XPeng L03 AWD
, ,

XPeng L03 AWD Test – Die Knöpfe gingen, die Manieren blieben

Der XPeng L03 AWD bringt die Technikambitionen der chinesischen Marke in ein handlicheres Format und tritt bei uns zum ersten Test an. Mit 4,65 Metern Länge verbindet der elektrische Crossover eine coupéartig abfallende Dachlinie mit einem ausgesprochen aufgeräumten Auftritt. Hinter den glatten Flächen steckt allerdings reichlich Beschäftigung für Freunde digitaler Möglichkeiten: Kameras rundum, ein großes Head-up-Display und eine Bedienlandschaft, in der klassische Knöpfe inzwischen offenbar als bedrohte Art geführt werden.

Mit dem L03 erweitert XPeng sein Angebot nach unten. Dahinter steckt eine Top-down-Strategie: Größere und höher positionierte Modelle wie der G9 sollen zunächst zeigen, was die Marke technisch kann. Kleinere und günstigere Baureihen machen diesen Anspruch anschließend für einen breiteren Kundenkreis zugänglich. Der L03 übernimmt nun die Rolle des neuen Einstiegsmodells. Die Baureihe beginnt mit dem heckgetriebenen Standard Range bei 35.600 Euro und richtet sich damit auch an Menschen, die ein geräumiges Elektroauto suchen, ohne gleich die Abmessungen und das Budget der größeren Modelle einplanen zu wollen.

Dass XPeng in Deutschland bereits an Fahrt gewonnen hat, zeigen die bei der Präsentation vorgelegten KBA-Zahlen: Von Januar bis September 2026 wurden 7.023 Fahrzeuge der Marke neu zugelassen, 279 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein der September steuerte 1.250 Neuzulassungen bei, ein Plus von 419 Prozent. Zusätzlich meldet XPeng mit Stand September einen Bestellvorlauf von 8.000 Fahrzeugen. Der L03 soll diesen Wachstumskurs mit einem günstigeren Einstieg und handlicheren Abmessungen fortsetzen. Für die Marke geht es damit um die Frage, wie sich der bisher vor allem mit größeren Modellen formulierte Technikanspruch in zusätzliche Stückzahlen übersetzen lässt.

Wir haben den elektrischen Crossover in der Ausführung AWD Performance Ultra kennengelernt, die ab 46.600 Euro angeboten wird. Der Allradantrieb stellt 317 kW beziehungsweise 431 PS bereit; „Ultra“ steht für die umfangreichere Ausstattung mit zusätzlichen Komfort- und Technikmerkmalen. Dazu gehören unter anderem die 20-Zoll-Räder mit gelben Bremssätteln und die aufwendigere Xopera-Soundanlage. Der Name gibt sich also durchaus selbstbewusst. Ob sämtliche Bestandteile dieses Auftritts dieselbe Überzeugungskraft entwickeln, verdient einen genaueren Blick.

Für unseren Erstkontakt ging es nach Königswinter an den Rhein. Dort interessierte uns vor allem, wie sich der L03 zwischen engen Gassen und schnellen Autobahnetappen schlägt. Wie gut lassen sich seine Kräfte dosieren, wie angenehm reist es sich auch im Fond, und wie viel Aufmerksamkeit verlangt die weitgehend ins Display verlagerte Bedienung? Dass wir unterwegs ausgerechnet an einem Wasserablauf im Frunk und zwei Kleiderhaken aus echtem Aluminium hängen blieben, sei schon einmal verraten. Manchmal beginnt die Sympathie für ein modernes Auto an erstaunlich analogen Stellen. Fahrbericht.


Der Look

Beim XPeng L03 AWD regiert die glatte Fläche. Die Karosserie wirkt rundlich, aufgeräumt und erstaunlich zurückhaltend für ein Auto, dessen Ausstattungsliste so gern von künstlicher Intelligenz erzählt. An der Front fühlen wir uns deutlich an Polestar erinnert. Diesen Eindruck verstärken die nahezu rahmenlosen Außenspiegel, die mit ihrer skulpturalen Form auch vom Fahrerplatz aus gefallen. Gestalterisch pflegt der L03 also durchaus internationale Beziehungen.

Eine eigene Note bringt die Tagfahrlichtsignatur ins Spiel. Sie besitzt selbst zwischen den mittlerweile reichlich ambitionierten Lichtgrafiken anderer Hersteller noch Wiedererkennungswert und steht dem L03 ausgesprochen gut. Eine Scheinwerferreinigungsanlage gibt es dagegen nicht. Unsere spezielle Form der Begeisterung muss sich hier also mit der Lichtsignatur begnügen. Weiter unten zeigt sich immerhin echte Betriebsamkeit: Die Kühlöffnungen in der Front lassen sich öffnen und schließen. Sind sie offen, geben sie den Blick auf den dahinterliegenden Kühler frei.

In der Seitenansicht setzt sich die weiche Linienführung fort. Die C-Säule läuft spitz zu, das dreieckige hintere Seitenfenster betont diesen Abschluss zusätzlich. Erfreulich konventionell bleiben die Türgriffe: Hier gibt es tatsächlich etwas zum Anfassen. Eine kleine Reminiszenz an die Zeit, in der sich eine Autotür ohne vorherige Choreografie öffnen ließ. Ihre Gestaltung erinnert uns an den BYD Seal 6 DM-i.

