Kia Sportage AWD
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Kia Sportage AWD Test – Facelift mit Feinschliff statt Revolution

Der Kia Sportage AWD gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Kompakt-SUVs Europas. Das überrascht kaum, schließlich verbindet der Koreaner genau jene Eigenschaften, die in diesem Segment gefragt sind: viel Platz, eine umfangreiche Ausstattung, moderne Technik und eine Garantie, von der viele Wettbewerber nach wie vor nur träumen können. Gleichzeitig hat sich das Umfeld in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Volkswagen hat den Tiguan grundlegend erneuert, Cupra schickt den Terramar ins Rennen, Peugeot setzt mit dem 3008 auf extravagantes Design und aus China drängen immer mehr neue Wettbewerber auf den Markt. Sich auf früheren Erfolgen auszuruhen, wäre also die denkbar schlechteste Strategie gewesen.

Genau deshalb hat Kia den Sportage zum Modelljahr 2026 an den entscheidenden Stellen überarbeitet. Das Facelift bringt eine vollständig neu gestaltete Frontpartie, die sich nun deutlich an der aktuellen Designsprache der Marke orientiert und den Abstand zu den elektrischen EV-Modellen nahezu verschwinden lässt. Gleichzeitig wurde auch der Innenraum modernisiert, ohne dabei einer Entwicklung zu folgen, die derzeit viele Hersteller offenbar für alternativlos halten: möglichst viele Funktionen hinter möglichst wenigen Tasten zu verstecken. Der Sportage bleibt erfreulich bodenständig und setzt weiterhin auf eine Bedienung, die sich auch während der Fahrt problemlos nutzen lässt.

Doch ein gelungenes Facelift besteht aus weit mehr als neuen Scheinwerfern oder einem größeren Display. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob sich der Alltag tatsächlich verbessert hat. Fährt der Sportage souveräner als bisher? Wie harmoniert der 180 PS starke Turbobenziner mit dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe? Ist der Allradantrieb lediglich ein Eintrag im Datenblatt oder bringt er auch im Alltag spürbare Vorteile? Und vor allem: Kann sich der Kia Sportage AWD heute noch gegen die stetig wachsende Konkurrenz behaupten, die mittlerweile vom klassischen Volkswagen Tiguan bis hin zu Modellen wie dem BYD Seal U DM-i oder dem Leapmotor C10 REEV reicht?

Genau diesen Fragen widmen wir uns in unserem ausführlichen Kia Sportage AWD Test. Dafür haben wir das überarbeitete Kompakt-SUV im Alltag, auf der Autobahn, im Stadtverkehr und auf langen Etappen bewegt, den Verbrauch unter unterschiedlichen Bedingungen ermittelt und einen genauen Blick auf Komfort, Technik, Verarbeitung und Ausstattung geworfen. Denn ein gutes SUV muss heute deutlich mehr können, als lediglich bequem von A nach B zu fahren. Fahrbericht.


Der Look

Dass Kia mittlerweile zu den designstärksten Volumenherstellern gehört, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Kia in erster Linie mit einem attraktiven Preis überzeugen musste. Heute ist es nicht selten die Optik, die den Ausschlag gibt. Der Kia Sportage AWD liefert dafür einmal mehr den besten Beweis.

Die größte Veränderung betrifft die Front. Mit den neu gestalteten Scheinwerfern, der markanteren Lichtsignatur und dem überarbeiteten Kühlergrill orientiert sich das Kompakt-SUV nun deutlich stärker an den aktuellen Elektro-Modellen der Marke. Die Familienähnlichkeit zum EV3 oder EV9 ist unverkennbar, ohne dass der Sportage dabei seine eigene Identität verliert. Vielmehr wirkt das gesamte Fahrzeug nun aus einem Guss. Das Facelift beseitigt genau jene kleinen Ungereimtheiten, die den Vorgänger optisch noch etwas uneinheitlich erscheinen ließen.

Dabei bleibt Kia erfreulich zurückhaltend. Statt jede Linie möglichst aggressiv zu gestalten oder künstlich Sportlichkeit zu inszenieren, setzt der Sportage weiterhin auf ausgewogene Proportionen. Das SUV wirkt kraftvoll, ohne plump zu erscheinen, modern, ohne jedem kurzfristigen Designtrend hinterherzulaufen. Gerade diese Gelassenheit macht den neuen Auftritt so überzeugend.

Auch die Seitenansicht musste sich kaum verändern. Die markanten Radhäuser, die leicht ansteigende Fensterlinie und die prägnante Schulterpartie verleihen dem Sportage nach wie vor eine gewisse Eigenständigkeit. Viele Kompakt-SUVs lassen sich mittlerweile nur noch anhand des Markenlogos unterscheiden. Der Kia besitzt durchaus Wiedererkennungswert.

Unser Testwagen in Lunasilber-Metallic unterstreicht diesen Eindruck zusätzlich. Die Farbe verzichtet auf große Effekthascherei und harmoniert hervorragend mit den schwarzen GT-line-Akzenten. Gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen kommen die Kanten und Sicken der Karosserie besonders gut zur Geltung. Wer es etwas auffälliger mag, wird im Konfigurator zwar ebenfalls fündig, doch das zurückhaltende Silber – das wir eher als Grau klassifiziert hätten – passt erstaunlich gut zum Charakter des Fahrzeugs.

Am Heck fällt die Modellpflege deutlich dezenter aus. Die bekannten Leuchten bleiben erhalten, wurden jedoch behutsam modernisiert und fügen sich nun besser in das Gesamtbild ein. Insgesamt wirkt der Sportage dadurch erwachsener als bisher. Nicht spektakulärer. Nicht extrovertierter. Sondern schlicht stimmiger.

