Lexus RX 500h
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Lexus RX 500h Test – Der japanische Gegenentwurf zum Premium-SUV

Der Lexus RX 500h tritt in einem Segment an, in dem sich die Hersteller seit Jahren gegenseitig mit immer neuen Technologien überbieten. Größere Displays, immer komplexere Menüs und Assistenzsysteme, die teilweise mehr Aufmerksamkeit verlangen als der eigentliche Straßenverkehr. Wer heute einen BMW X5, Mercedes-Benz GLE oder Audi Q7 bestellt, bekommt nicht selten das Gefühl vermittelt, weniger ein Auto als vielmehr einen rollenden Elektronikmarkt erworben zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, versehentlich eine Sitzmassage zu aktivieren, ist inzwischen vielerorts höher als die, den Scheibenwischerhebel auf Anhieb zu finden.

Lexus beobachtet diese Entwicklung seit Jahren mit bemerkenswerter Gelassenheit. Während die Konkurrenz regelmäßig die nächste digitale Revolution ausruft, halten die Japaner weiterhin an ihrer eigenen Philosophie fest. Dazu gehört auch ein Begriff, der die Marke bereits seit Ende der Achtziger begleitet: Omotenashi. Dahinter verbirgt sich die Idee, den Gästen Wünsche zu erfüllen, bevor diese überhaupt ausgesprochen werden. Deutsche Premiumhersteller würden daraus vermutlich drei Apps, zwei Sonderausstattungen und ein monatliches Abonnement machen.

Auch der aktuelle RX folgt dieser Denkweise erstaunlich konsequent. Natürlich verfügt das große SUV über moderne Technik, digitale Instrumente und sämtliche heute erwarteten Assistenzsysteme. Gleichzeitig findet man hier aber noch echte Tasten, eine erfreulich intuitive Bedienung und einen Hersteller, der nicht jeder Modeerscheinung hinterherläuft, nur weil sie gerade auf einer PowerPoint-Folie gut aussieht.

Mit dem RX 500h schickt Lexus die stärkste Variante der Baureihe ins Rennen. 371 PS Systemleistung, Allradantrieb, Allradlenkung und ein adaptives Fahrwerk sollen Käufer ansprechen, die sich sonst bei Audi SQ8, VW Touareg R oder BMW X5 umsehen würden. Allerdings wird bereits nach wenigen Kilometern klar, dass der Japaner diesen Vergleich nur bedingt mitgehen möchte. Denn obwohl Lexus von einem Performance-Hybrid spricht, verhält sich der RX deutlich weniger aggressiv als viele seiner Wettbewerber. Stattdessen setzt er auf Komfort, Gelassenheit und die Überzeugung, dass ein gutes Auto nicht zwingend bei jeder Fahrt beweisen muss, wie schnell es von null auf hundert sprintet. Ob das ankommt, klärt unser Test. Fahrbericht.


Der Look

Wenn man den Lexus RX 500h neben einen BMW X5, Audi Q7 oder Mercedes-Benz GLE stellt, fällt zunächst eines auf: Während die Deutschen im Laufe der Jahre immer stärker miteinander verschmolzen sind, wirkt der Lexus weiterhin wie ein Lexus. Man muss kein Markenexperte sein, um ihn sofort als solchen zu erkennen. Und damit ist er nicht alleine. Egal ob der Luxus-Van LM (Test des Lexus LM 350h), das kleine SUV UX (Test des Lexus UX 300h), das Luxus-Cabrio LC (Test des Lexus LC 500 Ultimate Edition), die Limousine LS (Test des Lexus LS 500) oder das Kompakt-SUV NX (Test des Lexus NX 450h) – alle sind sofort dem japanischen Fabrikat zuzuordnen.