Besonders gut steht dem L03 die gräulich-violette Lackierung „Phantom Purple“, für die XPeng 950 Euro Aufpreis berechnet. Sie gibt den glatten Flächen Tiefe, betont die weichen Konturen und verleiht dem Crossover eine elegante, eigenständige Note. Dieses Lila passt ausgesprochen gut zu seiner Form und macht aus der angenehm ruhigen Gestaltung einen Auftritt mit Charakter. Ein Farbton, bei dem wir den zuständigen Gestaltern gern einmal ausdrücklich gratulieren würden.

Die seitlichen Einsätze im Stil kleiner Kiemen wirken angesichts ihrer geschlossenen Flächen eher dekorativ. Eine technische Funktion konnten wir beim Rundgang nicht erkennen. Sportlichkeit darf hier offenbar auch im geschlossenen Zustand stattfinden.

Unser AWD Performance Ultra steht auf 20-Zoll-Rädern, bei dieser Ausfahrt mit Bridgestone-Winterbereifung. Das Felgendesign fügt sich stimmig in den Auftritt ein; die gelben Bremssättel übernehmen den auffälligeren Teil. Für diskrete Zurückhaltung haben sie offensichtlich wenig übrig.

Am Heck geht das große Glasdach optisch beinahe in die Heckscheibe über. Die abfallende Kontur mündet in einen kleinen Entenbürzel, in dessen Bereich auch die Rückleuchten sitzen. Das ergibt einen gelungenen Abschluss. Die Leuchtengestaltung erinnert uns etwas an Tesla, während die Front für uns mehr Eigenständigkeit mitbringt. Mittig sitzt der Markenschriftzug.

Und dann wären da noch die Kameras. Vorn, an den Außenspiegeln, in den seitlichen Einsätzen und gleich zweimal am Heck begegnen uns die kleinen Objektive. Bei dieser Kameradichte wirkt der L03 gründlicher überwacht als manche Bankfiliale.

Die naheliegende Vermutung, die zweite Heckkamera liefere das Bild für einen digitalen Innenspiegel, führt hier allerdings in die Irre. Eine Kamera gehört zum Rückfahr- und 360-Grad-Kamerasystem, die andere zur rückwärtigen Umfelderfassung der Fahrerassistenz. Beim Innenspiegel hat XPeng auf die Digitalisierung verzichtet: Er bleibt konventionell und wird von Hand abgeblendet.


Und innen?

Im Innenraum des XPeng L03 AWD geht es ausgesprochen aufgeräumt zu. Die Gestaltung ist nüchtern, beim Anfassen gefällt uns das Gebotene aber ausgesprochen gut. Der dunkle Dachhimmel fühlt sich angenehm flauschig an, die Ledernachbildung wirkt hochwertig, und die Flächen sind ordentlich verarbeitet. Dass in den unteren Bereichen mehr Hartplastik zum Einsatz kommt, trübt diesen Eindruck kaum. Auch dort bleibt die Haptik im grünen Bereich. Die dezent strukturierte Ambientebeleuchtung gibt den ruhigen Flächen etwas Atmosphäre.

Bei der Bedienung hat XPeng den Rotstift wesentlich entschlossener angesetzt. Fensterheberschalter, Lenkradtasten samt Rändelrädern und die beiden Bediensatelliten dürfen bleiben, ebenso die Hebel für Gangwahl und Scheibenwischer. Physische Schalter werden hier offenbar nur noch nach Einzelfallprüfung zugelassen. Spiegelverstellung und Hauptlichteinstellung wandern beispielsweise ins Infotainment. Uns ist diese Form des Minimalismus zu konsequent. Wir hätten für solche Grundfunktionen lieber einen direkten Zugriff. Wer sich für den L03 interessiert, sollte deshalb vor dem Kauf ausprobieren, wie gut er mit diesem Bedienkonzept zurechtkommt.

Das 8,88 Zoll große Fahrerdisplay zeigt die wesentlichen Informationen übersichtlich an. Positiv fällt auf, dass Restreichweite in Kilometern und Ladestand in Prozent gleichzeitig sichtbar sind. Dazu kommen unter anderem Geschwindigkeit, Tempolimit sowie die Tripinformationen mit Verbrauch und Fahrzeit. Den zentralen Zugriff übernimmt ein 15,6 Zoll großer Touchscreen. Die Navigation nutzt das Google Maps SDK unter einer XPeng-Oberfläche, einschließlich aktueller Verkehrsinformationen. Ergänzt wird das Ganze durch das ausgesprochen große Head-up-Display.

Gut gefällt uns das angenehm kompakte, leicht ovale Lenkrad. Auch die Vordersitze überzeugen mit ordentlicher Polsterung und gutem Seitenhalt. Sie sind elektrisch einstellbar, beheizbar und belüftbar; in der Ultra-Version kommt eine Massagefunktion hinzu. Das ergibt zusammen mit den guten Materialien einen erfreulich angenehmen Aufenthaltsort.

