Mitsubishi Eclipse Cross EV
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Mitsubishi Eclipse Cross EV Test – Der elegante Vernunftstromer

Mit dem Mitsubishi Eclipse Cross EV schlägt die japanische Marke in Europa ein neues Kapitel auf. Das vollelektrische SUV kam Ende 2025 auf den deutschen Markt und markiert nicht nur den Einstieg Mitsubishis in das batterieelektrische Volumensegment, sondern steht gleichzeitig exemplarisch für die enge Allianz mit Renault. Technisch basiert der Mitsubishi Eclipse Cross EV zwar nahezu vollständig auf dem Renault Scénic E-Tech, tritt optisch und konzeptionell jedoch deutlich eigenständiger auf. Statt einer einfachen Kopie verspricht Mitsubishi eine eigenständige Interpretation mit markentypischem Dynamic-Shield-Design, umfangreicher Ausstattung und einem klar auf Komfort ausgerichteten Charakter.

Genau darin liegt auch die spannendste Frage dieses Tests. Reicht eine bewährte technische Basis aus, um sich gegen etablierte Konkurrenten wie Skoda Enyaq, Volkswagen ID.4, Ford Explorer EV oder den eigenen Technikspender Renault Scénic E-Tech durchzusetzen? Oder anders formuliert: Ist der Mitsubishi Eclipse Cross EV lediglich ein Scénic mit neuem Markenlogo oder tatsächlich eine eigenständige Alternative im mittlerweile dicht besetzten Markt der elektrischen Kompakt-SUV?

In der getesteten Topversion Diamant Top inklusive Luxury-Paket bringt der Japaner jedenfalls beste Voraussetzungen mit. Viel Platz, hochwertige Materialien, Google-Infotainment, Matrix-LED-Scheinwerfer und eine WLTP-Reichweite von bis zu 615 Kilometern versprechen ein rundes Gesamtpaket. Ob der Mitsubishi Eclipse Cross EV dieses Versprechen im Alltag einlösen kann oder ob sich hinter der eleganten Fassade doch noch einige Überraschungen verstecken, zeigt unser ausführlicher Test. Fahrbericht.


Der Look

Auf den ersten Blick lässt sich die enge Verwandtschaft zum Renault Scénic E-Tech kaum leugnen. Proportionen, Fensterlinie und Grundkarosserie sind nahezu identisch. Mitsubishi hat sich jedoch nicht damit begnügt, lediglich das Markenlogo auszutauschen. Stattdessen verleihen die Japaner dem Mitsubishi Eclipse Cross EV mit ihrer markentypischen Dynamic-Shield-Front, eigenständigen Stoßfängern sowie spezifischen Lichtsignaturen einen deutlich selbstbewussteren Auftritt. Das Ergebnis wirkt eigenständig genug, um nicht sofort als bloßer Technik-Zwilling erkannt zu werden.

Mit rund 4,50 Metern Länge trifft der Eclipse Cross EV genau den Nerv des europäischen Kompakt-SUV-Segments. Er wirkt weder übertrieben wuchtig noch unnötig verspielt. Vielmehr verbinden die Designer eine angenehm fließende Dachlinie mit kurzen Überhängen, einem langen Radstand und mächtigen 20-Zoll-Rädern der getesteten Diamant-Top-Version. Gerade diese ausgewogenen Proportionen verleihen dem Mitsubishi eine Präsenz, die größer wirkt, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.

Unser Testwagen in Kosmos-Blau Metallic mit schwarzem Dach unterstrich diesen Eindruck zusätzlich. Die Zweifarblackierung lässt das Dach optisch leichter erscheinen und sorgt gemeinsam mit den schwarzen Anbauteilen für einen modernen, fast schon hochwertigen Gesamteindruck. Tatsächlich blieben während des Testzeitraums immer wieder Passanten stehen, betrachteten den Mitsubishi neugierig und sparten nicht mit Komplimenten. Das überrascht durchaus, denn Mitsubishi verbindet man hierzulande bislang eher mit nüchterner Vernunft als mit auffälligem Design.

Genau das beschreibt den Charakter des Eclipse Cross EV ziemlich treffend. Er möchte nicht provozieren und auch nicht auf Biegen und Brechen sportlich wirken. Während manche Wettbewerber mit überdimensionierten Kühlerattrappen, scharfen Sicken oder futuristischen Lichtinszenierungen um Aufmerksamkeit kämpfen, setzt der Mitsubishi auf eine angenehm souveräne Zurückhaltung. Er trägt keinen Maßanzug mit Neonfarben, sondern erscheint im gut sitzenden dunkelblauen Sakko. Weniger laut, aber keineswegs langweilig.

