bereit. Er startet bei 27.950 Euro, als Vollhybrid (Test des Hyundai Kona Hybrid) werden mindestens 33.450 Euro fällig. Der Koreaner kombiniert moderne Technik mit einer umfangreichen Ausstattung und gehört seit Jahren zu den beliebtesten Fahrzeugen seines Segments.

Wer ein etwas dynamischer gezeichnetes Crossover-Modell bevorzugt, sollte sich den frisch überarbeiteten Kia XCeed ansehen. Er beginnt bei 28.390 Euro, wird allerdings ausschließlich mit Benzinmotoren angeboten. Eine Hybridvariante wie beim Vorfacelift (Test des Kia XCeed PHEV) steht derzeit nicht zur Verfügung.


Der Mitsubishi Grandis Hybrid hat einige namhafte Konkurrenten

Als ausgewiesener Hybrid-Spezialist darf natürlich auch der Toyota Corolla Cross nicht fehlen. Er startet bei 33.551 Euro und wird grundsätzlich ausschließlich als Vollhybrid angeboten. Der Toyota gilt als einer der erfahrensten Vertreter dieser Antriebstechnik und zählt damit zu den wichtigsten Konkurrenten des Grandis Hybrid.

Deutlich preisbewusster positioniert sich der Dacia Duster (Test des Dacia Duster 4×4). Bereits ab 18.990 Euro ist das kompakte SUV erhältlich, die Hybridversion startet bei 27.490 Euro. Wer vor allem auf den Anschaffungspreis achtet, findet hier eine interessante Alternative. Bei Komfort und Ausstattung spielt der Grandis allerdings in einer höheren Liga.

Mit dem Nissan Qashqai steht außerdem einer der Pioniere des modernen Kompakt-SUV-Segments bereit. Er kostet ab 28.822 Euro, die Hybridversion beginnt bei 33.334 Euro (Test des Nissan Qashqai e-Power). Der Japaner überzeugt mit einem ausgewogenen Gesamtpaket und zählt seit Jahren zu den beliebtesten Modellen seiner Klasse.

Einen etwas exklusiveren Ansatz verfolgt schließlich der Honda ZR-V (Test des Honda ZR-V). Er wird ausschließlich als Vollhybrid angeboten und startet bei 40.900 Euro. Dafür bietet er eine hochwertige Verarbeitung, einen kultivierten Hybridantrieb und richtet sich vor allem an Käufer, die Wert auf Komfort und Qualität legen.

Der Mitsubishi Grandis Hybrid reiht sich damit in ein ausgesprochen stark besetztes Wettbewerbsumfeld ein. Er positioniert sich weder als günstigstes noch als sportlichstes Fahrzeug dieser Klasse. Stattdessen überzeugt er mit einem gelungenen Gesamtpaket aus effizientem Hybridantrieb, umfangreicher Ausstattung, hohem Komfort und einer erfreulich unkomplizierten Bedienung. Genau diese Ausgewogenheit dürfte für viele Käufer am Ende das entscheidende Argument sein.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Sehr harmonischer und sparsamer Vollhybrid mit niedrigem Realverbrauch
  • Komfortables Fahrwerk und hoher Langstreckenkomfort
  • Umfangreiche Serienausstattung, insbesondere als Diamant Top
  • Intuitive Bedienung mit sinnvoll erhaltenen Tasten und Schaltern
  • Hochwertiger Innenraum

Nachteile ❌

  • Spurhalteassistent greift mitunter etwas zu engagiert ein
  • Auf der Autobahn oberhalb von 150 km/h wird der Benziner deutlich präsenter
  • Keine besonders hohe Anhängelast (1.000 Kilogramm)
  • Eigenständigkeit gegenüber dem Renault Symbioz dürfte nicht jeden Mitsubishi-Fan überzeugen


Technische Daten des Mitsubishi Grandis Hybrid

ModellMitsubishi Grandis Hybrid 1.8 Diamant Top
Länge x Breite x Höhe (m)4,41 x 1,80 (2,00 mit Außenspiegeln) x 1,58
Radstand (mm)2.638
MotorVierzylinder-Reihenmotor
Hubraum (ccm)1.789
Leistung (kW / PS)116 / 158 (Systemleistung)
Drehmoment (Nm)265
GetriebeMulti-Mode-Automatikgetriebe (6 Gänge)
AntriebFront
KraftstoffartSuper E10
Durchschnittsverbrauch (WLTP in Liter)4,4
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)5,0
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)101
AbgasnormEuro 6e
0 auf 100 km/h (in Sekunden)9,1
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Leergewicht (kg)1.525
Kofferraumvolumen (l)492 – 1.582
FarbeAurora-Rot
Grundpreis (Euro)31.290
Testwagenpreis (Euro)39.090
Technische Daten: Mitsubishi Grandis Hybrid


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