Audi Q3 TDI
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Audi Q3 TDI Test – Der Fetisch steckt im Detail

Unser Audi Q3 TDI Test beginnt mit einer Tür, die satt ins Schloss fällt. Ein reichlich unspektakulärer Auftakt, könnte man meinen. Bis man erlebt, wie konsequent sich dieses Gefühl durch das ganze Auto zieht. Schon der Griff vermittelt Wertigkeit, im Innenraum setzt sich diese Sorgfalt fort. Es sind solche Details, die aus einem vernünftigen Kompakt-SUV plötzlich eine ziemlich unvernünftige Schwärmerei machen.

Dieser Reiz hat Tradition. Seit 2011 verbindet der Q3 den Anspruch der vier Ringe mit einem Format, das auch im Alltag angenehm handlich bleibt. Bis zur Vorstellung der dritten Generation hatte Audi weltweit bereits mehr als zwei Millionen Exemplare verkauft. Die Mischung aus gehobenem Anspruch und überschaubaren Abmessungen hat offensichtlich ihre Kundschaft gefunden. Entsprechend groß sind die Erwartungen an den Nachfolger.

Unser Testwagen tritt mit einem vertrauten Zweiliter-TDI und 150 PS an. Dazu kommt Lichttechnik, die noch vor wenigen Jahren die großen Audi-Modelle begehrenswert machte. Dass sich ein ausgereifter Diesel und solche technischen Feinheiten ausgesprochen gut vertragen, merkt man diesem Q3 schnell an. Hier steckt einiges von dem drin, was wir an Audi mögen: diese Liebe zum Detail, die selbst alltägliche Bedienhandlungen angenehm macht.

Bei der Preisgestaltung pflegt Audi übrigens eine eigene Form von Selbstbewusstsein. Umso spannender wird die Frage, ob der neue Q3 den Aufpreis auch jenseits des ersten Türschlags rechtfertigt. Wir haben sehr genau hingehört. Und sind anschließend ziemlich gern weitergefahren. Fahrbericht.


Der Look

Der neue Audi Q3 TDI trägt sein Selbstbewusstsein ziemlich offen zur Schau. An den breiten Singleframe muss sich unser Auge zunächst gewöhnen, ebenso an die deutlich getrennten Ebenen der Frontbeleuchtung. Oben sitzt die schmale Lichtsignatur direkt unter der Haubenkante, darunter folgen die separaten Gehäuse für die Hauptscheinwerfer. Das ergibt einen konzentrierten Blick, der zusammen mit den schwarzen Flächen unserer S-line-Ausführung ausgesprochen bestimmt wirkt. Freundlich lächeln kann schließlich auch die Verkaufsberatung übernehmen. Die Front erschließt sich uns nicht ganz so unmittelbar wie das Heck, hat aber einen unverwechselbaren Ausdruck.

In der Seitenansicht kommen die kräftigen Schultern über den Rädern zur Geltung. Audi verweist bei diesen ausgeprägten Karosseriepartien auf den Ur-quattro. Das ist eine schöne Erinnerung an die eigene Geschichte, die sich hier unaufdringlich in die Form einfügt. Unser Pfeilgrau Perleffekt steht dem Q3 dabei ausgezeichnet. Der Lack macht die Wölbungen sichtbar und lässt die präzisen Konturen deutlich hervortreten. Genau an solchen Übergängen beginnt unser Fetisch: Dort, wo eine Fläche mit einer sauber gezogenen Kante Spannung bekommt und man beim Vorbeigehen noch einmal hinsieht. Die 20-Zöller passen gut zu diesen Proportionen. Ihre dunklen Bereiche und die glanzgedrehten Flächen geben den Rädern Tiefe, während die schwarzen Anbauteile den Lack wirkungsvoll einrahmen.

Am Heck brauchen wir diese Eingewöhnungsphase überhaupt nicht. Der Q3 sieht von hinten verdammt gut aus. Das schmale, durchgehende Leuchtenband betont die Breite, darüber sitzen die fein gegliederten Leuchtflächen der digitalen OLED-Heckleuchten. Besonders schön sind die filigran beleuchteten Audi-Ringe. Ihre Konturen zeichnen sich so fein ab, dass wir uns dabei ertappen, länger als nötig hinter einem abgestellten Auto zu stehen. Man muss solche Prioritäten im Leben gelegentlich akzeptieren. Unter der Lichtgrafik bleibt die Heckklappe angenehm ruhig gestaltet; die dunkle untere Schürze setzt einen kräftigen Abschluss. So kommen die aufwendigen Leuchten umso besser zur Geltung.

Zu diesem Eindruck passt die Verarbeitung unseres Testwagens. Die Übergänge wirken sauber, die Spaltmaße gleichmäßig. Auch beim genaueren Hinsehen verliert die Karosserie nichts von ihrer Wertigkeit. Gleichzeitig bleibt der Audi Q3 TDI für uns ein gut überschaubares Kompakt-SUV. Das selbstbewusste Auftreten verlangt im Alltag also keine ständige Beschäftigung mit den Außenabmessungen. Zwischen all den feinen Lichtkonturen und den kräftigen Schultern bleibt genug Platz für ganz gewöhnliche Vernunft. Sie bekommt hier lediglich eine ausgesprochen anziehende Verpackung.


Und innen?

Im Innenraum findet unser Fetisch für die kleinen Dinge reichlich Beschäftigung. Da wäre zum Beispiel der physische Lautstärkeregler. Man dreht daran, die Musik wird leiser, die Welt ist für einen kurzen Moment in Ordnung. Es braucht erstaunlich wenig, um den Autofahrer von heute glücklich zu machen. Audi bekommt diesen Dreh jedenfalls hin. Auch die übrigen Tasten und Drehrädchen geben eine angenehm klare Rückmeldung. Dazu passt die Verarbeitung: Unser Testwagen knarzt und knackt nicht, die sichtbaren Übergänge sitzen sauber. Diese Sorgfalt spürt man immer wieder, wenn man während der Fahrt irgendwo hingreift. Nach einigen Tagen versteht man ziemlich gut, weshalb solche Kleinigkeiten beim Autokauf plötzlich ein sehr großes Mitspracherecht bekommen.

Die elektrisch verstellbaren Sportsitze erleichtern schon die erste Annäherung. Unsere passende Sitzposition ist schnell gefunden, das Lenkrad liegt angenehm in der Hand. Die Polsterung und die Konturierung passen auch dann noch, wenn aus der kurzen Ausfahrt eine längere Reise geworden ist. Nach 500 Kilometern steigen wir ausgesprochen entspannt aus. Der Seitenhalt reicht für eine engagierte Gangart aus, ohne dass die Sitze im Alltag lästig einengen. So stellen wir uns gute Sportsitze in einem Auto vor, mit dem man durchaus häufiger quer durch die Republik fahren möchte.

