Rund 10.000 Kilometer quer durch Europa, mehrere vollelektrische Modelle – darunter der neue XPeng P7+ RWD – und ein klares Ziel: zeigen, dass Elektromobilität heute längst keine Frage von Kompromissen mehr ist. Genau das wollte XPeng mit seiner XPerience Tour unter Beweis stellen. Von Köln aus führte die Route durch zahlreiche europäische Länder bis nach Portugal und schließlich zurück nach München. Unterwegs warteten spektakuläre Küstenstraßen, kurvenreiche Gebirgspässe und einige der schönsten Landschaften Europas.
Wir selbst begleiteten zwei Etappen dieser Tour im neuen Elektro-Gran-Turismo. Zunächst ging es mit dem neuen XPeng P7+ Long Range von Valencia nach Montpellier. Am darauffolgenden Tag führte die Reise weiter bis nach Genf. Über den ebenfalls eingesetzten XPeng X9 berichten wir separat (Test des XPeng X9 RWD). Dieser Erstkontakt konzentriert sich ausschließlich auf die neue elektrische Fastback-Limousine P7+, die 2025 in Europa an den Start gegangen ist. Ein ausführlicher Einzeltest folgt, sobald uns das Fahrzeug als regulärer Testwagen zur Verfügung steht.
Bereits der Start in Valencia machte deutlich, welche Rolle der P7+ einnehmen möchte. Um acht Uhr morgens zeigte das Thermometer bereits angenehme 24 Grad, wenige Stunden später kletterten die Temperaturen auf deutlich über 30 Grad. Während draußen Spaniens Sonne erbarmungslos ihren Dienst verrichtete, herrschte im Innenraum beinahe Lounge-Atmosphäre. Leistungsstarke Klimatisierung, hervorragend konturierte Sitze mit wirksamer Belüftung und eine beeindruckende Geräuschdämmung sorgten dafür, dass selbst mehrere Stunden am Steuer erstaunlich entspannt vergingen. Genau hier setzt der Charakter des P7+ an: weniger Sportlimousine als vielmehr moderner Gran Turismo für lange Distanzen. Ob dieser erste Eindruck Bestand hat, zeigt unser Erstkontakt. Fahrbericht.
Der Look
Mit über fünf Metern Länge gehört der XPeng P7+ nicht gerade zu den unauffälligen Erscheinungen im Straßenverkehr. Dennoch verzichtet die elektrische Fastback-Limousine bewusst auf übertriebene Effekthascherei. Statt scharf gezeichneter Sicken, künstlicher Aggressivität oder futuristischer Designexperimente setzt XPeng auf fließende Linien, ausgewogene Proportionen und eine Eleganz, die eher an klassische Gran Turismos als an ein typisches Elektroauto erinnert.
Die flache Dachlinie geht harmonisch in das großzügig gestaltete Heck über und verleiht dem P7+ trotz seiner stattlichen Abmessungen eine erstaunliche Leichtigkeit. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die markanten LED-Lichtleisten an Front und Heck, die dem Fahrzeug auch nachts einen hohen Wiedererkennungswert verleihen. Der Auftritt wirkt modern, ohne zwanghaft futuristisch erscheinen zu wollen. Während einige Wettbewerber ihre Elektromobilität möglichst laut zur Schau stellen, bleibt der XPeng angenehm gelassen.
Gerade auf unserer Tour durch Spanien und Südfrankreich zog der P7+ immer wieder neugierige Blicke auf sich. Das lag weniger an spektakulären Farben oder extrovertierten Details, sondern vielmehr an seiner harmonischen Gesamtwirkung. Viele Passanten konnten die Marke zwar zunächst nicht einordnen, blieben aber dennoch stehen und betrachteten das Fahrzeug etwas genauer. Ein Kompliment, das sich Designer vermutlich lieber gefallen lassen als den hundertsten Kommentar über möglichst schmale LED-Streifen.
Die über fünf Meter lange Karosserie bringt jedoch nicht nur optische Vorteile mit sich. Der lange Radstand von drei Metern schafft die Grundlage für das außergewöhnige Platzangebot im Innenraum und verleiht dem XPeng gleichzeitig eine souveräne Präsenz auf der Straße. Er wirkt groß, aber nie schwerfällig. Vielmehr vermittelt der P7+ bereits im Stand genau das, was sich später auch während der Fahrt bestätigt: Ruhe, Gelassenheit und den Anspruch, lange Strecken möglichst komfortabel zurückzulegen.
