Jeep Compass 4xe
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Jeep Compass 4xe Test – Kann der Elektro-Jeep mehr als nur Gelände?

Der Jeep Compass 4xe markiert für die Traditionsmarke einen wichtigen Schritt. Er ist nicht einfach nur die leistungsstärkste Variante der neuen Baureihe, sondern soll zeigen, dass Elektromobilität und echte Jeep-Gene kein Widerspruch sein müssen. Mit 375 PS, elektrischem Allradantrieb und bis zu 606 Kilometern WLTP-Reichweite greift er etablierte Elektro-SUV an, ohne dabei seine Offroad-Wurzeln zu verleugnen.

Viele Hersteller nutzen den Wechsel zum Elektroantrieb, um ihre Modelle komplett neu zu erfinden. Jeep geht einen anderen Weg. Der Compass bleibt optisch und konzeptionell ein Jeep: kantig, robust und mit zahlreichen Lösungen, die nicht nur im Alltag, sondern auch abseits befestigter Straßen überzeugen sollen. Statt ausschließlich auf futuristische Designs oder maximale Effizienz zu setzen, möchte der Compass ein vielseitiges SUV sein, das sich auf der Autobahn ebenso wohlfühlt wie auf Schotter, Sand oder steilen Anstiegen.

Unser Test führte deshalb nicht nur über öffentliche Straßen, sondern auch durch das anspruchsvolle Gelände des ADAC Offroad-Zentrums Rhein-Main. Genau dort musste der Compass beweisen, ob seine bullige Erscheinung mehr ist als reine Show. Gleichzeitig interessierte uns, wie sich das elektrische Topmodell im Alltag schlägt, denn ein modernes Elektro-SUV muss heute weit mehr können als nur beeindruckende Leistungsdaten liefern.

Schon nach den ersten Kilometern zeichnete sich ein klares Bild ab. Der Jeep Compass 4xe definiert sich nicht allein über seine 375 PS. Vielmehr sind es die überraschend harmonische Fahrwerksabstimmung, die durchdachten Detaillösungen im Innenraum und die gelungene Verbindung aus Komfort, Alltagstauglichkeit und Geländekompetenz, die den stärksten Eindruck hinterlassen. Ob dieses Konzept aufgeht und wo der Compass im Vergleich zur Konkurrenz steht, klären wir im ausführlichen Test. Fahrbericht.


Der Look

Wer den neuen Jeep Compass 4xe zum ersten Mal sieht, erkennt sofort seine Herkunft. Während viele Elektro-SUV mit fließenden Linien, glatten Flächen und möglichst windschnittiger Gestaltung auftreten, bleibt Jeep seiner eigenen Designphilosophie treu. Der Compass wirkt kantig, bullig und selbstbewusst. Statt seine elektrische Antriebstechnik in den Vordergrund zu stellen, setzt er auf eine klassische SUV-Silhouette mit klaren Proportionen und einer ordentlichen Portion Präsenz.

Mit einer Länge von 4,55 Metern ist der Compass spürbar gewachsen und positioniert sich nun selbstbewusst im Segment der kompakten SUV. Vor allem im direkten Vergleich zum kleineren Jeep Avenger vermittelt er ein deutlich großzügigeres Raumgefühl und tritt insgesamt erwachsener auf. Breite Schultern, kurze Überhänge und markante Radhäuser verleihen ihm einen robusten Auftritt, ohne dabei übertrieben martialisch zu wirken.

Typisch Jeep bleibt natürlich der markante Kühlergrill mit den sieben vertikalen Schlitzen. Auch wenn der Compass 4xe vollelektrisch unterwegs ist, verzichtet die Marke nicht auf dieses ikonische Designelement. Flankiert wird die Front von einer modernen LED-Lichtsignatur, die dem SUV insbesondere bei Nacht einen hohen Wiedererkennungswert verleiht.