Dass Kia mittlerweile genau weiß, wann Zurückhaltung die bessere Entscheidung ist, zeigt dieses Facelift eindrucksvoll. Andere Hersteller überarbeiten ihre Bestseller in schöner Regelmäßigkeit so umfangreich, dass langjährige Kunden ihr eigenes Fahrzeug kaum noch wiedererkennen. Der Sportage geht den deutlich intelligenteren Weg. Er bleibt unverkennbar ein Sportage und sieht dennoch moderner aus als je zuvor. Genau so sollte eine Modellpflege aussehen.


Und innen?

Wer heute ein Facelift präsentiert, scheint sich fast schon verpflichtet zu fühlen, den Innenraum vollständig zu digitalisieren. Zwei Bildschirme mehr, fünf Tasten weniger und anschließend erklärt die Pressemappe, weshalb genau das ein Fortschritt sein soll. Der Sportage verweigert dieses Spiel erfreulicherweise.

Ja, das Cockpit orientiert sich inzwischen deutlich stärker an den aktuellen EV-Modellen der Marke. Und ja, das steht ihm ausgesprochen gut. Gleichzeitig haben die Entwickler aber genug Vernunft bewiesen, einige Tugenden des Vorfacelifts nicht gleich mit zu entsorgen. Eine Entscheidung, die man im Alltag schnell zu schätzen lernt.

Denn nahezu alles, was regelmäßig benutzt wird, lässt sich weiterhin direkt bedienen. Klima, Lautstärke oder Sitzheizung verschwinden nicht in irgendeinem Untermenü, sondern reagieren auf echte Tasten und Drehregler. Das klingt zunächst wenig spektakulär. Ist es aber. Gerade weil diese Erkenntnis mittlerweile erstaunlich selten geworden ist.

Besonders gelungen bleibt die Multimode-Bedienleiste. Je nach Auswahl übernimmt sie die Steuerung der Klimaanlage oder des Infotainments. Ein kleines Detail vielleicht. Gleichzeitig eine der cleversten Lösungen, die derzeit in einem Volumenmodell zu finden sind. Innovativ muss eben nicht kompliziert sein.

Das Infotainment selbst gehört inzwischen zu den alten Bekannten. Kia entwickelt das System seit Jahren kontinuierlich weiter, ohne dabei alles über den Haufen zu werfen. Wer bereits einen aktuellen Kia gefahren ist, findet sich sofort zurecht. Neue Nutzer ebenfalls. Genau so sollte moderne Bedienung funktionieren. Sie fällt nicht auf.

Die Materialqualität bewegt sich auf einem erfreulich hohen Niveau. Natürlich findet sich auch Hartplastik. Das gehört in dieser Fahrzeugklasse fast schon zum guten Ton. Entscheidend ist vielmehr, wo es eingesetzt wird. Und hier leistet sich der Sportage kaum Schwächen. Alles wirkt sauber verarbeitet, ordentlich zusammengesetzt und ausreichend wertig.

Die Sitze hinterlassen ebenfalls einen positiven Eindruck. Sie bieten guten Seitenhalt, genügend Langstreckenkomfort und gefallen selbst nach mehreren Stunden hinter dem Lenkrad noch. An die hervorragenden ergoActive-Sitze eines Volkswagen Tiguan reichen sie zwar nicht ganz heran. Ehrlicherweise schaffen das allerdings die wenigsten.

Am Platzangebot gibt es ohnehin kaum etwas auszusetzen. Vorne herrscht selbst für groß gewachsene Personen ausreichend Bewegungsfreiheit, im Fond reisen auch Erwachsene ohne Verrenkungen. Hinzu kommen eine eigene Klimazone für die Rückbank sowie ein USB-C-Anschluss in der Lehne des Beifahrersitzes. Solche Details wirken auf dem Papier unscheinbar. Im Familienalltag sind sie Gold wert.

Auch der Kofferraum des Kia Sportage AWD erfüllt genau das, was Käufer eines Kompakt-SUV erwarten dürfen. Er fällt großzügig aus, lässt sich problemlos beladen und bildet nach dem Umklappen der Rücksitze eine ebene Ladefläche. Wer schon einmal versucht hat, einen Kinderwagen oder schwere Kisten über eine hohe Ladekante zu bugsieren, weiß, dass genau solche Kleinigkeiten den Unterschied machen können.


Der Antrieb des Kia Sportage AWD

Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS gehört inzwischen zu den alten Bekannten im Kia-Konzern. Gemeinsam mit dem serienmäßigen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und dem Allradantrieb soll er genau jene Kundschaft ansprechen, die weder einen Hybrid noch einen Plug-in-Hybrid möchte und mit einem Diesel ebenfalls nichts anfangen kann. Auf dem Papier klingt das nach einer rundum vernünftigen Kombination. Im Alltag zeigt sich allerdings recht schnell, dass Papier bekanntlich geduldig ist.

Dabei wollen wir dem Motor gar nicht seine Qualitäten absprechen. Hat der Sportage erst einmal Fahrt aufgenommen, erledigt er seinen Job ausgesprochen souverän. Gerade auf der Autobahn entwickelt das SUV eine angenehme Gelassenheit. Ob Richtgeschwindigkeit, linke Spur oder die berühmten „Ich bin gleich da“-160 km/h, der Kia fühlt sich auf langen Etappen ausgesprochen wohl und lässt sich auch nach mehreren hundert Kilometern noch entspannt bewegen.