Wer den Mitsubishi Eclipse Cross EV lediglich für einen Renault Scénic mit drei Diamanten auf der Motorhaube hält, macht es sich zu einfach. Die gemeinsame technische Basis lässt sich zwar nicht leugnen, beim Design haben die Japaner jedoch deutlich mehr Eigenarbeit investiert als nur den Werkzeugkasten für den Logo-Wechsel auszupacken.


Und innen?

Bereits beim ersten Öffnen der Tür wird deutlich, dass Mitsubishi beim Eclipse Cross EV einen anderen Weg einschlägt als viele Wettbewerber. Statt futuristischer Spielereien oder radikaler Minimalismus-Experimente erwartet Fahrer und Passagiere ein klassisch aufgebautes, hochwertig verarbeitetes Cockpit. Modern? Ja. Überladen? Keineswegs. Hier steht die Bedienbarkeit noch vor der Selbstdarstellung.

Der Innenraum hinterlässt insgesamt einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Vor allem die Kunstlederausstattung des serienmäßigen Luxury-Pakets wertet das Ambiente spürbar auf. Softtouch-Oberflächen, Alcantara-Elemente und sauber verarbeitete Materialien erzeugen eine Wertanmutung, die sich vor vielen Wettbewerbern dieser Klasse keineswegs verstecken muss. Lediglich der filzartige Dachhimmel sowie die Verkleidungen der A-Säulen fallen etwas aus dem Gesamtbild heraus. Sie wirken funktional, erreichen qualitativ jedoch nicht ganz das Niveau der übrigen Oberflächen.

Besonders positiv fällt das großzügige Raumangebot auf. Der lange Radstand und die reine Elektroplattform spielen dem Mitsubishi hier spürbar in die Karten. Sowohl vorne als auch im Fond genießen die Insassen viel Bein- und Kopffreiheit. Selbst der postpubertäre lange Lulatsch auf der Rückbank findet genügend Platz, um während der Fahrt das Smartphone am USB-Anschluss zu laden und sich parallel durch sämtliche sozialen Netzwerke zu scrollen, ohne mit den Knien Bekanntschaft mit den Vordersitzlehnen schließen zu müssen.

Auch die Sitze überzeugen. Sie bieten eine angenehme Polsterung, guten Seitenhalt und empfehlen sich selbst auf längeren Etappen als komfortable Reisebegleiter. Hinzu kommen beheizbare Vordersitze, eine Lenkradheizung, deren Wärme sich angenehm auf die Griffbereiche konzentriert, sowie eine Massagefunktion für den Fahrer. Letztere gehört nicht zu den Gimmicks, die man einmal ausprobiert und anschließend vergisst. Gerade auf längeren Autobahnetappen lernt man sie erstaunlich schnell zu schätzen.

Technisch bewegt sich der Mitsubishi ebenfalls auf einem hohen Niveau. Das volldigitale Kombiinstrument überzeugt mit einer klaren Darstellung, während der große Zentralbildschirm logisch aufgebaut ist und erfreulich schnell reagiert. Besonders stark präsentiert sich erneut das Google-basierte Infotainmentsystem. Navigation, Ladeplanung und Sprachsteuerung gehören aktuell zu den überzeugendsten Lösungen am Markt und arbeiten im Test jederzeit schnell und zuverlässig. Statt sich durch verschachtelte Menüs zu kämpfen, genügt oft ein kurzer Sprachbefehl. Das reduziert Ablenkung und macht den Alltag tatsächlich angenehmer.

Der Mitsubishi Eclipse Cross EV verfolgt damit einen Ansatz, den man heute fast schon als angenehm konservativ bezeichnen könnte. Er möchte seine Technik nicht permanent demonstrieren, sondern möglichst unauffällig funktionieren lassen. Und erstaunlicherweise fühlt sich genau das in Zeiten überladener Touchscreen-Landschaften fast schon wieder erfrischend modern an.


Der Antrieb des Mitsubishi Eclipse Cross EV

Mit 218 PS und 300 Newtonmetern Drehmoment gehört der Mitsubishi Eclipse Cross EV auf dem Papier keineswegs zu den schwächeren Vertretern seiner Klasse. Der Elektromotor treibt ausschließlich die Vorderräder an und beschleunigt das kompakte SUV in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Werte also, die durchaus respektabel erscheinen. Im Alltag entsteht allerdings ein etwas differenzierteres Bild.