Das beginnt beim RX bereits an der Front. Der riesige Kühlergrill im Diabolo-Stil gehört seit Jahren zu den Markenzeichen der Japaner und hat auch beim aktuellen RX nichts von seiner Präsenz verloren. Gemeinsam mit den scharf gezeichneten Matrix-LED-Scheinwerfern entsteht ein Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen höflicher Zurückhaltung und latent schlechter Laune pendelt. Als hätte der Wagen gerade festgestellt, dass die Konkurrenz erneut sämtliche Funktionen der Klimaanlage in einen Touchscreen verlegt hat.

Überhaupt lebt der RX von seinen Linien. Während viele Wettbewerber auf möglichst glatte Flächen setzen, arbeitet Lexus weiterhin mit zahlreichen Kanten, Sicken und Lichtkanten. Das wirkt auf den ersten Blick fast etwas unruhig, verleiht dem großen SUV aber eine Eigenständigkeit, die man in dieser Fahrzeugklasse inzwischen nur noch selten findet. Nicht selten kommt auch der Vergleich zu einem Katana-Schwert auf.

Besonders gut gelingt das in Obsidiangrau Metallic. Die 1.100 Euro teure Lackierung bringt die Konturen des Fahrzeugs deutlich stärker zur Geltung als Schwarz oder Weiß und lässt den RX je nach Lichteinfall fast unterschiedlich wirken. Dazu kommen beim Testwagen die optionalen silbernen 21-Zoll-Leichtmetallräder für 3.300 Euro. Interessanterweise sind die schwarzen 21-Zöller serienmäßig, während die aus unserer Sicht eleganteren silbernen Felgen Aufpreis kosten. Offenbar war man in der Lexus-Produktplanung der Meinung, dass guter Geschmack finanziell sanktioniert werden sollte.

Am Heck setzt sich die eigenständige Formensprache fort. Das durchgehende Leuchtenband gehört mittlerweile zwar zum Standardrepertoire der Branche, wirkt beim RX aber weniger bemüht als bei manchem Wettbewerber. Insgesamt präsentiert sich der Lexus als luxuriöses SUV mit klarer Haltung. Nicht spektakulär um jeden Preis, aber selbstbewusst genug, um auch ohne vier Ringe, Stern oder Propeller auf der Motorhaube aufzufallen.


Und innen?

Wer zum ersten Mal im Lexus RX 500h Platz nimmt, erlebt einen Moment, den man in dieser Fahrzeugklasse mittlerweile erstaunlich selten erlebt: Man findet sich sofort zurecht.

Das klingt zunächst nicht besonders spektakulär. Tatsächlich ist es jedoch fast schon eine kleine Sensation. Während manche Premiumhersteller offenbar der Überzeugung sind, dass sich jede neue Fahrzeuggeneration wie ein Software-Update mit anschließender Einarbeitungsphase anfühlen sollte, verfolgt Lexus weiterhin einen angenehm pragmatischen Ansatz.

Der Fahrer blickt auf ein modernes digitales Cockpit, daneben thront ein großer Zentralbildschirm und selbstverständlich beherrscht das System sämtliche heute erwarteten Funktionen von Apple CarPlay bis Android Auto. Gleichzeitig existieren aber noch echte Tasten. Nicht als nostalgische Dekoration, sondern als tatsächlich nutzbare Bedienelemente. Wer die Temperatur verändern möchte, muss weder drei Untermenüs öffnen noch einen Sprachassistenten bemühen, der zunächst fragt, ob man die Sitzheizung oder die Außentemperatur meint.

Dabei wirkt das Cockpit keineswegs altmodisch. Im Gegenteil. Die Architektur erscheint modern, aufgeräumt und hochwertig verarbeitet. Lexus verzichtet lediglich darauf, jeden verfügbaren Quadratzentimeter mit Bildschirmen zu tapezieren.

