Cupra Raval VZ
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Cupra Raval VZ Test – Kann dieser Elektro-Kleinwagen GTI-Fahrer überzeugen?

Kaum ein neues Elektroauto wurde in den vergangenen Monaten so gespannt erwartet wie der Cupra Raval VZ. Das liegt allerdings nicht nur an seinem markanten Design oder den 226 PS starken Elektroantrieb. Vielmehr soll der Spanier eine Lücke schließen, die viele Hersteller längst aufgegeben haben: Er will das Fahrgefühl klassischer Hot Hatches wie VW Polo GTI, Ford Fiesta ST oder Hyundai i20 N in das Elektrozeitalter übertragen.

Der Anspruch ist hoch. Schließlich kostet der Cupra Raval in der Basisversion zwar ab 25.950 Euro, unser umfangreich ausgestatteter Testwagen als VZ Edition Extreme schlägt allerdings bereits mit 46.530 Euro zu Buche. Für einen elektrischen Kleinwagen ist das eine selbstbewusste Ansage. Gleichzeitig verspricht Cupra eine umfangreiche Serienausstattung, adaptives DCC-Fahrwerk, Schalensitze, Matrix-LED-Scheinwerfer, ein Sennheiser-Soundsystem und jede Menge Fahrspaß.

Doch genau hier trennt sich Marketing von Realität. Während viele erste Fahrberichte nach wenigen Stunden rund um Barcelona entstanden sind, konnten wir den Cupra Raval VZ rund zwei Wochen im Alltag bewegen. Stadtverkehr, Landstraße, Autobahn, Ladevorgänge und nahezu 1.000 Kilometer Praxiserfahrung liefern ein deutlich umfassenderes Bild als eine klassische Erstvorstellung. Uns interessierte deshalb nicht nur, wie schnell der Raval beschleunigt oder welche WLTP-Reichweite Cupra verspricht. Viel spannender war die Frage, wie sich der elektrische Hot Hatch im täglichen Einsatz schlägt, welche Stärken und Schwächen erst nach mehreren Tagen auffallen und ob er seinem sportlichen Anspruch tatsächlich gerecht wird.

Die Antwort fällt überraschend eindeutig aus. Der Cupra Raval VZ ist kein Elektroauto für jedermann. Er möchte weder möglichst komfortabel noch besonders vernünftig sein. Stattdessen verfolgt er eine klare Idee: Fahrspaß, Emotionen und Charakter stehen im Mittelpunkt. Genau das macht ihn zu einem der spannendsten Elektro-Kleinwagen des Jahres, gleichzeitig aber auch zu einem Fahrzeug, das man vor dem Kauf sehr genau verstehen sollte. Ob das gelingt, zeigt unser ausführlicher Cupra Raval VZ Test. Fahrbericht.


Der Look

Schon auf den ersten Blick wird klar: Der Cupra Raval VZ möchte kein vernünftiger Elektro-Kleinwagen sein. Er will auffallen. Und genau das gelingt ihm. Viele Fahrzeuge in dieser Klasse versuchen, möglichst gefällig oder futuristisch zu wirken. Cupra hingegen setzt konsequent auf Emotionen. Das Ergebnis ist ein Kleinwagen, der deutlich größer, breiter und muskulöser erscheint, als es seine knapp über vier Meter Länge vermuten lassen.

Unser Testwagen trägt die Mattlackierung Manganese Green Matt, die optional erhältlich ist und zu den gelungensten Farben im Angebot zählt. Kennen tun wir diese Lackierung bereits von der Cupra Terramar Tribe Edition (Test des Cupra Terramar Hybrid). Das gedeckte Grün harmoniert hervorragend mit den kupferfarbenen Cupra-Akzenten und verleiht dem Raval einen eigenständigen Auftritt. Wer es matt, aber nicht grün mag, kann alternativ zu Century Bronze Matt greifen. Auch diese Farbe kennen wir vom Formentor (Test des Cupra Formentor Hybrid). Daneben stehen unter anderem Plasma, Magnetic Grey, Midnight Black, Glacier White sowie das aufpreisfreie Fjord Blue zur Wahl.

Besonders gelungen ist die Frontpartie. Die extrem flachen Matrix-LED-Scheinwerfer mit ihrer markanten dreiteiligen Lichtsignatur verleihen dem Raval einen konzentrierten Blick und sorgen dafür, dass man ihn selbst im Rückspiegel sofort erkennt. Dazu kommt die scharf gezeichnete Motorhaube sowie die groß dimensionierte Frontschürze, die dem Elektro-Kleinwagen deutlich mehr Präsenz verleiht, als man in diesem Segment erwarten würde.

Auch die Seitenansicht überzeugt. Die bündig integrierten Türgriffe sorgen für eine saubere Silhouette, die kräftig ausgestellten Radhäuser unterstreichen den sportlichen Anspruch und die optionalen 19-Zoll-Leichtmetallräder stehen dem VZ hervorragend. Auf unserem Testwagen waren Bridgestone Potenza Sport montiert, die den dynamischen Charakter zusätzlich unterstreichen.

Am stärksten wirkt der Raval allerdings aus schräg hinten. Das durchgehende LED-Lichtband mit beleuchtetem Cupra-Logo, der weit herausgezogene Dachspoiler und der auffällig groß gestaltete Diffusor lassen das Heck erstaunlich breit und kräftig erscheinen. Gerade im direkten Vergleich mit einem Seat Ibiza oder früheren Ibiza Cupra wirkt der Raval deutlich erwachsener und wesentlich muskulöser.