Im Fond setzt sich dieser Eindruck fort. Die Kniefreiheit fällt großzügig aus, und auch über dem Kopf bleibt trotz Panoramaglasdach ordentlich Platz. Die Polsterung gefällt uns ebenfalls, wenngleich die äußeren Rücksitze weniger Seitenhalt bieten als die vorderen. Der mittlere Platz ist grundsätzlich nutzbar, erreicht aber nicht den Komfort der beiden Außenplätze. Zu viert lässt es sich hier ausgesprochen gut reisen. Die angenehmen Platzverhältnisse zeigen, dass dafür kein ausgewachsenes SUV nötig ist.

Besonders schön ist das weit nach hinten reichende Panoramaglasdach. Es erstreckt sich optisch bis zu den hinteren Kopfstützen und macht gerade den Fond zu einem luftigen Aufenthaltsort. Durch das leicht getönte Glas lassen sich Himmel und vorbeiziehende Strommasten betrachten, während die Gedanken anderweitig beschäftigt sind. Für gepflegtes Tagträumen hat XPeng jedenfalls gute Voraussetzungen geschaffen.

Die seitlichen Armauflagen hinten sind ergonomisch angenehm. Die ausklappbare Mittelarmlehne bringt zwei Getränkehalter mit, könnte allerdings etwas länger sein und fällt recht steil ab. Luftausströmer und Haltegriffe für die äußeren Fondpassagiere sind ebenfalls vorhanden. Ein einzelner USB-C-Anschluss mit ausgewiesenen 60 Watt muss für die hinteren Mitreisenden reichen. Die Leistung ist ordentlich, bei der Zahl der Anschlüsse hätten wir uns mehr Großzügigkeit gewünscht.

Dafür gibt es an anderer Stelle erfreulich handfeste Aufmerksamkeiten. Unter den Rücksitzen sitzen praktische Schubladen für Kleinkram, vorn bietet die breite Mittelkonsole zusätzlichen Stauraum darunter. Eine große Mittelarmlehne sowie USB-A- und USB-C-Anschlüsse ergänzen das Angebot. Die belüftete induktive Ladeschale stellt laut Hersteller bis zu 50 Watt bereit.

Zu unseren liebsten Details zählen die beiden Kleiderhaken rechts und links im Fond. Sie bestehen tatsächlich aus Aluminium, sehen gut aus und fühlen sich entsprechend wertig an. Für solche kleinen Materialentscheidungen haben wir ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen. Zwischen all den Displays darf Qualität gern auch einmal so unmittelbar greifbar sein.


Der Antrieb des XPeng L03 AWD

Mit 317 kW beziehungsweise 431 PS und 451 Newtonmetern ist der XPeng L03 AWD ausgesprochen großzügig motorisiert. Für den Sprint von null auf 100 km/h nennt XPeng 4,5 Sekunden. Damit sind die grundsätzlichen Leistungsfragen zunächst hinreichend geklärt. Interessanter ist, wie der Crossover mit dieser Kraft umgeht.

Er reagiert spontan auf das Fahrpedal und stellt seine Leistung angenehm harmonisch bereit. Eine spürbare Verzögerung konnten wir nicht feststellen. Zugleich bleibt die Leistungsentfaltung bemerkenswert gelassen und gut dosierbar. Selbst im Sportmodus wirkt der L03 kultiviert. Die 431 PS haben offenbar vor Dienstantritt noch einen Benimmkurs besucht.

Gerade diese Abstimmung gefällt uns. Zügiges Beschleunigen gelingt mit Nachdruck, während sich das Auto im normalen Verkehr ebenso entspannt bewegen lässt. Die vorhandenen Reserven verlangen keine ständige Beschäftigung mit ihnen. Ob es im Alltag unbedingt die stärkste Antriebsvariante braucht, bleibt damit eine persönliche Entscheidung. Zu dem souveränen Charakter unseres Testwagens passt sie jedenfalls sehr gut.

Auch auf der Autobahn überzeugt der zügige Durchzug bis in den oberen Geschwindigkeitsbereich. Die offizielle Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h; bei unserer Ausfahrt standen am Ende 193 km/h auf dem Tacho. Der Geräuschkomfort bleibt grundsätzlich gut, oberhalb von etwa 150 km/h nehmen die Windgeräusche allerdings merklich zu. Die Fronthaube blieb auch bei hohem Tempo ruhig.

Beim Fahrwerk findet XPeng einen gelungenen Kompromiss für den täglichen Einsatz. Die Grundabstimmung wirkt neutral mit einer leicht dynamischen Note. Straßenunebenheiten bleiben spürbar, und das Fahrzeug liefert ausreichend Rückmeldung vom Untergrund. Der Federungskomfort fällt dabei ordentlich aus, ohne dass der L03 sänftenartig über die Fahrbahn gleiten würde. Unzumutbare Härte konnten wir ebenso wenig feststellen. Auch Nick- und Wankbewegungen hält die Abstimmung gut im Zaum; die Karosserie wirkt angenehm kontrolliert.

Die Lenkung fügt sich stimmig in diesen Eindruck ein. Sie liefert genügend Rückmeldung und erlaubt eine gut einschätzbare Führung des Autos. Um die Mittellage dürfte sie für unseren Geschmack etwas direkter ansprechen. Das bleibt jedoch eine überschaubare Kritik an einer ansonsten angenehm unkomplizierten Abstimmung.