Auch bei den Materialien zeigt sich die japanische Interpretation von Luxus. Deutsche Hersteller versuchen häufig, ihre Innenräume möglichst technisch wirken zu lassen. Lexus setzt derweil auf eine wärmere und zurückhaltendere Atmosphäre. Die Verarbeitung bewegt sich dabei auf Augenhöhe mit der Premium-Konkurrenz. Knarzende Verkleidungen, unsaubere Übergänge oder fragwürdige Materialexperimente sucht man vergeblich.

Die F-Sport-Sitze bieten zudem einen gelungenen Kompromiss aus Seitenhalt und Langstreckenkomfort. Selbst nach mehreren Stunden hinter dem Steuer steigt man entspannt wieder aus. Gleiches gilt für den Fond, der großzügige Platzverhältnisse bietet und auch größeren Mitreisenden keinen Anlass zur Beschwerde liefert.

Zum Standardumfang des Lexus RX 500h gehört außerdem das Mark-Levinson-Soundsystem. Lexus vermarktet dieses selbstbewusst als High-End-Anlage. Diesen Anspruch würden wir jedoch mit Vorsicht genießen. Das System klingt sauber, ausgewogen und hochwertig, spielt damit zweifellos in der Oberklasse. Gegen die besten Anlagen von Bowers & Wilkins, Burmester oder Bang & Olufsen fehlt jedoch ein Stück Räumlichkeit und Dynamik. Anders formuliert: Das Mark Levinson klingt hervorragend, man sollte nur vermeiden, direkt vorher einen Volvo XC90 mit Bowers & Wilkins gehört zu haben.


Der Antrieb des Lexus RX 500h

Wer den Begriff „Performance Hybrid“ liest, denkt unweigerlich an Fahrzeuge wie den VW Touareg R oder diverse Plug-in-Hybride deutscher Hersteller. Viel Leistung, viel Drehmoment und möglichst viel Vortrieb. Der Lexus RX 500h erfüllt einen Teil dieser Erwartungen, interpretiert das Thema jedoch auf seine eigene Weise.

Die technischen Daten lesen sich zunächst vielversprechend. Ein 2,4 Liter großer Turbobenziner arbeitet gemeinsam mit zwei Elektromotoren und erzeugt eine Systemleistung von 371 PS sowie 550 Newtonmeter Drehmoment. Anders als die meisten Hybridmodelle von Lexus setzt der RX 500h dabei nicht auf ein stufenloses CVT-Getriebe, sondern auf eine klassische Sechsgang-Automatik. Bereits dieser Umstand verändert den Charakter des Fahrzeugs spürbar.

Im Alltag überzeugt der Antrieb vor allem durch sein spontanes Ansprechverhalten. Die elektrische Unterstützung sorgt dafür, dass der große SUV unmittelbar auf Gaspedalbefehle reagiert. Gerade im Stadtverkehr und auf Landstraßen wirkt der RX dadurch erstaunlich leichtfüßig. Überholmanöver erledigt er souverän und auch auf der Autobahn mangelt es nie an Leistungsreserven.

Wer allerdings erwartet, dass die 371 PS mit der gleichen Vehemenz an die Insassen weitergereicht werden wie in einem Touareg R oder Audi SQ8, dürfte überrascht sein. Der Lexus fühlt sich schneller an, als er aussieht, aber weniger schnell, als es die nackten Leistungsdaten vermuten lassen. Das liegt weniger an mangelnder Leistung als vielmehr an seiner grundsätzlichen Abstimmung. Selbst unter Volllast wirkt der RX eher wie ein sehr kräftiger Reisewagen als wie ein SUV auf Angriffskurs.

Positiv fällt dabei die Laufkultur auf. Im normalen Fahrbetrieb hält sich der Turbobenziner angenehm zurück und bleibt akustisch weitgehend im Hintergrund. Erst wenn die volle Leistung abgerufen wird, meldet er sich deutlich hörbar zu Wort und macht unmissverständlich klar, dass gerade sämtliche 371 PS beschäftigt sind.