Auch hinten bleibt der Q3 ein angenehmer Aufenthaltsort. Zwei Erwachsene mit 1,80 oder 1,90 Metern Körpergröße sitzen im Fond bequem und haben ausreichend Platz. Die einstellbare Lehnenneigung hilft dabei, eine angenehme Sitzhaltung zu finden. Außerdem lässt sich die Rückbank längs verschieben, sodass man den Platz je nach Bedarf verteilen kann. Die Plätze in der zweiten Reihe fühlen sich damit auch für erwachsene Mitfahrer vollwertig an. Man muss seine Gäste also nicht schon beim Einsteigen um Nachsicht bitten.

Auch beim Klima stimmt das Feingefühl. Bei hohen Außentemperaturen kühlt die Anlage sehr wirkungsvoll und hält sich mit unangenehmem Zug erfreulich zurück. Man muss sich auf dem Weg zur Wohlfühltemperatur also keine kleine Nebenhöhlenvereisung abholen. Bei kühlerem Wetter gefallen die wirksame Sitzheizung und die Lenkradheizung. Zusammen mit der guten Dämmung entsteht eine angenehme Ruhe, die auf langen Strecken viel zum entspannten Eindruck beiträgt.

Die Ambientebeleuchtung passt zu dieser Atmosphäre. Sie illuminiert den Innenraum dezent und lässt die Gestaltung auch bei Dunkelheit wirken. Diese zurückhaltende Art haben wir bereits im A8 L (Test des Audi A8 L) geschätzt. Dass uns der Q3 daran erinnert, ist für ein Kompakt-SUV ein schönes Kompliment. Man sitzt abends einfach gern darin und lässt den Blick noch einen Moment durch den Innenraum wandern.

Natürlich findet die Hand auch Hartplastik. Vor allem unten an den Türablagen ist die Materialwahl deutlich nüchterner als der erste Gesamteindruck. Dort schaut man selten hin und fasst im Alltag vergleichsweise wenig an. Das macht die Sache erträglich. Angesichts des selbstbewussten Preises des Audi Q3 TDI darf man sich trotzdem fragen, ob an diesen Stellen wirklich noch gespart werden musste.

Deutlich mehr stört uns der Klavierlack auf der Mittelkonsole. Bereits unser noch junger Testwagen zeigt dort feine Mikrokratzer. Fingerabdrücke sammelt die Fläche mit dem Eifer einer Spurensicherung. Ausgerechnet in einem Innenraum, den man so gern anfasst, ist das eine ziemlich unglückliche Materialentscheidung. Eine matte Oberfläche oder eine schön ausgeführte Aluminiumverkleidung wäre uns an dieser Stelle wesentlich lieber. Dann könnte das Mikrofasertuch gelegentlich auch mal Feierabend machen.


Der Antrieb des Audi Q3 TDI

Der Audi Q3 TDI tritt bei uns mit einem Zweiliter-Vierzylinder an, der 150 PS und 360 Newtonmeter bereitstellt. Ein vertrauter Motor aus dem Volkswagen-Konzern, dessen weite Verbreitung man beinahe als mangelnde Exklusivität missverstehen könnte. Bis man losfährt. Dann wird ziemlich schnell klar, weshalb ein gründlich ausgereifter Antrieb ausgesprochen gut zu einem teuren Kompakt-SUV passt. Dieser Diesel muss sich seine Umgangsformen jedenfalls nicht mehr beibringen lassen.

Beim Kaltstart verrät er seine Kraftstoffvorliebe vor allem den Menschen, die draußen stehen. Im Innenraum bleibt davon erstaunlich wenig übrig. Der Motor läuft ausgesprochen ruhig, lästige Vibrationen fallen uns ebenso wenig auf wie ein aufdringliches Dieselnageln. Wer nur nach dem Geräusch urteilt, könnte übersehen, was hier unter der Haube arbeitet. Unsere Vorliebe für mechanisches Feingefühl wird damit bestens bedient. Gerade ein solcher Antrieb macht es uns schwer, dem schleichenden Abschied vom Diesel irgendetwas Erfreuliches abzugewinnen. Für regelmäßige Langstreckenfahrer hat diese Kombination aus kräftigem Durchzug und angenehmer Zurückhaltung nach wie vor sehr viel Charme.

Auch die Leistung passt zum Q3. Beim Überholen stehen ausreichend Reserven bereit, auf längeren Autobahnetappen wirkt der TDI angenehm gelassen. Man muss ihn für zügiges Vorankommen nicht ständig ausquetschen. Seine 360 Newtonmeter stehen bereits zwischen 1.600 und 2.750 Touren bereit und passen gut zu dieser entspannten Gangart. Audi nennt für den Sprint auf 100 km/h 9,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h. Im Alltag interessiert uns allerdings eher, wie selbstverständlich der Q3 einen Überholvorgang erledigt. Und da hinterlässt er einen ausgesprochen guten Eindruck.

Viel dazu trägt die S tronic mit sieben Gängen bei. Beim Anfahren und Rangieren arbeitet sie im Test angenehm geschmeidig; auch spontane Gasbefehle verarbeitet sie sauber. Die kurze Bedenkpause beim Losfahren, die uns etwa im Superb (Test des Skoda Superb Combi 4×4) aufgefallen ist, begegnet uns hier nicht. Das spricht für die gelungene Abstimmung dieses Q3. Wer ein generell direkteres Ansprechen möchte, wählt den Dynamic-Modus. Dann reagiert der Antrieb verbindlicher auf den rechten Fuß. Eine durchaus angenehme Form von Aufmerksamkeit, für die andernorts erst ein zweites Date nötig wäre.

Unser 150-PS-TDI treibt die Vorderräder an. Wer beim Diesel bleiben möchte und Allrad braucht, findet im stärkeren TDI quattro mit 193 PS und 400 Newtonmetern die passende Alternative. Damit stehen auch beim Q3 zwei unterschiedlich kräftige Diesel zur Wahl. Für die Langstrecke hat uns bereits die kleinere Ausführung sehr gut gefallen. Den stärkeren würden wir vor allem dann ins Auge fassen, wenn quattro ausdrücklich auf der Wunschliste steht.


Wie fährt der Audi Q3 TDI?

Unser Audi Q3 TDI rollt auf 20-Zoll-Rädern vor, unter der Karosserie arbeitet das Standardfahrwerk. Eine Kombination, bei der man zunächst durchaus wissen möchte, wie viel Komfort für die ansehnliche Radgröße geopfert wurde. Im Alltag fällt die Antwort erfreulich aus. Der Q3 fährt ausgewogen und angenehm, ohne bei flotter Gangart nachlässig zu wirken. Weder ein Sportfahrwerk noch adaptive Dämpfer haben wir während des Tests vermisst. Die Serienabstimmung beherrscht den Spagat zwischen entspannter Reise und engagierter Fahrt bereits ausgesprochen gut.

Besonders gefällt uns die Lenkung. Ihre Unterstützung passt zur Geschwindigkeit, die nötigen Kräfte wirken jederzeit stimmig. In der Stadt lässt sich der Q3 angenehm leicht dirigieren und fühlt sich handlich an. Auf der langen Strecke liegt er ebenso selbstverständlich in der Hand. Man beschäftigt sich mit dem Verkehr und dem Straßenverlauf; die Lenkung verlangt dabei keine besondere Aufmerksamkeit. Wer einen Faible für fein abgestimmte Autos hat, findet genau in dieser Selbstverständlichkeit reichlich Erfüllung. Für solche Qualitäten gibt es im Konfigurator leider kein kleines Symbol, das man dem Nachbarn zeigen könnte.