Wer den XPeng P7+ RWD lediglich als weiteren chinesischen Herausforderer etablierter Hersteller betrachtet, wird seinem Design nicht ganz gerecht. Die Fastback-Limousine besitzt durchaus eine eigene Identität. Sie versucht nicht, europäische Premiumhersteller zu kopieren, sondern interpretiert klassische Eleganz auf moderne Weise. Das Ergebnis wirkt erfreulich zeitlos und dürfte auch dann noch überzeugen, wenn der eine oder andere aktuelle Designtrend längst wieder Geschichte ist.
Und innen?
Nach rund 50 Kilometern wird deutlich, dass der XPeng P7+ RWD nicht nur äußerlich den Anspruch einer komfortablen Reiselimousine verfolgt. Auch im Innenraum setzt sich dieser Eindruck konsequent fort. Hochwertige Materialien, sauber verarbeitete Oberflächen und ein angenehm reduziertes Design vermitteln das Gefühl, in einem Fahrzeug der oberen Mittelklasse mit Premiumanspruch Platz genommen zu haben. Nichts wirkt aufgesetzt oder künstlich inszeniert. Stattdessen schafft XPeng eine Atmosphäre, in der man sich erstaunlich schnell wohlfühlt.
Besonders beeindruckend fällt das Platzangebot aus. Der drei Meter lange Radstand beschert vor allem den Fondpassagieren außergewöhnlich viel Beinfreiheit. Selbst groß gewachsene Erwachsene reisen auf der Rückbank ausgesprochen komfortabel, ohne ständig mit den Knien die Lehnen der Vordersitze zu bearbeiten. Gleichzeitig fasst der Kofferraum bereits 573 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf über 1.900 Liter. Damit empfiehlt sich der XPeng P7+ nicht nur als komfortabler Reisewagen, sondern durchaus auch als Familienauto.
Ein echtes Highlight bleibt das riesige Panoramaglasdach. Es sorgt für ein angenehm luftiges Raumgefühl und lässt den Innenraum noch großzügiger erscheinen. Laut XPeng hält die Verglasung bis zu 80 Prozent der Wärmestrahlung ab. Während unserer Tour durch Spanien mit Außentemperaturen von deutlich über 30 Grad funktionierte das grundsätzlich ordentlich. Dennoch hätten wir uns auf längeren Etappen zusätzlich ein klassisches Sonnenrollo gewünscht. Irgendwann gewinnt selbst die stärkste Klimaanlage den Wettstreit mit der mediterranen Mittagssonne nur noch nach Punkten.
Überhaupt hinterließ das Thema Komfort einen hervorragenden Eindruck. Die hervorragend konturierten Sitze überzeugten auf Anhieb, entwickelten ihre eigentliche Stärke jedoch erst nach mehreren Stunden am Steuer. Sitzbelüftung und Massagefunktion erwiesen sich während der sommerlichen Temperaturen schnell als unverzichtbare Begleiter und trugen maßgeblich dazu bei, dass selbst nach mehreren hundert Kilometern erstaunlich entspannt ausgestiegen wurde. Auch die Klimaanlage arbeitete insgesamt auf hohem Niveau. Lediglich im Kopfbereich hätten wir uns mehr Luftstrom gewünscht, da sich die Düsen nicht weit genug nach oben ausrichten lassen. Ein kleiner Kritikpunkt, der angesichts der Außentemperaturen allerdings stärker auffiel als vermutlich im deutschen Alltag.
Abgerundet wird der positive Eindruck durch die ausgezeichneten Kamerasysteme. Die hochauflösende 360-Grad-Ansicht macht selbst enge Parkhäuser oder verwinkelte Hotelgaragen erstaunlich stressfrei. Gerade bei einer über fünf Meter langen Limousine ist das alles andere als selbstverständlich. Schon nach kurzer Zeit verliert der XPeng P7+ RWD dadurch einen Großteil seiner einschüchternden Außenmaße und lässt sich deutlich handlicher bewegen, als es das Datenblatt zunächst vermuten lässt.