Bemerkenswert war während unseres zweiwöchigen Tests außerdem die Resonanz anderer Verkehrsteilnehmer. Mehrfach wurden wir auf den Raval angesprochen, zahlreiche Cupra- und Seat-Fahrer reagierten mit einem Daumen nach oben oder wollten das Fahrzeug aus der Nähe betrachten. Fast immer fiel dabei derselbe Satz: „Schade, dass er elektrisch ist. Ansonsten richtig geil.“ Unabhängig von der persönlichen Einstellung zum Antrieb zeigt genau das, was Cupra hier gelungen ist. Der Raval polarisiert nicht wegen seiner Technik, sondern begeistert zunächst einmal über sein Design. Und genau das schaffen heutzutage längst nicht mehr viele Fahrzeuge.


Und innen?

Wer nach dem markanten Exterieur einen eher nüchternen Innenraum erwartet, wird bereits nach dem Einsteigen eines Besseren belehrt. Cupra hat sich beim Raval VZ sichtbar Mühe gegeben, das eigenständige Design auch im Cockpit fortzuführen. Das beginnt bereits bei den Farben und endet bei zahlreichen kleinen Details, die man in dieser Fahrzeugklasse nicht erwartet.

Unser Testwagen war mit den optionalen Cupra Supersport-Schalensitzen in Runnel Green ausgestattet. Auf den ersten Blick wirken sie extrem sportlich, fast schon kompromisslos. Im Alltag zeigte sich allerdings ein anderes Bild. Trotz ausgeprägter Seitenwangen bieten sie auch auf längeren Strecken einen hohen Sitzkomfort, guten Seitenhalt und lassen sich dank elektrischer Verstellung inklusive Memory-Funktion hervorragend an den Fahrer anpassen. Selbst das Ein- und Aussteigen gelingt problemlos, obwohl man aufgrund der Optik zunächst das Gegenteil vermuten könnte.

Positiv überrascht hat uns auch die Materialqualität. Das obere Armaturenbrett ist ungewöhnlich weich gepolstert, ebenso große Teile der Türverkleidungen. Selbst der Dachhimmel vermittelt einen hochwertigen Eindruck und besitzt vorne auf beiden Seiten Haltegriffe. Hartplastik findet sich zwar ebenfalls, allerdings fast ausschließlich im unteren, kaum sichtbaren Bereich der Türen. Insgesamt wirkt der Innenraum deutlich hochwertiger, als man es von einem elektrischen Kleinwagen erwarten würde.

Besonders gelungen sind die grün eloxierten Dekorelemente, die sich elegant über das Armaturenbrett bis in die Türgriffe ziehen und das Farbkonzept des Exterieurs im Innenraum fortsetzen. Zusammen mit den verschiedenen Grüntönen der Sitze entsteht ein eigenständiges Ambiente, das sich angenehm vom inzwischen oft sehr sachlichen Design vieler Wettbewerber abhebt.

Einen echten Kritikpunkt haben wir allerdings ebenfalls gefunden. Die schwarze Kunststofffläche rund um die Getränkehalter in der Mittelkonsole wirkt deutlich einfacher als der Rest des Innenraums. Bereits nach rund 5.000 Kilometern zeigte unser Testwagen dort sichtbare Kratzer. Gerade weil der übrige Innenraum einen so hochwertigen Eindruck hinterlässt, fällt dieses Detail umso stärker auf.

Auch bei der Bedienung zeigt sich der Raval erfreulich alltagstauglich. Cupra verzichtet erfreulicherweise nicht vollständig auf physische Bedienelemente. Lenkradtasten, Spiegelverstellung, Fensterheber oder auch wichtige Fahrzeugfunktionen lassen sich weiterhin über klassische Schalter bedienen. Das macht den Umgang mit dem Fahrzeug deutlich angenehmer als bei vielen ausschließlich auf Touchbedienung ausgelegten Konzepten.

Das 12,9 Zoll große Infotainment arbeitet während unseres gesamten Testzeitraums zuverlässig und flüssig. Wireless Apple CarPlay sowie Android Auto funktionierten problemlos, die Navigation inklusive Ladeplanung überzeugte ebenso wie die inzwischen deutlich verbesserte Menüstruktur. Ein weiterer Fortschritt gegenüber früheren Konzernsystemen: Die Slider für Lautstärke und Klimatisierung sind endlich beleuchtet und dadurch auch bei Dunkelheit problemlos nutzbar.

Dass Cupra den Fahrer bewusst in den Mittelpunkt stellt, zeigt sich auch am volldigitalen Kombiinstrument. Im Gegensatz zu früheren Modellen aus dem Konzern fällt dieses deutlich größer aus und liefert alle wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit, Akkustand, Reichweite oder Rekuperationsstufe jederzeit gut ablesbar. Ein Head-up-Display vermissten wir deshalb überraschend wenig.

Ein echtes Highlight stellt die optionale Smart Ambient Light-Beleuchtung dar. Dabei beschränkt sich Cupra nicht auf einen einfachen LED-Streifen über das Armaturenbrett. Zusätzlich projizieren kleine Lichtmodule animierte Muster auf die Türverkleidungen, deren Farbe und Darstellung sich individuell anpassen lassen. Das wirkt hochwertig, modern und sorgt gerade bei Dunkelheit für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Während unseres Tests fiel allerdings der rechte Projektor zweimal aus. Nach dem Verriegeln des Fahrzeugs und einem kurzen Neustart funktionierte das System anschließend wieder einwandfrei.

Auch beim Raumangebot überrascht der Raval positiv. Fahrer und Beifahrer finden selbst mit knapp 1,90 Metern Körpergröße problemlos eine passende Sitzposition. Im Fond reicht das Platzangebot für zwei Erwachsene ebenfalls aus, solange diese nicht deutlich über 1,80 Meter groß sind. Der mittlere Sitz bleibt dagegen eher eine Notlösung für kurze Strecken. Praktisch sind die beiden USB-C-Anschlüsse im Fond sowie die separate Innenraumbeleuchtung hinten, auf die viele Wettbewerber in dieser Klasse inzwischen verzichten.