Auch eine zügig gefahrene Landstraße macht mit dem Q3 Freude. Er setzt unsere Vorgaben willig um und lässt sich für ein Kompakt-SUV durchaus sportlich bewegen. Dabei bleibt der Komfort erhalten, den wir auf dem Weg zur nächsten Kurve schätzen. Das erinnert an einen gut ausgebildeten Deutschen Schäferhund: aufmerksam und ausgesprochen zuverlässig bei der Umsetzung von Anweisungen. Man muss die eigene Absicht nicht erst in einer längeren Diskussion erläutern.

Auf der Autobahn setzt sich dieser Eindruck fort. Selbst im Bereich seiner angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h liegt der Q3 TDI angenehm stabil. Unser Tacho zeigt maximal 215 km/h an. Auch dort wirkt das Auto souverän und bleibt gut zu führen. Merklich lauter wird es im Innenraum nach unserem Eindruck erst jenseits von etwa 180 km/h. Die optionale Akustikverglasung für die vorderen Seitenscheiben hatte unser Testwagen nicht. Deren tatsächlichen Effekt können wir deshalb nicht beurteilen; die hierfür aufgerufenen zusätzlichen 100 Euro würden wir bei einer eigenen Bestellung trotzdem ungesehen investieren.

Wer die Abstimmung stärker nach den eigenen Vorlieben auswählen möchte, bekommt beim Audi Q3 TDI insgesamt drei Fahrwerke zur Wahl. Zum Standardfahrwerk gesellen sich ein Sportfahrwerk für 220 Euro und ein adaptives Fahrwerk für 900 Euro. Die Aufpreise wirken angesichts des übrigen Preisniveaus beinahe zurückhaltend. Diese Auswahl gehört für uns zum Reiz deutscher Premiumanbieter: Man kann auch bei einem Kompakt-SUV entscheiden, wie es sich anfühlen soll. Die größere Herausforderung dürfte hier sein, der Verkaufsberatung nach der Probefahrt zu erklären, dass man mit dem Standardfahrwerk tatsächlich schon ziemlich glücklich ist.


Alltag & Verbrauch

Beim Verbrauch liefert der Audi Q3 TDI sehr überzeugende Argumente für seine Motorisierung. Ohne Hochgeschwindigkeitsfahrten und mit geringerem Autobahnanteil kommen wir auf durchschnittlich 5,7 Liter pro 100 Kilometer. Besteht das Fahrprofil dagegen aus schneller Autobahn und Stadtverkehr, stehen 6,4 Liter auf der Rechnung. Landstraßenetappen waren bei diesem zweiten Profil ausgeklammert. Der Unterschied bleibt damit erfreulich überschaubar, obwohl wir den Q3 auf den schnellen Autobahnabschnitten durchaus gefordert haben. So lässt sich die angenehme Langstreckenbegabung auch beim Bezahlen noch genießen.

Bei besonders sparsamer Fahrt begnügt sich der Diesel sogar mit 3,5 Litern pro 100 Kilometer. Das ist für ein Kompakt-SUV auf 20-Zoll-Rädern ein ausgesprochen guter Wert. Am anderen Ende unserer Verbrauchserfahrungen stehen etwa 8,8 Liter, wenn wir den Q3 über längere Zeit mit Vollgas bewegen. Auch das geht angesichts dieser Belastung völlig in Ordnung. Ein Hang zum Premium muss beim Tanken offenbar keine ausgeprägte Leidensbereitschaft voraussetzen. Die wird an anderer Stelle schließlich bereits ausreichend gewürdigt.

Zum praktischen Teil gehört ein Kofferraum, für den Audi 488 Liter Volumen angibt. Mit umgelegten Rücksitzlehnen wächst der Stauraum auf bis zu 1.386 Liter. Die verschiebbare Rückbank erleichtert es, den verfügbaren Platz nach Bedarf zu verteilen. Sind hinten größere Mitfahrer an Bord, bleibt ihnen entsprechend mehr Beinfreiheit. Steht stattdessen mehr Gepäck an, rückt die Bank nach vorn. Diese Variabilität ist im Alltag ausgesprochen nützlich, gerade weil der Q3 außen angenehm kompakt bleibt.

Das Umklappen funktioniert unkompliziert. Anschließend steht in unserem Testwagen eine gut nutzbare Ladefläche ohne störende Stufe bereit. Auch die Ladekante empfinden wir als angenehm, sie liegt nicht übermäßig hoch. Beim Einladen muss man also keine ausgeprägte Begeisterung fürs Gewichtheben mitbringen. Eine Entriegelung der Rücksitzlehnen direkt vom Kofferraum aus hätten wir allerdings gern gehabt. Zum Umklappen muss man seitlich an die Rückbank. Der zusätzliche Weg ist überschaubar; in dieser Preisklasse darf man sich die kleine Erleichterung trotzdem wünschen.

Sehr schön ist dagegen, wie zurückhaltend die elektrischen Helfer ihre Arbeit erledigen. Die Heckklappe bewegt sich angenehm leise, und auch die anklappenden Außenspiegel hören wir praktisch nicht. Zusammen mit dem angenehmen Keyless-Zugang sind das genau jene kleinen Berührungen mit dem Auto, die bei jeder Nutzung wiederkehren. Man kommt mit Einkaufstaschen zurück, öffnet den Wagen und lädt ein. Der Q3 erledigt seinen Teil dazu mit einer Ruhe, an die man sich ziemlich schnell gewöhnt.


Assistenz, Technik & Ausstattung

Die Assistenzsysteme im Audi Q3 TDI gefallen uns vor allem durch ihre angenehme Abstimmung. Der Abstandstempomat und die Spurführung unterstützen gelassen. Das Auto pendelt nicht zwischen den Begrenzungen und verlangt auch keine ständige Nacharbeit am Lenkrad. Ebenso erfreulich: Unpassende Eingriffe oder nervige Fehlwarnungen haben wir während des Tests nicht festgestellt. Der Tempolimitwarner meldet sich mit einem dezenten Ton und lässt sich unkompliziert abschalten. Man fühlt sich unterstützt und darf dabei erfreulicherweise noch den Eindruck behalten, selbst einen Führerschein zu besitzen.

Beim Parken passt dieses Feingefühl ebenfalls. Die Sensoren arbeiten ausgesprochen präzise, das Kamerabild ist ausgezeichnet. Für die Rückfahrkamera gibt es sogar eine Waschdüse. Ein kleines Detail, über das wir uns im Alltag sehr freuen. Das automatische Einparken erledigt der Q3 bedacht und zuverlässig. Natürlich lässt sich ein Auto dieser Größe auch noch gut selbst in eine Lücke stellen. Wer die Technik gern arbeiten lässt, bekommt hier aber eine angenehm unaufgeregte Vorstellung geboten.

