Jeep Avenger 4xe
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Jeep Avenger 4xe Test – Mit Bergschuhen zum Bäcker

Im Jeep Avenger 4xe Test schicken wir die The North Face Edition durch den Stadtverkehr, über schnelle Autobahnetappen und auf Schotter, Wiesen und Sand. Schließlich sollte die Verbindung aus Jeep und Outdoor-Marke auch abseits des Parkplatzes vor dem nächsten Sportgeschäft einen Sinn ergeben. Der kleine Crossover bringt dafür einen eigenständigen Auftritt mit, dessen goldene Akzente und Bergmotive gut zu seinen handlichen Proportionen passen.

Unter der Abenteurerkleidung arbeitet ein 48-Volt-Hybrid mit 145 PS Systemleistung und elektrisch angetriebener Hinterachse. Die technische Verwandtschaft zum Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 ist eng, doch bei Federung, Lenkung und Sitzgefühl setzt der Jeep andere Prioritäten. Genau dort wird es spannend, denn eine gemeinsame Plattform lässt durchaus Platz für unterschiedliche Charaktere.

Unser weißer Testwagen mit schwarzem Dach kostet nach Liste 39.400 Euro. Dafür darf die Erwartung über einen sympathischen Markenauftritt hinausgehen: Gefragt sind brauchbarer Allradantrieb, überzeugender Alltagskomfort und ein Verbrauch, der zum kleinen Format passt. Wie gut sich das zusammenbringen lässt, haben wir auf befestigten Straßen und abseits davon ausprobiert. Fahrbericht.


Der Look

Der Jeep Avenger 4xe wirkt wie ein kleines, etwas flachgedrücktes Jeep-Tierchen, das seine Herkunft unverkennbar vor sich herträgt. Die gedrungenen Proportionen, kräftig eingefassten Radhäuser und kurzen Überhänge geben dem rund 4,09 Meter langen Crossover eine eigenständige Silhouette. Innerhalb der Stellantis-Verwandtschaft ist dieser Auftritt wohltuend individuell; wir erkennen einen Jeep, bevor wir das Emblem gelesen haben.

Vorn sitzt der markentypische Kühlergrill mit seinen sieben Schlitzen zwischen den flachen Scheinwerfern. Darunter sorgen dunkle Kunststoffflächen und silberfarbene Elemente für den robusten Auftritt, der sich über die seitlichen Beplankungen bis zum Heck fortsetzt. Dort greifen die kantigen Rückleuchten die klare Formensprache wieder auf. Die Karosserie wirkt kompakt und kräftig, ohne die hochbeinigen Proportionen eines Wrangler zu übernehmen.

Als The North Face Edition trägt unser Testwagen seine Outdoor-Ambitionen besonders offen zur Schau. Goldene Akzente in Summit Gold, der Aufkleber auf der Motorhaube und schwarze 17-Zoll-Räder mit goldenen Jeep-Schriftzügen liefern reichlich Gesprächsstoff für den Parkplatz vor dem Ausrüstungsladen. Das ist verspielt, passt aber zu diesem kleinen Auto. Der Avenger trägt seine Funktionskleidung mit einer Selbstverständlichkeit, für die anderswo erst drei Tage Dauerregen angekündigt werden müssen.

Snow White setzt die dunklen Anbauteile deutlich in Szene, während das schwarze Dach die ohnehin gedrungene Karosserie optisch noch etwas flacher erscheinen lässt. Die Kombination steht ihm gut; einen kleinen ästhetischen Vorsprung würden wir dennoch dem grauen Lack Storm Grey einräumen, der die goldenen Details besonders schön wirken lässt. Zusammen mit Volcano Black – als Schwarz – sind dies die einzigen drei Lackfarben, die für die North Face Edition erhältlich sind.

Zu entdecken gibt es außerdem die kleinen, markentypischen Spielereien im Glas. Der Sternengucker an der Frontscheibe gehört zu jenen Details, für die wir beim zweiten Hinsehen gern noch einmal stehen bleiben.


Und innen?