Der Antrieb des XPeng P7+
Eines vorab: Der XPeng P7+ RWD ist kein Auto für spektakuläre Beschleunigungsorgien. Zwar stehen in der von uns gefahrenen Long-Range-Version immerhin 313 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment bereit, doch setzt XPeng diese Leistung ausgesprochen kultiviert ein. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 6,2 Sekunden und fällt damit souverän aus, ohne den Fahrer permanent zum Ampelsprint verführen zu wollen. Das passt hervorragend zum Charakter der Limousine.
Das Fahrwerk verbindet hohen Federungskomfort mit einer überraschend guten Straßenlage. Unebenheiten filtert der XPeng souverän heraus, ohne dabei schwammig oder übermäßig weich zu wirken. Gleichzeitig vermittelt die Lenkung ausreichend Rückmeldung, um die große Limousine präzise zu platzieren. Sportwagen-Gene darf man hier nicht erwarten, Vertrauen baut der P7+ jedoch vom ersten Kilometer an auf.
Besonders beeindruckt hat uns allerdings die Geräuschdämmung. Auf unseren vielen Autobahnkilometern fiel auf, wie leise es selbst bei höheren Geschwindigkeiten im Innenraum bleibt. Wind- und Abrollgeräusche dringen nur dezent zu den Insassen durch und unterstreichen den hochwertigen Gesamteindruck. Beim Thema Dämmung haben die Chinesen hier sichtbar ihre Hausaufgaben gemacht. Viel besser lässt sich ein langer Reisetag kaum beginnen. Zumindest bei Tempi unterhalb von 120 km/h. Wie es darüber aussieht, muss ein Test in Deutschland klären.
Nach rund 730 Kilometern quer durch Spanien und Südfrankreich bleibt deshalb vor allem ein Eindruck hängen: Der XPeng P7+ möchte kein elektrischer Sportwagen sein. Er will seine Passagiere möglichst komfortabel, leise und entspannt ans Ziel bringen. Und das gelingt ihm in unserem ersten Test erstaunlich überzeugend.
Alltag & Verbrauch
Der XPeng P7+ RWD zeigte auf unserer Etappe von Valencia nach Montpellier schnell, dass er als elektrischer Gran Turismo verstanden werden möchte. Mehrere Stunden am Steuer, Temperaturen jenseits der 30 Grad und lange Autobahnetappen gehören normalerweise nicht zu den Bedingungen, unter denen ein Auto seine Schwächen lange verstecken kann. Der XPeng blieb dennoch erstaunlich souverän.
Besonders auffällig war der niedrige Verbrauch. Nach rund 300 Kilometern zeigte der Bordcomputer lediglich 16,1 kWh pro 100 Kilometer an. Für eine über fünf Meter lange Fastback-Limousine mit 313 PS, großem Platzangebot und komfortorientierter Abstimmung ist das ein bemerkenswert guter Wert. Dabei waren wir keineswegs im Verkehrshindernis-Modus unterwegs, sondern rollten überwiegend mit 105 bis 110 km/h über spanische Autobahnen und hielten uns an die Tempolimits.
Laden & Reichweite
Wer eine 10.000 Kilometer lange Europa-Tour organisiert, sollte sich beim Thema Laden und Reichweite besser keine Blöße geben. Genau deshalb stand der XPeng P7+ RWD auf unserer Etappe besonders im Fokus. Nach rund 730 Kilometern fällt das Zwischenfazit jedenfalls eindeutig aus: In dieser Disziplin gehört die chinesische Fastback-Limousine aktuell zu den beeindruckendsten Elektroautos, die wir bislang gefahren sind.
In der von uns bewegten Long-Range-Version arbeitet eine 74,9-kWh-Batterie, die laut WLTP Reichweiten von bis zu 530 Kilometern ermöglicht. Noch spannender als die Normwerte war allerdings die Praxis. Der Bordcomputer prognostizierte zunächst, dass wir den rund 388 Kilometer entfernten Ladestopp mit minus fünf Prozent Restakku erreichen würden. Eine Anzeige, die selbst erfahrene E-Auto-Fahrer zunächst skeptisch werden lässt. Mit jedem gefahrenen Kilometer korrigierte das System seine Berechnung jedoch nach oben. Schlussendlich erreichten wir die Ladesäule mit 18 Prozent Restkapazität und einer angezeigten Restreichweite von rund 88 Kilometern. Hochgerechnet entspricht das einer realistischen Reichweite von etwa 476 Kilometern und zeigt, wie präzise der XPeng seine Energiereserven einschätzt.