Bei den aktuellen Bestellmöglichkeiten bündelt Audi vieles in Technologiepaketen. Tech kostet für den Q3 SUV 1.750 Euro und enthält unter anderem den adaptiven Geschwindigkeitsassistenten sowie Spurwechselwarnung und Parkassistent plus. Tech plus für 3.600 Euro ergänzt unter anderem die 3D- und 360-Grad-Kameras. Für 5.800 Euro bietet Tech pro zusätzlich den adaptiven Fahrassistenten plus, den Parkassistenten pro mit Remote-Funktion und trainiertes Parken. Dabei können wiederkehrende Parkmanöver gespeichert werden. Remote-Parken per Smartphone und das Anlernen solcher Manöver haben wir im Test nicht gesondert erprobt.

Auch bei weiteren Helfern lohnt sich der Blick auf die Aufpreise. Das Head-up-Display kostet in Verbindung mit einem Tech-Paket weitere 800 Euro, der Halteassistent 80 Euro. Die Anhängevorrichtung mit Anhängerassistent steht mit 1.050 Euro in der Liste und setzt eines der Tech-Pakete voraus. Der Berganfahr- und Bergabfahrassistent kostet 100 Euro, ist allerdings den quattro-Versionen vorbehalten. Für unseren frontgetriebenen TDI steht diese Erweiterung damit nicht zur Wahl. Beim Halteassistenten geht es um eine schlichte Erleichterung im Alltag: Er hält den Wagen nach dem Anhalten fest, bis man wieder Gas gibt. Ein kleines Extra für alle, die an der Ampel gern den rechten Fuß entlasten.


Digitale Matrix-LED-Scheinwerfer aus der Oberklasse

Bei Nacht liefert der Audi Q3 TDI einen besonders überzeugenden Grund, sich mit seiner Sonderausstattungsliste zu beschäftigen. Die digitalen Matrix-LED-Scheinwerfer leuchten die Fahrbahn sehr weit aus. Gleichzeitig erfassen sie einen breiten Bereich, wobei die Helligkeit ausgesprochen gleichmäßig verteilt ist. Gerade auf dunklen Strecken ist das ein enorm angenehmer Begleiter. Man erkennt sehr gut, was vor einem liegt, und muss sich nicht mit fleckigen Lichtinseln arrangieren.

Besonders beeindruckt uns das feine Ausblenden anderer Fahrzeuge. Der Q3 begrenzt die ausgesparten Bereiche ausgesprochen präzise. Im Test erkennt das System sogar die kleinen Positionsleuchten von Lastwagen und reagiert entsprechend. Das ist eine jener Beobachtungen, bei denen die Qualität eines Lichtsystems besonders hervortritt. Hinzu kommen Spur- und Orientierungslicht, die den eigenen Fahrweg auf der Straße sichtbar machen. Auch die Warnung vor einem Fahrzeug im toten Winkel kann im Spurlicht erscheinen. Solche Funktionen haben wir vor einigen Jahren im Audi A8 bewundert. Dass sie inzwischen im Q3 angekommen sind, gefällt uns ausgesprochen gut.

Die digitalen Matrix-LED-Scheinwerfer kosten zusätzlich 1.240 Euro und setzen Tech plus oder Tech pro voraus. Die digitalen OLED-Heckleuchten sind im Paket Tech pro enthalten. Für die beleuchteten Audi-Ringe am Heck werden weitere 100 Euro aufgerufen. Beim Licht versteht Audi es also weiterhin, technische Begeisterung ziemlich geradlinig in Rechnungspositionen zu übersetzen.


Eine Ode an die Scheinwerfer-Reinigungsanlage

Und dann sind da noch 270 Euro für die Scheinwerferreinigungsanlage. Eine Position, die wir mit einer Entschlossenheit ankreuzen würden, die bei der Wahl des Mittagessens regelmäßig vermisst wird.

Diese Anlage ist formschön integriert und reinigt die Scheinwerfer mit jener Hingabe und Leidenschaft, die wir an solchen Details so lieben. Das funktioniert im Test ausgezeichnet. Zu einem derart guten Lichtsystem passt es einfach, dass Audi auch an dessen Reinigung denkt. Verschmutzte Abdeckungen dürfen schließlich ebenfalls etwas Aufmerksamkeit bekommen, wenn man schon so viel Geld in die Technik dahinter investiert.

Wir stehen dazu: Bei einer so sorgfältig ausgeführten SWRA gerät unsere journalistische Distanz kurz unter Hochdruck. Ja, es ist eine Affinität. Immerhin einer mit nachvollziehbarem Nutzwert. Die Freude darüber, dass Audi diese Option im Gegensatz zu den meisten anderen (Premium-) Marken überhaupt noch anbietet, ist jedenfalls groß. Dass sie Aufpreis kostet, bleibt kritikwürdig. Auf unserer Bestellung würde sie trotzdem stehen. Und zwar lange bevor wir anfangen, über zusätzliche Bildschirmflächen zu diskutieren. Denn ein Beifahrerdisplay gibt es für den Q3 auch. Kostenpunkt: 725 Euro.


Bedienung & Infotainment des Audi Q3 TDI

Beim Audi Q3 TDI wartet die größte Umstellung direkt hinter dem Lenkrad. Audi nennt die neue Konstruktion „Lenkradbedieneinheit mit zwei Lenkstockhebeln“. Die aufrecht stehenden Bedienelemente erinnern uns optisch ein wenig an die feststehenden Schaltwippen im Maserati Gran Turismo (Test des Maserati GranTurismo Trofeo). Ihre Aufgaben sind hier allerdings andere. Rechts erfolgt die Gangwahl, ein Druck auf das äußere Ende aktiviert die Parkstellung. Das ist schnell verstanden und nach kurzer Zeit selbstverständlich.

Links braucht die Annäherung etwas mehr Geduld. Hier treffen Blinker und Wischerbedienung aufeinander, dazu kommen der kleine Regler für den Heckwischer und die Betätigung der Waschanlage. Mit dieser Funktionsverteilung sollte man sich einmal in Ruhe beschäftigen. Der erste kräftige Regenschauer wäre dafür ein denkbar ungeduldiger Lehrmeister. Auch beim Blinken verlangt die ungewohnte Betätigung etwas Fingerspitzengefühl. Beim gewünschten dreimaligen Tippblinken rastet das Bedienelement gelegentlich ein. Die automatische Rückstellung funktioniert, trotzdem ertappen wir uns dabei, die Position anschließend noch einmal mit den Fingern zu kontrollieren.

Innerhalb der Redaktion gehen die Meinungen darüber auseinander. Uns gefällt das Konzept grundsätzlich gut, ein Kollege kann sich damit überhaupt nicht anfreunden. Gerade bei einer so häufig genutzten Funktion zählt schließlich, wie selbstverständlich die Hand ihren Weg findet. Das ist hier zunächst eine Frage der Gewöhnung und gehört zu den wenigen Punkten, bei denen der Q3 uns die erste Annäherung etwas schwerer macht.