Wie handlich sich der L03 bewegen lässt, zeigt sich in den engen Altstadtgassen von Königswinter. Dort wirken manche Durchfahrten, als habe bei ihrer Planung noch niemand mit einem Außenspiegel gerechnet. Die Abmessungen des Crossovers lassen sich trotzdem gut einschätzen, und das Rangieren gelingt ziemlich entspannt. Eine Hinterachslenkung haben wir dabei nicht vermisst.

Besonders gut gefallen uns die Bremsen. Sie verzögern kräftig, und der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse war für uns nicht zu spüren. Das Zusammenspiel funktioniert ausgesprochen harmonisch. Die von uns überwiegend genutzte schwächere Rekuperationsstufe arbeitet unauffällig und passt zum gelassenen Charakter. Im Stillstand lässt sich Auto Hold durch einen längeren Tritt auf das Bremspedal aktivieren.

Für ausgeprägt sportliche Ansprüche setzt der L03 allerdings andere Prioritäten. Die fahrdynamische Präzision eines BMW 3er erreicht er nach unserem Eindruck nicht. Sein Reiz liegt in der Verbindung aus kräftigem Antrieb, gut kontrolliertem Fahrverhalten und angenehmer Alltagstauglichkeit. Das „Performance“ im Namen beschreibt hier vor allem ein großzügiges Leistungsangebot mit erfreulich guten Umgangsformen.


Alltag & Verbrauch

Der XPeng L03 AWD bringt einige ziemlich praktische Lösungen für den Alltag mit. Hinter der elektrischen Heckklappe wartet ein gut nutzbarer Gepäckraum mit wenig ausgeprägter Ladekante. XPeng nennt nach VDA 367 Liter Volumen, bei umgeklappten Rücksitzlehnen werden daraus 1.131 Liter. Die Lehnen sind im Verhältnis 40:20:40 geteilt, was beim Transport längerer Gegenstände zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Zum Umklappen muss man allerdings in den Fond greifen; eine Entriegelung vom Kofferraum aus gibt es nicht.

Besonders gern beschäftigen wir uns mit dem zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube. Unser AWD bietet hier laut Datenblatt 44 Liter. Die Haube wird von Dämpfern abgestützt, was den Zugang angenehm macht. Eingeprägte Symbole schlagen verschiedene Verwendungsmöglichkeiten vor, darunter Taschen, Schuhe, schmutzige Bälle, Tauchausrüstung und Werkzeug. Sogar ein Delfin hat es in die Bebilderung geschafft. Ganz frei von Fernweh war die Gestaltungsabteilung offenbar nicht.

Die eigentliche Freude liegt allerdings ein Stück tiefer: Der Frunk besitzt einen Wasserablauf. Nasse Badesachen oder schmutzige Schuhe lassen sich damit getrennt vom übrigen Gepäck unterbringen, anfallendes Wasser kann anschließend abgelassen werden. Das ist ein ausgesprochen sympathisches Detail. Hier wurde auch an jenen Teil des Familienalltags gedacht, der sich auf Hochglanzfotos für gewöhnlich nur eingeschränkt eignet. Gerade solche Lösungen bleiben uns beim Test angenehm im Gedächtnis.

Auch für größere Transportaufgaben hält der L03 Möglichkeiten bereit. Mit der optionalen Anhängerkupplung darf er laut Hersteller bis zu 1.500 Kilogramm gebremst beziehungsweise 750 Kilogramm ungebremst ziehen. Die zulässige Dachlast beträgt 75 Kilogramm. Damit erschöpft sich seine praktische Veranlagung erfreulicherweise nicht bei Einkaufstaschen und Ladekabeln.

Beim Stromverbrauch hinterlässt der kräftige Allradler ebenfalls einen ordentlichen ersten Eindruck. Bei normaler Fahrweise ohne Autobahn lagen wir bei 16,8 kWh auf 100 Kilometer. Mit Autobahnanteil stieg der Wert auf 22,4 kWh je 100 Kilometer. Unser gemischter Durchschnitt betrug 19,8 kWh auf 100 Kilometer. Bei besonders sparsamer Fahrweise kamen wir auf rund 12,2 kWh je 100 Kilometer.

Die Bandbreite zeigt, wie deutlich das Einsatzprofil den Energiebedarf beeinflusst. Im gemischten Betrieb bleibt der Verbrauch für den leistungsstarken Crossover nach unserem ersten Eindruck im vernünftigen Rahmen. Einen ausführlichen Verbrauchs- und Reichweitentest werden wir später für die Long-Range-Version nachreichen.


Laden & Reichweite

Der XPeng L03 AWD nutzt eine LFP-Batterie mit 71,1 kWh Bruttoinhalt, von denen laut Datenblatt 70,4 kWh nutzbar sind. Die elektrische Architektur arbeitet mit 400 Volt. Für die Allradversion nennt XPeng eine WLTP-Reichweite von bis zu 440 Kilometern.