Denn die maximale Leistung scheint nicht dauerhaft in vollem Umfang verfügbar zu sein. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten oder längeren Beschleunigungsvorgängen verliert der Eclipse Cross EV etwas von seinem anfänglichen Nachdruck. Besonders auf der Autobahn fällt auf, dass der kräftige Schub beim Überholen vergleichsweise schnell nachlässt. Wer häufig von 120 auf 160 km/h beschleunigt, wird sich gelegentlich etwas mehr Durchzug wünschen.

Im normalen Alltag relativiert sich dieser Eindruck jedoch schnell. An der Ampel, im Stadtverkehr oder auf der Landstraße wirkt der Mitsubishi angenehm spritzig und völlig ausreichend motorisiert. Die spontane Leistungsentfaltung eines Elektromotors sorgt für souveräne Zwischenspurts, während sich der Eclipse Cross EV insgesamt angenehm leichtfüßig bewegen lässt. Er möchte kein Sportler sein. Und er versucht glücklicherweise auch nicht, einer zu werden.

Seine eigentliche Stärke liegt ohnehin woanders. Federung, Geräuschkomfort und Lenkung sind konsequent auf entspanntes Reisen abgestimmt. Das Fahrwerk filtert Unebenheiten souverän heraus, ohne dabei weich oder schwammig zu wirken. Selbst kurze Querfugen oder Bodenwellen bringen den Mitsubishi nicht aus der Ruhe. Poltergeister bleiben auch mit den serienmäßigen 20-Zoll-Rädern erfreulicherweise arbeitslos.

Die Lenkung arbeitet angenehm leichtgängig, gleichzeitig ausreichend präzise und vermittelt schnell Vertrauen. Sportliche Rückmeldungen darf man hier zwar nicht erwarten, dafür passt ihre Abstimmung hervorragend zum Grundcharakter des Fahrzeugs. Der Eclipse Cross EV fährt gelassen, unaufgeregt und ausgesprochen komfortabel. Genau so, wie man es sich von einem Langstrecken-Stromer dieser Klasse wünscht.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Ausgewogenheit. Während viele Elektroautos ihre beeindruckenden Leistungswerte gern demonstrativ zur Schau stellen, verzichtet der Mitsubishi bewusst auf spektakuläre Auftritte. Statt Adrenalinschüben liefert er Gelassenheit. Das dürfte die avisierte Klientel durchaus zu schätzen wissen.


Alltag & Verbrauch

Mit einem offiziellen WLTP-Verbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer gehört der Mitsubishi Eclipse Cross EV bereits auf dem Papier zu den effizienteren Elektro-SUV seiner Klasse. Umso erfreulicher fällt der Praxistest aus. Im klassischen Drittelmix aus Stadt, Landstraße und Autobahn pendelte sich unser Durchschnitt bei lediglich 18,0 kWh pro 100 Kilometer ein und lag damit nur knapp über der Herstellerangabe.

Wer seinen rechten Fuß etwas diszipliniert einsetzt, wird sogar belohnt. Während unseres Effizienztests erreichten wir beeindruckende 9,9 kWh pro 100 Kilometer. Zugegeben: Solche Werte verlangen Geduld, vorausschauendes Fahren und eine gewisse Gelassenheit gegenüber besonders eiligen Verkehrsteilnehmern. Sie zeigen jedoch eindrucksvoll, welches Potenzial im Antrieb des Mitsubishi steckt.

Im Alltag sammelt der Mitsubishi Eclipse Cross EV weitere Pluspunkte. Das großzügige Raumangebot gehört zu den größten Stärken des Fahrzeugs. Sowohl vorne als auch im Fond genießen die Insassen viel Bewegungsfreiheit. Gerade Familien oder Vielfahrer werden den langen Radstand schnell zu schätzen wissen. Hinzu kommt ein Kofferraum mit mindestens 545 Litern Volumen, der auch größere Gepäckstücke problemlos aufnimmt. Die hohe Ladekante verlangt beim Beladen zwar etwas Körpereinsatz, dafür fällt das Gepäckabteil angenehm tief aus. Weniger gelungen ist dagegen die große Stufe, die beim Umklappen der Rücksitze entsteht. Eine vollständig ebene Ladefläche bietet der Mitsubishi nicht. Auf einen zusätzlichen Frunk unter der Fronthaube müssen Käufer ebenfalls verzichten.