Die beleuchteten Lenkradtasten geben haptische Rückmeldung und funktionieren im Test problemlos. Gegenüber der Lösung im Golf 8 vor dem Facelift (Test des VW Golf R 20 Years) empfinden wir sie als klaren Fortschritt. Hochwertige klassische Tasten blieben trotzdem unsere bevorzugte Wahl. Die Vorliebe für einen guten Druckpunkt lässt sich eben nur begrenzt digitalisieren. Bei der Klimabedienung fehlen ebenfalls eigene physische Bedienelemente; die Einstellung erfolgt über das Display. Im Q3 stört uns das im Alltag vergleichsweise wenig, auch weil die Sprachsteuerung Wünsche nach mehr Wärme oder Kühlung gut umsetzt. Den entsprechenden Drehregler würden wir dennoch freundlich begrüßen.

Das MMI selbst ist übersichtlich aufgebaut. Wer aus einem älteren Audi umsteigt, sollte sich mit der neuen Anordnung zunächst vertraut machen. Danach findet man sich gut zurecht. Auch die Smartphone-Anbindung gibt wenig Anlass zur Beschäftigung: Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos ohne Probleme. Genau so darf das sein. Die Verbindung zum Telefon muss schließlich nicht bei jeder Fahrt zu einer neuen gemeinsamen Aufgabe werden.

Auch das induktive Laden klappt gut, das Smartphone wird dabei nicht unangenehm heiß. Die Telefonablage mit induktiver Ladefunktion und Mobilfunk-Koppelantenne kostet aktuell 300 Euro Aufpreis. Die zusätzliche Antennenkopplung soll den Empfang verbessern; einen spürbaren Vorteil haben wir im Test allerdings nicht festgestellt. Das ist eine Beobachtung aus unserem Alltag und kein Nachweis dafür, dass die Technik wirkungslos wäre.

Sehr gut gefällt uns das SONOS-Soundsystem. Sein Klang passt überzeugend zum Anspruch dieses Autos, auch wenn wir es nicht in die Liga besonders aufwendiger High-End-Anlagen einordnen würden. Aktuell gehört es zum Paket MMI experience pro für 1.100 Euro, das außerdem USB-Anschlüsse mit erhöhter Ladeleistung enthält. Für unsere Bestellung wäre das ein reizvolles Extra. Der bereits gelobte Lautstärkeregler bekommt damit schließlich auch einen angemessenen Anlass zur Betätigung.



Varianten & Preise des Audi Q3 TDI

Der Audi Q3 TDI mit 150 PS, Frontantrieb und S tronic beginnt bei 48.400 Euro. Wer den Diesel mit quattro möchte, greift zur 193-PS-Variante ab 53.400 Euro. Der Aufpreis für diese Kombination aus mehr Leistung und Allrad beträgt damit 5.000 Euro.

Den günstigsten Einstieg in die Baureihe bietet der Q3 TFSI mit 160 PS für 46.100 Euro. Darüber stehen die beiden TFSI-quattro-Versionen mit 204 PS ab 52.700 Euro und mit 272 PS ab 61.400 Euro. Beide stärkeren Benziner haben Allradantrieb.

Zwei Plug-in-Hybride ergänzen das Angebot. Der Q3 e-hybrid mit 204 PS Systemleistung startet bei 49.300 Euro, die Ausführung mit 272 PS bei 50.800 Euro. Für Interessenten mit regelmäßiger Lademöglichkeit sind sie weitere Kandidaten auf der Auswahlliste. Unsere Fahreindrücke beziehen sich auf den getesteten Diesel.

Zusätzlich bietet Audi den Q3 Sportback mit flacher auslaufendem Dach an. Er beginnt bei 47.950 Euro; als TDI mit 150 PS kostet er mindestens 50.250 Euro. Gegenüber dem entsprechenden Q3 SUV beträgt der Abstand jeweils 1.850 Euro.

Mit einer Ausstattung wie bei unserem Testwagen bewegt man sich bereits im Bereich von rund 68.000 Euro. Damit hat dieser Audi die preisliche Unschuld eines kompakten Alltagsbegleiters sehr gründlich abgelegt. Wer bisher vor allem nach Fahrzeuggröße einkauft, dürfte an dieser Stelle kurz nach dem größeren Auto suchen, zu dem die Rechnung gehört.

Unsere Konfiguration mit Vollausstattung endet bei 74.655 Euro. Davon entfallen 26.255 Euro auf Sonderausstattung. Allein die Extras machen damit mehr als die Hälfte des TDI-Grundpreises aus. Das ist eine bemerkenswerte Größenordnung, auch für einen Hersteller, dessen Konfigurator traditionell viel Raum für persönliche Entfaltung lässt. Der Kugelschreiber darf bei der späteren Unterschrift ruhig einmal kurz abgesetzt werden. Fast 75.000 Euro für ein Kompakt-SUV mit 150 PS muss man schließlich erst einmal ausgeben wollen.

Interessant wird allerdings der Abstand zu unserer rund 68.000 Euro teuren Konfiguration. Die zusätzlichen etwa 6.000 bis 7.000 Euro würden wir persönlich investieren. In der Vollausstattung stecken unter anderem die Standheizung und -lüftung für 1.450 Euro sowie das Panorama-Schiebedach für 1.310 Euro. Auch das adaptive Fahrwerk und die Akustikverglasung der vorderen Seitenscheiben gehören dazu. Gerade eine Standheizung ist ein Extra, dessen Reiz sich bei der morgendlichen Abfahrt im Winter sehr unmittelbar erschließt. Die umfangreichere Zusammenstellung passt deshalb gut zu unserer Vorstellung eines Q3, den wir über viele Jahre Zeit selbst fahren möchten. Unabhängig von Ausstattung und Motorisierung erhält jeder Q3 eine Audi-Neuwagengarantie von zwei Jahren, die auf bis zu fünf Jahre erweitert werden kann.

Diese Bereitschaft erklärt sich aus dem durchgängigen Eindruck des Autos. Die Verarbeitung und die sorgfältige Abstimmung vieler alltäglicher Funktionen machen den gehobenen Anspruch während der Nutzung spürbar. Unsere Schwäche für solche Details hat der Q3 ziemlich gründlich erkannt. Trotzdem bleiben die nüchterneren Materialien unten im Innenraum und der empfindliche Klavierlack legitime Kritikpunkte. Mit wachsendem Preis steigen auch die Erwartungen an diese Stellen.


Kundenfeedback

Die ersten Besitzerstimmen zur neuen Q3-Generation fallen durchaus unterschiedlich aus. Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf das jeweilige Fahrzeug: Die Rückmeldungen betreffen verschiedene Ausführungen, und nicht jeder Besitzer nennt seine Motorisierung. Für den Audi Q3 TDI mit 150 PS lässt sich daraus deshalb noch kein belastbares Langzeiturteil ableiten. Erfahrungen mit den Vorgängern beantworten diese Frage ebenfalls nicht.