Unser Testwagen stand in der optionalen Lackierung Vulcano, für die Jeep einen Aufpreis von 890 Euro verlangt. Der dunkle Metallic-Lack harmoniert hervorragend mit den schwarzen Designelementen und unterstreicht den hochwertigen Gesamteindruck. Dazu kommen die serienmäßigen 19-Zoll-Leichtmetallräder des Overland, die die Radhäuser stimmig ausfüllen, ohne den Komfort unnötig zu beeinträchtigen.

Nicht nur optisch, sondern auch funktional wurde das Exterieur weiterentwickelt. Kameras und Radarsensoren sitzen nun höher im Fahrzeug und sind dadurch besser vor Beschädigungen geschützt. Gerade bei Fahrten im Gelände kann das ein entscheidender Vorteil sein. Solche Lösungen zeigen, dass Jeep den Compass trotz Elektrifizierung nicht zu einem reinen Lifestyle-SUV gemacht hat, sondern die Geländetauglichkeit weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts bleibt.

Insgesamt wirkt der neue Jeep Compass 4xe wie ein moderner Jeep aus einem Guss. Er verbindet klassische Markenelemente mit zeitgemäßer Gestaltung und schafft damit den Spagat zwischen urbanem Elektro-SUV und ernstzunehmendem Offroader erstaunlich souverän.


Und innen?

Auch im Innenraum verfolgt der Jeep Compass 4xe eine klare Linie. Während manche Hersteller ihre Elektroautos mit minimalistischen Cockpits und möglichst wenigen Bedienelementen inszenieren, setzt Jeep auf Funktionalität, Übersicht und einen hohen Praxisnutzen. Das Ergebnis wirkt modern, ohne dabei überladen oder unnötig verspielt zu sein.

Schon beim Einsteigen fällt das großzügige Raumgefühl auf. Mit seiner Länge von über 4,50 Metern bietet der Compass deutlich mehr Platz als der kleinere Avenger und vermittelt ein angenehm luftiges Ambiente. Fahrer und Beifahrer sitzen erhöht, genießen eine gute Rundumsicht und finden schnell eine passende Sitzposition. Die bequemen Vordersitze überzeugten bereits im Erstkontakt mit hohem Komfortlevel. Dank der optionalen Sitzbelüftung bleiben sie selbst an warmen Sommertagen angenehm temperiert, während die ebenfalls optionale Massagefunktion auf längeren Etappen zusätzliche Entspannung verspricht.

Die Materialauswahl hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Weiche Oberflächen treffen auf robuste Kunststoffe, sauber gesetzte Kontrastnähte und liebevoll integrierte Jeep-Details. Besonders die offenen Ablageflächen in Siennabraun setzen einen gelungenen Farbakzent und lockern den ansonsten eher sachlich gestalteten Innenraum auf. Kleine Details wie das eingeprägte Jeep-Logo oder strukturierte Gummieinlagen zeigen, dass sich die Designer Gedanken gemacht haben.

Überhaupt gehört das Platzangebot zu den größten Stärken des Compass. Das offene Handschuhfach nimmt erstaunlich viel Gepäck auf und ist so beschichtet, dass abgelegte Gegenstände selbst auf unbefestigten Wegen kaum verrutschen. Darunter befindet sich zusätzlich ein klassisches, geschlossenes Handschuhfach. Auch die Mittelkonsole überzeugt mit einer großzügigen Ablage inklusive induktiver Ladeschale, großen Getränkehaltern mit Fixierung sowie einem weiteren, geräumigen Staufach unter der breiten Mittelarmlehne. Im Alltag entsteht dadurch nie das Gefühl, zu wenig Ablagemöglichkeiten zur Verfügung zu haben.

Dass Jeep seine Wurzeln nicht vergessen hat, zeigen zahlreiche praktische Lösungen. Große Bereiche des Bodens sind versiegelt, die Fußmatten bestehen aus robustem Gummi und decken einen Großteil des Fußraums ab. Schlamm, Sand oder kleine Steine lassen sich dadurch deutlich einfacher entfernen als bei klassischen Teppichmatten. Gerade nach einem Offroad-Ausflug oder auch einer Wanderung dürfte dieser Ansatz viele Besitzer freuen.