Der Antrieb des Cupra Raval VZ

Bereits auf dem Papier gehört der Cupra Raval VZ zu den stärksten Modellen seiner Klasse. Sein permanenterregter Synchronmotor an der Vorderachse leistet 166 kW (226 PS) und stellt 290 Nm Drehmoment bereit. Die Kraft gelangt über ein einstufiges Reduktionsgetriebe auf die Vorderräder. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der VZ laut Hersteller in 6,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h.

Doch Zahlen erzählen beim Raval VZ nur einen Teil der Geschichte. Viel entscheidender ist das Fahrgefühl. Anders als klassische Hot Hatches mit Turbobenziner steht das volle Drehmoment eines Elektroantriebs praktisch ohne Verzögerung zur Verfügung. Gerade beim Anfahren oder beim Herausbeschleunigen aus Kurven wirkt der Raval deshalb deutlich spontaner, als es die Leistungsdaten zunächst vermuten lassen.

Genau darin unterscheidet er sich auch von früheren Fahrzeugen wie einem Polo GTI oder Ford Fiesta ST. Diese mussten ihre Leistung erst aufbauen, während der Raval sie praktisch jederzeit abrufbereit bereithält. Das verändert den Charakter des Fahrzeugs deutlich. Statt Drehzahl aufzubauen, genügt ein beherzter Tritt aufs Fahrpedal und der Cupra schiebt mit beeindruckender Entschlossenheit nach vorne.

Dabei zeigt sich allerdings auch die Grenze des Frontantriebs. Auf trockenem Asphalt bringt der Raval seine Leistung problemlos auf die Straße. Wird der Untergrund allerdings feucht oder lose, etwa auf Schotter, merkt man insbesondere im Cupra-Modus, dass 226 PS ausschließlich über die Vorderachse übertragen werden. Dann arbeitet die Traktionsregelung deutlich häufiger und die Vorderräder haben spürbar mehr zu tun.

Ein wesentlicher Bestandteil des Fahrerlebnisses sind die verschiedenen Fahrprogramme. Neben Range, Comfort, Performance, Cupra und Individual verändert der Raval nicht nur die Leistungsentfaltung, sondern auch Lenkung, Fahrwerksabstimmung und Ansprechverhalten.

Der Comfort-Modus eignet sich aus unserer Sicht am besten für den Alltag. Hier fährt sich der Raval angenehm ausgewogen, ohne seinen sportlichen Grundcharakter zu verlieren. Performance legt anschließend spürbar nach und schärft das gesamte Fahrzeug. Im Cupra-Modus wird schließlich das volle Potenzial freigeschaltet. Gasannahme, Leistungsentfaltung und Fahrdynamik wirken nochmals direkter und emotionaler. Die Unterschiede zwischen den Programmen sind dabei erfreulich deutlich ausgeprägt und beschränken sich nicht auf minimale Änderungen im Hintergrund.

Dass der VZ trotz adaptiver DCC-Fahrwerksregelung kein Komfortmodell sein möchte, wird bereits nach wenigen Kilometern deutlich. Das Fahrwerk arbeitet straff und vermittelt viel Rückmeldung von der Fahrbahn. DCC kann den Charakter zwar spürbar verändern, aus einem sportlichen Hot Hatch wird dadurch allerdings kein weicher Gleiter. Wer maximalen Federungskomfort sucht, wird mit dem VZ deshalb nicht glücklich. Genau diese konsequente Abstimmung macht allerdings einen großen Teil seines Charakters aus.

Einen ebenfalls positiven Eindruck hinterließen Lenkung und Bremsen. Die Progressivlenkung arbeitet präzise, vermittelt ausreichend Rückmeldung und verändert ihre Charakteristik sinnvoll mit dem gewählten Fahrprogramm. Gleichzeitig gelingt Cupra die Abstimmung zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse ausgesprochen harmonisch. Im Alltag ist praktisch kein Übergang zwischen beiden Systemen spürbar. Dadurch fährt sich der Raval VZ überraschend natürlich und erinnert beim Bremsgefühl eher an einen klassischen Verbrenner als an viele andere Elektrofahrzeuge.

Über die Schaltwippen am Lenkrad lässt sich zudem die Rekuperation in mehreren Stufen anpassen oder alternativ der B-Modus aktivieren. Technisch ermöglicht der Raval damit zwar auch One-Pedal-Driving, in der Praxis empfanden wir jedoch die mittlere Rekuperationsstufe als angenehmsten Kompromiss. Sie verzögert ausreichend stark, ohne das Fahrzeug im Stadtverkehr unnötig ruppig wirken zu lassen. Genau so sind die Schaltwippen im Alltag auch am sinnvollsten eingesetzt.


Alltag & Verbrauch

Mit einer Netto-Batteriekapazität von 52 kWh gehört der Cupra Raval VZ nicht zu den Elektroautos mit den größten Energiespeichern. Das muss er allerdings auch nicht. Dank seiner kompakten Abmessungen und des vergleichsweise geringen Gewichts gelingt es ihm, die vorhandene Energie überraschend effizient zu nutzen.

Während unseres zweiwöchigen Praxistests pendelte sich der Durchschnittsverbrauch bei 17,1 kWh pro 100 Kilometer ein. Dabei war der Raval keineswegs ausschließlich im Stadtverkehr unterwegs, sondern musste sich auch auf Landstraßen und der Autobahn beweisen. Für einen 226 PS starken Elektro-Kleinwagen ist das ein überzeugender Wert.

Dass deutlich weniger möglich ist, zeigte unsere Sparrunde. Hier ließ sich der Verbrauch auf lediglich 10,4 kWh pro 100 Kilometer senken. Wer vorausschauend fährt, das Drehmoment dosiert einsetzt und überwiegend im Stadt- oder Überlandverkehr unterwegs ist, kann den Raval erstaunlich effizient bewegen.