Auf der erfreulichen Seite steht beispielsweise ein Besitzer eines Q3 des Modelljahres 2026, der ausdrücklich den Komfort und das Fahrverhalten lobt. Nach einem für ihn unbefriedigenden Zwischenstopp bei einem anderen Kompakt-SUV fühlt er sich im Audi deutlich wohler. Ein weiterer Käufer, zuvor über Jahre bei Volkswagen unterwegs, zeigt sich kurz nach der Übernahme ebenfalls ausgesprochen zufrieden. Das sind persönliche Eindrücke aus der ersten Zeit mit dem Auto. Sie zeigen aber, dass die neue Generation durchaus auch jenseits der ersten Probefahrt Begeisterung auslöst.

Deutlich konkreter werden manche Rückmeldungen bei der Software. Ein grundsätzlich zufriedener Q3-Fahrer berichtet von wiederkehrenden Schwierigkeiten mit dem MMI: Die Navigation könne zeitweise den eigenen Standort nicht bestimmen, ein USB-Stick werde plötzlich nicht erkannt, und Android Auto habe eine erneute Kopplung benötigt. Ein anderer Besitzer schildert Probleme speziell bei der Zieleingabe per Sprache. Während die manuelle Eingabe funktioniere, verlange die Sprachbedienung gelegentlich einen Neustart des Systems. Für ein Auto mit diesem Anspruch ist das eine ziemlich unromantische Beschäftigung.

Allerdings erleben auch hier nicht alle dasselbe. Ein weiterer Fahrer berichtet nach sechs Wochen lediglich von einem ausgebliebenen CarPlay-Start, den ein Neustart behoben habe. Ein anderer beschreibt nach einem Softwareupdate eine spürbare Besserung seiner zuvor aufgetretenen Schwierigkeiten. Daraus lässt sich keine allgemeine Entwarnung ableiten; genauso wenig erlauben einzelne Problemberichte eine Aussage darüber, wie viele Q3 tatsächlich betroffen sind.

Auch die neue Bedienwelt findet nicht überall sofort Freunde. Ein Besitzer beklagt nach den ersten beiden Wochen, dass ihm die Anordnung der Funktionen weiterhin wenig intuitiv erscheine. Gerade langjährige Audi-Fahrer sollten deshalb bei der Probefahrt ausprobieren, wie gut sie mit dem neuen Konzept zurechtkommen. Vertraute Ringe am Lenkrad garantieren noch keine vertrauten Handgriffe.

Unsere Vorliebe für liebevoll ausgeführte Details darf bei solchen Rückmeldungen ruhig kurz die Lesebrille aufsetzen. Ein angenehmer Druckpunkt verliert schließlich etwas von seinem Reiz, wenn er regelmäßig einen Neustart auslösen muss. Für Kaufinteressenten ergeben sich daraus konkrete Fragen zum Softwarestand und zu bereits erledigten Aktualisierungen. Smartphone-Verbindung und Sprachbedienung sollten bei der Übergabe ebenfalls ausprobiert werden. Aussagen zur dauerhaften Zuverlässigkeit des TDI-Antriebs bleiben dagegen offen; die bisherigen Besitzerberichte liefern dafür noch keine ausreichende Grundlage.


Für wen eignet sich der Audi Q3 TDI?

Der Audi Q3 TDI passt besonders gut zu Menschen, die regelmäßig längere Strecken fahren und dabei Wert auf Ruhe und Komfort legen. Für Berufspendler mit weiterem Arbeitsweg oder häufige Dienstreisen ist der 150-PS-Diesel eine überzeugende Besetzung. Seine Kraft reicht auch für zügige Überholmanöver, und im Innenraum hält er sich akustisch angenehm zurück. Dazu kommt der im Test erreichte Durchschnitt von 5,7 Litern ohne die schnellen Autobahnetappen. Gerade bei häufiger Nutzung bekommt diese Kombination aus Gelassenheit und überschaubarem Verbrauch ihren Reiz.

Wer nach mehreren Stunden Fahrt noch entspannt aussteigen möchte, sollte außerdem die von uns gefahrenen Sportsitze ausprobieren. Sie haben uns auch auf einzelnen Etappen von 400 bis 500 Kilometern sehr gut getragen. Die passende Sitzposition war schnell gefunden, die Klimatisierung arbeitete angenehm zugarm. Schon das Standardfahrwerk bietet eine ausgewogene Abstimmung, die im Test selbst mit den großen 20-Zoll-Rädern überzeugte. Für lange Tage hinter dem Lenkrad sind das Eigenschaften, deren Wert man spätestens auf der Rückfahrt vom letzten Termin zu schätzen weiß.

Auch für Paare und kleinere Familien, die ein handliches Auto mit gut nutzbarem Innenraum suchen, ist der Q3 interessant. Im Fond finden nach unserer Erfahrung auch große Erwachsene ordentlich Platz. Die verschiebbare Rückbank und die verstellbaren Lehnen helfen dabei, den Raum an die jeweilige Fahrt anzupassen. Mal bekommt der Besuch mehr Beinfreiheit, mal das Gepäck mehr Platz. Gleichzeitig bleibt der Audi in der Stadt angenehm übersichtlich und leicht zu rangieren.

Besonders gut passt er zu Käufern mit einem ausgeprägten Faible für die kleinen Dinge. Die Haptik der Türgriffe und die sorgfältige Verarbeitung erlebt man schließlich bei jeder Nutzung. Wer beim Schließen einer Tür unwillkürlich noch einmal hinhört, gehört hier ziemlich eindeutig zur Zielgruppe. Für diese Form der Zuneigung gibt es bei Audi einen Konfigurator. Eine Selbsthilfegruppe wäre vermutlich günstiger.

Viel nachts unterwegs zu sein, liefert einen weiteren guten Grund, sich mit der passenden Ausstattung zu beschäftigen. Die optionalen digitalen Matrix-LED-Scheinwerfer haben uns mit ihrer breiten, homogenen Ausleuchtung und dem fein arbeitenden Ausblenden begeistert. Die ebenfalls aufpreispflichtige Scheinwerferreinigungsanlage ergänzt diesen Nutzen um eine wirksame Reinigung. Wer bei schlechtem Wetter lange unterwegs ist, darf sich daran ganz sachlich erfreuen. Ein kleines Lächeln beim Waschvorgang halten wir trotzdem für angemessen.


Für wen eignet sich der Audi Q3 TDI nicht?

Wer vor allem möglichst viel Auto fürs Geld sucht, dürfte mit einem umfangreich ausgestatteten Audi Q3 TDI Schwierigkeiten bekommen. Rund 68.000 Euro für eine Zusammenstellung wie bei unserem Testwagen sind eine erhebliche Ausgabe. Unsere Vollausstattung für 74.655 Euro verlangt noch einmal mehr Überzeugung. Die sorgfältige Abstimmung vieler Details erklärt einen Teil der Anziehung dieses Autos. Unser Faible dafür verpflichtet allerdings niemanden, diese Rechnung persönlich attraktiv zu finden. Wer beim Türschließen einfach nur die Tür geschlossen haben möchte, spart bei der Fahrzeugwahl möglicherweise eine bemerkenswerte Summe.