Nur bis dahin muss man eben erst einmal kommen. Denn das Zusammenspiel zwischen Motor und Doppelkupplungsgetriebe gehört zweifellos zu den größten Schwächen des ansonsten sehr gelungenen Gesamtpakets. Beim Rangieren, beim Einparken oder an der Ampel scheint sich der Antrieb regelmäßig eine kleine Bedenkzeit zu gönnen. Mal wartet das Getriebe. Mal dreht der Motor unnötig hoch. Und manchmal entsteht der Eindruck, beide Komponenten würden zunächst klären, wer heute eigentlich den ersten Schritt macht. Das Ergebnis wirkt nie dramatisch. Es passiert nur oft genug, dass man es irgendwann erwartet.

Besonders im Stop-and-Go fällt diese Eigenart auf. Obwohl 180 PS zur Verfügung stehen, fühlt sich der Kia Sportage AWD beim Anfahren oftmals deutlich zurückhaltender an. Die Leistung ist da. Sie kommt nur nicht immer dann an, wenn man sie gerade bestellt hat.

Verstärkt wird dieser Eindruck durch das Start-Stopp-System. Auch hier zählt Kia eher zu den Gemütlichen. Während manche Fahrzeuge den Motor nahezu unmerklich wieder starten, gönnt sich der Sportage gelegentlich einen zusätzlichen Augenblick. Das ist keine Ewigkeit. Im morgendlichen Berufsverkehr genügt allerdings manchmal schon eine Sekunde, um vom Hintermann an dessen offenbar äußerst wichtigen Terminplan erinnert zu werden.

Schade ist das vor allem deshalb, weil der Motor selbst durchaus überzeugen kann. Außerhalb dichter Innenstädte arbeitet der Vierzylinder angenehm kultiviert, läuft leise und sorgt für entspannte Langstrecken. Dass sich die 180 PS subjektiv eher nach 150 anfühlen, liegt deshalb weniger am Aggregat selbst als vielmehr an der Abstimmung des Antriebsstrangs. Hier steckt zweifellos noch Potenzial. Und vermutlich würde bereits eine angepasste Getriebesoftware einen spürbaren Unterschied machen.

Vom Allradantrieb bekommt der Fahrer dagegen erfreulich wenig mit. Genau so soll es sein. Im normalen Fahrbetrieb arbeitet das System unauffällig im Hintergrund und verteilt die Kraft erst dann variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, wenn es die Situation erfordert. Auf nasser Fahrbahn oder losem Untergrund geschieht das schnell und vor allem unmerklich. Traktionsprobleme traten während unseres Testzeitraums nicht auf.

Ergänzt wird das System durch einen Snow-Modus, der die Kraftverteilung bei winterlichen Straßenverhältnissen noch feinfühliger regeln soll. Hochsommer und Schneemodus schließen sich naturgemäß weitgehend aus, weshalb wir diese Funktion nicht unter realistischen Bedingungen bewerten konnten. Die technische Grundlage vermittelt allerdings Vertrauen, zumal Kia mit seinen Allradsystemen seit Jahren überzeugende Arbeit leistet.

Unterm Strich hinterlässt der Antrieb deshalb einen etwas zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite steht ein kultivierter Turbobenziner, ein sinnvoll abgestimmter Allradantrieb und eine angenehme Langstreckeneignung. Auf der anderen Seite ein Doppelkupplungsgetriebe, das im Alltag einfach einen Tick zu lange über jede Entscheidung nachdenkt. Und wer täglich im Stadtverkehr unterwegs ist, wird genau diese Eigenschaft häufiger erleben, als ihm vermutlich lieb ist.


Alltag & Verbrauch

Es gibt Autos, die machen den Alltag unnötig kompliziert. Türgriffe mit Überraschungseffekt, Bedienkonzepte, die ohne Einweisung kaum zu verstehen sind, oder Assistenzsysteme, die sich wichtiger nehmen als der Fahrer selbst. Der Kia Sportage AWD gehört erfreulicherweise nicht dazu. Er erledigt seinen Job mit einer angenehmen Selbstverständlichkeit. Und genau deshalb fällt erst nach einigen Tagen auf, wie viele Dinge hier schlicht funktionieren.

Das beginnt bereits beim Einsteigen. Die Türen öffnen weit, der Einstieg gelingt bequem und die erhöhte Sitzposition sorgt für eine gute Übersicht. Man sitzt nicht auf dem Auto, sondern angenehm darin. Gerade auf längeren Etappen weiß man das zu schätzen.

Im Stadtverkehr profitiert der Sportage von seinen überschaubaren Abmessungen. Natürlich gehört er nicht zu den kleinsten Vertretern seiner Klasse, doch von den Ausmaßen eines Oberklasse-SUV ist er ebenfalls weit entfernt. Entsprechend entspannt gelingen Parkmanöver. Unterstützt wird das Ganze durch die hochauflösende 360-Grad-Kamera, die nicht nur gestochen scharfe Bilder liefert, sondern auch millimetergenaues Rangieren ermöglicht. Wer es schafft, mit diesem System eine Felge am Bordstein zu beschädigen, dürfte anschließend vermutlich auch den Bordstein dafür verantwortlich machen.

Auf der Landstraße zeigt sich erneut die ausgewogene Abstimmung des Fahrwerks. Bodenwellen werden sauber weggefiltert, ohne dass der Sportage schwammig wirkt. Gleichzeitig bleibt genügend Rückmeldung erhalten, um nie das Gefühl zu haben, lediglich Passagier im eigenen Auto zu sein. Sportlich? Nein. Muss er auch nicht sein. Wer bei jedem Kreisverkehr seine persönliche Nordschleifen-Bestzeit verbessern möchte, wird ohnehin an anderer Stelle fündig.