Genau hier zeigt sich die eigentliche Philosophie des RX 500h. Er möchte nicht beeindrucken, indem er seine Leistung ständig demonstriert. Er nutzt sie vielmehr als Komfortreserve. Und das passt letztlich deutlich besser zum Charakter dieses Fahrzeugs als jede künstlich erzeugte Sportlichkeit.


Alltag & Verbrauch

Hybridantriebe haben in den vergangenen Jahren viele Gesichter angenommen. Manche müssen regelmäßig an die Steckdose, andere schleppen Batterien spazieren, die schwerer sind als ein Kleinwagenmotor aus den Neunzigern, und wieder andere versprechen Verbrauchswerte, die sich spätestens auf der ersten Autobahnetappe als reine Fantasie entpuppen. Der Lexus RX 500h verfolgt einen deutlich bodenständigeren Ansatz.

Als klassischer Vollhybrid benötigt er weder Wallbox noch Ladekabel. Stattdessen übernimmt das System die Energieverwaltung vollständig selbst. Das mag weniger spektakulär wirken als elektrische Reichweiten von 100 Kilometern oder mehr, bringt im Alltag jedoch einen entscheidenden Vorteil mit sich: Man muss sich um nichts kümmern. Einsteigen, losfahren, fertig. Eine Eigenschaft, die man im Zeitalter von Ladeapps, RFID-Karten und Tarifvergleichen fast schon wieder als Luxus bezeichnen könnte.

Lexus gibt den RX 500h aktuell mit einem kombinierten WLTP-Verbrauch von 8,1 Litern je 100 Kilometer an. Im Alltag erwies sich dieser Wert als erstaunlich realistisch. Ohne besondere Sparbemühungen pendelte sich der Durchschnittsverbrauch bei 8,4 Litern ein. Wer die vorhandenen Leistungsreserven häufiger nutzt, landet bei rund 9,5 Litern.

Besonders interessant fällt das Ergebnis auf der Autobahn aus. Selbst bei dauerhaft zügiger Fahrweise standen lediglich 10,6 Liter auf dem Bordcomputer. Für ein über fünf Meter langes SUV mit 371 PS ist das ein durchaus respektabler Wert. Noch beeindruckender verlief die Sparrunde, die mit lediglich 5,7 Litern endete. Das zeigt eindrucksvoll, wie effizient das Hybridsystem arbeiten kann, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Dazu kommt eine hohe Alltagstauglichkeit. Das Platzangebot überzeugt sowohl vorne als auch im Fond, der Kofferraum fällt mit 461 Litern großzügig aus und lässt sich auf bis zu 1.678 Liter erweitern, falls es doch mal der spontane Baumarktbesuch sein soll. Und dank der guten Geräuschdämmung entwickelt sich der Performance-RX zu einem ausgesprochen angenehmen Reisewagen. Hinzu kommt eine Erkenntnis, die man nach einigen Tagen im Lexus immer häufiger gewinnt: Nicht jedes Fahrzeug muss ständig beweisen, wie modern es ist. Manchmal reicht es vollkommen, wenn es einfach gut funktioniert.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Wer die Ausstattungsliste des Lexus RX 500h studiert, stellt schnell fest, dass die Japaner das Thema Sonderausstattung etwas anders betrachten als viele Wettbewerber. Während man bei deutschen Premiumherstellern häufig zunächst den Grundpreis verdauen und anschließend eine zweite Finanzierung für die Optionsliste organisieren muss, verfolgt Lexus einen erfreulich unkomplizierten Ansatz.

Der RX 500h wird ausschließlich als F Sport angeboten und bringt bereits ab Werk nahezu alles mit, was Käufer in dieser Fahrzeugklasse erwarten dürfen. Matrix-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, Sitzheizung und Sitzbelüftung vorne, elektrische Sitze mit Memoryfunktion, 360-Grad-Kamera, adaptive Dämpfer, Allradlenkung, ein digitales Cockpit sowie zahlreiche Komfort- und Sicherheitsfunktionen gehören bereits zum Serienumfang.