Auch bei überwiegend kurzen Stadtfahrten und geringer Jahresfahrleistung wäre der TDI für uns nicht die erste Wahl. Seine im Test besonders überzeugenden Langstreckenqualitäten kämen dabei selten zum Tragen. Hier lohnt es sich, die Benziner und bei regelmäßiger Lademöglichkeit auch die Plug-in-Hybride genauer anzusehen. Ob sich der Diesel finanziell rechnet, hängt zudem von den tatsächlichen Kosten und dem persönlichen Fahrprofil ab. Unsere niedrigen Verbrauchswerte allein ersetzen diese Rechnung nicht.

Wer Allradantrieb benötigt, muss außerdem die konkrete Variante beachten. Der getestete 150-PS-TDI treibt die Vorderräder an. Beim Diesel führt der Weg zum quattro über die stärkere Ausführung mit 193 PS. Auch ausgeprägt leistungsorientierte Käufer sollten sich mit den anderen Motorisierungen beschäftigen. Die 150 PS haben uns im Alltag vollkommen gereicht; wer gerade wegen besonders nachdrücklicher Beschleunigung ein Auto kauft, setzt seine Prioritäten aber anders.

Wenig entgegen kommt der neue Q3 außerdem Menschen, die eine weitgehend klassische Bedienung erwarten. Die Klimaregelung sitzt im Display, die Lenkradtasten entsprechen ebenfalls nicht unserer bevorzugten analogen Lösung. Vor allem die ungewohnte Kombination aus Blinker und Wischerbedienung braucht Einarbeitung. Wer sich damit schon bei der Probefahrt schwertut, sollte diese Reaktion ernst nehmen. Die Hoffnung, sich später schon irgendwie daran zu gewöhnen, ist bei einer täglich benutzten Funktion ein mäßiger Kaufberater.

Und schließlich bleiben die Oberflächen. Wer für diesen Preis an jeder Stelle hochwertige Materialien erwartet, wird am Hartplastik in den unteren Innenraumbereichen Anstoß nehmen können. Der Klavierlack auf der Mittelkonsole verlangt zusätzlich eine gewisse Toleranz gegenüber Fingerabdrücken und feinen Gebrauchsspuren. Unser junger Testwagen zeigte bereits Mikrokratzer. Wer solche Flächen ständig makellos sehen möchte, dürfte deshalb eine auffallend enge Beziehung zu seinem Mikrofasertuch entwickeln.


Fazit zum Audi Q3 TDI

Der Audi Q3 TDI hat uns dort überzeugt, wo sich ein Premium-Auto im Alltag beweisen muss: bei den Dingen, die man ständig benutzt. Die Tür schließt satt, der Lautstärkeregler gibt den Fingern eine ordentliche Aufgabe, und selbst kleine Funktionen wirken sorgfältig abgestimmt. Dieser Eindruck begleitet uns durch den gesamten Test. Gerade bei einem Kompakt-SUV ist das bemerkenswert.

Unser Titel „Der Fetisch steckt im Detail“ mag zunächst ein wenig anstößig wirken. Gemeint ist unsere ausgeprägte Liebe zu genau diesen Feinheiten. Zu dem Gefühl, dass sich jemand auch um das Geräusch eines Bedienelements Gedanken gemacht hat. Zu einem Auto, dessen Premium-Status bei der täglichen Benutzung immer wieder greifbar wird. Beim Q3 fällt diese Liebe zum Detail besonders deutlich aus. Wer dafür empfänglich ist, versteht vermutlich längst, weshalb wir einem Türgriff so viel Aufmerksamkeit schenken.

Auch als Reisewagen überzeugt der Audi. Der kultivierte 150-PS-TDI passt hervorragend zu ihm, die S tronic arbeitet angenehm, und bereits das Standardfahrwerk bietet eine gelungene Balance. Zusammen mit den bequemen Sportsitzen ergibt das einen ausgesprochen angenehmen Begleiter für lange Strecken. Die guten Verbrauchswerte runden diesen Eindruck ab.

Kritik bleibt trotzdem berechtigt. Der Klavierlack zeigt früh Gebrauchsspuren, die neue Blinker- und Wischerbedienung verlangt Gewöhnung. Auch das Hartplastik unten im Innenraum darf man bei diesem Preis ansprechen. Rund 68.000 Euro in testwagennaher Konfiguration sind eine Ansage, 74.655 Euro für unsere Vollausstattung erst recht. Wir würden den zusätzlichen Betrag persönlich investieren. Dass sich das für ein Kompakt-SUV erstaunlich bereitwillig begründen lässt, ist vielleicht die gefährlichste Eigenschaft dieses Audi.

Und dann wären da noch das ausgezeichnete optionale Licht und diese wunderbar integrierte Scheinwerfer-Reinigungsanlage. Dass wir uns über einen so engagiert ausgeführten Reinigungsvorgang derart freuen können, muss niemand verstehen. Audi hat ihn immerhin ermöglicht. Für 270 Euro darf der Waschvorgang schließlich auch ein kleines Ereignis sein.

Teuer bleibt er. Leider auch verdammt begehrenswert.


Konkurrenz & Vergleich

Zum Audi Q3 TDI passen zunächst die beiden naheliegenden deutschen Premiumgegner: BMW X1 (Test des BMW X1 xDrive23d) und Mercedes-Benz GLA. Der X1 sDrive18d bietet ebenfalls 150 PS und überträgt seine Kraft per Automatik an die Vorderräder. Mit 4,50 Metern Länge bleibt er sogar ein wenig kürzer als der Audi; sein Grundpreis von 47.700 Euro liegt dicht an den 48.400 Euro des Q3 TDI. Der GLA 200d ist mit ebenfalls 150 PS und 4,41 Metern Länge ein weiterer direkter Kandidat. Wer ihn mit Allrad möchte, kann zum GLA 200d 4MATIC greifen. Beim Audi führt dieser Wunsch zum stärkeren TDI quattro.

Für einen fairen Preisvergleich gehören anschließend die persönlich gewünschten Extras in alle Konfigurationen. Die lange Wunschliste unseres Q3 darf schließlich nicht allein gegen die Grundausstattung der Konkurrenz antreten. Für den X1 sDrive18d ergeben sich somit rund 66.300 Euro. Der GLA 200d kommt bei dem Testwagen entsprechender Ausstattung auf circa 59.900 Euro, basiert allerdings auf der älteren Plattform und ist aktuell aufgrund des neuen Modells (das noch nicht konfigurierbar ist) nicht mehr erhältlich.

Den Volvo XC40 (Test des Volvo XC40 Recharge) würden wir ebenfalls auf die Liste setzen. Mit 4,44 Metern Länge passt er gut in dieses Umfeld und bietet einen eigenständigen Zugang zum Premiumthema. Die aktuellen B3- und B4-Versionen sind Benziner mit Mildhybridtechnik. Der B3 mit 163 PS beginnt bei 43.990 Euro, der B4 mit 197 PS bei 48.990 Euro. Damit ist er eine Alternative für Käufer, die sich beim Antrieb noch nicht festgelegt haben. Einen Diesel bietet Volvo nicht mehr an.