Noch beeindruckender präsentierte sich anschließend die Ladeleistung. An einer Schnellladesäule mit bis zu 400 kW demonstrierte der XPeng P7+ RWD, welches Potenzial moderne 800-Volt-Technik inzwischen bietet. Innerhalb weniger Sekunden stieg die Ladeleistung auf 399 kW und blieb bis deutlich über 70 Prozent Akkustand nahezu konstant. Man spricht hier kaum noch von einer klassischen Ladekurve, sondern vielmehr von einem Ladeplateau. Selbst bei 80 Prozent flossen noch mehr als 200 kW, bei 90 Prozent immer noch rund 160 kW. Erst danach fiel die Leistung spürbar ab. Andere Elektroautos befinden sich an dieser Stelle häufig längst im zweistelligen oder sogar einstelligen Kilowattbereich.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Unter Außentemperaturen von rund 36 Grad Celsius lud der Akku in lediglich zwölf Minuten von 18 auf 80 Prozent. Theoretisch verarbeitet der P7+ sogar Ladeleistungen von bis zu 446 kW. Das eigentliche Nadelöhr ist derzeit also nicht das Auto, sondern die öffentliche Ladeinfrastruktur. Europa verfügt momentan schlicht über kaum Ladesäulen, die dieses Potenzial vollständig ausschöpfen können.
Nach unserem ersten Kontakt bleibt deshalb vor allem ein Eindruck hängen: Reichweitenangst spielte auf der gesamten Etappe praktisch keine Rolle. Vielmehr vermittelte der P7+ das beruhigende Gefühl, dass lange Reisen im Elektroauto heute tatsächlich entspannt funktionieren können. Ein ausführlicher Einzeltest wird zeigen, ob dieser starke erste Eindruck auch im deutschen Alltag Bestand hat.
Assistenz, Technik & Ausstattung
Wer sich ein wenig mit der Technik befasst, erkennt schnell, dass der XPeng P7+ RWD zu den technikorientieren Fahrzeugen seiner Klasse gehört. Herzstück des Cockpits ist der große Zentralbildschirm, über den nahezu sämtliche Fahrzeugfunktionen gesteuert werden. Die Menüstruktur verlangt zwar eine Eingewöhnung, anschließend gelingt die Bedienung jedoch erstaunlich intuitiv. Besonders die Sprachsteuerung überzeugte während unserer Tour. Klimatisierung, Navigation oder verschiedene Fahrzeugeinstellungen ließen sich zuverlässig per Sprachbefehl erledigen und machten den Touchscreen im Alltag häufig überflüssig.
Die Navigation selbst hinterließ ebenfalls einen positiven Eindruck. Kartenaufbau und Routenführung wirken modern, klar strukturiert und angenehm übersichtlich. Verbesserungspotenzial sehen wir allerdings bei der Routenplanung. Bereits angelegte Strecken lassen sich nur umständlich verändern, Zwischenziele werden nicht intelligent in bestehende Routen integriert und häufig bleibt nur das vollständige Neuerstellen der Navigation. Für ein Fahrzeug, das sich so deutlich als Langstreckenbegleiter positioniert, dürfte XPeng hier gerne noch einmal nachbessern.
Das eigentliche Highlight ist jedoch das Head-up-Display. Selten hat uns ein System dieser Art derart beeindruckt. Geschwindigkeit, Navigationshinweise, Tempolimits, Informationen der Assistenzsysteme und sogar hochauflösende Kamerabilder beim Blinken oder Rangieren werden direkt ins Sichtfeld projiziert. Die Darstellung ist gestochen scharf, hervorragend ablesbar und derart umfangreich, dass man sich bereits nach wenigen Kilometern fragt, weshalb manche Premiumhersteller dieses Thema bis heute deutlich zurückhaltender lösen. Aus unserer Sicht gehört dieses Head-up-Display aktuell zu den besten Systemen am Markt.