Im Innenraum des Jeep Avenger 4xe bekommt die Outdoor-Idee überraschend viel Liebe zum Detail. Die Oberflächen wirken robust, die Verarbeitung ist solide. Hier dürfen wir uns auch mit einer Jacke hinsetzen, die tatsächlich schon einmal draußen war.

Besonders schön zeigen die Sitze, wie konsequent das Thema umgesetzt ist. Goldgelbe Einfassungen rahmen die grau abgesetzten, quer abgesteppten Mittelbahnen ein. Auf den Rückseiten entdecken wir The-North-Face-Logos, Gurtschlaufen und Kordelnetze, die an Wanderrucksäcke erinnern. Selbst aus der zweiten Reihe gibt es damit mehr zu betrachten als die übliche schwarze Lehnenlandschaft.

Das silberfarbene Armaturenbrett trägt topografische Linien, das Profil des Mont Blanc und den „One of 4806“-Schriftzug. Selbst seitlich finden wir ein Jeep-Emblem mit Bergmotiv; die Allwettermatten im Fußraum ergänzen goldfarbene Plaketten mit Jeep-Motiven und Koordinaten. Die magnetische Mittelkonsolenabdeckung zeigt außen das The-North-Face-Logo und aufgefaltet ein Kartenmotiv mit Höhenlinien. Dabei bleibt sie praktisch: Wir können sie falten und das Ablagefach darunter schnell erreichen.

Die Vordersitze empfangen uns mit einer angenehm weichen Polsterung. Ihre Bezüge fühlen sich ein wenig nach Neopren an und bleiben dabei angenehm auf der Haut. Sitzposition und Seitenhalt passen, auch längere Etappen geben keinen Anlass zur Beschwerde. Gegenüber dem stärker umschließenden Sitzgefühl im Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 nehmen wir hier gelassener Platz; zugleich wirkt der Jeep innen etwas luftiger.

Der Einstieg gelingt vorn wie hinten gut, doch auf der Rückbank setzt die kompakte Karosserie Grenzen. Für vier eher kleinere Erwachsene lässt sich der Avenger vernünftig nutzen. Oberhalb von ungefähr 1,75 Metern wird es hinten zunehmend knapp, wobei die Sitzposition der vorderen Besatzung mitentscheidet. Der mittlere Fondsitz bleibt eine Notlösung: Er erweitert die Zahl der verfügbaren Plätze deutlich überzeugender als den tatsächlichen Reisekomfort.


Der Antrieb des Jeep Avenger 4xe

Im Jeep Avenger 4xe arbeitet ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit 136 PS und 230 Newtonmetern, unterstützt von zwei Elektromotoren mit jeweils 21 kW. Einer sitzt im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, der andere treibt die Hinterräder an. Zusammen ergibt das 145 PS Systemleistung. Das 48-Volt-Hybridsystem ermöglicht dabei auch rein elektrische Fahrphasen, die wir im Stadtverkehr regelmäßig erleben.

Gerade beim Rangieren und im Stop-and-go zeigt sich der Vorteil dieser Konstruktion. Wir können elektrisch anfahren und uns geschmeidig durch den Verkehr bewegen, während das Getriebe erfreulich wenig Unruhe erzeugt. Bei gemäßigten Temperaturen rollt der kleine Jeep häufig mit abgeschaltetem Benziner; bis zu ungefähr 1,2 Kilometer am Stück sind uns elektrisch gelungen. Beim Zuschalten des Dreizylinders geht ein leichtes Schütteln durch die Karosserie, das bei kaltem Motor deutlicher ausfällt. Insgesamt arbeitet das Zusammenspiel aber harmonischer, als wir es zunächst erwartet hätten.

Fordern wir aus niedriger Geschwindigkeit kräftig Leistung an, bekommt der Übergang mehr Nachdruck. Der Verbrenner springt an, der Kraftschluss wird spürbar hergestellt, und anschließend schiebt der Avenger unter dem typischen Dreizylinderdröhnen voran. Die akustische Begleitung fällt dabei engagierter aus, als es die reine Beschleunigung vermuten ließe. Im normalen Fahrbetrieb bleiben solche Momente ziemlich selten.