Unterm Strich zeigt sich der Mitsubishi Eclipse Cross EV damit genau so, wie er bereits beim Fahrwerk auftritt: unaufgeregt, komfortabel und erstaunlich effizient. Er versucht nicht, Reichweitenrekorde aufzustellen oder mit spektakulären Verbrauchswerten zu glänzen. Stattdessen liefert er im Alltag genau das, was viele Käufer deutlich mehr schätzen dürften: ehrliche Werte, die sich auf der Straße tatsächlich reproduzieren lassen.


Laden & Reichweite

Mit seiner 87-kWh-Batterie verspricht der Mitsubishi Eclipse Cross EV eine WLTP-Reichweite von bis zu 615 Kilometern. Wie bei jedem Elektroauto hängt die tatsächlich erzielbare Distanz jedoch maßgeblich von Fahrweise, Außentemperatur und Streckenprofil ab. Umso erfreulicher fiel unser Praxistest aus. Nach einer Vollladung zeigte der Bordcomputer 486 Kilometer Reichweite an. Im gemischten Drittelmix erreichten wir schließlich 491 Kilometer und lagen damit nahezu punktgenau auf der Prognose des Fahrzeugs. Eine angenehm ehrliche Seltenheit, denn nicht jeder Bordcomputer hält seine Versprechen derart zuverlässig ein. Nach einer Ladung auf 80 Prozent kündigte der Mitsubishi immerhin noch 399 Kilometer Reichweite an, was ebenfalls einen sehr praxisnahen Eindruck hinterließ.

Wer überwiegend im Stadtverkehr oder auf Landstraßen unterwegs ist, darf sogar mit Reichweiten von deutlich über 500 Kilometern rechnen. Die effiziente Rekuperation und das insgesamt ausgewogene Fahrzeugkonzept spielen hier ihre größten Stärken aus. Auf der Autobahn zeigt sich dagegen das bekannte Bild nahezu aller Elektrofahrzeuge. Dauerhaft hohe Geschwindigkeiten lassen den Energieverbrauch spürbar steigen und drücken die Reichweite auf deutlich unter 400 Kilometer. Der Mitsubishi bildet hier keine Ausnahme, schlägt sich im Klassenvergleich jedoch durchaus ordentlich.

Geladen wird serienmäßig mit 11 kW Wechselstrom, in der getesteten Diamant-Top-Version inklusive Luxury-Paket sind sogar bis zu 22 kW AC möglich. An einer geeigneten Wallbox verkürzt sich die Ladezeit dadurch laut Mitsubishi von rund neun auf etwa fünf Stunden. Im Alltag dürfte dieser Unterschied insbesondere für Laternenparker oder Nutzer öffentlicher AC-Ladesäulen durchaus relevant sein.

Am DC-Schnelllader gibt Mitsubishi eine maximale Ladeleistung von 150 kW sowie eine Ladezeit von 37 Minuten für den Bereich von 10 auf 80 Prozent an. Im Test zeigte sich jedoch das inzwischen bekannte Bild vieler Elektroautos: Die Spitzenleistung wird durchaus erreicht, allerdings nur für kurze Zeit. Unser höchster gemessener Wert lag bei 149 kW, in einem weiteren Ladevorgang bei 136,9 kW. Anschließend fiel die Ladekurve allerdings relativ früh und deutlich ab. Dadurch dauerte eine Ladung von 22 auf 91 Prozent insgesamt 47 Minuten. Von 20 auf 100 Prozent vergingen sogar 96 Minuten. Damit bleibt der Mitsubishi Eclipse Cross EV zwar alltagstauglich, erreicht die Werksangaben in der Praxis jedoch nicht ganz.

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die Batterievorkonditionierung. Sie lässt sich nicht manuell aktivieren, sondern startet ausschließlich dann, wenn eine Schnellladesäule als Ziel in die Navigation eingegeben wird. Das funktioniert zuverlässig, nimmt dem Fahrer aber ein Stück Flexibilität. Wer spontan laden möchte, hat darauf keinen direkten Einfluss. Einige Wettbewerber bieten hier inzwischen komfortablere Lösungen.