Mittlerweile fällt die Aufpreisliste entsprechend überschaubar aus. Neben der Außenfarbe und den silbernen 21-Zoll-Rädern für 3.300 Euro bleiben praktisch nur noch das elektrische Panorama-Glasdach für 1.950 Euro und die Anhängerkupplung 1.130 Euro übrig. Der Rest ist bereits an Bord. Das spart nicht nur Zeit bei der Konfiguration, sondern verhindert auch jene Momente, in denen man nach zwei Stunden im Konfigurator feststellt, dass die gewünschte Ausstattung Bestandteil eines weiteren Pakets ist, welches wiederum nur in Verbindung mit einem anderen Paket bestellt werden kann. Übrigens: Lexus bietet drei Metallic-Lackierungen (Graphitschwarz, Obsidiangrau und Iridiumsilber) für 1.100 Euro an. Wer es exklusiver mag, kann auf drei Sonderfarben (Flammblau, Kupferrot und Fujiweiss) für je 1.650 Euro zurückgreifen. Kurioserweise gibt es keine aufpreisfreie Farbe.

Technisch präsentiert sich der RX auf der Höhe der Zeit. Das Infotainment arbeitet schnell und zuverlässig, die Smartphone-Integration funktionierte im Test problemlos und die Darstellung der Kameras gehört zu den besseren Lösungen im Segment. Gleichzeitig verzichtet Lexus erfreulicherweise darauf, jede Funktion in einem Untermenü zu verstecken. Ein Konzept, das deutlich besser altert als viele aktuelle Touchscreen-Experimente.

Bei den Assistenzsystemen zeigt sich der RX ebenfalls angenehm zurückhaltend. Natürlich erfüllt er sämtliche aktuellen Vorschriften und meldet sich, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten oder die Augen zu lange von der Fahrbahn genommen werden. Im Gegensatz zu manchem Wettbewerber wirkt der Lexus dabei jedoch selten belehrend oder hektisch. Die Systeme unterstützen den Fahrer, statt ihm permanent erklären zu wollen, wie Autofahren funktioniert.

Genau diese unaufgeregte Art zieht sich durch das gesamte Fahrzeug. Der RX 500h versucht nicht, mit technischen Spielereien zu beeindrucken. Er konzentriert sich lieber darauf, seine vorhandene Technik möglichst sinnvoll einzusetzen. Und das gelingt erstaunlich gut.


Varianten & Preise des Lexus RX 500h

Die RX-Baureihe beginnt aktuell bei 73.850 Euro. Dafür erhalten Käufer den RX 350h, einen klassischen Vollhybrid mit Fokus auf Effizienz und Komfort. Darüber rangiert der RX 450h+ (Test des Lexus RX 450h+), der für mindestens 76.650 Euro den bekannten Plug-in-Hybrid-Antrieb mitbringt und insbesondere für Fahrer interessant ist, die regelmäßig laden können oder möchten.

Die Rolle des Flaggschiffs übernimmt der RX 500h. Mit einem Grundpreis von 103.850 Euro entfernt er sich allerdings deutlich von seinen kleineren Brüdern. Rund 27.000 Euro liegen zwischen dem RX 450h+ und dem Topmodell. Eine Differenz, die selbst in dieser Fahrzeugklasse nicht mehr unter die Kategorie „überschaubarer Aufpreis“ fällt.

Allerdings verfolgt der 500h auch einen anderen Ansatz. Während der 450h+ vor allem über seine elektrische Reichweite argumentiert, setzt das Topmodell auf mehr Leistung, eine umfangreichere Serienausstattung, die Allradlenkung, das adaptive Fahrwerk sowie seinen eigenständigen Performance-Hybrid-Antrieb. Die Frage lautet daher weniger, welcher RX der bessere ist. Vielmehr entscheidet der persönliche Einsatzzweck darüber, welcher Antrieb am besten passt. Eine dreijährige Lexus-Garantie ist beim RX ebenso dabei wie eine fünfjährige Garantie auf Hybrid-Komponenten.