Auf Basis der nutzbaren Akkukapazität lassen sich auch unsere Verbrauchswerte in rechnerische Reichweiten übersetzen. Bei den 16,8 kWh je 100 Kilometer ohne Autobahn ergeben sich rund 419 Kilometer. Mit den 22,4 kWh je 100 Kilometer aus dem Fahrprofil mit Autobahnanteil wären es etwa 314 Kilometer. Unser gemischter Durchschnitt von 18,3 kWh je 100 Kilometer entspricht rund 385 Kilometern. Der Sparverbrauch von ungefähr 12,2 kWh je 100 Kilometer ergibt rechnerisch etwa 577 Kilometer.

Diese Hochrechnungen setzen einen konstanten Verbrauch und die vollständige Nutzung der Nettokapazität von 100 auf null Prozent voraus. Für Etappen zwischen zwei Schnellladestopps lohnt deshalb ein zweiter Blick: Im Ladefenster von 80 auf zehn Prozent stehen rechnerisch 49,28 kWh bereit. Das entspricht bei unserem gemischten Verbrauch etwa 269 Kilometern, bei den 22,4 kWh je 100 Kilometer mit Autobahnanteil rund 220 Kilometern.

Am passenden Gleichstrom-Schnelllader erreicht der AWD laut Hersteller bis zu 236 kW Spitzenleistung. Den Ladehub von zehn auf 80 Prozent gibt XPeng mit 20 Minuten an, von 20 auf 80 Prozent sollen 18 Minuten genügen. Damit stehen auf dem Papier ordentliche Voraussetzungen für überschaubare Ladepausen bereit.

An einer geeigneten Wallbox oder öffentlichen Wechselstromsäule lädt der L03 AWD mit bis zu 11 kW. Eine Wärmepumpe gehört ebenfalls zur Serienausstattung. Wie die Ladekurve unter realen Bedingungen ausfällt, prüfen wir im späteren ausführlichen Test. Ob der L03 am Schnelllader ähnlich gute Manieren zeigt wie beim Beschleunigen, bleibt schließlich eine Frage für die Praxis.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Zu den interessantesten Ausstattungsdetails des XPeng L03 AWD gehört für uns das 26,8 Zoll große Head-up-Display. Beim Setzen des Blinkers erscheint dort das Kamerabild der jeweiligen Fahrzeugseite. So wird der Bereich neben dem Auto direkt im Sichtfeld sichtbar. Die Darstellung ist zunächst ungewohnt und verlangt etwas Eingewöhnung. Danach empfinden wir sie als hilfreiche Unterstützung.

Auch die Rangierkameras gefallen mit ihren sehr scharfen, detailreichen Bildern. Hier zeigt sich der praktische Nutzen der vielen Objektive besonders deutlich. Die Übersicht beim Manövrieren ist gut, die Darstellung macht das Einschätzen der Umgebung angenehm einfach. Das ist eine jener Technikfunktionen, deren Mehrwert sich erfreulicherweise ohne längeren Einführungsvortrag erschließt.

Die Abstandsregelung arbeitete im Test gut. Die Spurführung meldete sich häufiger mit dem Hinweis, sie richte das Fahrzeug neu aus, oder mit der Aufforderung, die Spur zu halten. Dabei blieben die Hinweise relativ diskret. Diese zurückhaltende Form der Kommunikation finden wir angenehm; der L03 muss seine Aufmerksamkeit also nicht ständig in eine akustische Grundsatzrede übersetzen.

Vereinzelt tauchten allerdings auch Meldungen zum Fahrergurt auf, deren Auslöser wir beim Erstkontakt nicht abschließend zuordnen konnten. Der Tempowarner meldete sich teilweise erneut, obwohl wir ihn zu Fahrtbeginn bereits deaktiviert hatten. Hier bleiben die genauen Bedien- und Wiederaktivierungsbedingungen bisweilen offen. Ein gewisser Gesprächsbedarf besteht also – über dessen Häufigkeit wir gern selbst entscheiden würden.

Das Assistenzangebot umfasst laut Ausstattungsliste auch einen automatischen Parkassistenten und Fernparken per Smartphone. Für die Ultra-Version führt XPeng zusätzlich unter anderem einen aktiven Spurwechselassistenten, einen Rückfahrassistenten und einen erweiterten Parkassistenten für unmarkierte Bereiche auf. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord und arbeiten kabellos, Softwareaktualisierungen lassen sich per Over-the-Air-Update einspielen. Die Innenraumkamera ermöglicht außerdem Selfies. Für die Dokumentation der eigenen Anwesenheit ist damit ebenfalls gesorgt.

Zur Ultra-Ausstattung gehört zudem eine aktive Geräuschunterdrückung. Die klangliche Hauptrolle übernimmt das Xopera-Soundsystem mit 18 Lautsprechern und zwei zusätzlichen in der Fahrerkopfstütze. Es klingt ordentlich, lässt bei uns aber keine High-End-Euphorie aufkommen. Wir sehen es nach unserem Höreindruck eher auf dem Niveau einer guten Harman-Kardon-Anlage. Die uns aus dem G9 bekannte Dynaudio-Anlage spielt für uns hörbar darüber. Eine stattliche Lautsprecherzahl ist eben noch kein musikalischer Adelstitel.