Unterm Strich hinterlässt der Mitsubishi Eclipse Cross EV dennoch einen überzeugenden Eindruck. Reichweite und Ladeleistung bewegen sich auf einem guten Niveau, auch wenn moderne 800-Volt-Systeme mittlerweile zeigen, dass es in dieser Fahrzeugklasse noch schneller gehen kann. Dafür punktet der Japaner mit einer erfreulich realistischen Reichweitenprognose.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Bereits in der getesteten Ausstattungslinie Diamant Top bringt der Mitsubishi Eclipse Cross EV nahezu alles mit, was man in dieser Fahrzeugklasse erwarten darf. Matrix-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, adaptiver Tempomat, elektrisch verstellbare Sitze mit Massagefunktion, beheizbare Vorder- und Rücksitze sowie ein umfangreiches Paket moderner Assistenzsysteme gehören bereits zum Serienumfang. Viel nachrüsten oder lange Optionslisten studieren müssen Käufer daher nicht.

Besonders überzeugend präsentiert sich das Google-basierte Infotainmentsystem. Navigation, Sprachsteuerung und App-Integration arbeiten schnell, logisch und zuverlässig. Die Sprachbedienung versteht natürliche Befehle erfreulich präzise und erspart dem Fahrer in vielen Situationen unnötige Eingaben über den Touchscreen. Das reduziert Ablenkung und macht den Alltag tatsächlich angenehmer. Hinzu kommen kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, sodass praktisch jeder Nutzer sofort seine gewohnte digitale Umgebung vorfindet.

Einen hervorragenden Eindruck hinterließen auch die Matrix-LED-Scheinwerfer. Die Ausleuchtung gehört zu den besten, die wir in dieser Fahrzeugklasse bislang erleben durften. Fahrbahn, Seitenbereiche und Autobahnabschnitte werden homogen und weitreichend ausgeleuchtet, während der Fernlichtassistent entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge zuverlässig ausblendet. Genau so sollte modernes Matrix-Licht funktionieren: unauffällig für andere, äußerst angenehm für den Fahrer.

Auch die Assistenzsysteme arbeiten insgesamt auf hohem Niveau. Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Totwinkelüberwachung und adaptiver Tempomat greifen harmonisch ein und verzichten weitgehend auf hektische oder unnötige Warnmeldungen. Positiv fiel außerdem auf, dass sich die wichtigsten Assistenten nach dem Fahrzeugstart mit wenigen Handgriffen konfigurieren lassen. Ein morgendliches Ritual aus zehn Untermenüs und drei Geduldsproben bleibt dem Fahrer somit erspart. Check. Doppelcheck.

Nicht alles überzeugt jedoch gleichermaßen. Die induktive Ladeschale erwies sich im Test als wenig zuverlässig. Smartphones verloren dort immer wieder den Kontakt oder luden nur unregelmäßig nach. Hinzu kommt die Positionierung des Gangwahlhebels. Dieser liegt zwar angenehm in der Hand, verdeckt jedoch je nach Sitzposition teilweise den Blick auf die darunterliegende Ablage samt Smartphone. Das wirkt im Alltag weniger elegant, als es die übrige Gestaltung des Innenraums vermuten lässt.

Insgesamt zeigt der Mitsubishi Eclipse Cross EV jedoch eindrucksvoll, dass moderne Technik nicht zwangsläufig kompliziert sein muss. Statt den Fahrer mit ständig neuen Funktionen zu beeindrucken, konzentriert sich Mitsubishi auf ein stimmiges Gesamtpaket. Diese angenehme Selbstverständlichkeit macht den Japaner im Alltag überraschend sympathisch.


Varianten & Preise des Mitsubishi Eclipse Cross EV

Mitsubishi macht es seinen Kunden erfreulich einfach. Während manche Hersteller ihre Preislisten inzwischen auf die Länge eines Telefonbuchs aufblasen und selbst der Konfigurator gelegentlich einen Hochschulabschluss verlangt, beschränkt sich der Mitsubishi Eclipse Cross EV auf gerade einmal drei Ausstattungslinien und eine einzige Motorisierung. Die Qual der Wahl hält sich damit angenehm in Grenzen.

Den Einstieg markiert die Ausstattung Diamant Plus ab 43.990 Euro. Bereits hier gehören zahlreiche Assistenzsysteme, das Google-basierte Infotainment sowie eine umfangreiche Sicherheitsausstattung zum Serienumfang. Der 218 PS starke Elektromotor bleibt dabei stets derselbe. Wer sich also für die Basis entscheidet, verzichtet nicht auf Leistung, sondern ausschließlich auf Komfort- und Ausstattungsdetails.