Technisch präsentiert sich der Compass ebenfalls zeitgemäß. Das große Infotainmentsystem reagiert schnell auf Eingaben, das digitale Kombiinstrument liefert alle wichtigen Informationen übersichtlich und die Menüstruktur erschließt sich bereits nach kurzer Eingewöhnung. Unterstützt wird der hochwertige Eindruck durch das optionale Focal-Soundsystem mit neun Lautsprechern, das im ersten Test mit einem ausgewogenen und kraftvollen Klang überzeugte.

Hinzu kommt ein Kofferraumvolumen von 515 Litern, das sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1.572 Liter erweitern lässt. Damit empfiehlt sich der Compass nicht nur für den Alltag, sondern auch für längere Reisen oder den Familienurlaub.

Insgesamt gelingt Jeep im Innenraum ein überzeugender Spagat. Der Compass wirkt hochwertig, bietet viel Platz und überzeugt mit zahlreichen cleveren Detaillösungen. Vor allem aber verliert er trotz moderner Technik nie seine praktische Ausrichtung. Genau das macht ihn im Segment der elektrischen Kompakt-SUV angenehm eigenständig.


Der Antrieb des Jeep Compass 4xe

Mit dem Compass 4xe bringt Jeep nicht einfach nur eine weitere elektrische Antriebsvariante auf den Markt. Die Topversion versteht sich vielmehr als Leistungsträger der Baureihe und kombiniert einen vollelektrischen Allradantrieb mit einer Systemleistung von 375 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 577 Newtonmetern. Damit spielt der Compass in einer Liga, in der Fahrleistungen längst kein Nebenschauplatz mehr sind.

Entsprechend souverän fällt der erste Fahreindruck aus. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Compass in lediglich 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Zahlen, die auf dem Papier bereits beeindrucken. Noch interessanter ist allerdings, wie unaufgeregt der Jeep seine Leistung auf die Straße bringt. Statt den Fahrer mit einer aggressiven Leistungsentfaltung zu überraschen, wirkt der Antrieb jederzeit kontrollierbar und harmonisch abgestimmt.

Dazu trägt auch das komplett neu entwickelte Fahrwerk bei. Jeep hat die Abstimmung gegenüber dem Vorgänger spürbar überarbeitet und einen gelungenen Mittelweg gefunden. Trotz einer Bodenfreiheit von 200 Millimetern fährt sich der Compass erstaunlich präzise, ohne dabei an Komfort einzubüßen. Gerade auf kurvigen Landstraßen vermittelt das SUV mehr Agilität, als seine bullige Erscheinung zunächst vermuten lässt. Gleichzeitig bleibt der Federungskomfort hoch und sorgt selbst auf schlechteren Straßen für ein angenehm ruhiges Fahrgefühl.

Besonders beeindruckend fiel der Auftritt im Gelände aus. Im anspruchsvollen Offroad-Zentrum des ADAC meisterte der Compass steile Anstiege, starke Verschränkungen und Schrägfahrten souverän. Dabei vermittelte er jederzeit ein sicheres Fahrgefühl und ließ kaum Zweifel daran, dass die berühmte Jeep-DNA auch im Elektrozeitalter weiterhin zum Fahrzeug gehört.

Einen ebenso positiven Eindruck hinterließen Lenkung und Bremsanlage. Die Lenkung arbeitet angenehm direkt, ohne nervös zu wirken, und vermittelt ausreichend Rückmeldung für ein Fahrzeug dieser Klasse. Die Bremsen lassen sich sauber dosieren, während der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Verzögerung nahezu unauffällig gelingt. Gerade bei Elektrofahrzeugen ist das längst keine Selbstverständlichkeit.

Auch die Rekuperation überzeugt bereits im Erstkontakt. Sie arbeitet effektiv, gewinnt beim Verzögern spürbar Energie zurück und unterstützt den Fahrer sinnvoll im Alltag. Wer überwiegend im Stadtverkehr unterwegs ist, wird den klassischen Bremspedaleinsatz dadurch deutlich reduzieren können.