Seine eigentliche Stärke spielt der Kia auf der Autobahn aus. Hier wirkt das Fahrzeug ausgesprochen souverän. Windgeräusche bleiben lange im Hintergrund, das Fahrwerk arbeitet angenehm gelassen und auch nach mehreren hundert Kilometern steigt man erstaunlich entspannt wieder aus. Der Sportage gehört zu diesen Fahrzeugen, die Langstrecke nicht nur ertragen, sondern offensichtlich ziemlich gerne mögen.

Beim Verbrauch zeigt sich ein ähnlich ausgewogenes Bild. Unsere Sparrunde absolvierten wir mit 6,6 Litern Super auf 100 Kilometer. Im normalen Drittelmix pendelte sich der Verbrauch bei 7,7 Litern ein und lag damit praktisch auf Höhe der offiziellen WLTP-Angabe des Kia Sportage AWD. Wer die linke Spur dagegen dauerhaft als persönliches Eigentum betrachtet, sollte mit rund zehn Litern rechnen. Bei sehr zügiger Autobahnfahrt standen 10,9 Liter auf dem Bordcomputer, bei schneller Reisegeschwindigkeit rund 10,1 Liter.

Das sind keine Rekordwerte. Müssen sie allerdings auch nicht sein. Schließlich bewegen wir hier weder einen Kleinwagen noch einen Vollhybrid, sondern ein allradgetriebenes Kompakt-SUV mit klassischem Turbobenziner. Gemessen daran bewegt sich der Sportage im absolut erwartbaren Rahmen. Wer regelmäßig sparen möchte, dürfte ohnehin eher zum Hybrid oder Plug-in-Hybrid greifen. Und genau deshalb ist es durchaus erfreulich, dass Kia seinen Kunden diese Wahl überhaupt noch lässt. Viele Hersteller haben ihre Motorenpalette inzwischen auf das Niveau einer Eisdiele kurz vor Ladenschluss zusammengestrichen. Beim Sportage gibt es derweil noch Auswahl. Genau so sollte es sein.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Früher galt die Faustregel: Wer möglichst viel Ausstattung wollte, musste entweder tief in die Aufpreisliste eintauchen oder gleich eine Klasse höher einkaufen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Heute ist häufig eher die Frage, welche Assistenzsysteme der Hersteller seinem Fahrzeug noch nicht spendiert hat. Der Kia Sportage AWD macht dabei wenig halbe Sachen.

Die GT-line bringt eine Ausstattung mit, bei der man ernsthaft überlegen muss, was im Alltag eigentlich noch fehlen könnte. Uns ist jedenfalls nichts eingefallen. Im Gegenteil.

Ein echtes Highlight bleiben die belüfteten Vordersitze. Gerade an warmen Sommertagen gehören sie zu jenen Ausstattungsmerkmalen, die man zunächst für verzichtbar hält. Bis man sie einmal hatte. Danach beginnt regelmäßig die Phase, in der man sich fragt, weshalb dieses Extra längst nicht in jeder Mittelklasse zur Serienausstattung gehört.

Auch die Sitzheizung im Fond ist alles andere als selbstverständlich. Die meisten Hersteller denken beim Thema Komfort zunächst an den Fahrer. Kia offensichtlich nicht ausschließlich. Gerade auf längeren Reisen oder im Winter profitieren die Passagiere im Fond spürbar davon. Beschwerden von der Rückbank werden dadurch zwar nicht vollständig verhindert. Sie werden lediglich kreativer.

Ebenfalls überzeugt hat uns das optionale Panorama-Glasschiebedach für 1.200 Euro. Es fällt ausgesprochen großzügig aus und sorgt vor allem im Fond für ein deutlich luftigeres Raumgefühl. Dass Kia dem Paket zusätzlich noch eine LED-Innenbeleuchtung beilegt, wirkt fast ein wenig kurios. Vermutlich wollte man verhindern, dass sich das Glasdach auf der Preisliste allzu einsam fühlt.

Akustisch übernimmt das optionale Harman/Kardon-Soundsystem die Unterhaltung. Klanglich bewegt es sich im oberen Mittelfeld der Klasse und liefert einen ausgewogenen, angenehm kräftigen Sound. Es spielt nicht auf dem Niveau der absoluten Premium-Systeme von Burmester oder Bowers & Wilkins. Es kostet mit 690 Euro allerdings auch nicht so viel, als würde mit jeder Lautsprecherabdeckung gleich ein Konzertflügel ausgeliefert.

Besonders gelungen bleibt die bereits erwähnte Multimode-Bedienleiste. Je nach gewähltem Modus steuert sie entweder Klima- oder Audiofunktionen und spart damit Platz, ohne den Bedienkomfort einzuschränken. Manchmal entstehen die besten Ideen eben nicht dadurch, alles neu zu machen, sondern etwas Bekanntes einfach intelligent weiterzuentwickeln.

Zum Testwagen gehörte außerdem das Drive-Wise-Paket für 1.890 Euro. Dieses erweitert den Sportage unter anderem um den Autobahnassistenten HDA 2.0, den aktiven Totwinkelassistenten inklusive Monitoranzeige, eine hochauflösende Rundumsichtkamera, den erweiterten Frontkollisionswarner mit Ausweich- und Abbiegefunktion sowie ein Head-up-Display. Hinzu kommt der Auspark-Kollisionsvermeidungsassistent, der beim rückwärtigen Ausparken den Querverkehr überwacht und notfalls selbst eingreift. Das alles funktioniert erfreulich unaufgeregt. Genau so sollen Assistenzsysteme arbeiten. Helfen, wenn sie gebraucht werden. Schweigen, wenn nicht.