Für Stadt und Land reicht der Vortrieb gut aus, auch Überholmanöver auf der Autobahn lassen sich vernünftig erledigen. Die Werksangaben von 9,5 Sekunden auf Tempo 100 und 194 km/h Höchstgeschwindigkeit passen zu einem Antrieb, mit dem wir auch längere Strecken zügig zurücklegen können. 212 km/h zeigte der Tacho dabei maximal an. Bei starkem Leistungsabruf wird der Benziner entsprechend präsenter; Reifen- und Windgeräusche halten sich unserer Erfahrung nach angenehm zurück.


Wie fährt der Jeep Avenger 4xe?

Auf der Straße zeigt der Jeep Avenger 4xe eine deutlich gelassenere Seite als der eng verwandte Alfa Romeo Junior Ibrida Q4. Die Federung arbeitet weicher, die Lenkung weniger spitz, und entsprechend entspannt gehen wir die ersten Kurven an. Der Jeep hält es offenbar für vollkommen legitim, eine Landstraße ohne vorherige Kampfansage zu befahren.

Die komfortablere Abstimmung bekommen wir vor allem auf schlechteren Straßen zu spüren. Allerdings bleibt der kurze Radstand präsent: Der Avenger vermittelt uns weiterhin das Fahrgefühl eines kompakten Crossovers, dessen Möglichkeiten zur großzügigen Glättung aller Unebenheiten begrenzt sind. Gegenüber größeren Fahrzeugen müssen wir beim Federungskomfort entsprechend Abstriche machen, fühlen uns hier aber insgesamt angenehm aufgehoben.

In Kurven neigt sich die Karosserie leicht zur Seite, wobei diese Bewegung gering bleibt und gut zum gutmütigen Charakter passt. Wir empfinden sie als angenehm, weil sie dem Auto etwas Gelassenheit lässt, ohne das sichere Gefühl bei der Kurvenfahrt zu schmälern. Die Lenkung folgt unseren Vorgaben nachvollziehbar; die ausgeprägte Spitzigkeit des Junior tauscht der Jeep gegen eine ruhigere Ansprache ein.

Auch auf der Autobahn bleibt dieser entspannte Eindruck erhalten. Der harmonische Geradeauslauf ermöglicht uns, längere Etappen mit hohem Tempo zurückzulegen, ohne ständig am Lenkrad nacharbeiten zu müssen. Die kleinen Abmessungen stehen einer überzeugenden Stabilität damit erfreulich wenig im Weg.

Gut gelungen ist außerdem die Abstimmung der Bremse. Wir können die Verzögerung fein dosieren, während der Übergang zwischen elektrischer Rekuperation und mechanischer Bremse praktisch unbemerkt bleibt. Gerade beim gleichmäßigen Abbremsen lässt sich der Pedaldruck dadurch angenehm selbstverständlich aufbauen.


Der Allradantrieb des Jeep Avenger 4xe

Der Jeep Avenger 4xe nutzt das vom Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 bekannte Grundprinzip: Die Hinterräder werden elektrisch angetrieben, eine Kardanwelle zwischen den Achsen entfällt. Jeep setzt dazu auf Selec-Terrain mit den Programmen Auto, Sport, Schnee sowie Sand/Schlamm. Damit bekommt die gemeinsame technische Grundlage eine auf unterschiedliche Untergründe ausgerichtete Bedienung.

Im Auto-Modus kommt die Hinterachse nach Bedarf hinzu. Die Programme für Schnee und Sand/Schlamm ermöglichen bis 30 km/h permanenten Allradantrieb; zwischen 30 und 90 km/h wird die Hinterachse bedarfsgerecht eingesetzt. Oberhalb von 90 km/h fährt der Avenger ausschließlich über die Vorderräder. Beim schnellen Autobahnfahren gönnen sich die hinteren Räder also eine dauerhafte Arbeitspause.