Erfreulich zurückhaltend präsentiert sich zudem die Geräuschkulisse. Wind- und Abrollgeräusche bleiben bis zur Höchstgeschwindigkeit angenehm niedrig und unterstreichen den hochwertigen Gesamteindruck. Zusammen mit den komfortablen Sitzen und der gelungenen Fahrwerksabstimmung entwickelt sich der Compass damit zu einem ausgesprochen angenehmen Reisefahrzeug.


Alltag & Verbrauch

Der Jeep Compass 4xe lässt sich trotz seiner 375 PS erstaunlich entspannt bewegen. Bereits während unseres Erstkontakts zeigte sich, dass der Elektroantrieb seine Leistung nicht permanent in den Vordergrund stellt. Vielmehr fährt sich das SUV angenehm gelassen und animiert eher zum gleichmäßigen Cruisen als zu häufigen Zwischensprints.

Im gemischten Fahrbetrieb konnten wir einen Verbrauch von rund 18,8 kWh pro 100 Kilometer erzielen. Darin enthalten waren sowohl Landstraßen als auch Stadtverkehr. Erst im anspruchsvollen Gelände des ADAC Offroad-Zentrums Rhein-Main stieg der Energiebedarf erwartungsgemäß an. Steile Auffahrten, tiefer Sand und starke Verschränkungen verlangen einem Elektro-SUV naturgemäß deutlich mehr Energie ab als der normale Straßenverkehr. Dennoch unterboten wir mit unserem Verbrauch die WLTP-Angabe, die mit 19,5 kWh pro 100 Kilometer angegeben ist.

Eine vollständige Verbrauchsanalyse war im Rahmen des Erstkontakts allerdings noch nicht möglich. Dafür war die Testdauer schlicht zu kurz. Ein ausführlicher Dauertest muss zeigen, wie sich der Compass bei konstanten Autobahntempi, winterlichen Temperaturen oder längeren Langstrecken schlägt.


Laden & Reichweite

Mit einer Batteriekapazität von 96 kWh gehört der Jeep Compass 4xe zu den ausdauernderen Vertretern seiner Klasse. Nach WLTP soll das Elektro-SUV bis zu 606 Kilometer weit kommen und positioniert sich damit im oberen Bereich des Segments. Wie nah dieser Wert im Alltag erreicht werden kann, muss allerdings ein ausführlicher Einzeltest zeigen.

Geladen wird mit bis zu 22 kW an einer AC-Ladestation. Damit eignet sich der Compass sowohl für das Laden zu Hause an einer Wallbox als auch an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen. Wer unterwegs möglichst wenig Zeit verlieren möchte, kann Gleichstrom mit bis zu 160 kW nutzen. Unter optimalen Bedingungen soll sich die Batterie so in rund 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lassen.

Bereits im Erstkontakt hinterließ die Rekuperation einen positiven Eindruck. Beim Verzögern wird spürbar Energie zurückgewonnen, wodurch sich insbesondere im Stadtverkehr der ein oder andere Kilometer zusätzlich generieren lässt. Gleichzeitig erfolgt der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremsanlage angenehm harmonisch.

Sinnvoll erscheint außerdem die optional erhältliche Wärmepumpe, die Jeep für 990 Euro anbietet. Gerade bei niedrigen Außentemperaturen kann sie den Energiebedarf der Innenraumheizung reduzieren und damit dazu beitragen, die Reichweite im Winter möglichst konstant zu halten. Dass diese beim Topmodell 4xe nicht zur Serienausstattung gehört, finden wir derweil ein wenig befremdlich.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Bereits in der Overland-Ausstattung bringt der Jeep Compass 4xe zahlreiche Komfort- und Assistenzsysteme mit. Wer darüber hinaus Wert auf ein möglichst umfangreich ausgestattetes Fahrzeug legt, kann den Stromer allerdings noch mit mehreren Ausstattungspaketen aufwerten.