Ähnliches gilt für den Lexus UX 300h (Test des Lexus UX 300h). Er startet bei 45.200 Euro und bleibt mit 4,50 Metern Länge ausgesprochen kompakt. Sein Vollhybrid benötigt keine externe Lademöglichkeit. Die niedrigere Karosserie verleiht ihm allerdings andere Proportionen als dem Q3. Wer beide vergleicht, sollte deshalb auch ausprobieren, wie gut der jeweilige Innenraum zum eigenen Alltag passt. Gleiche Außenlänge bedeutet schließlich noch lange nicht dasselbe Raumgefühl.

Zwei weitere interessante Charaktere sind MINI Countryman und Alfa Romeo Tonale (Test des Alfa Romeo Tonale PHEV Q4). Der Countryman misst 4,44 Meter und ist weiterhin auch als Diesel erhältlich. Sein eigenständiger Auftritt spricht Käufer an, die ihrem Auto gern etwas mehr Individualität zugestehen. Der Tonale liegt mit 4,52 Metern praktisch auf Q3-Niveau und bietet ebenfalls einen Diesel: 130 PS, kombiniert mit Automatik. Beide erweitern die Auswahl um einen anderen gestalterischen Zugang. Ob dessen Details persönlich mehr reizen als die vier Ringe, lässt sich bei einer ausgiebigen Besichtigung recht schnell feststellen.

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns gehört der Tiguan 2.0 TDI (Test des VW Tiguan 2025) dazu. Er ist mit 4,54 Metern nur acht Millimeter länger als der Q3 und startet als 150-PS-Diesel mit DSG in der Linie Trend bei 44.310 Euro. Der Cupra Terramar (Test des Cupra Terramar VZ) bleibt mit 4,52 Metern ebenfalls sehr nah am Audi. Als Plug-in-Hybrid mit 204 PS beginnt er bei 52.000 Euro (Test des Cupra Terramar Hybrid) . Einen Diesel gibt es im Terramar nicht; bei regelmäßiger Lademöglichkeit eröffnet er dafür eine andere Nutzungsperspektive.

Kia Sportage (Test des Kia Sportage AWD) und Hyundai Tucson (Test des Hyundai Tucson Hybrid) würden wir gemeinsam als günstigere Alternativen betrachten. Der Sportage Hybrid mit 239 PS beginnt bei 38.990 Euro, der entsprechend starke Tucson Hybrid bei 41.240 Euro. Auch ihre Außenmaße passen: Der Kia ist 4,54 Meter lang, der Hyundai nach aktueller Preisliste 4,53 Meter beziehungsweise 4,54 Meter als N Line. Wer sein Budget stärker in Ausstattung investieren möchte, sollte beide genauer konfigurieren. Der sehr gut ausgestattete Tucson Prime Hybrid beginnt beispielsweise bei 48.830 Euro. Welche Zusammenstellung zum eigenen Bedarf passt, verdient dabei mehr Aufmerksamkeit als der bloße Abstand der Einstiegspreise.

Bei rund 68.000 bis knapp 75.000 Euro lohnt zudem der Blick auf größere Fahrzeuge. Der Mazda CX-60 D254 bietet einen 3,3-Liter-Sechszylinder-Diesel mit 254 PS, Allrad und Achtgang-Automatik ab 57.250 Euro. Homura Plus und Takumi Plus liegen jeweils bei 67.600 Euro. Mit 4,75 Metern ist der Mazda allerdings 21,4 Zentimeter länger als der Q3. Der Lexus NX 350h (Test des Lexus NX 450h) ordnet sich mit 4,66 Metern dazwischen ein und beginnt als Vollhybrid bei 53.700 Euro. Beide sind größere Alternativen im Budget unseres umfangreich ausgestatteten Audi. Ein Sechszylinder auf derselben Einkaufsliste sorgt dabei durchaus für etwas Gesprächsbedarf am Ingolstädter Stammtisch.

Dass kompakte Abmessungen auch noch höhere Rechnungen zulassen, zeigt der Range Rover Evoque (Test des Range Rover Evoque P300). Er ist nur 4,37 Meter lang, kostet als D200 Autobiography aber bereits mindestens 74.700 Euro. Zusätzliche Optionen sind dabei noch nicht berücksichtigt. Alternativ gibt es den Evoque aus Plug-in Hybrid (Test des Range Rover Evoque P300e). Der Brite dürfte unsere Diskussion über die preisliche Vernunft des Q3 also mit bemerkenswerter Gelassenheit verfolgen.

Und weil unsere Schwäche für gepflegte Scheinwerfer selbstverständlich mit auf diese Einkaufsliste gehört: Der Mazda CX-60 bringt die Reinigungsanlage serienmäßig mit. Beim Evoque findet sie sich im Winter-Paket, und auch die aktuelle Ausstattung des Lexus UX führt eine Scheinwerferreinigung auf. Ältere Volvo XC40 boten sie im Licht-Paket; die aktuelle Preisliste führt sie nicht mehr auf. Auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten verdienen beim Vergleich einen genauen Blick. Wer sich aus Liebe zum Detail für ein Auto entscheidet, darf seine Wünsche schließlich bis zur letzten Waschdüse ernst nehmen.

Text / Fotos: NEU!

Kamera: Canon EOS 6D


Vorteile ✅

  • Kultivierter TDI mit harmonischer S tronic.
  • Niedriger Verbrauch auf langen Strecken.
  • Ausgewogenes Standardfahrwerk, selbst mit 20-Zoll-Rädern.
  • Sehr gute Verarbeitung und überzeugende Haptik.
  • Hervorragendes optionales Matrixlicht und wirksame SWRA.

Nachteile ❌

  • Hoher Preis mit umfangreicher Sonderausstattung.
  • Keine physischen Bedienelemente für die Klimaanlage.
  • Gewöhnungsbedürftige Blinker- und Wischerbedienung.
  • Hartplastik im unteren Innenraumbereich.


Technische Daten des Audi Q3 TDI

ModellAudi Q3 TDI SUV
Länge x Breite x Höhe (m)4,53 x 1,86 (2,09 mit Außenspiegeln) x 1,60
Radstand (mm)2.681
MotorVierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung
Hubraum (ccm)1.968
Leistung (kW / PS)110 / 150
Drehmoment (Nm)360
Getriebe7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (S tronic)
AntriebFront
KraftstoffartDiesel
Durchschnittsverbrauch (WLTP in Liter)5,6
Durchschnittsverbrauch (NEU! in Liter)6,4
CO²-Ausstoß (nach WLTP in g/km)145
AbgasnormEuro 6e
0 auf 100 km/h (in Sekunden)9,2
Höchstgeschwindigkeit (km/h)208
Leergewicht (kg)1.700
Kofferraumvolumen (l)488 – 1.386
FarbePfeilgrau Perleffekt
Grundpreis (Euro)46.100
Testwagenpreis (Euro)67.935
Technische Daten: Audi Q3 TDI


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