Eine feste Untersetzung von 22,7:1 verstärkt das Drehmoment des hinteren Elektromotors. Die sogenannte Power-Looping-Funktion sichert beim langsamen Fahren die Energieversorgung auch bei niedrigem Akkustand: Der Benziner treibt die vordere E-Maschine als Generator an, die Strom für den hinteren Motor bereitstellt. Hinzu kommen 21 Zentimeter Bodenfreiheit und eine vom Hersteller angegebene Wattiefe von 40 Zentimetern.

Auf Schotter, Wiesen, Feldwegen und Sand erleben wir den kleinen Jeep entsprechend souverän. Er bewältigt unsere Abstecher abseits befestigter Straßen ohne großes Aufheben, wobei wir auch unterschiedliche Fahrprogramme ausprobierten. Im Vergleich zum Junior Q4 fühlen wir uns auf diesen Untergründen sogar noch etwas besser aufgehoben.

Auch die getestete Bergabfahrhilfe arbeitet zuverlässig und unterstützt uns beim kontrollierten Hinabrollen. Für ernsthafte Kletterpartien bleibt trotzdem der Wrangler die passendere Wahl. Zum Familientreffen im Steinbruch fordern wir ihn mit dem kleinen Avenger lieber nicht heraus. Für die meisten 0815-Allrad-Situation ist der kleine Jeep allerdings ausreichend gerüstet.


Alltag & Verbrauch

Im Alltag spielt der Jeep Avenger 4xe seine kompakten Abmessungen angenehm aus. Wir kommen im Stadtverkehr gut zurecht, finden uns beim Rangieren schnell ein und profitieren von der erhöhten Sitzposition. Die Übersicht nach hinten fällt allerdings eingeschränkt aus, weshalb wir die Rückfahrkamera beim Einparken gern nutzen.

Der Kofferraum fasst 325 Liter, bei umgelegten Rücksitzen werden daraus bis zu 1.218 Liter. Gegenüber dem bereits getesteten Avenger Hybrid mit Frontantrieb (Test des Jeep Avenger Hybrid) fehlen im normalen Gepäckabteil damit 55 Liter; jener bietet 380 beziehungsweise maximal 1.277 Liter. Das Beladen gelingt unkompliziert, die Ladekante bleibt überschaubar und die Rücksitzlehnen lassen sich einfach umlegen. Auch der verstellbare Ladeboden bereitet keine Umstände, während die elektrische Heckklappe den Zugang erleichtert.

Unser Gesamtdurchschnitt liegt bei 7,7 Litern auf 100 Kilometer. Dazu gehört allerdings ein erheblicher Anteil schneller Autobahnfahrten, weshalb dieser Wert unseren zügigen Umgang mit dem Fahrzeug deutlich widerspiegelt. Ohne schnelle Autobahnetappen kommen wir auf durchschnittlich 6,4 Liter. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung des kleinen Hybrid-Allradlers wesentlich aussagekräftiger als der Gesamtdurchschnitt allein.

Zügige Autobahnfahrten in Verbindung mit Stadtverkehr ergeben 9,1 Liter auf 100 Kilometer; bei Vollgasfahrten auf der Autobahn steigt der Verbrauch auf 10,9 Liter. Der rechte Fuß genießt seine Freiheit, die Tankfüllung entsprechend weniger. Das hohe Tempo ist mit dem Avenger gut möglich, fordert aber einen merklichen Kraftstoffzuschlag.

Auf unserer Sparrunde begnügt sich der Jeep dagegen mit 5,5 Litern auf 100 Kilometer. Zwischen bewusst zurückhaltender Fahrweise und ausgiebiger Nutzung seiner Autobahntauglichkeit liegt somit eine beträchtliche Spanne. Als praktische Reichweite halten wir je nach Fahrprofil rund 400 bis 500 Kilometer pro Tankfüllung fest.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Schon das Avenger-Grundmodell bietet Notbrems-, Spurhalte- und Verkehrszeichenassistent sowie Müdigkeitserkennung, hintere Parksensoren und einen 10,25-Zoll-Touchscreen. Beim 4xe Upland kommen unter anderem Abstandstempomat, digitales 10,25-Zoll-Cockpit und Klimaautomatik hinzu.