Zum Komfort-Paket für 1.290 Euro gehören unter anderem eine induktive Ladeschale für Smartphones, Keyless Entry, eine elektrische Heckklappe sowie eine 360-Grad-Kamera. Letztere hinterließ im Erstkontakt einen überzeugenden Eindruck. Die Darstellung ist scharf, das Kamerabild hochauflösend und erleichtert das Rangieren insbesondere in unübersichtlichen Situationen erheblich. Ebenfalls Bestandteil des Pakets sind ein Totwinkelwarner sowie ein Spurwechselassistent.

Das Sicherheits-Paket schlägt mit weiteren 1.790 Euro zu Buche und ergänzt den Compass unter anderem um einen adaptiven Tempomaten sowie ein Head-up-Display. Während sich das Head-up-Display im Rahmen unseres Erstkontakts aus technischen Gründen nur eingeschränkt bewerten ließ, arbeiteten die Assistenzsysteme insgesamt angenehm unauffällig. Spurhalteassistent, Tempomat und weitere Helfer verrichteten ihre Arbeit zuverlässig, ohne sich durch übertrieben häufige Eingriffe in den Vordergrund zu drängen.

Wer noch mehr Komfort wünscht, findet im Premium-Paket Overland für ebenfalls 1.790 Euro zahlreiche Extras. Dazu gehören ein Focal-Soundsystem mit neun Lautsprechern, belüftete Vordersitze inklusive Massagefunktion sowie weitere Komfortdetails, die den ohnehin hochwertigen Eindruck des Innenraums zusätzlich unterstreichen. Gerade das Soundsystem wusste im ersten Test mit einem ausgewogenen und kräftigen Klangbild zu überzeugen.

Etwas kritischer fällt dagegen der Blick auf die Optionsliste aus. So verlangt Jeep für die Wärmepumpe weitere 990 Euro Aufpreis. Angesichts der Fahrzeugklasse und des Preisniveaus hätten wir dieses Ausstattungsmerkmal zumindest beim Topmodell serienmäßig erwartet. Gleiches gilt für das Panorama-Glasschiebedach, das mit zusätzlichen 1.190 Euro berechnet wird. Zwar gehören individuelle Konfigurationsmöglichkeiten zu einem Premiumanspruch, einige Wettbewerber zeigen allerdings, dass sich zentrale Komfortausstattungen auch ohne Aufpreis realisieren lassen.


Varianten & Preise des Jeep Compass 4xe

Jeep bietet den neuen Compass mit einer ungewöhnlich breiten Antriebspalette an. Neben zwei elektrischen Fronttrieblern steht das leistungsstarke 4xe-Topmodell mit elektrischem Allradantrieb zur Wahl. Wer noch nicht vollständig auf Elektromobilität umsteigen möchte, kann außerdem zwischen einem Plug-in-Hybrid und einem Mildhybrid wählen.

Den Einstieg in die elektrische Modellfamilie markiert der Jeep Compass Elektro mit 213 PS und einer 73-kWh-Batterie (Test des Jeep Compass Elektro). Er startet bei 47.900 Euro und wird ausschließlich mit Frontantrieb angeboten. Darüber rangiert eine zweite Elektroversion mit 231 PS und einer 96-kWh-Batterie, die ab 51.900 Euro erhältlich ist. Beide Modelle beginnen in der Ausstattungslinie Altitude.

Darüber positioniert Jeep die First Edition ab 50.400 Euro sowie den Summit ab 51.400 Euro. Beide Ausstattungsvarianten bringen unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, den 16 Zoll großen Touchscreen, den Autobahn-Assistenten sowie 20-Zoll-Leichtmetallräder mit.

Die Speerspitze bildet der Jeep Compass 4xe. Er startet als Upland bei 54.900 Euro und verfügt bereits serienmäßig über 19-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer inklusive LED-Nebelscheinwerfern, das 16-Zoll-Infotainmentsystem sowie Parksensoren vorne und hinten. Unter der Karosserie arbeitet stets die stärkste Motorisierung mit zwei Elektromotoren, einem an jeder Achse. Gemeinsam leisten sie 375 PS und ermöglichen den elektrischen Allradantrieb.