Auf der anderen Seite zeigt der VZ aber auch klar, wofür er gebaut wurde. Wer den Cupra-Modus dauerhaft nutzt, häufig stark beschleunigt oder längere Zeit mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs ist, muss mit einem Verbrauch von rund 31 kWh pro 100 Kilometer rechnen. Dann wird schnell deutlich, dass Fahrspaß und Effizienz zwei unterschiedliche Dinge sind. Der Raval macht beides mit, verlangt bei einer sehr sportlichen Fahrweise allerdings entsprechend häufiger nach einer Ladesäule.

Im Alltag überzeugt der Cupra dafür mit einer hohen Bedienfreundlichkeit. Fahrer und Beifahrer finden schnell eine angenehme Sitzposition, die Übersicht nach vorne ist gut und die zahlreichen Ablagen erleichtern den täglichen Umgang mit dem Fahrzeug. Unter der frei schwebenden Mittelkonsole befindet sich zusätzlicher Stauraum, darüber stehen zwei Getränkehalter, eine induktive Ladeschale für Smartphones sowie gut erreichbare Tasten für Warnblinker und Zentralverriegelung zur Verfügung.

Auch im Fond zeigt sich der Raval alltagstauglich. Zwei Erwachsene reisen dort problemlos mit, solange sie nicht deutlich über 1,80 Meter groß sind. Für drei Erwachsene wird es dagegen eng. Der mittlere Sitz eignet sich aus unserer Sicht eher für kurze Strecken. Praktisch sind die beiden USB-C-Anschlüsse sowie die eigene Innenraumbeleuchtung, die in dieser Fahrzeugklasse längst nicht selbstverständlich ist.

Der Kofferraum fasst 441 Liter und hinterließ im Alltag einen durchweg positiven Eindruck. Die Ladekante fällt angenehm niedrig aus und unter dem variablen Ladeboden befindet sich ein großzügiges Fach, in dem sich Ladekabel oder kleinere Utensilien sauber verstauen lassen. Einen Frunk bietet der Raval hingegen nicht. Unter der Motorhaube ist der vorhandene Platz vollständig für die Antriebstechnik reserviert.


Laden & Reichweite

Mit einer Netto-Batteriekapazität von 52 kWh und einer WLTP-Reichweite von bis zu 440 Kilometern positioniert sich der Cupra Raval VZ im Mittelfeld seiner Klasse. Entscheidend sind allerdings nicht die Herstellerangaben, sondern die Werte, die im Alltag tatsächlich erreichbar sind.

Während unseres zweiwöchigen Praxistests erwies sich eine Reichweite zwischen 300 und 320 Kilometern als realistisch. Dabei bewegten wir den Raval auf unterschiedlichsten Strecken, darunter Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahn. Wer überwiegend innerorts unterwegs ist und vorausschauend fährt, kann diesen Wert durchaus übertreffen. Bei sommerlichen Temperaturen ohne nennenswerten Heiz- oder Klimabedarf zeigte das Fahrzeug bei vollständig geladener Batterie regelmäßig rund 335 Kilometer Restreichweite an. Auch diese Anzeige erwies sich während unseres Tests als erfreulich realistisch.

Ganz anders sieht es aus, wenn der VZ permanent das leisten muss, wofür er gebaut wurde. Wer häufig den Cupra-Modus nutzt, stark beschleunigt oder längere Zeit mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs ist, leert den 52-kWh-Akku deutlich schneller. In diesem Szenario sollte man bereits nach rund 150 Kilometern den nächsten Ladestopp einplanen. Das ist kein Nachteil des Fahrzeugs, sondern die logische Konsequenz aus einem vergleichsweise kleinen Akku und einer konsequent sportlichen Fahrweise.

Wer hingegen überwiegend innerorts unterwegs ist, kann auch die 400-Kilometer-Marke knacken, sofern man es mit den Ampelstarts nicht übertreibt.

Positiv überrascht hat uns dagegen das Ladeverhalten. Laut Hersteller lädt der Raval VZ mit bis zu 105 kW Gleichstrom. Während unseres Tests lag die tatsächlich erreichte Spitzenleistung sogar bei rund 113 kW. Entscheidend ist allerdings weniger der Peak als die Zeit, die man tatsächlich an der Ladesäule verbringt.

Von 20 auf 80 Prozent vergingen in unserem Test lediglich rund 20 Minuten. Für den Bereich von 20 auf 90 Prozent benötigte der Raval 29 Minuten, eine vollständige Ladung von 20 auf 100 Prozent war nach rund 47 Minuten abgeschlossen. Damit gehört der Spanier zwar nicht zu den absoluten Ladechampions, im Alltag erwiesen sich diese Werte jedoch als völlig ausreichend.

Zumal man den Akku ohnehin nur selten vollständig lädt. Wer auf längeren Strecken von 20 auf 80 Prozent nachlädt, ist meist schneller wieder unterwegs, als man den Kaffee ausgetrunken hat. Genau deshalb spielte die auf dem Papier vergleichsweise geringe maximale Ladeleistung während unseres Tests kaum eine Rolle.

Ebenfalls positiv: Die Ladeplanung im Navigationssystem funktionierte zuverlässig und ließ sich während unseres Testzeitraums problemlos nutzen. Dadurch entsteht insgesamt ein stimmiges Gesamtpaket, das den Raval VZ auch auf längeren Strecken zu einem angenehmen Begleiter macht, solange man seine sportliche Ausrichtung und die daraus resultierende Reichweite realistisch einordnet.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Der Cupra Raval VZ bringt bereits eine umfangreiche Ausstattung mit. Adaptive Fahrwerksregelung DCC, LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallräder, CUPRA Schalensitze sowie zahlreiche Assistenzsysteme gehören bereits zur Serienausstattung. Unser Testwagen basierte allerdings auf der inzwischen nicht mehr erhältlichen Sonderedition „Edition Extreme“, die nahezu sämtliche verfügbaren Ausstattungspakete kombinierte und auf einen Gesamtpreis von 46.525 Euro kam. Entsprechend umfangreich fiel die Ausstattung unseres Testwagens aus.