Unser North Face übernimmt vom Overland LED-Projektionsscheinwerfer, Sitzheizung, Ambientebeleuchtung, Autobahnassistent, Totwinkel- und hinteren Querverkehrswarner, elektrisch anklappbare Außenspiegel sowie Parksensoren rundum. Navigation, Keyless-Zugang und eine elektrische Heckklappe gehören zusätzlich zum Serienumfang des Sondermodells. Auch die 180-Grad-Rückfahrkamera ist serienmäßig; zusätzliche Technikpakete sind für diese Ausstattung nicht erforderlich.

Im Einsatz regelt der Abstandstempomat angenehm, während die aktive Spurführung häufiger eingreift, als uns lieb ist. Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet zuverlässig. Geschwindigkeits- und Aufmerksamkeitswarnungen werden uns dagegen schnell lästig, lassen sich aber relativ unkompliziert deaktivieren. Die Parksensoren funktionieren zuverlässig, die Kamera dürfte höher auflösen.

Im Infotainment finden wir uns mit der bekannten Stellantis-Bedienlogik schnell zurecht. Jeep-spezifische Grafiken sorgen für Eigenständigkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit könnte allerdings höher sein. Die TomTom-Navigation gefällt, die kabellose Smartphone-Anbindung funktioniert gut. Der physische Lautstärkedrehregler ist eine jener Selbstverständlichkeiten, über die wir uns inzwischen fast unangemessen freuen.

Die Voll-LED-Scheinwerfer mit dem vielversprechenden Namen „Jeep Performance LED“ überzeugen mit guter Ausleuchtung. Homogenität und Reichweite sind prima, die Helligkeit könnte ein wenig höher sein. Matrixfunktionen bietet unser Testwagen allerdings nicht; diese gibt es allerdings ab dem Modelljahr 2027. Klimaautomatik und Sitzheizung arbeiten ebenfalls sehr gut, eine Lenkradheizung vermissen wir dagegen ausgesprochen. Bei knapp 40.000 Euro halten wir diesen Verzicht für schwer vermittelbar.

Auch das JBL-Soundsystem hätten wir hier gern gehört. Für die North-Face-Ausführung wird es jedoch nicht angeboten, während es unseren früheren Hybrid-Testwagen klanglich überzeugend aufgewertet hat. Das Standard-Soundsystem im Avenger klingt derweil solide, allzu audiophile Ansprüche sollten allerdings nicht gestellt werden.


Varianten & Preise des Jeep Avenger 4xe

Den preislichen Einstieg in die Avenger-Baureihe bildet der 100-PS-Benziner mit Sechsgang-Handschaltung für 26.300 Euro. Der frontgetriebene e-Hybrid mit 110 PS und Doppelkupplungsgetriebe beginnt bei 28.300 Euro, die elektrische Variante mit 156 PS bei 38.500 Euro.

Für den Jeep Avenger 4xe mit 145 PS, Allradantrieb und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe werden mindestens 33.990 Euro fällig. Dafür steht der Upland bereit; der umfangreicher ausgestattete Overland folgt für 35.990 Euro. Die auf 4.806 Exemplare limitierte The North Face Edition liegt mit 39.000 Euro darüber und verbindet ihre besondere Gestaltung mit dem bereits beschriebenen großzügigen Serienumfang.

Unser Testwagen trägt Snow White mit schwarzem Dach. Die weiße Lackierung gehört beim Sondermodell zum aufpreisfreien Angebot, das schwarze Dach kostet 400 Euro zusätzlich. Damit kommen wir auf einen Listenpreis von 39.400 Euro.

Für den Blick Richtung Gipfel lässt sich das CommandView-Panoramaglasschiebedach für weitere 990 Euro ergänzen. In dieser Kombination würde der Preis auf 40.390 Euro steigen; zugleich entfällt bei Wahl des Glasdachs die Dachreling. Unser Testwagen behält seine Dachreling und verzichtet auf das Glasdach. Die Sonderedition nimmt uns damit zwar viel Konfigurationsarbeit ab, eine gewisse Beschäftigung mit dem Kontostand bleibt dennoch erhalten. Alle vorgenannten Preise beziehen sich auf das Modelljahr 2026.