Unser Testwagen basierte auf der Ausstattungslinie Overland, die ab 58.400 Euro erhältlich ist. Gegenüber dem Upland ergänzt sie unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, eine Rückfahrkamera, Privacy-Verglasung, eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung, eine beheizbare Frontscheibe, eine Alarmanlage sowie einen adaptiven Tempomaten.

Darüber hinaus lässt sich der Compass mit verschiedenen Ausstattungspaketen weiter individualisieren. Das Komfort-Paket für 1.290 Euro umfasst unter anderem die induktive Smartphone-Ladeschale, Keyless Entry, eine elektrische Heckklappe, eine 360-Grad-Kamera sowie Totwinkel- und Spurwechselassistent. Das Sicherheits-Paket für 1.790 Euro ergänzt unter anderem ein Head-up-Display und weitere Assistenzsysteme. Ebenfalls 1.790 Euro kostet das Premium-Paket Overland mit Focal-Soundsystem, belüfteten Vordersitzen inklusive Massagefunktion sowie zusätzlichen Komfortextras. Hinzu kommen Einzeloptionen wie die Wärmepumpe für 990 Euro, das Panorama-Glasschiebedach für 1.190 Euro oder die Metalliclackierung Vulcano, für die Jeep 890 Euro berechnet.

Wer weiterhin auf einen Verbrenner setzen möchte, wird ebenfalls fündig. Der Jeep Compass Plug-in-Hybrid startet bei 40.399 Euro, während die Mildhybrid-Variante als Jeep Compass e-Hybrid bereits ab 36.299 Euro erhältlich ist. Für alle Modelle gibt es vom Hersteller die sogenannte Jeep-Flexcare, die verschiedene Garantie- und Servicedienstleistungen umfasst.


Kundenfeedback

Da der neue Jeep Compass 4xe erst seit kurzer Zeit ausgeliefert wird, ist die Zahl echter Langzeiterfahrungen derzeit noch überschaubar. Dennoch zeichnen sich in Foren und den ersten Besitzerberichten bereits einige wiederkehrende Tendenzen ab.

Besonders häufig gelobt werden der Fahrkomfort und das insgesamt souveräne Fahrgefühl. Mehrere Besitzer beschreiben den Compass als angenehm leise, komfortabel abgestimmt und gleichzeitig erstaunlich geländetauglich. Auch das großzügige Platzangebot sowie die hochwertige Materialanmutung im Innenraum werden regelmäßig positiv hervorgehoben. Die Kombination aus robuster Jeep-DNA und moderner Elektrotechnik scheint bei vielen Käufern genau den Nerv zu treffen.

Positives Feedback erhält außerdem die Bedienung. Fahrer loben die übersichtliche Gestaltung des Cockpits sowie die Vielzahl an praktischen Ablagen. Gerade im Alltag hinterlässt der Compass bei vielen Besitzern einen durchdachten Eindruck, ohne sich ausschließlich über große Displays oder eine besonders futuristische Gestaltung definieren zu wollen.

Kritischer fällt dagegen die Diskussion rund um den Preis aus. Mehrere Interessenten und Erstkäufer empfinden sowohl den Grundpreis als auch die Aufpreisliste als ambitioniert. Insbesondere Ausstattungsmerkmale wie die Wärmepumpe oder einzelne Komfortpakete werden angesichts des Fahrzeugpreises nicht selten als zu teuer bewertet. Hinzu kommt, dass einige Wettbewerber in dieser Preisklasse bereits serienmäßig mehr Ausstattung oder eine 800-Volt-Architektur bieten.

Für eine abschließende Bewertung der Zuverlässigkeit ist es dagegen noch zu früh. Der Compass 4xe befindet sich erst seit kurzer Zeit bei den Kunden, sodass belastbare Langzeiterfahrungen zu Batterie, Software oder Haltbarkeit bislang fehlen. Genau hier dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, wie gut sich die neue Elektroplattform im Alltag bewährt.