Im Alltag überzeugten die Assistenzsysteme durchweg. Der adaptive Tempomat arbeitete zuverlässig und hielt den gewählten Abstand angenehm gleichmäßig ein. Auch der Spurhalteassistent griff nachvollziehbar ein, ohne den Fahrer permanent zu bevormunden. Gleiches gilt für die Verkehrszeichenerkennung, die während unseres gesamten Testzeitraums zuverlässig funktionierte.

Positiv fiel außerdem auf, wie einfach sich die gesetzlich vorgeschriebenen Assistenzsysteme deaktivieren lassen. Statt sich durch mehrere Untermenüs zu arbeiten, genügt ein Tastendruck am Lenkrad. Anschließend gelangt man direkt in das entsprechende Menü und kann die gewünschten Systeme mit wenigen Eingaben anpassen. Genau so sollte moderne Fahrzeugbedienung funktionieren.

Ebenfalls überzeugen konnte die Top-View-Kamera. Natürlich benötigt ein rund vier Meter langer Kleinwagen keine 360-Grad-Kamera, um problemlos eingeparkt zu werden. Gerade in engen Parkhäusern oder unübersichtlichen Situationen erleichtert sie das Rangieren dennoch spürbar und liefert dabei eine angenehm hohe Bildqualität.

Zu den Highlights unseres Testwagens zählten außerdem die Matrix-LED-Scheinwerfer. Bereits das dreigeteilte Tagfahrlicht verleiht dem Raval eine unverwechselbare Lichtsignatur. Nachts überzeugen die Scheinwerfer dann mit einer homogenen Ausleuchtung, einer hohen Leuchtweite und einer präzisen Anpassung des Fernlichts an den vorausfahrenden oder entgegenkommenden Verkehr. Gerade auf unbeleuchteten Landstraßen gehört das Matrix-Licht aus unserer Sicht zu den Ausstattungsmerkmalen, die ihren Aufpreis tatsächlich rechtfertigen.

Auch das Sennheiser Soundsystem hinterließ einen positiven Eindruck. Der Klang ist ausgewogen, bietet kräftige Bässe und bleibt selbst bei höheren Lautstärken sauber. Die Bezeichnung „High-End“ würden wir dennoch etwas zurückhaltender bewerten. Dafür fehlt dem System im direkten Vergleich mit den besten Audioanlagen am Markt das letzte Quäntchen Präzision und Räumlichkeit. Innerhalb dieser Fahrzeugklasse gehört es jedoch ohne Zweifel zu den besseren Soundsystemen.

Das Infotainment arbeitete während unseres gesamten Testzeitraums schnell und zuverlässig. Wireless Apple CarPlay sowie Android Auto funktionierten problemlos, Abstürze oder nennenswerte Softwareprobleme traten nicht auf. Insgesamt hinterließ der Raval VZ deshalb einen erfreulich ausgereiften Eindruck. Gerade angesichts der mittlerweile enormen Software-Komplexität moderner Elektrofahrzeuge ist das keineswegs selbstverständlich.


Varianten & Preise des Cupra Raval VZ

Cupra bietet den Raval aktuell in vier Motorisierungen an, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Den Einstieg markiert der Raval mit 116 PS und einer 37-kWh-Batterie. Er startet bei 25.950 Euro, ist aktuell allerdings noch nicht bestellbar und wird im Konfigurator derzeit noch als „Coming Soon“ geführt.

Darüber rangiert der Raval Plus ab 29.850 Euro. Hier gehören unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallräder, ein adaptiver Tempomat, LED-Scheinwerfer sowie die Verkehrszeichenerkennung bereits zur Serienausstattung. Der Elektromotor leistet 135 PS und greift ebenfalls auf die kleinere 37-kWh-Batterie zurück.

Mit dem Raval Endurance beginnt aus unserer Sicht die besonders interessante Modellreihe. Er kostet ab 34.790 Euro, leistet bereits 211 PS und nutzt den größeren 52-kWh-Akku. Hinzu kommen unter anderem CUPRA Sportsitze, CUPRA Connect sowie die verschiedenen Fahrprofile. Wer auf der Suche nach einem ausgewogenen Gesamtpaket ist und nicht zwingend die maximale Leistung benötigt, dürfte hier bereits sehr gut aufgehoben sein.

Die Speerspitze bildet schließlich der Raval VZ ab 39.990 Euro. Er verfügt über den 226 PS starken Elektromotor, den größeren 52-kWh-Akku sowie unter anderem über 19-Zoll-Leichtmetallräder, CUPRA Schalensitze und die adaptive Fahrwerksregelung DCC. Damit richtet sich der VZ klar an Fahrer, die den sportlichsten Raval haben möchten.

Unser Testwagen nahm innerhalb des Modellprogramms allerdings eine Sonderrolle ein. Er basierte auf der inzwischen nicht mehr erhältlichen Sonderedition „Edition Extreme“, die zahlreiche Ausstattungspakete bereits ab Werk kombinierte und dadurch auf einen Gesamtpreis von 46.525 Euro kam.

An Bord befanden sich unter anderem die CUPRA Supersport-Schalensitze in Runnel Green, Matrix-LED-Scheinwerfer, das Panorama-Glasdach, das Sennheiser Soundsystem, das Smart Ambient Light mit den Lichtprojektionen in den Türverkleidungen, die 360-Grad-Kamera inklusive Parklenkassistent sowie elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion. Hinzu kamen weitere Komfort- und Assistenzsysteme, die den Raval im Alltag nochmals aufwerteten.

Die wohl wichtigste Frage lautet allerdings: Muss es wirklich die umfangreich ausgestattete Edition Extreme beziehungsweise ein ähnlich konfigurierter VZ sein? Nicht unbedingt.