Varianten & Preise des XPeng L03 AWD

Die Modellpalette des XPeng L03 umfasst vier vollelektrische Ausführungen und eine Variante mit Range Extender. Die folgenden Grundpreise sind unverbindliche Preisempfehlungen inklusive Mehrwertsteuer, die Reichweiten jeweils WLTP-Angaben des Herstellers.

Den Einstieg bildet der RWD Standard Range für 35.600 Euro. Er kombiniert Hinterradantrieb mit 163 kW beziehungsweise 222 PS und einer LFP-Batterie mit 58,2 kWh Bruttoinhalt. Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 445 Kilometer.

Für 38.600 Euro folgt der RWD Long Range. Hier wächst der Akku auf 71,1 kWh brutto, der Heckmotor leistet 183 kW beziehungsweise 249 PS. Mit bis zu 520 Kilometern bietet diese Ausführung die größte elektrische Normreichweite der Baureihe. Für häufigere längere Strecken ist sie damit eine naheliegende Variante innerhalb des Angebots.

Der AWD Performance kostet ab 41.600 Euro. Seine beiden Motoren stellen zusammen 317 kW beziehungsweise 431 PS bereit, die Batterie fasst ebenfalls 71,1 kWh brutto. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 440 Kilometer. Gegenüber dem Long Range fließt der Aufpreis hier also vor allem in Allradantrieb und zusätzliche Leistung.

Unser AWD Performance Ultra steht mit 46.600 Euro in der Preisliste. Leistung, Batteriegröße und elektrische Normreichweite entsprechen dem AWD Performance. Die zusätzlichen 5.000 Euro gelten der umfangreicheren Ausstattung, unter anderem mit 20-Zoll-Rädern, dem größeren Xopera-Soundsystem, aktiver Geräuschunterdrückung, Vordersitzmassage und erweiterter Assistenztechnik. „Ultra“ beschreibt hier den Ausstattungsumfang; ein weiterer Leistungsnachschlag gehört nicht zum Paket.

Eine eigene Rolle übernimmt der PowerX Long Range ab 38.600 Euro. Er fährt mit Hinterradantrieb und einem laut Datenblatt 178 kW starken Elektromotor. Ein 1,5-Liter-Benziner dient als Generator zur Stromerzeugung, während die Räder ausschließlich elektrisch angetrieben werden. Die LFP-Batterie fasst 37,2 kWh brutto. XPeng nennt bis zu 215 Kilometer rein elektrische Reichweite und bis zu 1.017 Kilometer Gesamtreichweite mit voller Batterie und vollem Tank.

Bei den Extras hält sich der Hang zur Fortsetzungslektüre in erfreulichen Grenzen. Arctic White ist serienmäßig. Die je nach Variante verfügbaren Metalliclackierungen Midnight Black, Rock Grey, Silver Frost und Phantom Purple kosten jeweils 950 Euro. Die abnehmbare Anhängerkupplung schlägt mit 990 Euro zu Buche. Für den AWD Performance Ultra gibt es außerdem die Black Edition für 1.200 Euro: Sie kombiniert Midnight Black mit weiteren schwarzen Exterieurdetails und schwarzen 20-Zoll-Rädern.

Grundpreis und Phantom Purple ergeben für einen AWD Performance Ultra zusammen 47.550 Euro, bevor weitere Optionen hinzukommen. Bei dieser Farbe verstehen wir das zusätzliche Kreuzchen ausgesprochen gut.

Zur Absicherung nennt der Hersteller sieben Jahre XPeng-Fahrzeuggarantie bis maximal 160.000 Kilometer. Für die Hochvoltbatterie gelten acht Jahre bis ebenfalls 160.000 Kilometer.


Kundenfeedback

Die bisher von uns ausgewerteten Rückmeldungen zum europäischen XPeng L03 stammen vor allem aus Besichtigungen und Probefahrten. Einzelne Besitzer berichten bereits von der Übergabe. Eine belastbare Langzeitbilanz ist daraus noch nicht abzuleiten.

Positiv fällt das Urteil eines Long-Range-Bestellers aus, der den Performance Ultra probegefahren ist: Er lobt das Fahrwerk, die kräftige Beschleunigung und das Platzangebot in beiden Sitzreihen. Auch den Kofferraum empfindet er für seine Ansprüche als ausreichend, obwohl er einen Passat Kombi gewohnt ist. Das deckt sich in wesentlichen Punkten mit unserem Eindruck eines kräftigen und alltagstauglichen Crossovers.

Ein früher Ultra-Besitzer aus Österreich hebt nach der Übergabe ebenfalls den komfortablen Fahreindruck hervor. Der Handyschlüssel funktioniert bei ihm zunächst problemlos. Die Menüführung beschreibt er dagegen als gewöhnungsbedürftig und an einzelnen Stellen umständlicher als bei seinem Tesla. Auch das Lenkrad verlangt für ihn beim Einparken Eingewöhnung.

Bei der Materialanmutung gehen die frühen Eindrücke stärker auseinander. Manche Interessenten empfinden einen spürbaren Abstand zu G6 oder G9, andere loben die Innenausstattung gerade mit Blick auf die Preisklasse. Das spricht vor allem dafür, sich die Oberflächen selbst anzusehen und anzufassen. Selbst bei weichen Materialien bleiben die Urteile gelegentlich ausgesprochen hart.