Fazit zum Jeep Compass 4xe

Mit dem Compass 4xe beweist Jeep, dass Elektromobilität nicht zwangsläufig bedeutet, die eigene Markenidentität über Bord zu werfen. Während viele Elektro-SUV zunehmend austauschbar wirken, bleibt der Compass unverkennbar ein Jeep. Er fährt sich nicht wie ein hochgelegter PKW, sondern wie ein echtes SUV mit Charakter. Genau das dürfte viele Käufer ansprechen.

Besonders überzeugt haben uns die gelungene Fahrwerksabstimmung, das hohe Komfortniveau und die überraschend große Geländekompetenz. Trotz 375 PS präsentiert sich der Compass nicht als brachialer Sportler, sondern als souveräner Begleiter, der auf der Straße ebenso überzeugt wie abseits befestigter Wege. Hinzu kommen ein durchdachter Innenraum, zahlreiche praktische Details und eine Verarbeitung, die einen insgesamt hochwertigen Eindruck hinterlässt.

Auch technisch zeigt sich der Compass auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Die Reichweite fällt alltagstauglich aus, die Ladeleistung von bis zu 160 kW ist konkurrenzfähig und moderne Assistenzsysteme sind in ausreichender Zahl vorhanden. Dass sich viele Funktionen angenehm unaufdringlich verhalten, passt gut zum entspannten Gesamteindruck des Fahrzeugs.

Ganz ohne Kritik kommt der Compass allerdings nicht davon. Die Aufpreisliste fällt üppig aus. Gerade bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse hätten wir eine Wärmepumpe serienmäßig erwartet. Auch Komfortextras wie das Panorama-Glasschiebedach oder einzelne Assistenzpakete treiben den Preis schnell in Regionen, in denen die Konkurrenz teilweise bereits umfangreicher ausgestattet vorfährt. Zudem bieten einige Wettbewerber inzwischen eine 800-Volt-Architektur und ermöglichen dadurch deutlich kürzere Ladezeiten.

Unterm Strich hinterlässt der Jeep Compass 4xe dennoch einen sehr überzeugenden ersten Eindruck. Er richtet sich nicht an Käufer, die ausschließlich auf maximale Effizienz oder die kürzeste Ladezeit achten. Vielmehr spricht er Menschen an, die ein komfortables Elektro-SUV mit echtem Jeep-Charakter suchen und dabei auch gelegentliche Ausflüge abseits befestigter Straßen nicht ausschließen möchten. Genau diese Kombination macht den Compass 4xe zu einer der interessantesten Neuerscheinungen im elektrischen Kompakt-SUV-Segment.


Konkurrenz & Vergleich

Mit dem Compass 4xe positioniert sich Jeep im hart umkämpften Segment der elektrischen Kompakt-SUV. Die Konkurrenz ist groß und verfolgt dabei ganz unterschiedliche Ansätze. Während einige Hersteller den Fokus auf maximale Effizienz oder ultraschnelles Laden legen, setzen andere auf Komfort, Platzangebot oder ein besonders hochwertiges Ambiente. Genau hier versucht der Compass seinen eigenen Weg zu gehen und kombiniert klassische Jeep-Tugenden mit einem leistungsstarken Elektroantrieb.

Zu den bekanntesten Wettbewerbern gehört der Volkswagen ID.4. Er startet bereits bei 40.580 Euro, die Allradversion beginnt bei 46.765 Euro. Der Wolfsburger überzeugt mit einem großzügigen Raumangebot, hoher Alltagstauglichkeit und einer breiten Modellpalette. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Škoda Enyaq, der ab 43.490 Euro erhältlich ist. Die Allradversion startet bei 54.620 Euro und punktet vor allem mit seinem hervorragenden Platzangebot sowie einem hohen Langstreckenkomfort.

Innerhalb des Stellantis-Konzerns trifft der Compass auf mehrere direkte Konkurrenten. Der Opel Grandland Electric beginnt bei 47.350 Euro, als Allradmodell ab 52.150 Euro. Er setzt stärker auf Komfort und klassische Bedienbarkeit. Der Peugeot E-3008 startet bei 48.900 Euro (Test des Peugeot E-3008), die Allradversion kostet mindestens 51.400 Euro. Sein Schwerpunkt liegt auf einem besonders modernen Cockpit und einem eigenständigen Design. Wer mehr Platz benötigt, findet im Peugeot E-5008 eine interessante Alternative (Test des Peugeot E-5008). Das größere SUV startet bei 51.150 Euro beziehungsweise 53.650 Euro mit Allradantrieb und bietet optional sogar sieben Sitzplätze. Etwas komfortorientierter präsentiert sich der Citroën ë-C5 Aircross (Test des Citroen e-C5 Aircross), der ab 42.590 Euro erhältlich ist. Auf einen elektrischen Allradantrieb müssen Käufer hier allerdings verzichten.

Einen anderen technischen Weg gehen die Modelle aus dem Hyundai-Konzern. Sowohl der Hyundai Ioniq 5 (Test des Hyundai Ioniq 5) ab 45.750 Euro (Allrad ab 61.650 Euro) als auch der Kia EV6 (Test des Kia EV6 Facelift) ab 44.990 Euro (Allrad ab 53.990 Euro) setzen auf eine moderne 800-Volt-Architektur. Dadurch ermöglichen sie deutlich kürzere Ladezeiten als der Jeep Compass 4xe und zählen in dieser Disziplin weiterhin zu den Klassenbesten.

Etwas hochwertiger positioniert sich der Volvo EX40 (Test des Volvo XC40 Recharge), der ab 47.490 Euro angeboten wird. Die Allradversion startet bei 59.690 Euro und überzeugt vor allem mit einem hochwertigen Innenraum, umfangreicher Sicherheitsausstattung und einem insgesamt sehr souveränen Fahrgefühl.

Der Jeep Compass 4xe hebt sich von seinen Wettbewerbern vor allem durch seinen Charakter ab. Während viele Konkurrenten konsequent auf Straße und Alltag ausgelegt sind, bleibt der Jeep seiner Offroad-DNA treu. Die Kombination aus 375 PS, elektrischem Allradantrieb, hoher Bodenfreiheit und praxisorientiertem Innenraum macht ihn zu einer der eigenständigsten Alternativen im Segment. Dafür müssen Käufer bei der Ladeleistung kleinere Abstriche gegenüber den 800-Volt-Modellen von Hyundai und Kia sowie eine teils kostspielige Aufpreisliste in Kauf nehmen.

Text: NEU!

Fotos: NEU! / Jeep für NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Harmonische Kombination aus hohem Fahrkomfort und überzeugender Geländetauglichkeit
  • Kraftvoller Elektroantrieb mit 375 PS und serienmäßigem Allradantrieb
  • Durchdachter, hochwertiger Innenraum mit zahlreichen praktischen Ablagen
  • Eigenständiges Design mit unverwechselbarer Jeep-DNA

Nachteile ❌

  • Wärmepumpe kostet selbst beim Topmodell 990 Euro Aufpreis
  • Einige Wettbewerber laden dank 800-Volt-Technik deutlich schneller
  • Umfangreiche Optionsliste treibt den Fahrzeugpreis schnell über 60.000 Euro
  • Viele Komfort- und Assistenzfeatures sind nur über teure Ausstattungspakete erhältlich


Technische Daten des Jeep Compass 4xe


ModellJeep Compass 4xe Overland
Länge x Breite x Höhe (m)4,55 x 1,93 (2,11 mit Außenspiegeln) x 1,67
Radstand (mm)2.795
MotorElektromotor (2x)
Batteriekapazität (kWh)96,1
Leistung (kW / PS)276 / 375
Drehmoment (Nm)577
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebAllrad
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)19,5
Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh)18,8
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)DC: 160 / AC: 22
0 auf 100 km/h (in Sekunden)4,8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Leergewicht (kg)2.347
Kofferraumvolumen (l)515 – 1.572
FarbeVulcano (Schwarz)
Grundpreis (Euro)54.900
Testwagenpreis (Euro)64.160
Technische Daten: Jeep Compass 4xe


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