Ganz fehlerfrei präsentiert sich die Technik allerdings nicht. Der Spurhalteassistent neigt gelegentlich zu übermotivierten Korrekturen und interpretiert die Fahrbahnmarkierungen mitunter etwas eigenwillig. Das ist kein Kia-spezifisches Problem. Eine Entschuldigung ist es deshalb trotzdem nicht. Moderne Assistenzsysteme sollen den Fahrer entlasten und keine regelmäßigen Diskussionen über den idealen Fahrbahnverlauf beginnen.

Eine kleine, aber durchaus gelungene Änderung betrifft außerdem die Keyless-Sensoren in den Türgriffen. Die früheren, deutlich sichtbaren Tasten sind verschwunden und wurden durch schmale Sensorflächen ersetzt. Das wirkt nicht spektakulär. Das Fahrzeug sieht dadurch aber aufgeräumter aus. Manchmal entsteht Wertigkeit eben nicht durch mehr, sondern durch weniger.


Varianten & Preise des Kia Sportage AWD

Wer heute ein Kompakt-SUV kaufen möchte, braucht vor allem eines: Zeit. Nicht für die Probefahrt, sondern für die Preisliste. Die Zeiten, in denen es zwei Motoren, drei Ausstattungslinien und eine überschaubare Optionsliste gab, sind längst vorbei. Kia macht dabei keine Ausnahme. Immerhin bleibt das Angebot erfreulich logisch aufgebaut.

Den Einstieg markiert der Sportage 1.6 T-GDI mit 150 PS, Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung in der Ausstattungslinie Core. Los geht es bei 33.990 Euro. Das klingt zunächst nach der klassischen Basisversion, tatsächlich bringt bereits das Einstiegsmodell eine Ausstattung mit, die vor wenigen Jahren noch problemlos als gehobene Mittelklasse durchgegangen wäre. LED-Scheinwerfer, elektrisch anklappbare Außenspiegel, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Tempomat, Parksensoren vorne und hinten sowie das 12,3 Zoll große Infotainmentsystem inklusive Navigation gehören bereits zum Serienumfang. Man muss also nicht zwangsläufig tief in die Aufpreisliste eintauchen, um ein ordentlich ausgestattetes Fahrzeug zu erhalten.

Darüber positioniert Kia die Ausstattungslinie Vision ab 35.640 Euro. Hier hält erstmals auch der Allradantrieb Einzug, der ausschließlich in Kombination mit dem 180 PS starken Turbobenziner erhältlich ist und mindestens 40.540 Euro kostet. Zur erweiterten Ausstattung zählen unter anderem Apple CarPlay und Android Auto, Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Regensensor, automatisch abblendender Innenspiegel, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera sowie Spurhalte- und Spurfolgeassistent. Bereits hier erreicht der Sportage ein Ausstattungsniveau, das im Alltag kaum Wünsche offenlässt.

Die nächsthöhere Linie Spirit startet bei 39.440 Euro beziehungsweise bei 44.740 Euro mit Allradantrieb. Neben 18-Zoll-Leichtmetallrädern gehören nun unter anderem adaptive Dual-LED-Scheinwerfer, elektrisch einstellbare Vordersitze, Privacy-Verglasung, eine elektrische Heckklappe, eine induktive Ladeschale für Smartphones sowie das Panorama-Curved-Display mit zusätzlichem 12,3-Zoll-Digitalcockpit zur Serienausstattung. Spätestens an dieser Stelle dürfte sich mancher Premiumhersteller fragen, weshalb er für vergleichbare Extras noch immer seitenweise Kreuzchen im Konfigurator verlangt.

Wer besonderen Wert auf eine möglichst dunkle Optik legt, greift zur Black Edition. Sie beginnt bei 42.550 Euro beziehungsweise bei 45.450 Euro mit Allradantrieb und ergänzt den Sportage unter anderem um schwarze 19-Zoll-Leichtmetallräder, schwarze Logos und Schriftzüge, einen schwarzen Dachhimmel samt Säulenverkleidungen, Sitzheizung im Fond sowie eine schwarze Lederausstattung. Viel Technik kommt hier zwar nicht hinzu, dafür wirkt das SUV deutlich selbstbewusster. Schwarz geht eben fast immer. Vor allem im Marketing.

Die Spitze der Baureihe bildet schließlich die GT-line. Sie startet bei 45.340 Euro mit Frontantrieb beziehungsweise bei 48.240 Euro als AWD und richtet sich klar an Kunden, die auf nahezu nichts verzichten möchten. Serienmäßig an Bord sind unter anderem adaptive Dämpfer, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, belüftete Vordersitze, eine elektrische Sitzverstellung inklusive Memory-Funktion für den Fahrersitz, Aluminium-Sportpedale, LED-Nebelscheinwerfer sowie eine Kombination aus Ledernachbildung und Veloursleder mit Kontrastnähten. Hinzu kommen zahlreiche Designakzente, die den sportlichen Anspruch der Ausstattungslinie unterstreichen, ohne dabei ins Peinliche abzurutschen. Auch das gelingt längst nicht jedem Hersteller.

Erfreulich breit aufgestellt zeigt sich der Sportage bei den Antrieben. Wer viele Kilometer zurücklegt, kann weiterhin zum Diesel greifen. Dieser startet bei 37.840 Euro mit Handschaltung beziehungsweise bei 39.840 Euro mit Automatik. Der Vollhybrid beginnt bei 39.990 Euro mit Frontantrieb oder 43.490 Euro als AWD. Darüber rangiert der Plug-in-Hybrid, der ab 43.100 Euro beziehungsweise ab 47.600 Euro mit Allradantrieb erhältlich ist. Alle Modelle erhalten die Kia 7-Jahre-Garantie.

Genau diese Vielfalt gehört inzwischen zu den größten Stärken des Sportage. Statt den Kunden vorzuschreiben, welcher Antrieb künftig der einzig richtige sein soll, überlässt Kia die Entscheidung erfreulicherweise noch dem Käufer. Eine Herangehensweise, die im Jahr 2026 fast schon erfrischend altmodisch wirkt.


Kundenfeedback

Da das Facelift erst seit kurzer Zeit auf dem Markt ist, stammen viele belastbare Langzeiterfahrungen noch vom technisch eng verwandten Vorfacelift (Test des Kia Sportage Diesel). Das Gesamtbild fällt dabei überwiegend positiv aus. Besitzer loben vor allem das großzügige Platzangebot, den hohen Reisekomfort, die umfangreiche Ausstattung und das leicht verständliche Bedienkonzept. Auch nach mehreren Jahren scheint die anfängliche Begeisterung bei vielen nicht vollständig verflogen zu sein. Das ist bei einem Familien-SUV bemerkenswert. Normalerweise weicht die automobile Verliebtheit spätestens dann, wenn zum ersten Mal ein Kind Apfelsaft über die Rückbank verteilt.

Beim Benziner gehen die Meinungen stärker auseinander. Die Leistung wird grundsätzlich als ausreichend beschrieben, das Doppelkupplungsgetriebe sorgt jedoch regelmäßig für Kritik. Verzögertes Anfahren, gelegentliches Ruckeln beim Rangieren und eine bisweilen unentschlossene Kraftübertragung tauchen in den Erfahrungsberichten mehrfach auf. Hinzu kommt ein Verbrauch, der stark vom Einsatzprofil abhängt. Bei viel Kurzstrecke oder zügigem Autobahntempo sind Werte deutlich oberhalb von acht Litern keine Seltenheit. Wer die 180 PS häufig zur Arbeit bittet, muss sie eben auch verköstigen.

Der Vollhybrid wird von vielen Fahrern als harmonischste Variante empfunden. Besonders im Stadt- und Überlandverkehr sind Verbräuche um sechs Liter möglich. Allerdings zeigt sich eine erhebliche Streuung: Andere Besitzer berichten je nach Temperatur, Kurzstreckenanteil und Allradantrieb von knapp acht Litern oder mehr. Vereinzelt wurden zudem Probleme mit der Gasannahme gemeldet, bei denen das Fahrzeug erst nach einem Neustart wieder normal reagierte. Dabei handelt es sich nach derzeitigem Eindruck nicht um ein flächendeckendes Phänomen, angenehm ist eine solche Überraschung trotzdem nicht.

Beim Plug-in-Hybrid hängt die Zufriedenheit erwartungsgemäß stark von der heimischen Lademöglichkeit ab. Besitzer mit eigener Wallbox oder Photovoltaikanlage absolvieren einen großen Teil ihrer täglichen Fahrten elektrisch und berichten von sehr niedrigen Benzinverbräuchen. Kritik gibt es an der mäßigen Ladeleistung und daran, dass sich der Verbrennungsmotor insbesondere bei Heizbedarf nicht immer konsequent aus dem Geschehen heraushält. Öffentliches Nachladen auf längeren Reisen lohnt sich wegen Ladezeit und Stromkosten für viele kaum. Der PHEV ist damit vor allem dann überzeugend, wenn er abends zuhause an die Steckdose darf. Alles andere macht aus dem vermeintlichen Sparmodell schnell einen recht schweren Benziner mit Kabel.

Der Diesel besitzt unter Vielfahrern weiterhin seine Anhänger. Gelobt werden Reichweite, Durchzug und Autobahneignung. Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb finden sich allerdings Berichte über Probleme mit der Regeneration des Partikelfilters und steigende Ölstände durch Kraftstoffeintrag. Für den regelmäßigen Weg von Hannover nach München ist der Selbstzünder daher weiterhin plausibel. Für drei Kilometer zum Bäcker eher weniger.


Fazit zum Kia Sportage AWD

Der Kia Sportage AWD macht es einem erstaunlich schwer, echte Schwächen zu finden. Nicht, weil er perfekt wäre. Sondern weil Kia an den richtigen Stellen gearbeitet hat.

Das Facelift hat dem Bestseller sichtbar gutgetan. Die neue Front wirkt moderner, das Interieur orientiert sich stärker an den aktuellen EV-Modellen der Marke und bleibt dabei erfreulich alltagstauglich. Vor allem die Bedienung gehört nach wie vor zu den größten Stärken des Sportage. Während anderswo nahezu jede Funktion zwangsläufig über einen Touchscreen erledigt werden möchte, setzt Kia weiterhin auf einen gesunden Mix aus Digitaltechnik und klassischen Bedienelementen. Das klingt wenig spektakulär. Im Alltag ist es Gold wert.

Hinzu kommen ein hoher Fahrkomfort, eine gelungene Geräuschdämmung, viel Platz für Passagiere und Gepäck sowie eine Ausstattung, bei der man sich ernsthaft fragen muss, was darüber hinaus überhaupt noch notwendig wäre. Belüftete Sitze, eine hochauflösende 360-Grad-Kamera, Head-up-Display oder die clever gelöste Multimode-Bedienleiste gehören längst nicht bei jedem Wettbewerber zum Selbstverständnis.