Für wen eignet sich der XPeng L03 AWD?

Der XPeng L03 AWD passt zu Paaren und Familien mit ein oder zwei Kindern, die überwiegend mit bis zu vier Personen unterwegs sind und mit 367 Litern Kofferraum auskommen. Für Pendler mit verlässlicher Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz und einem gemischten Fahrprofil aus Stadt, Landstraße und Autobahn ist das Konzept besonders schlüssig.

Die Allradversion richtet sich an Käufer, die kräftige Reserven und Allradantrieb wünschen, dabei aber einen gelassenen Alltagscharakter bevorzugen. Ultra passt zu ausstattungsorientierten Technikfreunden, denen zusätzliche Komfort- und Assistenzfunktionen den Aufpreis wert sind und die mit der weitgehenden Bedienung per Touchscreen gut zurechtkommen.


Für wen eignet sich der XPeng L03 AWD nicht?

Eine klare Fehlbesetzung ist der L03 für Menschen, die Grundfunktionen zwingend über feste Tasten bedienen möchten und Bildschirmmenüs grundsätzlich ablehnen. Diese Bedienphilosophie lässt sich auch mit Ultra-Ausstattung nicht wegkonfigurieren. Ebenso wenig passt er zu ausgesprochenen Sportfahrern, die eine scharfe Lenkung und ein konsequent auf Dynamik ausgerichtetes Fahrverhalten erwarten. Die hohe PS-Zahl ersetzt diese Eigenschaften nicht.

Harte Ausschlussgründe sind ein Bedarf an mehr als fünf Sitzplätzen oder an einer gebremsten Anhängelast über 1.500 Kilogramm. Auch einen großen Kombi für regelmäßig sperriges Familien- oder Arbeitsgepäck ersetzt der L03 nicht; der großzügige Fond macht den Kofferraum nicht größer. Wer regelmäßig mit mehr als 180 km/h auf der Autobahn reisen möchte, muss ebenfalls weitersuchen. Dort liegt die offizielle Höchstgeschwindigkeit. Die Bezeichnung Performance ist keine Ausnahmegenehmigung.


Fazit zum XPeng L03 AWD

Der XPeng L03 AWD ist ein ernst zu nehmender Allrounder mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Der erste Test zeigt ein Auto, das seinen Auftritt auch auf der Straße einlöst. Die etablierte Konkurrenz sollte sich deshalb nicht darauf verlassen, dass ein vertrautes Emblem allein schon genügend Überzeugungsarbeit leistet.

Unser größter Vorbehalt betrifft die Bedienung. Eine glatte Oberfläche ist noch keine einfache Handhabung. Wenn für grundlegende Funktionen erst das passende Menü gefunden werden muss, wird gestalterische Reduktion im Alltag zur Mehrarbeit. Dazu kommen Warnmeldungen, die gelegentlich eine bemerkenswerte Ausdauer entwickeln. Da dürfte XPeng gern etwas weniger Sendungsbewusstsein zeigen.

Der L03 verdient nach diesem Erstkontakt ein klares positives Urteil. Den nächsten Entwicklungsschritt sehen wir bei der Einfachheit im Umgang. Ein paar Knöpfe mehr und ein paar Wortmeldungen weniger würden dem Auto ausgezeichnet stehen – gute Manieren sind schließlich auch eine Frage des richtigen Schweigens.


Konkurrenz & Vergleich

Der XPeng L03 AWD trifft auf ein breites Wettbewerbsfeld, in dem allerdings nur wenige Modelle bei Größe, Leistung und Preis gleichermaßen nah herankommen. Die Vergleichsgrundlage bilden seine 431 PS und Grundpreise von 41.600 Euro als AWD Performance beziehungsweise 46.600 Euro als Ultra. Die folgenden Preise beziehen sich auf die jeweils genannten Ausführungen vor Sonderausstattung und Aktionsnachlässen.

Besonders nah liegt der Changan Deepal S05 Max 4WD: Rund 4,60 Meter Länge, 435 PS und 44.990 Euro machen ihn zum ausgesprochen passenden Gegenspieler. Der Subaru Solterra (Test des Subaru Solterra 2026) startet mit 343 PS bei 45.990 Euro, der Toyota bZ4X Teamplayer AWD mit gleicher Leistung bei 50.990 Euro. Beide sind mit 4,69 Metern nur geringfügig länger als der XPeng und gehören ebenfalls in die engere Auswahl.

Der MGS6 EV Luxury AWD verlangt 53.990 Euro für 361 PS und fällt mit rund 4,71 Metern etwas größer aus. Der smart #5 Pro+ kostet 51.400 Euro und liefert 363 PS. Er tritt allerdings mit Heckantrieb an und baut deutlich höher als der L03. Damit ergänzt er das Feld um eine Alternative für Käufer, die das größere SUV-Format wünschen und auf Allrad verzichten können.