Auch die Assistenzsysteme hinterließen insgesamt einen modernen Eindruck. Der Spurhalteassistent arbeitet zuverlässig, greift allerdings selbst in seiner niedrigsten Empfindlichkeitsstufe vergleichsweise früh ein. Ähnlich aufmerksam präsentiert sich die Fahrerüberwachung. Ein kurzer Gähner oder ein etwas längerer Blick auf den Zentralbildschirm genügte bereits, um entsprechende Warnhinweise auszulösen. Sicherheit genießt beim XPeng P7+ RWD offensichtlich höchste Priorität. Gelegentlich entsteht allerdings der Eindruck, das System wolle den Fahrer vorsorglich schon dann ermahnen, bevor dieser überhaupt auf die Idee kommt, unaufmerksam zu werden.
Beeindruckend fällt dagegen der Serienumfang aus. Bereits die Basisausstattung bringt unter anderem das große Head-up-Display, Sitzheizung, Sitzbelüftung, Massagefunktion, Panorama-Glasdach, umfangreiche Assistenzsysteme sowie die leistungsfähige 800-Volt-Architektur mit. Viele Ausstattungsmerkmale, die bei europäischen Wettbewerbern häufig auf der Optionsliste stehen, gehören hier bereits zum Lieferumfang. Das vereinfacht nicht nur die Kaufentscheidung, sondern sorgt auch dafür, dass der Blick in den Konfigurator erfreulich kurz ausfällt. Und das dürfte all jene freuen, die lieber Auto fahren, als sich stundenlang durch endlose Ausstattungspakete zu klicken.
Varianten & Preise des XPeng P7+
Der XPeng P7+ wird in Deutschland in drei Varianten angeboten und macht es Interessenten erfreulich leicht. Statt einer kaum überschaubaren Zahl an Motorisierungen, Ausstattungspaketen und Sonderoptionen konzentriert sich XPeng auf ein schlankes Modellprogramm, bei dem sich die Unterschiede schnell erschließen. Das dürfte all jene freuen, die ihr neues Auto kaufen und nicht zunächst einen Wochenendkurs im Konfigurieren absolvieren möchten.
Den Einstieg markiert die Standard Range ab 46.600 Euro. Sie kombiniert einen 245 PS starken Heckantrieb mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 455 Kilometern und bringt bereits eine außergewöhnlich umfangreiche Serienausstattung mit. Dazu gehören unter anderem das große Head-up-Display, Sitzheizung, Sitzbelüftung, Massagefunktion, Panorama-Glasdach, zahlreiche Assistenzsysteme sowie die moderne 800-Volt-Architektur.
Darüber rangiert die von uns gefahrene Long Range ab 49.600 Euro. Hier steigt die Leistung auf 313 PS, während die maximale WLTP-Reichweite auf bis zu 530 Kilometer wächst. Wer regelmäßig längere Strecken zurücklegt, dürfte diese Version besonders interessant finden. Genau sie war auch auf unserer Etappe von Valencia über Montpellier bis nach Genf im Einsatz und hinterließ dabei einen ausgesprochen ausgewogenen Eindruck aus Komfort, Effizienz und Reisetauglichkeit.
Die Speerspitze bildet schließlich der Performance AWD ab 53.600 Euro. Zwei Elektromotoren liefern hier 503 PS und Allradantrieb. Die Reichweite sinkt leicht auf bis zu 500 Kilometer, dafür dürfte diese Variante all jene ansprechen, die den Gran-Turismo-Charakter des P7+ um eine ordentliche Portion Fahrdynamik ergänzen möchten.
Auch bei den Extras bleibt XPeng angenehm bodenständig. Käufer wählen lediglich zwischen drei Sonderlackierungen für jeweils 800 Euro, entscheiden sich für ein graues oder schwarzes Interieur und können optional eine Anhängerkupplung für bis zu 1.500 Kilogramm Anhängelast zum Preis von 1.190 Euro bestellen. Alles andere gehört bereits serienmäßig zum Fahrzeug. Das ist erfreulich transparent und hebt sich angenehm von manchem europäischen Wettbewerber ab, bei dem aus einem vermeintlich attraktiven Einstiegspreis nach wenigen Klicks schnell ein deutlich kostspieligeres Vergnügen wird.
Übrigens: Derzeit bietet der Hersteller Prämien an, die für alle Modelle gelten und entweder 2.500 oder 5.000 Euro betragen. Im Falle des P7+ beträgt die XPeng Tech Prämie 2.500 Euro.
Erstes Kundenfeedback zum XPeng P7+
Der XPeng P7+ RWD befindet sich in Europa noch ganz am Anfang seiner Markteinführung. Entsprechend überschaubar fällt die Zahl belastbarer Langzeiterfahrungen derzeit noch aus. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Trotz seines Namens ist der P7+ nicht der direkte Nachfolger des bisherigen XPeng P7, sondern ein eigenständiges Modell mit neuer Plattform, neuer Technik und einer deutlich veränderten Ausrichtung. Rückschlüsse aus den Erfahrungen mit dem bisherigen P7 wären daher nicht aussagekräftig.
Aus diesem Grund verzichten wir an dieser Stelle bewusst auf ein klassisches Kundenfeedback. Während wir diesen Abschnitt üblicherweise ausschließlich auf Basis einer größeren Zahl echter Besitzermeinungen erstellen, wäre ein belastbares Gesamtbild zum jetzigen Zeitpunkt schlicht noch nicht seriös möglich.
Sobald der XPeng P7+ in Europa in größerer Stückzahl unterwegs ist und ausreichend Langzeiterfahrungen vorliegen, werden wir diesen Abschnitt beim Einzeltest ergänzen. Besonders spannend dürfte dann werden, wie sich Software, Assistenzsysteme, Batteriemanagement, Verarbeitungsqualität und die außergewöhnlich hohe Ladeleistung im täglichen Einsatz über viele zehntausend Kilometer bewähren.
Erstes Fazit zum XPeng P7+
Nach über 700 Kilometern quer durch Spanien und Südfrankreich fällt ein abschließendes Urteil naturgemäß noch schwer. Dafür benötigen wir den ausführlichen Testwagen-Einsatz unter den Bedingungen des deutschen Alltags. Einen belastbaren ersten Eindruck konnten wir uns allerdings bereits verschaffen. Und der fällt ausgesprochen positiv aus.
Der XPeng P7+ RWD verfolgt ein Konzept, das sich wohltuend von vielen aktuellen Elektrofahrzeugen unterscheidet. Statt mit möglichst spektakulären Leistungsdaten oder übertrieben futuristischem Design Aufmerksamkeit zu erzeugen, konzentriert sich die Fastback-Limousine auf jene Eigenschaften, die auf langen Reisen tatsächlich zählen: hoher Komfort, viel Platz, eine hervorragende Geräuschdämmung, ein überzeugendes Raumgefühl sowie eine Effizienz, die selbst auf einer anspruchsvollen Europa-Tour beeindruckte.
Besonders nachhaltig in Erinnerung geblieben sind allerdings zwei Dinge. Zum einen das außergewöhnlich gelungene Head-up-Display, das derzeit zu den besten Systemen gehört, die wir bislang erleben durften. Zum anderen die Ladeperformance. Was der XPeng P7+ RWD an einer leistungsfähigen Schnellladesäule abliefert, setzt aktuell Maßstäbe und gehört ohne Zweifel zu den größten Stärken des Fahrzeugs.
Natürlich offenbarte unser Erstkontakt auch kleinere Kritikpunkte. Die Navigation dürfte flexibler arbeiten, einzelne Assistenzsysteme reagieren etwas zu sensibel und beim großen Panoramaglasdach hätten wir uns an heißen Sommertagen ein klassisches Sonnenrollo gewünscht. Wirklich gravierende Schwächen konnten wir während unserer Etappe allerdings nicht feststellen.
Genau darin liegt vielleicht die größte Überraschung. Der XPeng P7+ möchte weder Tesla herausfordern noch europäische Premiumhersteller kopieren. Stattdessen präsentiert er sich als ausgesprochen komfortabler elektrischer Gran Turismo mit einem bemerkenswert stimmigen Gesamtpaket. Sollte dieser erste Eindruck auch im ausführlichen Test Bestand haben, dürfte XPeng einen der spannendsten Neuzugänge im Segment der elektrischen Reiselimousinen auf die Straße gebracht haben.
Konkurrenz & Vergleich
Mit einer Länge von über fünf Metern und seinem klaren Fokus auf Komfort und Langstreckentauglichkeit bewegt sich der XPeng P7+ RWD in einem Marktsegment, das in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist. Die Konkurrenz ist entsprechend vielfältig. Manche Modelle setzen stärker auf Sportlichkeit, andere auf Reichweite oder Premium-Ambiente. Der XPeng verfolgt dagegen einen eher ausgewogenen Ansatz.