Die Aufpreisliste des RX 500h fällt dabei erfreulich kurz aus. Neben verschiedenen Lackierungen stehen praktisch nur noch das elektrische Panorama-Glasdach sowie die Anhängerkupplung zur Wahl. Unser Testwagen kam mit Obsidiangrau Metallic und Panorama-Glasdach auf einen Gesamtpreis von 109.100 Euro. Wer sämtliche verfügbaren Optionen auswählt, landet aktuell bei 110.780 Euro.

Damit bewegt sich der Lexus auf dem Niveau seiner deutschen Wettbewerber. Gleichzeitig bietet er einen Vorteil, den man heute nicht mehr überall findet: Nach wenigen Minuten im Konfigurator ist die Bestellung erledigt. Bei manchen Konkurrenten hat man zu diesem Zeitpunkt gerade erst die richtige Felgenfarbe gefunden.


Kundenfeedback

Wer sich durch Besitzerforen und Erfahrungsberichte zum Lexus RX 500h liest, stößt auf ein interessantes Phänomen: Viele Diskussionen drehen sich erstaunlich selten um Defekte, Softwareprobleme oder Werkstattaufenthalte. Stattdessen sprechen Besitzer meist darüber, wie sich der große Lexus im Alltag schlägt. Das mag unspektakulär klingen, ist in einem Segment, in dem manche Fahrzeuge gefühlt mehr Updates als Tankfüllungen erhalten, jedoch durchaus bemerkenswert.

Besonders häufig gelobt werden der Fahrkomfort und die Geräuschdämmung. Viele Besitzer beschreiben den RX 500h als ausgesprochen angenehmen Reisewagen, der selbst auf langen Autobahnetappen entspannt wirkt. Auch die Verarbeitungsqualität wird regelmäßig hervorgehoben. Knarzende Verkleidungen, lose Zierleisten oder andere Qualitätsprobleme scheinen beim RX deutlich seltener ein Thema zu sein als bei manchem Wettbewerber.

Ebenfalls positiv fällt das Echo zum Hybridantrieb aus. Dabei geht es weniger um die reine Leistung als vielmehr um dessen Alltagstauglichkeit. Viele Fahrer schätzen die spontane Leistungsentfaltung im Stadtverkehr ebenso wie die Tatsache, dass das System ohne Ladekabel, Wallbox oder Reichweitenplanung auskommt. Auch die realen Verbrauchswerte werden überwiegend positiv bewertet und liegen laut zahlreichen Besitzern erstaunlich nah an den Werksangaben.

Interessanterweise taucht ein Kritikpunkt immer wieder auf: die Bezeichnung „Performance Hybrid“. Nicht wenige Eigentümer weisen darauf hin, dass der RX 500h zwar kraftvoll, aber deutlich weniger sportlich abgestimmt ist, als Name und Leistungsdaten zunächst vermuten lassen. Wer einen aggressiven Kurvenräuber erwartet, scheint gelegentlich enttäuscht zu werden. Wer hingegen einen komfortablen und souveränen Reisewagen sucht, fühlt sich meist schnell zuhause.

Auffällig ist außerdem, dass viele RX-500h-Fahrer den Lexus ganz bewusst anstelle eines BMW X5, Mercedes-Benz GLE oder Audi Q7 gekauft haben. Nicht weil der Japaner in jeder Disziplin überlegen wäre, sondern weil er einen anderen Ansatz verfolgt. Weniger Show, weniger Technik um der Technik willen und dafür mehr Gelassenheit. Genau diese Eigenschaft wird in den Besitzerberichten immer wieder als einer der Hauptgründe für die Kaufentscheidung genannt.


Fazit zum Lexus RX 500h

Der Lexus RX 500h ist ein Fahrzeug, das sich erstaunlich wenig darum schert, was aktuell als besonders modern gilt. Während große Teile der Premium-Konkurrenz immer digitaler, komplexer und technischer werden, bleibt der Japaner seinem eigenen Ansatz treu. Das beginnt bei der Bedienung, setzt sich beim Hybridantrieb fort und endet bei einer Fahrzeugphilosophie, die Komfort und Gelassenheit höher bewertet als maximale Dynamik.

Dabei ist der RX keineswegs frei von Kritik. Für einen Performance-Hybrid wirkt er stellenweise zurückhaltender, als Name und Leistungsdaten vermuten lassen. Das Mark-Levinson-Soundsystem erreicht trotz aller Marketingversprechen nicht ganz die Spitzenklasse und wer häufig lange Autobahnetappen absolviert, findet bei den großen Sechszylinder-Dieseln deutscher Hersteller nach wie vor überzeugende Alternativen.

Gleichzeitig macht der Lexus erstaunlich vieles richtig. Die Verarbeitungsqualität bewegt sich auf hohem Niveau, das Fahrwerk verbindet Komfort und Fahrstabilität gekonnt miteinander und der Vollhybrid überzeugt mit einer Alltagstauglichkeit, die viele Plug-in-Hybride erst dann erreichen, wenn ihre Batterie regelmäßig geladen wird. Hinzu kommt eine Ausstattungspolitik, die erfreulich wenig Raum für unangenehme Überraschungen lässt.

Der RX 500h ist deshalb kein SUV für Menschen, die vor allem auf Leistungsdaten, Prestige oder technische Superlative achten. Er richtet sich vielmehr an Käufer, die bewusst einen anderen Weg gehen möchten. Käufer, die ein hochwertiges, komfortables und eigenständiges Premium-SUV suchen, ohne dabei jede neue Modeerscheinung der Branche mitmachen zu müssen. In einer Fahrzeugklasse, in der sich viele Modelle zunehmend ähneln, ist das vielleicht sein größter Trumpf.


Konkurrenz & Vergleich

Mit einem Grundpreis von 103.850 Euro bewegt sich der Lexus RX 500h inzwischen mitten im Revier der etablierten Premium-Konkurrenz. Die spannende Frage lautet dabei weniger, ob der Lexus mit BMW, Mercedes oder Audi mithalten kann. Interessanter ist vielmehr, für welchen Käufertyp er überhaupt die passende Alternative darstellt.

Der BMW X5 xDrive50e startet bei 97.900 Euro und kombiniert seinen Reihensechszylinder mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb. Er wirkt insgesamt dynamischer, moderner und technisch ambitionierter als der Lexus. Gleichzeitig verlangt er seinem Fahrer deutlich mehr Aufmerksamkeit ab und setzt stärker auf Digitalisierung. Wer gerne fährt, landet meist beim BMW (Test des BMW X5 xDrive30d). Wer lieber reist, sollte beide Fahrzeuge zumindest einmal direkt vergleichen.

Ähnlich verhält es sich beim Mercedes-Benz GLE 450e 4Matic, der aktuell ab 95.176 Euro angeboten wird. Der Stuttgarter präsentiert sich besonders auf langen Strecken als hervorragender Begleiter und punktet mit seinem kultivierten Plug-in-Hybrid-System. Gleichzeitig wirkt der Innenraum deutlich stärker von Bildschirmen und digitalen Funktionen geprägt (Test des Mercedes-Benz GLE 450d). Der Lexus verfolgt hier den konservativeren Ansatz.

Der Audi Q7 spielt mittlerweile eine besondere Rolle im Wettbewerbsumfeld. Der frühere Plug-in-Hybrid Q7 55 TFSI e, der zuletzt bei rund 87.300 Euro startete, gehörte noch zur vorherigen Generation (Test des Audi Q7 2025) und wird inzwischen nicht mehr angeboten. An seine Stelle tritt ein komplett neuer Q7, der derzeit ausschließlich mit einem V6-Diesel erhältlich ist. Technisch präsentiert sich der Audi deutlich moderner als sein Vorgänger und setzt stärker auf Digitalisierung, Konnektivität und Assistenzsysteme. Gerade Vielfahrer dürften Gefallen am kultivierten Selbstzünder finden. Käufer, die Wert auf eine möglichst intuitive Bedienung und eine weniger techniklastige Atmosphäre legen, könnten sich dagegen eher im Lexus zuhause fühlen.

Eine ähnliche Situation ergibt sich beim VW Touareg R eHybrid (Test des VW Touareg R Facelift). Zuletzt war das Modell lediglich noch als Final Edition erhältlich und kostete mindestens 100.280 Euro. In dieser Form bot der Wolfsburger die sportlichste Interpretation eines großen Plug-in-Hybrid-SUVs im Vergleichsfeld. Mittlerweile ist der Touareg R allerdings nicht mehr konfigurierbar, weshalb sich seine Rolle im Markt zunehmend der eines interessanten Gebraucht- oder Lagerfahrzeugs annähert.


Volvo XC90 T8 AWD versus Lexus RX 500h

Am nächsten kommt dem Lexus vermutlich der Volvo XC90 T8 AWD. Mit einem Grundpreis von 88.990 Euro bietet der Schwede ebenfalls einen Plug-in-Hybrid-Antrieb und verfolgt eine ähnliche Philosophie wie der RX. Statt maximale Sportlichkeit oder technologische Selbstdarstellung in den Vordergrund zu stellen, konzentrieren sich beide Fahrzeuge stärker auf Komfort, hochwertige Materialien und entspanntes Reisen. Auch beim Thema Digitalisierung bleibt Volvo vergleichsweise zurückhaltend und verzichtet auf viele der Spielereien, die mittlerweile in anderen Premium-SUVs Einzug gehalten haben. Unterschiede zeigen sich vor allem beim Antriebskonzept. Während der Volvo auf einen Plug-in-Hybriden – und auf Wunsch auf einen Mildhybriden (Test des Volvo XC90 B5) – setzt, bleibt Lexus seinem Vollhybrid treu. Klanglich besitzt der XC90 mit dem optionalen Bowers-&-Wilkins-System zudem einen Vorteil gegenüber dem Mark Levinson des RX.

Am Ende positioniert sich der RX 500h irgendwo zwischen all diesen Konzepten. Er ist weder der sportlichste noch der sparsamste oder prestigeträchtigste Vertreter seiner Klasse. Dafür bietet er etwas, das in diesem Segment selten geworden ist: eine konsequent eigene Identität. Und das ist oft mehr wert als zehn zusätzliche Menüpunkte im Infotainment.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Technische Daten des Lexus RX 500h

ModellLexus RX 500h F Sport
Länge x Breite x Höhe (m)4,89 x 1,92 (2,21 mit Außenspiegeln) x 1,70
Radstand (mm)2.850
MotorVierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung + E-Motor
Hubraum (ccm)2.393
Systemleistung (kW / PS)273 / 371
Systemdrehmoment (Nm)551
Getriebe6-Gang-Automatikgetriebe
AntriebAllrad
KraftstoffartSuper E10 & Strom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in Liter)8,1
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)8,4
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)183
AbgasnormEuro 6e
0 auf 100 km/h (in Sekunden)6,2
Höchstgeschwindigkeit (km/h)210
Leergewicht (kg)2.175
Kofferraumvolumen (l)461 – 1.678
FarbeObsidiangrau Metallic
Grundpreis (Euro)103.850
Testwagenpreis (Euro)109.100
Technische Daten: Lexus RX 500h


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