Dass der Sportage dennoch nicht die volle Punktzahl erreicht, liegt nahezu ausschließlich am getesteten Antrieb. Der 180-PS-Turbobenziner erfüllt seine Aufgabe ordentlich, das Zusammenspiel mit dem Doppelkupplungsgetriebe dagegen hinterlässt zu viele Fragezeichen. Die Gedenksekunden beim Rangieren oder Anfahren passen schlicht nicht zum ansonsten ausgereiften Gesamteindruck. Man lebt damit. Man wundert sich nur jedes Mal aufs Neue darüber.

Auch preislich hat sich der Sportage verändert. Mit einem Testwagenpreis von mehr als 52.000 Euro verabschiedet sich Kia endgültig von dem Image des günstigen Geheimtipps. Das muss allerdings kein Nachteil sein. Denn der Koreaner versucht längst nicht mehr, ausschließlich über den Preis zu überzeugen. Er möchte über sein Gesamtpaket punkten. Und das gelingt ihm über weite Strecken ausgesprochen gut.

Genau darin liegt letztlich seine größte Stärke. Der Sportage möchte weder das sportlichste Kompakt-SUV sein noch das luxuriöseste oder das technisch extravaganteste. Er möchte möglichst viele Dinge richtig machen, was ihm beeindruckend häufig gelingt.

Wer ein komfortables, hervorragend ausgestattetes und alltagstaugliches Kompakt-SUV sucht, sollte den Kia Sportage deshalb unbedingt auf seine Probefahrt-Liste setzen. Idealerweise nicht nur mit dem Benziner. Denn gerade Hybrid und Diesel dürften für viele Käufer die noch stimmigere Wahl sein. Und vielleicht gelingt Kia beim nächsten Facelift ja auch noch das Kunststück, Motor und Getriebe miteinander zu versöhnen. Verdient hätten es beide.


Konkurrenz & Vergleich

Der Markt der Kompakt-SUV war selten so dicht besetzt wie heute. Kaum eine Fahrzeugklasse wächst derzeit schneller, gleichzeitig verfolgen die Hersteller völlig unterschiedliche Strategien. Die einen setzen konsequent auf Elektrifizierung, andere halten am klassischen Verbrenner fest und wieder andere versuchen, möglichst alles gleichzeitig anzubieten. Der Kia Sportage AWD gehört eindeutig zur letzten Gruppe. Genau das macht ihn derzeit zu einer der interessantesten Optionen im Segment.

Der wohl wichtigste Wettbewerber bleibt der Volkswagen Tiguan (Test des VW Tiguan 2025). Er fährt eine Spur harmonischer, bietet insbesondere beim Antrieb den etwas ausgereifteren Gesamteindruck und punktet mit hervorragenden ergoActive-Sitzen. Gleichzeitig verlangt Volkswagen dafür auch einen entsprechenden Preis. Der Tiguan startet aktuell bei 39.690 Euro und liegt damit spürbar über dem günstigsten Sportage. Wer Wert auf Bedienkomfort, Garantie und ein breiteres Preisgefüge legt, findet im Kia mindestens eine gleichwertige Alternative.

Ebenfalls aus dem Volkswagen-Konzern stammt der Cupra Terramar (Test des Cupra Terramar VZ), der derzeit ab 43.020 Euro erhältlich ist. Er spricht allerdings eine andere Zielgruppe an. Fahrwerk, Lenkung und Design wirken deutlich dynamischer, gleichzeitig fällt die Federung straffer aus und das gesamte Fahrzeug möchte sportlicher auftreten. Auch er ist als Plug-in Hybrid erhältlich (Test des Cupra Terramar Hybrid). Der Sportage verfolgt einen entspannteren Ansatz. Er möchte nicht ständig daran erinnern, dass irgendwo ein Rennfahrer in einem schlummert. Vermutlich schläft dieser ohnehin gerade.


Der Tucson ist der engste Konkurrenz zum Kia Sportage AWD

Technisch eng verwandt präsentiert sich der Hyundai Tucson (Test des Hyundai Tucson Hybrid), der bei rund 35.740 Euro beginnt. Beide Modelle teilen sich wesentliche Komponenten, unterscheiden sich aber beim Charakter. Während Hyundai stärker auf eine futuristische Gestaltung setzt, wirkt der Sportage inzwischen etwas eleganter und im Innenraum vor allem aufgeräumter. Am Ende entscheidet hier weniger die Technik als vielmehr der persönliche Geschmack.

Der Peugeot 3008 (Test des Peugeot 3008 Hybrid) startet mittlerweile bei rund 39.250 Euro und setzt konsequent auf Design. Das i-Cockpit polarisiert allerdings seit Jahren. Die einen lieben es, die anderen suchen nach wenigen Minuten bereits wieder den richtigen Blickwinkel auf das Kombiinstrument. Der Sportage geht den deutlich unkomplizierteren Weg und dürfte allein deshalb viele Interessenten überzeugen.

Auch der Citroën C5 Aircross (Test des Citroen e-C5 Aircross) verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Komfort steht hier klar über Dynamik. Seine weiche Federung macht ihn zu einem angenehmen Reisewagen, fahrdynamisch wirkt der Franzose inzwischen allerdings etwas in die Jahre gekommen. Ähnliches gilt für den Škoda Karoq (Test des Skoda Karoq Sportline), der ab etwa 33.980 Euro erhältlich ist. Er überzeugt mit Pragmatismus, großzügigem Platzangebot und solider Technik, emotional wird er deshalb allerdings nicht. Wobei man fairerweise sagen muss: Das wollte der Karoq vermutlich auch nie sein.