Der wohl bekannteste Wettbewerber bleibt das Tesla Model 3. Es gilt nach wie vor als Maßstab in Sachen Effizienz, Software und Ladenetzwerk. Der XPeng P7+ kontert jedoch mit deutlich mehr Platz im Fond, einem hochwertiger wirkenden Innenraum sowie einem Komfortniveau, das insbesondere auf langen Autobahnetappen seine Stärken ausspielt.
Ebenfalls in direkter Schlagdistanz fährt der BYD Seal (Test des BYD Seal AWD) vor. Die chinesische Limousine überzeugt mit dynamischem Fahrverhalten und hochwertiger Verarbeitung. Der XPeng setzt dem vor allem seine außergewöhnlich schnelle 800-Volt-Ladetechnik, den größeren Innenraum und den klaren Gran-Turismo-Charakter entgegen. Wer regelmäßig weite Strecken zurücklegt, dürfte diese Ausrichtung schnell zu schätzen wissen.
Mit dem Hyundai Ioniq 6 (Test des Hyundai Ioniq 6) bietet auch Hyundai eine konsequent auf Aerodynamik und Effizienz ausgelegte Reiselimousine an. Der Koreaner punktet vor allem mit seiner hohen Reichweite und ausgereiften Technik, der XPeng mit seinem luftigeren Raumgefühl, dem großzügigeren Fond und einem der beeindruckendsten Head-up-Displays, die wir bislang erleben durften.
Wer lieber bei bekannteren Herstellern bleibt, landet häufig beim Volkswagen ID.7 (Test des VW ID.7 Pro S), beim Mazda 6e (Test des Mazda 6e EV) oder beim Polestar 2. Der Volkswagen empfiehlt sich vor allem als großzügiger Langstreckenbegleiter, während der Polestar die sportlichere Interpretation der elektrischen Fastback-Limousine verkörpert und der Mazda den Avantgardisten gibt. Der XPeng positioniert sich genau zwischen diesen Welten. Er verbindet hohen Reisekomfort mit moderner Technik und einer Ladeleistung, die derzeit selbst viele etablierte Premiumhersteller unter Druck setzt.
Daher lohnt sich auch ein Blick auf den BMW i4. Der Münchner bietet die dynamischere Fahrwerksabstimmung und ein klassisch sportliches Fahrerlebnis, verlangt dafür allerdings je nach Ausstattung deutlich höhere Investitionen. Der XPeng verfolgt bewusst einen anderen Ansatz. Statt maximaler Fahrdynamik stehen Komfort, Effizienz und Gelassenheit im Mittelpunkt.
Etwas außerhalb des direkten Wettbewerbs bewegt sich schließlich der bisherige XPeng P7. Trotz des ähnlichen Namens handelt es sich beim XPeng P7+ nicht um dessen direkten Nachfolger, sondern um ein eigenständiges Modell mit neuer Plattform und deutlich veränderter Ausrichtung. Allerdings wird der P7 ohne „+“ mittlerweile hierzulande nicht mehr angeboten, sodass auch kein indirekter Wettbewerb besteht.
Nach unserem ersten Kontakt hinterlässt der XPeng P7+ vor allem deshalb einen starken Eindruck, weil er keinen einzelnen Bestwert erzwingen möchte. Andere Modelle beschleunigen schneller, wirken sportlicher oder tragen prestigeträchtigere Markenlogos. Der XPeng überzeugt stattdessen mit einem außergewöhnlich harmonischen Gesamtpaket aus Komfort, Raumangebot, Effizienz und Ladeleistung. Genau diese Ausgewogenheit könnte sich im Alltag als seine größte Stärke erweisen.
Text / Fotos: NEU!
Kamera: Canon EOS 6D
Vorteile ✅
- Überragende Ladeleistung dank moderner 800-Volt-Technik
- Außergewöhnlich hoher Langstreckenkomfort mit leisem Innenraum und hervorragenden Sitzen
- Großzügiges Platzangebot inklusive familientauglichem Kofferraum
Nachteile ❌
- Navigation bei Routenänderungen und Zwischenzielen noch verbesserungswürdig
- Assistenzsysteme reagieren teilweise etwas zu sensibel
- Panoramaglasdach ohne Sonnenrollo





