Darüber rangiert der Diamant Top, der ab 48.790 Euro unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera und zahlreiche weitere Komfortextras ergänzt. Unser Testwagen trat schließlich als Diamant Top mit Luxury-Paket an. Diese Topversion startet bei 52.190 Euro und erweitert den ohnehin üppigen Serienumfang unter anderem um Kunstledersitze, elektrisch verstellbare Vordersitze mit Massagefunktion sowie weitere Komfortdetails, die den Premiumanspruch des Eclipse Cross EV nochmals unterstreichen.

Die eigentliche Konfiguration fällt erfreulich übersichtlich aus. Zur Wahl stehen lediglich fünf Lackierungen. Aurora-Rot bleibt ohne Aufpreis, während Onyx-Schwarz und Achat-Grau mit 750 Euro zu Buche schlagen. Für Himalaya-Weiß oder das Kosmos-Blau unseres Testwagens verlangt Mitsubishi jeweils 950 Euro.

Darüber hinaus bleibt praktisch nur noch eine Entscheidung: Soll der serienmäßige 11-kW-Onboard-Charger gegen die 22-kW-Version getauscht werden? Für rund 1.400 Euro halbieren sich die AC-Ladezeiten an geeigneten Ladesäulen nahezu. Gerade Vielfahrer oder Nutzer öffentlicher Ladeinfrastruktur sollten dieses Upgrade durchaus in Betracht ziehen.

Die Japaner unterstreichen zudem den langfristigen Anspruch des Eclipse Cross EV mit einem umfangreichen Mitsubishi-Garantiepaket. Serienmäßig gewährt der Hersteller fünf Jahre Garantie. Halten Kunden die vorgeschriebenen Wartungsintervalle bei einem Mitsubishi-Vertragspartner ein, verlängert sich dieser Schutz auf insgesamt bis zu acht Jahre. Gerade für Käufer, die ihr Elektroauto über viele Jahre fahren möchten, ist das ein nicht zu unterschätzender Mehrwert.

Damit summierte sich unser Testwagen inklusive Luxury-Paket, Kosmos-Blau und 22-kW-Onboard-Charger auf 55.340 Euro.

Natürlich ist das kein Schnäppchen mehr. Betrachtet man jedoch die umfangreiche Serienausstattung, die hochwertige Verarbeitung und den insgesamt überzeugenden Komforteindruck, wirkt der Preis durchaus nachvollziehbar. Vor allem verzichtet Mitsubishi auf eine endlose Aufpreisliste, bei der aus einem vermeintlich günstigen Basispreis am Ende ein sechsseitiger Kontoauszug entsteht. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.


Kundenfeedback

Der Mitsubishi Eclipse Cross EV wurde erst Ende 2025 auf dem deutschen Markt eingeführt. Entsprechend überschaubar fällt die Zahl echter Langzeiterfahrungen derzeit noch aus. Während wir diesen Abschnitt üblicherweise ausschließlich auf Basis von Besitzermeinungen und Langzeiterfahrungen erstellen, wäre ein belastbares Gesamtbild zum jetzigen Zeitpunkt schlicht unseriös. Aus diesem Grund verzichten wir bewusst auf eine vorläufige Zusammenfassung einzelner Stimmen und ergänzen diesen Abschnitt, sobald ausreichend Erfahrungen aus der Praxis vorliegen.

Bis dahin lässt sich lediglich festhalten, dass der Mitsubishi Eclipse Cross EV aufgrund seiner noch jungen Marktpräsenz erst am Anfang seiner Bewährungsprobe im Alltag steht. Wie sich Technik, Software, Batterie und Verarbeitung über viele zehntausend Kilometer schlagen, werden die ersten Besitzer in den kommenden Monaten zeigen. Genau dann werden wir auch diesen Abschnitt entsprechend aktualisieren.


Fazit zum Mitsubishi Eclipse Cross EV

Der Mitsubishi Eclipse Cross EV verfolgt einen Ansatz, den man in der heutigen Automobilwelt fast schon als mutig bezeichnen kann. Statt mit Rekordwerten, überbordender Digitalisierung oder möglichst spektakulären Leistungsdaten um Aufmerksamkeit zu kämpfen, konzentriert er sich auf das, was im Alltag tatsächlich zählt: hoher Komfort, eine überzeugende Materialqualität, viel Platz, moderne Technik und eine Reichweite, die ihre Versprechen erfreulich ehrlich einlöst.