Mit dem Renault Austral haben die Franzosen in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt. Hochwertiger Innenraum, moderne Hybridtechnik und ein gelungenes Fahrwerk machen ihn zu einer echten Alternative. Preislich startet er bei rund 34.700 Euro. Wer dagegen besonders viel SUV fürs Geld sucht, landet schnell beim Dacia Bigster. Er beginnt bereits bei knapp unter 24.000 Euro und bietet erstaunlich viel Platz. Materialanmutung, Geräuschkomfort und Verarbeitung spielen allerdings sichtbar in einer anderen Liga. Irgendwo muss der Preis schließlich herkommen.


Der Wettbewerb des Kia Sportage AWD ist riesig

Spannend entwickelt sich mittlerweile auch die Konkurrenz aus China. Der BYD Seal U DM-i (Test des BYD Seal U DM-i) überzeugt mit moderner Plug-in-Hybridtechnik und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis ab rund 38.900 Euro. Der Leapmotor C10 REEV (Test des Leapmotor C10 REEV) verfolgt mit seinem Range-Extender-Konzept sogar einen völlig anderen technischen Ansatz und dürfte insbesondere für elektrisch interessierte Fahrer ohne ausgebaute Ladeinfrastruktur interessant sein. Hinzu kommen Modelle wie der GWM Wey 03 (Test des GWM Wey 03 AWD), der Haval H6 oder der KGM Torres (Test des KGM Torres 4WD), die mit umfangreicher Ausstattung um Kunden werben. Was ihnen vielerorts allerdings noch fehlt, ist das über Jahrzehnte aufgebaute Vertrauen etablierter Hersteller. Das wächst bekanntlich etwas langsamer als ein Konfigurator.

Mit dem Honda ZR-V (Test des Honda ZR-V), Subaru Forester (Test des Subaru Forester 2026), Opel Grandland (Test des Opel Grandland Hybrid), DS No. 7, Alfa Romeo Tonale (Test des Alfa Romeo Tonale PHEV Q4) oder Jeep Compass (Test des Jeep Compass Elektro) stehen weitere interessante Alternativen bereit, die jeweils eigene Schwerpunkte setzen. Der Forester empfiehlt sich beispielsweise für Vielfahrer abseits befestigter Straßen, der Tonale punktet mit italienischem Design, während der Grandland vor allem mit seinem großzügigen Raumangebot überzeugen möchte.

Hinzu kommen Toyota RAV4 und Suzuki Across (Test des Suzuki Across Facelift), die technisch nahezu identisch auftreten und nach wie vor zu den effizientesten Hybriden dieser Klasse zählen. Ein interessanter Vertreter ist zudem der Nissan Qashqai (Test des Nissan Qashqai e-Power), der mit seinem e-Power-Antrieb einen eigenen Weg geht. Das gilt auch für die Mazda-Modelle CX-30 (Test des Mazda CX-30 2025) und CX-5, die statt nur auf Hybrid lieber auch auf Hubraum setzen.

Selbst der inzwischen eingestellte Seat Ateca (Test des Seat Ateca FR) zeigt, wie stark sich dieses Segment verändert hat. Vor wenigen Jahren gehörte er noch zu den modernsten Vertretern seiner Klasse. Heute wirkt er fast schon angenehm analog.

Und genau hier liegt die eigentliche Stärke des Kia Sportage AWD. Er versucht nicht, in einer einzigen Disziplin alle Wettbewerber zu schlagen. Stattdessen erlaubt er sich kaum echte Schwächen. Er ist weder der Sportlichste noch der Sparsamste, weder der Günstigste noch der Auffälligste. Dafür liefert er in nahezu jeder Kategorie ein überzeugendes Gesamtbild zu einem (noch) angemessenen Preis.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Gelungenes Facelift mit hochwertigerer und modernerer Optik
  • Intuitive Bedienung dank zahlreicher physischer Tasten und cleverer Multimode-Bedienleiste
  • Hoher Langstreckenkomfort mit guter Geräuschdämmung und ausgewogenem Fahrwerk
  • Großzügiges Platzangebot sowie umfangreiche Ausstattung bis hin zu belüfteten Sitzen und 360-Grad-Kamera
  • Breites Antriebsangebot inklusive Diesel, Hybrid, Plug-in-Hybrid und AWD sowie 7 Jahre Kia-Garantie

Nachteile ❌

  • Doppelkupplungsgetriebe (DCT) reagiert beim Anfahren und Rangieren mit spürbarer Verzögerung
  • 180-PS-Turbobenziner wirkt subjektiv weniger souverän als die Leistungsdaten vermuten lassen
  • Spurhalteassistent greift teilweise unnötig oder wenig feinfühlig ein
  • In hoher Ausstattung kein Preisbrecher mehr
  • Verbrauch auf der Autobahn steigt bei zügiger Fahrweise deutlich an


Technische Daten des Kia Sportage AWD

ModellKia Sportage AWD 1.6 T-GDI DCT
Länge x Breite x Höhe (m)4,54 x 1,87 (2,08 mit Außenspiegeln) x 1,65
Radstand (mm)2.680
MotorVierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung
Hubraum (ccm)1.598
Leistung (kW / PS)132 / 180
Drehmoment (Nm)265
Getriebe7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT)
AntriebAllrad
KraftstoffartSuper E10
Durchschnittsverbrauch (WLTP in Liter)7,8
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)7,7
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)177
AbgasnormEuro 6e
0 auf 100 km/h (in Sekunden)9,8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)203
Leergewicht (kg)1.652
Kofferraumvolumen (l)562 – 1.751
FarbeLunasilber Metallic
Grundpreis (Euro)33.990
Testwagenpreis (Euro)52.230
Technische Daten: Kia Sportage AWD


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