Die Jeep-Neuwagengarantie gilt zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung. Ergänzend nennt Jeep zwei Jahre Maximum-Care-Anschlussgarantie, ebenfalls ohne Kilometerlimit, für die ein eigener Deckungsumfang gilt.


Kundenfeedback

Das Stimmungsbild zum Jeep Avenger fällt in den ausgewerteten deutschsprachigen und französischen Besitzerberichten gemischt aus. Wiederholt gelobt werden das eigenständige Design, die handlichen Abmessungen und die Fahrfreude. Auch Komfort und Alltagstauglichkeit sorgen für zufriedene Rückmeldungen. Der kleine Jeep gewinnt mit seinem Charakter durchaus Sympathien.

Deutlich kritischer werden die Stimmen bei Elektronik und Kundendienst. In deutschsprachigen Berichten finden sich Probleme mit elektrischen Heckklappen, Fahrerdisplays und Assistenzsystemen. Hinzu kommen Beschwerden über die Smartphone-Anbindung und digitale Dienste. Mehrere Besitzer schildern lange Reparatur- oder Ersatzteilwartezeiten und eine aus ihrer Sicht unbefriedigende Kommunikation mit Werkstätten.

Bei der Elektroversion berichten einzelne europäische Nutzer außerdem von Störungen des Traktionssystems bis hin zum Fahrzeugstillstand. Daneben stehen ausdrücklich positive Erfahrungen mit problemlosem Betrieb und angenehmem Fahrverhalten. Ein einheitliches Zuverlässigkeitsbild ergibt sich daraus nicht; insbesondere dürfen diese Antriebsprobleme nicht pauschal dem 4xe zugeschrieben werden.

Ein Besitzer eines 4xe Upland hebt Komfort, Automatik und Traktion hervor und bestellte später erneut einen Avenger 4xe. Den Kofferraum beschreibt er als klein, für zwei Personen aber ausreichend. Ein Käufer der North-Face-Ausführung wiederum bedauert, zwischen Glasdach und Dachreling wählen zu müssen, und entschied sich für die Reling.

Übergreifend steht damit einem vielfach geschätzten Fahrzeugkonzept eine uneinheitliche Erfahrung mit Technik und Betreuung gegenüber. Die Rückmeldungen liefern ein Stimmungsbild aus freiwillig veröffentlichten Einzelberichten, keine repräsentative Pannenstatistik. Für die spezielle 4xe-Antriebstechnik bleibt die Erfahrungsbasis deutlich schmaler als für die Baureihe insgesamt.


Für wen eignet sich der Jeep Avenger 4xe?

Der Jeep Avenger 4xe passt aus unserer Sicht vor allem zu Menschen, die mit der Marke sympathisieren und deren Charakter sie gern in einem handlichen Alltagsauto hätten. Die kompakten Abmessungen, die erhöhte Sitzposition und das unkomplizierte Rangieren machen ihn für Stadt und Umland interessant.

Wir sehen ihn besonders bei Alleinfahrenden und Paaren, die überwiegend die vorderen Plätze nutzen. Dort sitzen wir bequem, genießen die entspannte Abstimmung und können auch längere Reisen angenehm zurücklegen. Wer gelegentlich Mitfahrer auf der Rückbank unterbringt, kann den vorhandenen Raum entsprechend seinem Alltag einplanen.

Der Allradantrieb lohnt den Blick vor allem dann, wenn regelmäßig lose oder rutschige Untergründe zum Fahrprofil gehören. Auf Schotter, Feldwegen und Wiesen haben wir seine zusätzliche Traktion schätzen gelernt. Für Menschen, deren Freizeitaktivitäten sie häufiger über solche Zufahrten führen, bietet der kleine Jeep damit einen praktischen Mehrwert.

Die North-Face-Ausführung spricht zusätzlich Käufer an, die Freude an den liebevoll gestalteten Details haben und dafür knapp 40.000 Euro ausgeben möchten. Wir können den Reiz nachvollziehen: Hier setzt sich das Outdoor-Thema bis zu den Sitzrückseiten und Fußmatten fort. Der passende Wanderrucksack dürfte bei dieser Entscheidung allerdings der kleinere Posten auf der Rechnung bleiben.


Für wen eignet sich der Jeep Avenger 4xe nicht?

Wir empfehlen den Jeep Avenger 4xe ausdrücklich nicht als geräumigen Familien- oder Reisewagen für regelmäßig vier Erwachsene samt Gepäck. Die knappe Beinfreiheit hinten und der 325 Liter große Kofferraum setzen dafür zu enge Grenzen. Wer häufig alle fünf Sitzplätze benötigt, sollte sich ebenfalls anderweitig umsehen. Der mittlere Fondsitz taugt für Ausnahmen, als fest verplanter Reiseplatz überzeugt er uns nicht.

Für regelmäßige Einsätze in schwerem Gelände ist er ebenfalls nicht die erste Wahl. Wer die Fähigkeiten eines Wrangler erwartet, verlangt dem kleinen Crossover zu viel ab. Seine überzeugenden Auftritte auf Schotter, Wiesen und Sand ändern an dieser Einordnung nichts. Der Mont Blanc auf dem Armaturenbrett ist schließlich keine verbindliche Routenempfehlung.

Auch für Menschen, die überwiegend schnell auf der Autobahn fahren und dabei niedrige Verbrauchswerte erwarten, ist er die falsche Wahl. Unsere 10,9 Liter bei Vollgas zeigen die Grenze dieses Anspruchs deutlich. Wer ausgeprägt sportliche Reaktionen, eine besonders spitze Lenkung und festen Seitenhalt sucht, wird mit seiner bewusst gelassenen Abstimmung ebenfalls nicht glücklich.

Die North-Face-Ausführung würden wir zudem niemandem empfehlen, der vor allem möglichst viel Platz und Ausstattung pro Euro sucht. Ein Teil des Kaufreizes liegt hier erkennbar in Marke und Gestaltung; beides muss den Aufpreis persönlich wert sein. Wer für knapp 40.000 Euro auf eine Lenkradheizung und einem höherwertigen Soundsystem besteht, kann diese Wünsche in dieser Ausführung schlicht nicht erfüllen. Die goldenen Details wärmen schließlich weder die Hände noch verbessern sie den Klang.


Fazit zum Jeep Avenger 4xe

Der Jeep Avenger 4xe ist ein ausgesprochen sympathischer kleiner Jeep, der seinen Allradantrieb sinnvoll einzusetzen weiß. Wir mögen seine bequemen Sitze, die gelassene Abstimmung und den im Alltag meist geschmeidigen Hybridantrieb. Für Stadt, Umland und gelegentliche Abstecher auf losem Untergrund passt das Gesamtpaket gut.

Die North Face Edition gibt ihm mit besonderen Sitzbezügen, topografischen Motiven und goldenen Akzenten zusätzlich Charakter. Das Outdoor-Thema ist liebevoll umgesetzt und reicht erfreulich weit über ein paar aufgeklebte Logos hinaus. Gerade diese Detailverliebtheit macht für uns den Reiz des Sondermodells aus.

39.400 Euro sind für dieses Format allerdings eine Ansage. Der knappe Fond und der hohe Verbrauch bei schnellen Autobahnfahrten bleiben klare Einschränkungen. Auch eine Lenkradheizung und ein überzeugenderes Soundsystem hätten wir uns gewünscht. Gerade bei einer Kooperation mit einem Outdoor-Spezialisten halten wir warme Hände für ein durchaus nachvollziehbares Anliegen.


Konkurrenz & Vergleich

Der Jeep Avenger 4xe hat im Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 (Test des Alfa Romeo Junior Ibrida Q4) seinen engsten Verwandten: ebenfalls 145 PS, Automatik und eine elektrische Hinterachse, ab 35.900 Euro. Wir erleben den Alfa spitzer und sportlicher, den Jeep gelassener.

Der Toyota Yaris Cross Hybrid 130 AWD-i Teamplayer kostet ab 33.690 Euro (Test des Toyota Yaris Cross). Der Lexus LBX Relax E-Four mit 136 PS liegt bei 46.140 Euro und bedient den gehobenen Komfortanspruch. Beide setzen auf Vollhybridtechnik mit zusätzlichem Heckmotor.