Viele der Extras steigern Komfort und Exklusivität, verändern den Charakter des Fahrzeugs jedoch kaum. Anders sieht es bei der adaptiven Fahrwerksregelung DCC oder den Matrix-LED-Scheinwerfern aus. Gerade Letztere würden wir jederzeit wieder bestellen. Auch das Panorama-Glasdach trägt spürbar zum Raumgefühl bei und gehört aus unserer Sicht zu den Optionen, die den Alltag tatsächlich bereichern.

Bei anderen Extras fällt die Entscheidung weniger eindeutig aus. Das Sennheiser Soundsystem spielt gut auf, der Aufpreis ist jedoch eher eine Komfort- als eine Pflichtinvestition. Gleiches gilt für die 360-Grad-Kamera. Sie funktioniert hervorragend, ist bei einem lediglich vier Meter langen Kleinwagen allerdings eher ein nettes Extra als eine zwingende Notwendigkeit.

So beeindruckend unser Testwagen ausgestattet war, zeigt er gleichzeitig aber auch die Kehrseite der Optionsliste. Aus einem Elektro-Kleinwagen, der ursprünglich bei knapp 26.000 Euro startet, wird schnell ein Fahrzeug für deutlich über 45.000 Euro. Das ist eine Summe, bei der bereits deutlich größere und leistungsstärkere Elektroautos in Reichweite rücken. Käufer sollten deshalb genau überlegen, welche Extras ihnen im Alltag tatsächlich wichtig sind und auf welche sie guten Gewissens verzichten können.

Im Übrigen gewähren die Spanier mittlerweile auf jedes neue Modell 5 Jahre Garantie. Zusätzlich gibt es neben diversen weiteren Annehmlichkeiten 10 Jahre Mobilitätsgarantie sowie 4 Jahre „ReifenCare“. Die Spanier fassen dieses Service-Programm unter dem Namen „Cupra Care“ zusammen.


Kundenfeedback

Der Cupra Raval ist zwar noch vergleichsweise neu auf dem Markt, dennoch haben sich in den ersten Besitzerforen und Communitys bereits einige interessante Tendenzen herauskristallisiert. Besonders spannend: Viele Erfahrungen decken sich erstaunlich gut mit unseren Eindrücken aus dem zweiwöchigen Praxistest.

Positiv äußern sich zahlreiche Besitzer über den Verbrauch. Während unseres Tests pendelte sich der Durchschnitt bei 17,1 kWh pro 100 Kilometer ein. Mehrere Raval-Fahrer berichten in den Communitys sogar von Werten zwischen 14 und 17 kWh im gemischten Alltag sowie rund 10 bis 11 kWh im Stadtverkehr. Auch auf der Autobahn werden häufig Verbräuche um 19 kWh genannt. Das bestätigt unseren Eindruck, dass sich der Raval trotz seiner sportlichen Ausrichtung überraschend effizient bewegen lässt.

Gelobt werden außerdem das Fahrverhalten und der Charakter des Fahrzeugs. Viele Besitzer beschreiben den Raval als angenehm direkt, straff abgestimmt und deutlich dynamischer als viele andere Elektro-Kleinwagen. Gerade Fahrer, die bereits einen Cupra Born oder andere sportliche Kompaktmodelle kennen, empfinden den Raval als konsequente Weiterentwicklung des Konzepts.

Natürlich gibt es auch Kritik. Mehrfach angesprochen werden die hohen Preise gut ausgestatteter Varianten sowie einzelne Materialdetails im Innenraum. In den Foren wird unter anderem die kratzempfindliche Kunststoffverkleidung kritisiert, was wir an unserem Testwagen ebenfalls nachvollziehen konnten. Auch die Wahl der optionalen Sitze oder Mattlackierungen wird unterschiedlich bewertet. Während einige Besitzer genau diese Konfiguration schätzen, würden andere bewusst zu einer einfacheren Ausstattung greifen.

Ein weiteres Thema ist die Lieferzeit. Aufgrund der hohen Nachfrage berichten mehrere Besteller von Wartezeiten über mehrere Monate. Gleichzeitig fällt auf, dass viele Käufer den Raval ganz bewusst als sportlichen Elektro-Kleinwagen gewählt haben und ihn weniger mit klassischen City-Stromern als vielmehr mit Fahrzeugen wie dem Cupra Born VZ oder früheren GTI-Modellen vergleichen.

Unser Eindruck nach zwei Wochen deckt sich damit in weiten Teilen. Der Raval VZ ist kein Auto, das jedem gefallen möchte. Wer jedoch gezielt einen kompakten, sportlich abgestimmten Elektro-Kleinwagen sucht und bereit ist, beim Komfort kleinere Kompromisse einzugehen, scheint mit dem Konzept auch im Besitzeralltag sehr zufrieden zu sein.


Für wen eignet sich der Cupra Raval VZ?

Der Cupra Raval VZ ist kein Elektroauto für jedermann und genau das macht ihn so interessant. Wer einen möglichst komfortablen Kleinwagen sucht, wird mit seiner straffen Fahrwerksabstimmung nicht glücklich. Wer dagegen ein Fahrzeug sucht, das Emotionen weckt und jede Fahrt ein wenig unterhaltsamer macht, sollte den Raval unbedingt auf die Probefahrt-Liste setzen.

Besonders empfehlen würden wir den Raval VZ Fahrern, die früher mit einem VW Polo GTI, Ford Fiesta ST oder Hyundai i20 N geliebäugelt haben. Zwar fährt sich ein Elektroauto grundsätzlich anders als ein klassischer Turbobenziner, doch der Charakter stimmt. Die direkte Leistungsentfaltung, die präzise Lenkung, das straffe Fahrwerk und die hervorragenden Schalensitze vermitteln genau das sportliche Fahrgefühl, das viele kleine Hot Hatches über Jahre ausgezeichnet hat.

Ebenfalls eignet sich der Raval VZ für alle, die ein kompaktes Elektroauto suchen, ohne auf ein hochwertiges Interieur verzichten zu wollen. Materialien, Verarbeitung, Lichtdesign und Bedienkonzept liegen aus unserer Sicht über dem, was viele Wettbewerber in dieser Fahrzeugklasse derzeit bieten. Hinzu kommen eine umfangreiche Ausstattung, gute Assistenzsysteme und ein Infotainment, das im Alltag zuverlässig funktioniert.

Auch Pendler und Alltagsfahrer können mit dem Raval glücklich werden. Sein Verbrauch fällt für ein 226 PS starkes Elektroauto erfreulich niedrig aus und die realen Ladezeiten bewegen sich auf einem soliden Niveau. Wer regelmäßig zu Hause oder beim Arbeitgeber laden kann, muss sich über die Alltagstauglichkeit kaum Gedanken machen.

Nicht zuletzt richtet sich der Raval VZ an Käufer, die sich bewusst vom Einheitsbrei vieler moderner Elektroautos abheben möchten. Sein eigenständiges Design, die markante Lichtsignatur und der insgesamt sehr emotionale Auftritt sorgen dafür, dass man sich auch nach mehreren Wochen noch gerne nach dem Auto umdreht. Genau das gelingt heutzutage längst nicht jedem Fahrzeug.


Für wen eignet sich der Cupra Raval VZ nicht?

So viel Fahrspaß der Cupra Raval VZ auch bietet, er ist nicht die richtige Wahl für jeden Käufer. Wer bei einem Auto in erster Linie Wert auf maximalen Federungskomfort legt, sollte sich vor dem Kauf unbedingt Zeit für eine Probefahrt nehmen. Trotz adaptiver Fahrwerksregelung DCC bleibt der VZ konsequent straff abgestimmt. Unebenheiten werden sauber verarbeitet, sind aber jederzeit spürbar. Genau das ist gewollt, wird jedoch nicht jedem gefallen.

Auch Langstreckenfahrer mit hohen Jahresfahrleistungen sollten ihre Erwartungen realistisch einordnen. Zwar überzeugt der Raval mit guten Ladezeiten und einer für diese Fahrzeugklasse soliden Reichweite. Wer jedoch regelmäßig mehrere Hundert Kilometer am Stück auf der Autobahn unterwegs ist und dabei dauerhaft hohe Geschwindigkeiten fährt, wird häufiger an der Ladesäule stehen als in größeren Elektrofahrzeugen mit deutlich größerem Akku.

Weniger geeignet ist der VZ außerdem für Käufer, die möglichst viel Platz benötigen. Zwar bietet der Raval für seine Fahrzeugklasse ein ordentliches Raumangebot und einen überraschend großen Kofferraum, dennoch bleibt er ein Kleinwagen. Familien mit regelmäßig drei Erwachsenen auf der Rückbank oder einem hohen Platzbedarf finden in größeren Fahrzeugklassen passendere Alternativen.

Auch preisbewusste Käufer sollten genau hinschauen. Der Einstieg in die Baureihe gelingt zwar bereits für unter 26.000 Euro, ein umfangreich ausgestatteter Raval VZ bewegt sich jedoch schnell in Preisregionen, in denen bereits größere Elektrofahrzeuge erhältlich sind. Wer auf viele Komfort- und Technikextras verzichten kann, dürfte deshalb mit einer niedrigeren Ausstattungslinie oder dem Endurance-Modell das wirtschaftlichere Gesamtpaket erhalten.

Der wichtigste Punkt ist allerdings ein anderer: Wer einen möglichst komfortablen und unauffälligen Elektro-Kleinwagen sucht, wird mit dem Raval VZ nicht glücklich. Dieses Auto möchte auffallen, emotional sein und bewusst sportlich wirken. Genau das macht seinen Reiz aus, bedeutet aber auch, dass er nicht den Anspruch verfolgt, jedem Käufer gerecht zu werden. Wer genau diesen Charakter sucht, wird den Raval VZ lieben. Wer dagegen maximale Vernunft erwartet, sollte sich in einer anderen Fahrzeugklasse umsehen.


Fazit zum Cupra Raval VZ

Der Cupra Raval VZ hat uns während unseres zweiwöchigen Praxistests vor allem eines gezeigt: Ein Hot Hatch braucht keinen Turbobenziner, um Fahrspaß zu vermitteln. Er braucht Charakter. Und genau den besitzt der kleinste Cupra in erstaunlich großer Menge.

Das liegt nicht nur an den 226 PS oder der direkten Leistungsentfaltung des Elektroantriebs. Es ist vielmehr das Gesamtpaket aus straffem Fahrwerk, präziser Lenkung, hervorragenden Schalensitzen und einem Design, das bereits im Stand Lust aufs Fahren macht. Der Raval VZ fühlt sich nie wie ein beliebiger Elektro-Kleinwagen an. Er verfolgt eine klare Idee und bleibt ihr konsequent treu.

Noch wichtiger ist allerdings etwas anderes: Der Raval VZ hat seine Vorbilder nicht vergessen. Wer früher einen Seat Ibiza Cupra, einen Skoda Fabia RS oder einen VW Polo GTI gefahren ist, wird viele Eigenschaften wiedererkennen. Nicht, weil sich der Raval genauso fährt. Das wäre mit einem Elektroantrieb gar nicht möglich. Sondern weil er denselben Gedanken verfolgt: ein kompaktes, leichtfüßiges Auto, das auf kurvigen Straßen ebenso viel Freude bereitet wie im Alltag.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Das Fahrwerk ist straff, die Sicht schräg nach hinten eingeschränkt und ein voll ausgestatteter VZ kratzt bereits an der 50.000-Euro-Marke. Trotzdem überwiegen für uns klar die Stärken.

Würden wir den Cupra Raval VZ kaufen? Ja. Ohne große Zweifel. Nicht, weil er das vernünftigste Elektroauto seiner Klasse ist, sondern weil er eines der wenigen Modelle ist, das Emotionen weckt. Und genau das ist es, was einen echten Hot Hatch seit jeher ausmacht.


Konkurrenz & Vergleich

Noch vor wenigen Jahren galt ein sportlicher Kleinwagen als vergleichsweise günstiger Einstieg in die Welt der Fahrdynamik. Modelle wie der Seat Ibiza Cupra, Skoda Fabia RS oder VW Polo GTI boten viel Fahrspaß für vergleichsweise wenig Geld. Mit dem Wechsel zur Elektromobilität hat sich das Bild allerdings grundlegend verändert.

Zu den wichtigsten Konkurrenten des Cupra Raval VZ zählt zunächst der VW ID. Polo GTI. Er nutzt die gleiche technische Basis, leistet 226 PS und startet bei 39.000 Euro. Wer ein etwas zurückhaltenderes Design bevorzugt, dürfte hier fündig werden. Der Raval wirkt dagegen emotionaler und eigenständiger.

Ebenfalls in direkter Konkurrenz steht der Alpine A290. Der französische Elektro-Hot-Hatch leistet 218 PS und beginnt ebenfalls bei 39.000 Euro. Während Alpine den Schwerpunkt noch stärker auf maximale Fahrdynamik legt, gelingt dem Cupra aus unserer Sicht der bessere Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltag.

Mit dem Mini John Cooper Works E tritt außerdem eine echte Ikone gegen den Spanier an. Der elektrische Mini entwickelt 258 PS und kostet mindestens 40.950 Euro. Sein Go-Kart-ähnliches Fahrgefühl dürfte vor allem eingefleischte Mini-Fans begeistern, der Raval punktet dagegen mit den kompakteren Abmessungen und einer höheren Alltagstauglichkeit.

Wer noch mehr Leistung sucht, landet schnell beim Abarth 600e (Test des Abarth 600e). Der Italiener bringt 240 PS auf die Straße und startet bei 41.990 Euro. Allerdings verfolgt er als Crossover eine etwas andere Fahrzeugphilosophie als der deutlich markanter gezeichnete Raval.

Noch extremer wird es beim Alfa Romeo Junior Veloce (Test des Alfa Romeo Junior Veloce). Mit 280 PS und einem Einstiegspreis von 48.500 Euro richtet er sich bereits an Käufer, die bereit sind, deutlich mehr Geld für zusätzliche Leistung auszugeben.

Ganz neu stößt außerdem der Peugeot e-208 GTi hinzu. Mit 281 PS und einem Grundpreis von 44.900 Euro dürfte auch er künftig zu den spannendsten Wettbewerbern gehören. Seine Leistungsdaten setzen zwar neue Maßstäbe in dieser Klasse, preislich entfernt er sich jedoch ebenfalls deutlich von dem, was sportliche Kleinwagen früher einmal gekostet haben.

Und genau hier zeigt sich eine Entwicklung, die sich durch das gesamte Segment zieht. Praktisch alle elektrischen Hot Hatches bewegen sich inzwischen um die 40.000-Euro-Marke oder sogar deutlich darüber. Zum Vergleich: Für rund 30.000 Euro erhielt man einst einen Audi A3 3.2 quattro mit Sechszylinder, Allradantrieb und einer Fahrzeugklasse oberhalb von Polo, Ibiza und Co. Heute kostet ein elektrischer Kleinwagen mit vergleichbarer sportlicher Ausrichtung rund ein Drittel mehr. Das zeigt eindrucksvoll, wie stark sich der Markt in den vergangenen Jahren verändert hat.

Der Cupra Raval VZ bewegt sich preislich damit keineswegs allein. Vielmehr bestätigt er einen Trend, der das gesamte Segment betrifft. Wer heute einen elektrischen Hot Hatch fahren möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Jahren. Dafür bekommt er allerdings auch Fahrzeuge, die in Sachen Beschleunigung, Technik und Fahrleistungen ein Niveau erreichen, das klassische Sport-Kleinwagen früher kaum bieten konnten.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Eigenständiges und auffälliges Design mit hohem Wiedererkennungswert
  • Fahrspaß auf Hot-Hatch-Niveau mit präziser Lenkung und direkter Leistungsentfaltung
  • Hochwertiger Innenraum mit sehr guten Schalensitzen und gelungener Bedienung
  • Gute Effizienz sowie alltagstaugliche Ladezeiten trotz sportlicher Ausrichtung
  • Hervorragende Matrix-LED-Scheinwerfer

Nachteile ❌

  • Straffe Fahrwerksabstimmung nicht für jeden Geschmack
  • Sicht schräg nach hinten durch die breite C-Säule eingeschränkt
  • Gut ausgestattete Modelle bewegen sich schnell auf Mittelklasse-Preisniveau
  • Kunststoff rund um die Mittelkonsole verkratzt bereits nach kurzer Zeit sichtbar


Technische Daten des Cupra Raval VZ

ModellCupra Raval VZ Edition Extreme
Länge x Breite x Höhe (m)4,05 x 1,78 (2,00 mit Außenspiegeln) x 1,51
Radstand (mm)2.599
MotorElektromotor
Batteriekapazität (kWh)52,0
Leistung (kW / PS)166 / 226
Drehmoment (Nm)290
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebFront
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)13,8
Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh)17,1
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)DC: 105 / AC: 11
0 auf 100 km/h (in Sekunden)6,8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)175
Leergewicht (kg)1.615
Kofferraumvolumen (l)441 – 1.344
FarbeManganese Green Matt
Grundpreis (Euro)39.990
Testwagenpreis (Euro)46.525
Technische Daten: Cupra Raval VZ


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