Natürlich bleibt auch der Mitsubishi nicht ohne Schwächen. Die Ladeleistung fällt in der Praxis geringer aus als die Werksangaben vermuten lassen, die Batterievorkonditionierung lässt sich nicht manuell aktivieren und bei höheren Geschwindigkeiten dürfte der Antrieb gern etwas mehr Ausdauer zeigen. Hinzu kommen kleinere Detailkritikpunkte wie die wenig überzeugende induktive Ladeschale oder die hohe Ladekante des Kofferraums. Wirklich gravierende Schwächen sucht man jedoch vergeblich.

Vielmehr überzeugt der Mitsubishi Eclipse Cross EV durch seine Ausgewogenheit. Fahrwerk, Geräuschkomfort und Sitze harmonieren hervorragend miteinander, das Google-basierte Infotainmentsystem gehört zu den besten seiner Klasse und auch die umfangreiche Serienausstattung lässt kaum Wünsche offen. Dass Mitsubishi dabei bewusst auf eine überschaubare Modellpalette und einen angenehm einfachen Konfigurator setzt, dürfte vielen Käufern ebenfalls entgegenkommen. Nicht jede Kaufentscheidung muss schließlich in einem dreistündigen Konfigurationsmarathon mit anschließendem Excel-Vergleich enden.

Wer maximale Fahrleistungen oder die schnellsten Ladezeiten sucht, wird bei anderen Herstellern fündig. Wer dagegen ein komfortables, hochwertiges und alltagstaugliches Elektro-SUV mit ehrlicher Reichweite und einem gelungenen Gesamtpaket sucht, sollte den Mitsubishi Eclipse Cross EV unbedingt auf die persönliche Probefahrtliste setzen. Er ist vielleicht nicht das lauteste Auto seiner Klasse. Dafür gehört er zu den angenehmsten.


Konkurrenz & Vergleich

Der Mitsubishi Eclipse Cross EV bewegt sich in einem der spannendsten Segmente des aktuellen Elektroautomarktes. Rund um die 45.000-Euro-Marke tummeln sich inzwischen zahlreiche Alternativen, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Umso wichtiger ist die Frage, welches Modell tatsächlich am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.

Der naheliegendste Konkurrent ist ohne Zweifel der Renault Scénic E-Tech ab 43.000 Euro. Das überrascht kaum, schließlich stammen beide Fahrzeuge von derselben technischen Plattform. Wer beide direkt miteinander vergleicht, wird vor allem bei Bedienung, Antrieb und Infotainment zahlreiche Gemeinsamkeiten entdecken. Unterschiede zeigen sich dagegen beim Design und der Markenphilosophie. Während Renault etwas progressiver auftritt, verfolgt Mitsubishi den klassischeren und insgesamt komfortorientierteren Ansatz.

Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehören der VW ID.4 ab 40.850 Euro, der Skoda Enyaq ab 42.990 Euro sowie der Ford Explorer EV ab 39.900 Euro. Der Volkswagen überzeugt mit seinem ausgewogenen Gesamtpaket, der Skoda bietet das größte Raumangebot und gilt nicht ohne Grund als einer der Vernunftkäufe der Klasse. Der Ford Explorer EV setzt dagegen stärker auf Digitalisierung und ein sportlicheres Erscheinungsbild. Der Mitsubishi positioniert sich genau zwischen diesen Welten. Er fährt komfortabler als der Ford, wirkt hochwertiger als der Volkswagen und muss sich beim Platzangebot selbst vor dem Enyaq kaum verstecken.

Wer asiatische Alternativen bevorzugt, sollte außerdem einen Blick auf den Nissan Ariya ab 43.490 Euro sowie den Hyundai Kona Elektro ab 38.340 Euro werfen. Während der Kona vor allem über sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis punktet, richtet sich der größere Ariya an Käufer, die besonderen Wert auf Komfort und Design legen. Noch spannender dürfte künftig der neue Kia EV5 werden, der ab 45.990 Euro exakt jene Familien anspricht, die auch den Mitsubishi in die engere Auswahl nehmen dürften.

Besonders interessant entwickelt sich außerdem die chinesische Konkurrenz. Der Leapmotor B10 (Test des Leapmotor B10 2026) startet bereits bei 29.900 Euro und dürfte den Markt gehörig unter Druck setzen. Auch wenn der Preisunterschied erheblich ausfällt, lohnt sich ein genauer Vergleich. Der Mitsubishi kontert hier mit einer hochwertigeren Materialanmutung, einer ausgereiften Bedienung und dem beruhigenden Gefühl, auf eine in Europa etablierte Servicelandschaft zurückgreifen zu können.

Im Stellantis-Konzern warten mit dem Peugeot E-3008 ab 43.600 Euro (Test des Peugeot E-3008) sowie dem neuen Citroën ë-C5 Aircross ab 39.590 Euro (Test des Citroen e-C5 Aircross) zwei weitere ernstzunehmende Alternativen. Während Peugeot stärker auf Design und Fahrdynamik setzt, verfolgt Citroën traditionell einen ähnlich komfortbetonten Ansatz wie Mitsubishi. Wer häufig lange Strecken zurücklegt, sollte beide Modelle durchaus mit auf die Probefahrtliste setzen.

Etwas emotionaler wird es schließlich beim Cupra Tavascan ab 49.900 Euro (Test des Cupra Tavascan VZ) und dem Volvo EX40 ab 47.490 Euro (Test des Volvo XC40 Recharge). Beide sprechen Käufer an, die neben Alltagstauglichkeit auch ein besonders eigenständiges Design suchen. Noch exklusiver positioniert sich der Genesis GV60 ab 53.500 Euro (Test des Genesis GV60 Facelift), der mit Premium-Ambiente und starker Technik überzeugt, preislich allerdings bereits eine Klasse höher spielt.

Und dann gibt es noch den Honda e:Ny1 (Test des Honda e:Ny1). Rein technisch hätte er durchaus in dieses Wettbewerbsumfeld gepasst. Allerdings verschwand das Modell inzwischen bereits wieder aus dem deutschen Konfigurator. Ein kurzer Auftritt also, der schneller endete, als manche Interessenten überhaupt eine Probefahrt vereinbaren konnten.

Am Ende zeigt sich genau das, was den Mitsubishi Eclipse Cross EV ausmacht. Fast jeder Konkurrent besitzt eine Disziplin, in der er überlegen erscheint. Der Leapmotor ist günstiger, der Tavascan emotionaler, der Genesis luxuriöser und der Enyaq noch etwas praktischer. Der Mitsubishi versucht hingegen gar nicht erst, in einer einzelnen Kategorie zu glänzen. Seine Stärke liegt vielmehr im ausgewogenen Gesamtpaket. Komfort, Verarbeitung, Ausstattung, Bedienung und Reichweite greifen stimmig ineinander. Genau deshalb dürfte er vor allem Käufer überzeugen, die nicht das spektakulärste Elektro-SUV suchen, sondern eines, das den Alltag möglichst entspannt gestaltet.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Sehr komfortables Fahrwerk mit hohem Langstreckenkomfort
  • Hochwertiger Innenraum mit viel Platz und überzeugender Verarbeitung
  • Realistische Reichweite und erfreulich effizienter Verbrauch im Alltag
  • Gelungenes Google-Infotainment & hervorragende Matrix-LED-Scheinwerfer
  • Üppige Serienausstattung ohne unübersichtliche Aufpreisliste

Nachteile ❌

  • Ladeleistung bleibt in der Praxis hinter den Werksangaben zurück
  • Keine manuell aktivierbare Batterievorkonditionierung
  • Antrieb verliert bei höheren Geschwindigkeiten spürbar an Nachdruck
  • Induktive Ladeschale arbeitet nicht immer zuverlässig
  • Hohe Ladekante und keine ebene Ladefläche bei umgeklappten Rücksitzen


Technische Daten des Mitsubishi Eclipse Cross EV

ModellMitsubishi Eclipse Cross EV Diamant Top mit Luxury-Paket 87 kWh (22 kW)
Länge x Breite x Höhe (m)4,49 x 1,91 (2,09 mit Außenspiegeln) x 1,57
Radstand (mm)2.784
MotorElektromotor
Batteriekapazität (kWh)87 (brutto)
Leistung (kW / PS)160 / 218
Drehmoment (Nm)300
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebFront
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)17,1
Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh)18,0
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)DC: 150 / AC: 22
0 auf 100 km/h (in Sekunden)7,9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)170
Leergewicht (kg)1.950
Kofferraumvolumen (l)545 – 1.670
FarbeKosmos-Blau
Grundpreis (Euro)43.990
Testwagenpreis (Euro)55.340
Technische Daten: Mitsubishi Eclipse Cross EV


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