Suzuki hält mit Vitara und S-Cross zwei weitere Allradalternativen bereit. Als Comfort+ X-ITE mit jeweils 110 PS, Allgrip und Sechsgang-Automatik kosten sie 34.040 beziehungsweise 36.990 Euro. Damit liegen sie preislich unter unserem Sondermodell.

Besonders interessant ist der Dacia Duster Tribrid 150 4×4 mit 154 PS ab 27.490 Euro, der den bisherigen Duster 4×4 (Test des Dacia Duster 4×4) abgelöst hat. Er verbindet Benzin-/LPG-Betrieb, Doppelkupplungsgetriebe und eine elektrische Hinterachse. Beim Preis dürfte der Duster manchen Jeep-Interessenten ins Grübeln bringen.

Der KGM Tivoli Lux 4WD Automatik bietet 163 PS für 31.900 Euro. Der größere Subaru Crosstrek 2.0ie Trend kombiniert 136 PS mit Lineartronic und permanentem Allrad ab 34.890 Euro. Er passt besonders zu Menschen, die Allrad regelmäßig nutzen.

Mit Frontantrieb treten die Technikverwandten Opel Mokka, Fiat 600 (Test des Fiat 600 Hybrid) und Peugeot 2008 (Test des Peugeot 2008 Hybrid) an. VW T-Cross, Skoda Kamiq (Test des Skoda Kamiq Monte Carlo) und Seat Arona (Test des Seat Arona Xperience) ergänzen den Vergleich ebenso wie Renault Captur, Mitsubishi ASX (Test des Mitsubishi ASX 2026) und Kia Stonic (Test des Kia Stonic Facelift). Für überwiegend städtische Nutzung sind sie naheliegende Alternativen; der SUV-Auftritt allein dreht allerdings noch kein Hinterrad an.

Elektrisch bieten der Suzuki e Vitara Comfort ALLGRIP-e mit 183 PS ab 39.490 Euro und der Toyota Urban Cruiser Lounge AWD mit 184 PS für 44.990 Euro ebenfalls Allrad. Der Renault 4 E-Tech elektrisch startet mit 122 PS bei 27.690 Euro und bleibt frontgetrieben.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Eigenständiges Design und liebevoll gestaltete North-Face-Details.
  • Überzeugende Allradtraktion auf losem Untergrund.
  • Bequeme Vordersitze und angenehm komfortable Abstimmung.
  • Überwiegend harmonischer Hybridantrieb mit elektrischem Rangieren.
  • Handliche Abmessungen und gute Wendigkeit im Stadtverkehr.

Nachteile ❌

  • Hoher Testwagenpreis von 39.400 Euro.
  • Knappes Platzangebot im Fond und nur 325 Liter Kofferraumvolumen.
  • Keine Lenkradheizung.
  • Übereifrige Spurführung, träges Infotainment und mäßige Kameraauflösung.
  • Hoher Verbrauch bei schnellen Autobahnfahrten.


Technische Daten des Jeep Avenger 4xe The North Face

ModellJeep Avenger 4xe The North Face 1.2 Hybrid
Länge x Breite x Höhe (m)4,09 x 1,78 (1,98 mit Außenspiegeln) x 1,54
Radstand (mm)2.563
MotorDreizylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung
Hubraum (ccm)1.199
Leistung (kW / PS)107 / 145
Drehmoment (Nm)230
Getriebe6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (EDCT6)
AntriebAllrad
KraftstoffartSuper E10
Durchschnittsverbrauch (WLTP in Liter)5,4
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)7,7
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)123
AbgasnormEuro 6e
0 auf 100 km/h (in Sekunden)9,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)194
Leergewicht (kg)1.475
Kofferraumvolumen (l)325 – 1.218
FarbeSnow White (Weiß)
Grundpreis (Euro)39.000
Testwagenpreis (Euro)39.400
Technische Daten: Jeep Avenger 4xe


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