Ford Capri Select Extended Range AWD, Cupra Tavascan VZ (Test des Cupra Tavascan VZ) und Skoda Enyaq RS bringen jeweils 340 PS mit. Ihre Grundpreise liegen bei 55.400, 58.950 beziehungsweise 59.440 Euro. Capri und Tavascan passen mit ihrer coupéhaften Silhouette besonders gut ins Umfeld des L03; der Enyaq vertritt die klassischere SUV-Seite. Gegenüber allen dreien bleibt der XPeng selbst als Ultra deutlich günstiger und bietet zugleich mehr Leistung.

Bei Volkswagen kommen der VW ID.4 GTX für 56.160 Euro und der VW ID.5 GTX (Test des VW ID.5 GTX) für 59.355 Euro hinzu, jeweils in der Ausführung mit Infotainment-Paket und mit 340 PS. Die GTX-Versionen sind rund 4,58 Meter lang und damit etwas kürzer als der XPeng. Der ID.5 liegt ihm konzeptionell näher, während der ID.4 stärker als klassisches SUV auftritt. Beide sind laut Volkswagen aktuell nur noch als verfügbare Bestandsfahrzeuge erhältlich.

Auch der Kia EV6 AWD (Test des Kia EV6 Facelift) und der Opel Grandland Electric AWD sind plausible Alternativen, obwohl ihre jeweils 325 PS merklich unter den 431 PS des XPeng liegen. Der flachere Kia kostet als Air mit 84-kWh-Batterie 53.990 Euro, der stärker SUV-orientierte Opel als Edition 52.150 Euro. Der ebenfalls 325 PS starke Hyundai Ioniq 5 AWD (Test des Hyundai Ioniq 5) rückt als N Line mit 61.550 Euro bereits deutlich weiter nach oben.

Im Premiumumfeld verlangen der Audi Q4 Sportback e-tron quattro performance für 340 PS mindestens 61.850 Euro und der Polestar 2 Long Range Dual Motor für 421 PS mindestens 61.990 Euro. Der Polestar passt mit 4,61 Metern gut zur Länge des XPeng, tritt allerdings als deutlich flacherer Fastback an. Beide liegen mehr als 15.000 Euro oberhalb des L03 Ultra. Damit wird aus der Frage nach dem bevorzugten Markenauftritt bereits eine ziemlich konkrete Budgetentscheidung.

Mit 435 PS und praktisch gleicher Länge ist außerdem der Nissan Ariya Nismo (Test des Nissan Ariya Nismo) einen Blick wert. Sein Einführungspreis von 63.990 Euro lag allerdings 17.390 Euro über dem heutigen L03 Ultra. Er gehört noch zur Ariya-Version vor der jüngsten Modellpflege (Test des Nissan Ariya Facelift) und spielt deshalb vor allem im Bestands- und Gebrauchtwagenangebot eine Rolle.

Für solche Vergleiche braucht der XPeng selbst kein Premiumetikett. Seine Kombination aus Format, Leistung und Preis dürfte auch Käufer interessieren, die ursprünglich bei teureren Marken gesucht haben. Ob deren Mehrpreis persönlich gerechtfertigt ist, entscheidet sich an Ausstattung, Verarbeitung, Bedienung und Markenpräferenz. Gute Gesellschaft ist schließlich angenehm – bei einigen Rivalen kostet sie allerdings einen fünfstelligen Aufpreis.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Kräftiger Allradantrieb mit 431 PS und harmonischer Leistungsentfaltung.
  • Großzügiger Fond und durchdachte Stauraumlösungen wie der Frunk mit Wasserablauf.
  • Ausgewogenes Fahrwerk und nahtloser Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse.
  • Hochauflösende Kamerabilder mit hilfreicher Seitenkameraanzeige im Head-up-Display.
  • Überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis mit umfangreicher Ultra-Ausstattung.

Nachteile ❌

  • Viele Grundfunktionen erfordern den Touchscreen; direkte Bedientasten fehlen.
  • Irritierende Gurtmeldungen und teils erneut aktiver Tempowarner trotz vorheriger Abschaltung.
  • Xopera-Soundsystem klingt ordentlich, erreicht für uns aber kein High-End-Niveau.
  • Merklich zunehmende Windgeräusche oberhalb von etwa 150 km/h.
  • Nur ein USB-C-Anschluss für die Fondpassagiere.


Technische Daten des XPeng L03 AWD

ModellXPeng L03 AWD Performance Ultra
Länge x Breite x Höhe (m)4,65 x 1,92 (2,18 mit Außenspiegeln) x 1,60
Radstand (mm)2.850
MotorElektromotor (2x)
Batteriekapazität (kWh)71, 1 (brutto) / 70,4 (netto)
Leistung (kW / PS)317 / 431
Drehmoment (Nm)451
Getriebe1-Gang-Reduktionsgetriebe
AntriebAllrad
KraftstoffartStrom
Durchschnittsverbrauch (WLTP in kWh)18,4
Durchschnittsverbrauch (NEU! in kWh)19,8
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)0
Ladeleistung (kW)DC: 236 / AC: 11
0 auf 100 km/h (in Sekunden)4,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Leergewicht (kg)2.115
Kofferraumvolumen (l)367 – 1.131 (+ 44 Liter Frunk)
FarbePhantom Purple (Lila)
Grundpreis (Euro)35.600
Testwagenpreis (Euro)47.550
Technische Daten: XPeng L03 AWD


WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner